
Produkttyp: GN Netcom Headsets
Neuester Testbericht: ... den Kostenrahmen sprengen wird. BAUART / OPTIK Das von mir erworbene Produkt „Express M 2120“ der Fa. GN Nordkom, eine 100%ig... mehr
Security Chief
GN Netcom M 2120

Name des Mitglieds: Thokla
Produkt:
GN Netcom M 2120
Datum: 12.07.01, geändert am 12.07.01 (326 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: qualitativ hochwertige Ausführung; gute bis sehr gute Sprachverständlichkeit; bequeme Trageeigenschaften; gerätespezifischer Adapter im Preis enthalten; vielfältige Einsatzmöglichkeiten; erleichtert Sprachanwahl
Nachteile: umständlichere Handhabung als eine festeingebaute FSE; anfangs gewöhnungsbedürftig
Spätestens das seit dem 01.Februar dieses Jahres in der Strassenverkehrsordnung verankerte Verbot des Telefonierens mit einem portablen Mobiltelefon („Handy“ ;-) während des Autofahrens brachte dem Handel sicher einen enormen Schub an Umsatz. Meldungen zufolge galt in den ersten zwei Monaten dieser neuen Regelung noch eine Art Übergangsfrist, innnerhalb der die weiterhin unverdrossenen Handytelefonierer, die während der Fahrt ihre mehr oder weniger wichtigen Anrufe tätigten, nur auf die neue Regelung, die in etlichen anderen Ländern schon länger Usus ist, hingewiesen wurde. Doch spätestens seit dem 01.April, als das Verbot rigoros verfolgt und mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 60.-DM belegt werden sollte, ist es an der Zeit, will man die drahtlose Telekommunikation weiterhin nutzen, sich Gedanken über die praktische Umsetzung zu machen.
Die Kontrollmechanismen halte ich momentan, am Rande bemerkt, für nicht ausreichend, sehe ich doch auf meinen täglichen Wegen im Strassenverkehr weiterhin genügend Menschen, für die vermeintlich eigene Regeln zu gelten scheinen. ©TK. Sicher ist es äusserst schwierig zu realisieren, flächendeckende Kontrollen durchzuführen, zudem die immer kleiner werdenden Geräte sich sehr schnell verbergen lassen. Doch für sinnvoll halte ich diese neue Festlegung, bei der bei laufendem Motor nicht mit dem Handy telefoniert werden darf, allemal, wird doch augenscheinlich zuviel der Aufmerksamkeit des Fahrers in Richtung der Bedienung bzw. des Sprechens gelegt, statt sich möglichst vollständig dem Beobachten des Strassenverkehrs hinzugeben.
GRUNDSÄTZLICHES
Mehrere Lösungen stehen für den Entscheidungsprozess über die beste Alternative einer Freisprecheinrichtung (FSE), mit der eben auch weiterhin mobil telefoniert werden darf, parat. Neben der technisch und qualitativ besten Variante einer sog. Festeinbaulösung ( .. mit fest angeschlossener Stromversorgung, einer externen Antenne sowie einem Lautsprecher und
einem Mikrofon) stehen neuerdings auch unzählige sog. „Plug-and-Play“-Anlagen im Handel bereit, die via Zigarettenanzünder und überwiegend ohne ext. Antennenanschluss sowie einer zweifelhaften Schallaufnahme durch das geräteintegrierte Micro genutzt werden können. Desweiteren hat sich, auch besonders bedingt durch den niedrigen Preis, eine weitere Art von FSE auf dem Markt breit gemacht, die vormals eher als Nischenprodukt anzusehen war – das sog. „Headset“.
Eigentlich eher als Behelfslösung angedacht, finden doch auch solche Gerätchen nun gar in Baumärkten ihre Verbreitung. ©TK. Preise im Bereich zwischen 10.- und 20.-DM sind hier keine Seltenheit, wobei sicher deutliche qualitative Abstriche in Kauf genommen werden müssen.
ZIELGRUPPE
Entscheidet man/frau sich dazu, ein Headset für die (fast) drahtlose Freiheit zu benutzen, ist eigentlich schon vorab der Verwendungszweck bzw. die Art der Nutzung festgelegt. Es ist die beste und preiswerteste Lösung für nur sporadische Telefonierer, eine Dauernutzung während der Autofahrt stellt sich auf Dauer eher als lästig heraus. Soll das Telefon perfekt und störungsarm arbeiten, ist ein weiteres Augenmerk darauf zu legen, ob das Handy selbst, trotz des angeschlossenen Headsets, einen Anschluss zur Nutzung einer externen Antenne bietet ( .. auch leider bei Neugeräten nicht unbedingt ein Standardfeature) sowie evtl. die Möglichkeit der Stromversorgung über ein Ladekabel. Wichtigster Zusatzbaustein ist allerdings, auch so fordert es der Gesetzgeber indirekt, eine solide Handyhalterung, die auch in der originalen Herstellerausführung selten den Kostenrahmen sprengen wird.
BAUART / OPTIK
Das von mir erworbene Produkt „Express M 2120“ der Fa. GN Nordkom, eine 100%ige Tochtergesellschaft des dänischen Produzenten GN Netcom a.s., stammt aus der Schmiede des weltweit führenden Herstellers von hochwertigen Headsets, die auch im professionellen Bereich
zum Einsatz kommen. Direkter Konkurrent ist der in dieser Sparte ebenfalls etablierte US-Hersteller „Plantronics“. Mein vorab schon feststehendes Kriterium zur Auswahl war es, keinen sog. „In-Ear-Hörer“ erwerben zu wollen, wie er von tragbaren Musikabspielgeräten bekannt ist. Scheinbar habe ich sehr eigenartig geformte Ohrmuscheln, zumindest hält bei mir keines der besagten Modelle auf längere Zeit ;-).
Somit entschied ich mich für die o.gen. Ausführung, die mit einem relativ weichen Ohrbügel angebracht wird und der „Lautsprecher“-Part, konisch geformt, nur leicht in den Gehörgang ragt. Das Mikrofon ist als Stabversion geformt, hat nur eine Länge von ca. 10 cm und ist in verschiedene Richtungen schwenkbar. Dies ist allerdings auch notwendig, denn muss man sich die richtige Einstellung durch Erfahrung suchen, in der das gesamte Headset, stabil und ohne zu verrutschen, sitzt. Für den wahlfreien Einsatz am rechten oder auch am linken Ohr ist der Ohrbügel umsteckbar, das fest angeschlossene und 1,30 m lange Verbindungskabel ist zusätzlich mit einer verschiebbaren Halteklammer versehen, um beim Tragen das Headset entlasten zu können. ©TK. Als elektrischer Anschluss ist ein genormter 2,5 mm-Klinkenstecker am Kabelende vorhanden, was sich positiv als Optimallösung darstellt, denn beim Wechsel des Telefons ist nur ein gerätespezifischer Adapter notwendig, der fast überall im Handel erhältlich ist. Inclusive des besagten Adapters bringt dieses Headset nur leichtgewichtige 28 Gramm auf die Waage, was dem Tragekomfort sehr zugute kommt.
Erhältlich ist das „M 2120“ für verschiedene Mobiltelefone der Hersteller Nokia, Ericsson, Siemens und Motorola in den Farbausführungen schwarz und, etwas extravaganter und auffälliger, auch in Silber. Die Preisspanne liegt zwischen 59.- und 89.-DM, in dem löblicherweise der Geräteadapter schon enthalten ist. Für Heimnutzer ist dieses Headset auch in Verbindung mit einem schnurlo
sen Telefon (z.B. Siemens Gigaset 3010 Micro) nutzbar, wenn längere „Sessions“ mit der Schwiegermutter anstehen sollten.
BETRIEB / SPRACHQUALTÄT
Als Nutzer eines Nokia 6210 erscheint beim erstmaligen Einstecken dieser FSE der neue Menüpunkt „Kopfhörer“ im Profil, in dem dann auch diverse Grundeinstellungen festlegbar sind. Neben, speziell für die Nutzung des Headsets, wählbaren Klingeltönen und Lautstärken ist auch die Funktion „automatische Rufannahme“ definierbar. Beim Aktivieren dieser Option wird nach wenigen Klingeltönen die Verbindung zum Anrufer automatisch und ohne Betätigung einer Taste hergestellt, was die Ablenkung vom Verkehrsgeschehen weiter minimiert. Legt der Gesprächspartner auf, findet nach wenigen Sekunden die Trennung statt, sodass immer beide Hände am Lenkrad bleiben können. In Verbindung mit einer evtl. Möglichkeit der Sprachanwahl, die mit diesem Headset in der Praxis fast immer perfekt und fehlerlos funktioniert, können die am Häufigsten gewählten Rufnummern mit nur einem Tastendruck gewählt werden. Beim Nokia wird die Einstellung der Hörerlautstärke selektiv bei der Nutzung des Headsets gespeichert, was neuerliches Einstellen beim wiederholten Anschluss überflüssig macht.
Durch das, in den Ausleger integrierte, Richtmikrofon hört der Gesprächspartner nur sehr wenig von den Fahr- und Nebengeräuschen, das Klangbild ist insgesamt eher als hell, aber dadurch sehr gut verständlich, zu bezeichnen ( .. wie mir anschliessend berichtet wurde). Abhängig von der Einstellung der Hörerlautstärke am Handy ist die Klangqualität des FSE-Nutzers als mittelmässig bis gut zu bezeichnen. Höhere Töne klingen u.U. leicht überspitzt, doch ingesamt ist die Verständlichkeit mehr als akzeptabel.
Nutzt man diese FSE während der Autofahrt, durch externe Beobachter könnte man leicht als Angestellter einer Security-Firma oder auch als „Wichtigtuer“ angesehen werden, ist auch das „Auf
setzen“ dieses Headsets sehr schnell und mit etwas Übung mit einem Handgriff durchführbar. Träger von Brillen, gezwungen oder ungezwungen, kommen trotz des Ohrbügels in den Genuss eines ausreichend festen Sitzes, nur bei deutlich längerer Fahrt mit Headset könnten eventuell unangenehmere Druckstellen entstehen. ©TK.
In den Werbemedien wird zwar auch die Nutzbarkeit einer solchen FSE ausserhalb von Fahrzeugen proklamiert, doch würde ich mir in der Fussgängerzone mit einem solchen Fremdobjekt am Ohr etwas deplatziert bzw. lächerlich vorkommen.
FAZIT
Für den sporadischen, mobilen Einsatz ist dieses Headset eine empfehlenswerte und kostengünstigere Alternative zu aufwendigen Festeinbaulösungen. Der Preis stellt sich zwar etwas höher dar als die besagten „Baumarkt“-Modelle, doch sollte hierbei eher die gute Qualität des schicken Nordkom-Produktes berücksichtigt werden. Einer Aufwertung dieser Art von FSE kann ich mir nur in Form der nun langsam den Markt erobernden Bluetooth® - Modelle (Funkübertragung im Bereich um 2,4 GHz) vorstellen, bei denen gar eine Kabelverbindung zum Handy überflüssig wird und somit auch keine „Kabelfallen“ entstehen können.
Weitere Info’s unter: www.gn-nordkom.de ( .. aber deutlich weniger als in diesem Bericht)
©TK 12/07/2001
Fazit:

