Xelibri 7
Nummer 7 lebt... - Xelibri 7 Handy

Produkttyp: Xelibri Handys

Nummer 7 lebt...
Xelibri 7

steffuzius

Name des Mitglieds: steffuzius

Produkt:

Xelibri 7

Datum: 01.06.04, geändert am 14.12.04 (822 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Design, Individualität, das "Besondere"

Nachteile: technische Ausstattung

...wer weiß, wie lange noch*

Es wird mal wieder Zeit! Einerseits, mal was Neues zu schreiben, andererseits für ein neues Handy. Ich beginne den Bericht zu schreiben, bevor ich überhaupt Erfahrungen sammeln kann, doch denke ich, dass die Überlegungen, die im Vorfeld stattfinden, auch hier her gehören.

Warum ein neues Handy?
*****************************

Mein Mobilfunkprovider hatte ein berechtigtes Interesse daran, dass ich mich länger an ihn binde. Eine Hochzeit (bis dass der Tod uns scheidet *g*) wäre ihm vielleicht legitim erschienen, aber die deutsche Rechtsauffassung verbietet Vielweiberei und ich bin nun mal schon seit fast 20 Jahren anderweitig gebunden.

Da auch ich einer Fortführung meines Mobilfunkvertrages nicht ablehnend gegenüber stand, war es durchaus lukrativ, dem Lockangebot eines subventionierten Handys zu erliegen. Ich musste mich lediglich bereit erklären, noch einmal 24 Monate an die bisherige Vertragsdauer anzuhängen.

Das erste Angebot ließ ich dummerweise verstreichen und auch das zweite Angebot ging irgendwie unter. Mittlerweile hatte sich mein Vertrag eh schon automatisch um 12 Monate verlängert, da meine Kündigungsfrist verstrichen war und so hab ich nachgefragt, ob ich noch ein Angebot bekommen könnte. Diesem Ansinnen folgte ein weiteres "Subventionsangebot", dem ich in Form eines Siemens M55 erliegen wollte. Leider hatten wohl zu viele andere Handykäufer ebenfalls daran Interesse, so dass für mich keines mehr übrig war. Also musste neu entschieden werden und diese Wahl fiel auf Nummer Sieben oder wie es offiziell heißt

Xelibri 7
**********

Dieses Handy hatte es mir vorher schon angetan. Anfangs hatte mich die Designidee begeistert, aber der Leistungsumfang bzw. die Möglichkeiten des Geräts nicht. Nun war es auf einmal unter all den verlockenden Offerten mit einem subventionierten (und wohl eher symbolischen) Preis von 1,00 Euro die für mich beste Wahl. Also hab ich den Bestellschein ausgefüllt und weg geschickt.

Die Wartezeit verkürzte ich mir mit Vorfreude. Die hab ich mir (auf der Suche nach detaillierteren Informationen im www unterwegs) auf www.xelibri.com geholt. Dort hab ich zum Beispiel das Konzept hinter "Xelibri" entdeckt. Die Fa. Siemens wollte mit der Xelibri-Kollektion den modischen Aspekt, den Lifestyle hervorheben und nebenbei auf dem hart umkämpften Markt der Mobiltelefone etwas an Boden gut machen. Ich erlaube mir an dieser Stelle ein Zitat aus einer Pressemitteilung zur Cebit 2004:

Die Kollektion
Nach dem erfolgreichen Launch der ersten Fashion Accessory Phone Kollektion, freut sich Xelibri, die neue Kollektion ankündigen zu können. „Fashion Extravaganza“ feiert alle Extreme der Modewelt mit den Modellen Xelibri 5, 6, 7 und 8. In der Xelibri-Welt verschmelzen die ultimativen Highlights aus Beauty und Mode. Von den Laufstegen der Mode-Metropolen bis zu den Handtaschen der Reichen und Berühmten, verbindet die zweite Xelibri-Kollektion das Größte und Beste des Fashion Kosmos zu einem einmaligen Accessoire ... aber direkt unter der Oberfläche verbirgt sich etwas ganz anderes.

Die Marke
XELIBRI™ lebt in einer vollkommen anderen Welt als die Technologie fokussierten, herkömmlichen Mobilfunkanbieter. Xelibri ist in der Welt der Mode zu Hause. Wir bieten Technologie, ganz klar – aber die ist einfach. Uns ist es wichtig, sehr gut auszusehen. Ein Xelibri zu kaufen ist so, als wenn man sich schicke Turnschuhe oder eine neue Handtasche kauft – es ist das Accessoire für die kommende Saison. Wie funktionieren sie? Sie sind anders als alles, was man bisher gesehen hat – soviel steht fest. Jede Kollektion wird zu einem spezifischen Thema entworfen – das erste lautet Space on Earth, das zweite ist „Fashion Extravaganza“ und das dritte … – wir wollen hier nicht zuviel verraten. Seien Sie gespannt. Eines ist sicher: Dieses Accessoire will getragen und nicht in der Tasche versteckt werden. Einfach SIM-Karte einschieben und los geht's.

