Lange Leitung
BenQ-Siemens HHS-150

Name des Mitglieds: Tut_Ench_Amun
Produkt:
BenQ-Siemens HHS-150
Datum: 28.08.06
Bewertung:
Vorteile: Original-Zubehör, akzeptabler Klang, Musikhören und Freisprechen
Nachteile: Dünnes Kabel, reduzierte Dynamik, proprietärer Stecker
Leider ist das neue pharaonische Handy im Urzustand nicht ganz komplett, damit man auch alle Features nutzen kann, braucht der Mobilfunk-Knochen zusätzliches Zubehör. Natürlich ist wieder mal alles ganz speziell, mit Standardware haben die BenQten Siemensianer es bekanntlich ja nicht so. Aber sie sind nicht allein. Alle Hersteller haben eigene Stecker etc pp. Traurig, aber in Zeiten von meist stark subventionierten Mobiltelefonen muss man die Kohle eben über das Zubehör reinholen.
Zum Beispiel ein Headset, welches ich beim doch nicht grade billigen EL71 zumindest eigentlich als Serienausstattung erwartet hätte. Zumal ohne jenes mit dem eingebauten, vielseitigen Mediaplayer keine rechte Freude aufkommen will. Pustekuchen. Somit blieb nur das Abgrasen diverser Angebote, welche sich zum Teil hart an der Kotzgrenze befanden. Schließlich wars dann doch mal wieder ebay. 9 Euro (plus 2 Euro Versand) für das HHS-150 klingt auch besser als 19,95.
Für wen und warum?
Fangen wir mit dem Warum an. Wie oben schon angemerkt verfügt das EL71 über einen veritablen Mediaplayer, der neben MP3 auch noch eine ganze Reihe weiterer Sound- und Video-Formate schluckt. Das macht das Handy abseits von seiner Grundfunktion als Telefon auch noch zu einem multimedialen Begleiter in bester Tradition eines Walkmans. Der eingebaute Lautsprecher des Telefons taugt zu diesem Zweck bauartbedingt nicht viel, wie man sich unschwer denken kann.
Natürlich ist das Headset nicht nur dafür sich mit Mucke die Birne weichklopfen zu lassen - selbstverfreilich kann man damit auch parlieren. Voll Vollduplex und Freihand, versteht sich.
Anpröppeln lässt sich das HHS-150 mit der von Siemens seit Jahren exklusiv eingesetzten Steckerform in Microbauweise derzeit nur an 4 BenQ-Siemens-Geräte neuerer Generation, namentlich: C81, S68, EL71 und EF 81.
Corpus Krawalli
Das in China gefertigte Kleinod ist unspektakulär und entspricht genau dem, was man von einem Headset erwartet: Stecker, Kabel, Mikro und zwei Ohrpröppels. Das Teil wirkt insgesamt filigran, fast schon zerbrechlich, und ist vom Design er an die gebürstete Alu-Optik des EL71 Gehäuses angepasst. Etwa 1,6 Meter misst die Leitung vom Stecker bis zu einem der Stereo-Earphones. Lang genug, um flexibel zu sein - kurz genug, damit sich der zwangsläufig einstellende Kabelsalat noch in Grenzen hält. Auch Positiv: Der abgewinkelte Stecker trägt nicht übermäßig auf.
Das Kondensator-Mikro ist ein kleines, alufarbendes Kästchen und ist in die dünne Leitung eingeschleift. Per Kroko-Clip kann man das ganze Trum am Kragen oder ähnlichem fixieren. Zumindest die E-Serie erkennt das Headset von sich aus und stellt das Profil dementsprechend selbsttätig um. Das beinhaltet unter anderem, dass Rufe automatisch angenommen werden. Das macht den integrierten Annahmeknopf des Headsets quasi arbeitslos, jedenfalls sofern man die Werkseinstellung verwendet.
Die Ohrhörer sind die üblichen Verdächtigen aus dem Elektronikgroßhandelsbaukasten mit den einschlägigen und für diese Bauteile typischen technischen Daten. Die kleinen mit Schaumstoffverhüterlis überzogenen, Pillen am Stiel werden wie gehabt einfach ins Ohr gehängt und verbleiben dort alleine aufgrund der Klemmkraft des eigenen Gehörgangs - oder der Klebkraft des eventuell üppig vorhandenen Ohrenschmalzes. Mal abgesehen vom hygienischen Desaster, dämpft Letzteres den Sound natürlich nicht unerheblich.
Apropos: Soundtechnisch reißen die Ulligen keine Bäume aus, präsentieren sich jedoch homogen. Dem Bass fehlt ein wenig der Bumms (was angesichts der Bauart nicht wirklich verwundert) und den Höhen der letzte Glanz. Die Piezos krächzen und kicksen aber dafür auch nicht nervig, selbst absichtlich provoziertes Übersteuern war bisher unmöglich. Was aber wohl weniger daran liegt, dass die Schallwandler besonders hochwertig sind, als daran, dass man Dynamik und Power offensichtlich dezent beschnitten hat. Ob beim Telefon oder beim Headset bliebe die Frage., die der Nichtfachmann außerstande ist, zu beantworten
Fazit
Bislang erwies sich alles, trotz des beängstigend filigranen Eindrucks der Kabelei und der fitzeligen Steckkontakte, als alltagstauglich, praktisch und zuverlässig. Die Ohrhörer bieten insgesamt ein ausgewogen angenehmes Klangbild - auch beim Telefonieren. Wer sein neues BenQ-Siemens voll nutzen möchte, kommt derzeit (demnächst werden sich bestimmt wieder verstärkt Drittanbieter auf den lukrativen Zubehörmarkt stürzen) um das HHS-150 nicht herum - schade nur, dass es oft preislich (zu) üppig ausfällt. 20 Euro (z.B. T-mobile) sind definitiv überbezahlt, um die 12 Euro (diverse online Anbieter) sind für das Original durchaus gerechtfertigt. Also: Augen auf beim Trötenkauf.
So Long
Der Tinnitus-Pharao
Fazit: Für vollständige Nutzung von EL71, EF81 oder S68 quasi unverzichtbar
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| Tragekomfort: |
Weitere Testberichte: im Bereich Headset