Zitat Ende

Was daraus geworden ist, steht übrigens am Ende meines Berichts bei dem *.

Inzwischen hat die Warterei ein Ende, das Päckchen kam an und das ich konnte das Handy in Betrieb nehmen. Zunächst hab ich mir die Anleitung vorgenommen und diese während des ersten Ladevorgangs studiert. Ein paar

Technische Daten
*********************

bzw. Funktionen konnte ich schon entdecken und die will ich dem geneigten Leser auch nicht vorenthalten.

- Dual Band EGSM 900/ GSM 1800
- Maße: 104,5 x 45,7 x 25,6 mm
- Gewicht: 83 g
- Standby bis zu 290 Stunden
- Gesprächszeit bis zu 240 Minuten
- Farbdisplay 101x80 Pixel (4096 Farben)
- SMS (auch überlang) und EMS
- 23 polyphone Klingeltöne (16 Stimmen)
- Vibrationsalarm
- Sprachwahl und Sprachsteuerung (im Kfz-Betrieb)
- Rufnummernunterdrückung (Inkognito)
- Taschenrechner, Wecker, Kalender
- zwei Spiele
- T9-Texterkennung
- Bildschirmschoner
- sehr benutzerfreundliches Tastatur-Layout
- neuartige Benutzeroberfläche mit rotierenden Menüs
- neues Tragekonzept
- Preis im Xelibri-Shop 249,00 Euro (im Preisvergleich für rund die Hälfte angeboten und mit Vertrag wohl fast geschenkt)

In besagtem Päckchen befanden sich:
- das Handy selbst
- ein Ladegerät
- der Akku
- zwei Anleitungen (Bedienungsanleitung und Quickstart)
- ein kleiner Bügel, von Siemens als D-Ring bezeichnet, als Henkel(?) bzw. zum Befestigen an einer Trageschlaufe(?)

Damit möchte ich dem schnöden Aufzählen der Daten ein Ende bereiten, auch wenn vielleicht das Eine oder Andere fehlt. Stattdessen soll nun von meinen

Erfahrungen
**************

berichtet werden. Wobei ich manchen Punkt aus der obigen Liste noch einmal aufgreifen werde.

Das Xelibri 7 gibt es in zwei Farbvarianten. Auf dem Produktfoto ist "Copper Polished" dargestellt, ich besitze die andere Variante, die sich "Midnight Blue" nennt, eine tiefblaue, fast schwarze Farbe.

Zu erahnen ist auf dem Produktfoto das "neue Tragekonzept", denn das Xelibri 7 ist eine Klammer und damit kann ich das Gerät am Hosenbund, an der Hemd- oder Jackentasche oder jedem anderen, höchstens 1 cm dicken Gegenstand "aufstecken"(unter dem gleichen Mitgliedsnamen gibt es den Bericht auch bei ciao mit einem Foto, welches das Tragekonzept besser verdeutlicht). Während mein Vorgängerhandy ab und an beim Bücken aus der Hemdtasche rutschte, klammert sich Nr. 7 richtig an und sitzt (zumindest im Moment noch, da die Federn noch nicht ausgeleiert sind) bombenfest. Schlimmstenfalls muss ich mal in einem Update die nachlassende "Spannkraft" ergänzen. So brauch ich keine Handytasche oder ähnliches mehr. Ich hab mir allerdings angewöhnt, das Display nach innen zu tragen und dem Betrachter nur die schmucklose Rückseite des Geräts zu zeigen.

Technisch ist das Xelibri 7 nicht auf dem allerneusten Stand. Weder Kamera noch Java noch Infrarot bietet es seinem Besitzer. Da sein Vorgänger außer Java auch nichts von dem konnte und ich selbst Java nicht genutzt hatte, ist es kein allzu schmerzlicher Verlust. Im Moment warte ich auf die Lieferung eines bei ebay ersteigerten Datenkabels um mich danach auf die Suche nach einem Programm zur Verwaltung der Logos, Klingeltöne, Termine und SMS zu machen. Sollte dies klappen, bin ich schon zufrieden.

Statt mit überladener Funktionalität entschädigt das Handy seinen Besitzer mit durchaus gewünschten bewundernden Blicken und Äußerungen ob der ungewöhnlichen Form des Handys. Wenn es dann noch seine teilweise sehr ansprechenden Melodien zum Besten gibt, ist einem die Aufmerksamkeit gewiss. Wer sich auch ohne Xelibri einige dieser Melodien anhören will, bekommt im Shop unter www.xelibri.com ein paar Kostproben.

Die Sprachwahl funktioniert auch recht ordentlich. Für max. 20 Telefonbucheinträge kann ich einen Sprachwahleintrag definieren. Dazu muss ich nach entsprechender Aktivierung zweimal den Namen oder eine beliebige andere Nachricht aufsprechen. Das Handy versucht aus beiden Aufnahmen möglichst viel übereinstimmende Sequenzen für die Wiedererkennung zu finden. Sollte dies nicht möglich sein, wird man aufgefordert den Prozess zu wiederholen. Ich hab es meist im zweiten Anlauf geschafft und war hinterher von der recht guten Erkennungsrate überrascht.

Letztlich möchte ich die Handytatstatur loben. Endlich hab ich Tasten, die auch als solche zu verwenden sind. Sie sind recht flach und trotzdem auch mit großen Fingern problemlos zu unterscheiden. Ein leichter Druck, der dennoch mit einem gewissen Widerstand das Gefühl gibt, die Taste "erwischt" zu haben, genügt.

Gewöhnungsbedürftig sind die rotierenden Menüs. Ich versuch mal zu beschreiben, wie die funktionieren.
Statt entsprechender Textzeilen bekomme ich im Menü Symbole angeboten. Manche, wie z.B. für die Nachrichten, sind eindeutig, andere (z.B. für das Telefonbuch) erschließen sich erst auf den zweiten Blick bzw. unter Zuhilfenahme des Texteintrags am oberen Displayrand. Immer fünf der Symbole sind im Display zu sehen, eines im linken Teil ist das gerade ausgewählte Menü, die anderen vier sind im rechten Displayteil und alle fünf lassen sich durch die "Rauf/Runter"-Tasten im Uhrzeigersinn oder auch dagegen so drehen, dass irgendwann jedes Symbol mal an der exponierten, linken Stelle steht und ausgewählt werden kann. Hier wird sich mancher etwas schwer tun, da durch die Beschränkung auf jeweils fünf Menüpunkte manch gewohnte Menüführung nicht mehr hinhaut. Wenn es dann an die Einstellungen selbst geht, hat Siemens das Rotationsprinzip aufgegeben und ist zu den gewohnten Listen und Optionen zurückgekehrt.

Letztlich möchte ich noch die "Themen" erwähnen, die ich zur Gestaltung des Handys wählen kann. Es gibt (offenbar dank der Rotation) fünf verschiedene, vorgefertigte Zusammenstellungen von Hintergrundbild, Bildschirmschoner, Menüsymbolen und Melodien. Jede mit einem entsprechenden Thema, als da wären:
- Cosmopolitan (im Hintergrund eine Weltkarte und ein paar fliegende Flugzeuge beim Einschalten)
- Tokio (eine Zeichnung im Mangastil und Menüsymbole, die japanischen Schriftzeichen nachempfunden sind)
- London (ein Karomuster in blau und bunt als Hintergrund)
- Sao Paulo (irgendwie postmodern oder siebziger Jahre-Styling) und letztlich
- Xelibri (in rot-braun gehaltene Zeichnungen wie die Signets auf einem Bahnhof)

Ich hab mich im Moment für die asiatische Richtung entschieden, bin aber auch dem London-Theme nicht abgeneigt. Summasummarum kann ich folgendes

Fazit
******

ziehen. Ich hab ein technisch nicht ganz auf dem neuesten Stand befindliches Handy erworben, welches diese Unzulänglichkeiten durch ein ausgefallenes und durchaus auffallendes Design bzw. Nutzungskonzept wettmacht. Letztendlich kann ich damit sogar noch telefonieren, was bei anderen Handys wohl nicht immer so einfach machbar sein soll. Für 249 Euro hätte ich es mit Sicherheit nicht gekauft, aber "sponsored by provider" lass ich es mit gefallen und, glaubt es oder nicht, es gefällt mir!

Damit erst einmal genug geschrieben. Da es mein erster (und wahrscheinlich auch letzter) Handybericht war, kann es natürlich sein, dass dem einen oder Anderen was Wichtiges fehlt. Nutzt die Kommentare oder schreibt mir Fragen ins Gästebuch bzw. per Mail.

In diesem Sinne handyfonistische Grüße

Steffuzius



* Die Überschrift habe ich in Anlehnung an den Film "Nr. 5 lebt" gewählt und musste leider während des Schreibens den Nachrichten entnehmen, dass Siemens die Xelibri-Reihe zu Grabe getragen hat, da sie die Erwartungen hinsichtlich des Absatzes nicht erfüllt hat.

Fazit: