Xelibri 3
Back to the Basics - Xelibri 3 Handy

Produkttyp: Xelibri Handys

Back to the Basics
Xelibri 3

alliekassandra

Name des Mitglieds: alliekassandra

Produkt:

Xelibri 3

Datum: 06.10.05

Bewertung:

Vorteile: Klein, praktisch, qualitativ hochwertig, Design, Akkuleistung, Spracherkennungsfunktion

Nachteile: Nicht für SMS Junkies

...weil manchmal zu viel wirklich viel zu viel ist. Bis vor drei-vier Jahren waren die Hersteller damit beschäftigt, die Mobiltelephone so weit wie möglich zu verkleinern. Irgendwann war leider Schluss mit dieser Divise und der Weg nach oben wieder frei. Die aktuellen Exemplaren sind mit allem möglichen Schnickschnack ausgestattet, das man manchmal gar nicht dabei haben möchte. Telephonieren ist ab und zu tatsächlich die einzige Aktion, die man mit einem Telephon anstellen will. Das war das Prinzip Xelibri oder zumindest ein Teil davon. Es mag sein, dass mittlerweile die Mobiltelephonsparte von Siemens baden gegangen ist, das lag aber hauptsächlich dran, dass Siemens das Klapphandy verschlafen hat. Der einzige Fehler bei Xelibri war, dass nicht rechtszeitig ausreichend Werbung für das Produkt gemacht worden ist.

Xelibri line

Vor etwa zwei Jahren bin ich zufällig auf Xelibri gestoßen -Exelibri ausgesprochen bitte. Xelibri war eine neue Submarke von Siemens, die das Handy zu einer Art Modeaccessoire mit Kultpotential machen wollte. Das passende Gerät zu dem passenden Outfit -ohne viel überflüssiges dabei, um so einen Bedarf für einen Zweit- oder sogar Dritttelefon zu erzeugen, denn ein Erstgerät hat sowieso fast jeder. Xelibri sollte alle 6 Monate 4 neue Geräte auf den Markt bringen. Sollte. Die ersten 4 Geräte waren da und die nächsten 4 Exemplare irgendwann mal auch, weiter ging es aber nicht. Wahrscheinlich weil Xelibri quasi fast nur Online und ohne Vertrag zu erwerben war. Das konnte nicht gut gehen, was das Einstellen der Weitereinführung von neuen Kollektionen bedeutete. Angeblich sollten die Geräte in limitierten Auflagen angeboten werden, so richtig habe ich das aber nicht geglaubt!

Nein, ich habe nicht alle 8 Geräte. Ich habe nur eins. Die Xelibri Geräte sind der Reihe nach nummeriert und haben keinen eigenen Namen. Das Design kann man getrost von mittelmäßig mit Klasse bezeichnen. Unumschrittener Glanzstück der ersten Kollektion war das Xelibri 3 und das blieb es auch nachdem die nächsten 4 Geräte auf den Markt kamen; es ist das kleinste, das leichteste und das Gerät mit dem ungewöhnlichsten Design überhaupt. Es rechtfertigte nach meiner Meinung einzig und allein 100% die Einstufung von Xelibri in der Kategorie Fashion.

Design und Lieferumfang

Futuristisch, extravagant und gleichzeitig praktisch ist das gelungen mutige Design ausgefallen. Das Handy sieht auf den ersten Blick gar nicht wie ein Handy aus und erinnert eher an eine alte Hosenuhr oder an ein Souvenir aus dem Star Trek Shop. Mit knapp 55 g und ein Volumen von 48cm² (Abmessungen: 74x43x19,8 mm) ist das Xelibri ein Leichgewicht, das in zwei Varianten zu kaufen gibt. Man hat die Wahl der Qual zwischen Silbergold und Silberschwarz, wobei ich mich ohne Reue für die erste Variante entschieden habe. Das kompakte Gehäuse ist glänzend aber nicht rutschig und lässt sich sehr angenehm und vor allem sicher anfassen, etwas was die vorhandene seitliche Vertiefung weiter unterstützt. Ein kleines Display liefert die wichtigsten Informationen wenn es sein muss ab und kann zwischenzeitlich als eine große Digitaluhr fungieren. Mit sehr vielen Tasten kann der Winzling nicht dienen und das ist gut so. Eine einzige Multifunktionstaste erledigt alles. Eine offensichtliche Antenne gibt es nicht. Sie ist genauso wie der Akku ( Lithium-Polymer Ionen (620 mAh)) direkt im Gerät selbst eingebaut. Das heißt, dass der Akku nicht jedes Mal rausgenommen werden muss, um die SIM-Karte einzulegen. Das Gerät wird in der Standardlieferung von einem Band, einem Headset, einem kleinen Ladegerät und einer verständlich geschriebenen und gegliederten Bedienungsanleitung begleitet.

Bedienung

Für jeden der schnell beim Begreifen ist, stellt die Bedienung sicherlich kein Problem dar. Nur wer starr eine bestimmte Art der Handynutzung im Kopf hat, wird damit zuerst nicht klar kommen. Das richtige Platzieren der SIM Karte in das dafür vorgesehene Kartenfach ist nicht kinderleicht aber einfach genug. Der Akku muss wie gesagt nicht herausgenommen werden. Nur die Kappe am unteren Ende des Geräts muss abgenommen werden und der Kartenfach ist gefunden. An dieser Stelle kann die mitgelieferte Kette angedockt werden -wobei die Kappe dann natürlich nicht mitangedockt wird. Die Kette ist praktisch und angeblich als Umhängeband um den Hals gedacht, ich konnte mich aber für diese Art des Tragens noch nicht begeistern und es wird wahrscheinlich weiterhin so bleiben. Würde ich täglich joggen, was ich in diesem Leben bestimmt nicht mehr machen werde, wäre es vielleicht eine Alternative, ich tue es aber nun mal nicht. Außerdem ist dafür der Band einfach zu starr geraten und es fühlt sich nicht besonders angenehm auf die Haut an. Das ist ungefähr das letzte wirklich störende Merkmal des Handys, aber immerhin praktisch wenn man das Handy in der Hosentasche steckt und dadurch noch schneller dran kommt. Drauf kann man das winzige aber qualitativ sehr gute Headset anstopseln. Das Display ist zwar klein geraten (2,6 x1,5 cm) aber die Angaben sind trotzdem deutlich zu lesen. Darunter befindet sich die einzige Taste des Geräts. Die breite Navigationstaste wird hintergrundbeleuchtet und bietet genügend Platz um bedient zu werden. Wie jede gute zuverlässige Navigationstaste lässt sie sich in vier Richtungen samt Bestätigung bewegen und wer nur telephoniert braucht sowieso nicht so oft davon Gebrauch zu machen. Der Grund versteckt sich hinter dem Prinzip Voice Dial.

Vor zwei Jahren war der Voice Dial noch eine Innovation und die Tatsache, dass dieser sogar einwandfrei funktionierte fast eine Sensation. Das Diktieren von Nummern vereinfacht und beschleunigt das Bedienen jedes Handys. Dieses Geräts kann nicht nur vorprogrammierte Nummern aus dem eingebauten Telephonbuch anwählen (nach dem Motte: Ruf John -das kann es selbstverständlich auch aber das können sehr viele Geräte)) sondern direkt Zahlen erkennen und das schnell und ohne Wartezeiten für die Einwahl). Die benötigte Einstellung des Geräts auf meine Stimme war schnell erledigt. Das Trainingsprogramm muss nämlich erst abgeschlossen werden. Das Gerät bittet zwar eine universelle Spracherkennung, 100% automatisch kann diese Prozedur aber sicherlich nicht laufen. Zuerst müssen wichtige Begriffe wie "Nummer", "wählen", "speichern" oder "löschen" sowie natürlich die einzelnen Zahlen gesagt werden, damit das Gerät diese zukünftig erkennen kann; danach klappt das Verfahren problemlos. Seitdem kann ich sogar im Flughafen unter erschwerten Bedingungen die Nummer diktieren und dabei sicher sein, dass die richtige Nummer angewählt wird. Nur den Lautsprechern zu nah sollte ich dabei nicht kommen, das ist aber auch logisch oder? Einfache Nebengeräusche machen der Spracherkennungsfunktion nichts aus. Leider ist das SMS Schreiben über diesen Weg nicht möglich und hier fangen die Schwierigkeiten mit dem Gerät an, wenn man oft SMS schreibt. Ich gehöre zum Glück nicht zu dieser Gattung, die ständig das SMSen nötig hat und komme mit der eingebauten Navigationsfunktion durch die einzelnen Buchstaben gut zu Recht. Die Auswahl läuft schnell -auch wenn das Gerät leider über keine Worterkennungsfunktion verfügt. Die Navigation führt zuerst vertikal zu einem Dreiblock mit Buchstaben und dann horizontal weiter, um die Auswahl des gewünschten Buchstaben zu betätigen. Das Menu sonst ist ziemlich übersichtlich gebaut und verwirrt zu keinem Zeitpunkt. Wahrscheinlich weil nicht übermäßig viele Funktionen angeboten werden, was oft geradezu hinderlich wirken kann. Außer SMS sind EMS auch möglich.

Technische Daten

Es handelt sich um ein Dual Band Handy (Frequenz 900/1800MHz). Die Antenne ist integriert und der Empfang ist bei guter Netzabdeckung sehr gut. Zumindest ist das der Fall solange man das Umhängeband nutzt und sei das nur in der Hosentasche. Wenn nur die Kappe an das Handy angedockt ist, ist der Empfang immer schlechter, was die Angabe des Herstellers bestätigt, dass der zur Starre neigende Band eine eigene Antenne in sich versteckt, um die Empfangsleistung zu verstärken. Die Angaben des Herstellers bezüglich Gesprächszeit und Standby stimmen absolut überrein, was schon lange nicht immer selbstverständlich ist. Mit 300 Stunden Standby und 4h Non Stop Gesprächszeit finde ich die Werte hervorragend und ein Verschleiß der Akkuleistung während des zweijährigen Gebrauchs habe ich bislang nicht erkannt. Da die Akkuleistung abhängig von dem Gesamtzeitraum der Nutzung ist und nicht nur vom tatsächlichen Gebrauch, spielt dabei die Tatsache, dass ich das Handy nicht ständig benutze so gut wie keine Rolle. Nach ein paar Minuten ohne Benutzung verfällt das Handy in eine Art Sparmodus und während dieser Zeit muss man ja nicht unbedingt Daten auf dem Bildschirm sehen, daher kann man die Uhr einstellen -eine große Uhr (sogar für weitsichtige Zeitgenossen). Das Wiederaufladen ist schnell und wenn ich mit meinem mittleren Gesprächsverhalten einmal pro Woche dran denkt, reicht das vollkommen aus. Das Ladegerät ist sowieso klein genug, dass dessen Mitnahme beim Reisen keinen besonderen Aufwand bedeutet. Ein relatives Schwachpunkt des Geräts ist das Klingen, denn so gut ist die qualitative Kapazität nicht ausgefallen. Ich bevorzuge den Vibrationsalarm, der ziemlich unauffällig den Anruf signalisiert.

Erwerben und Preis

Das Erwerben ist nicht ohne weiteres möglich oder zumindest war es das nicht. Mittlerweile hat sich einiges geändert, wie eine kleine Internetsuche mir gezeigt hat, so genau kann ich es aber auch nicht sagen, denn ich habe das Gerät ja schon. Angeblich ist es momentan in Verbindung mit einem Vertrag zu erwerben und noch erhältlich, was mein anfängliches Misstrauen über die angeblich limitierten Auflagen bestätigt. Damals konnte man das Gerät nur in bestimmten Modeshops finden oder Online ordnen. Das Gerät war nur ohne Vertrag erhältlich und die anfängliche unverbindliche Preisempfehlung von 399€ schnell Makulatur, denn ich habe es Online nur ein paar Monate später für 49€ erworben und diesen Preis ist das Gerät allemal wert.

Fazit

Xelibri 3 ist in kleines extravagantes Gerät, das Kult hätte werden können, wenn Siemens es besser angestellt hätte. Über zwei Jahren nach seiner Einführung ist es immer noch modern, praktisch und der Hingucker schlechthin, weil die meisten über dessen Existenz sowieso nicht Bescheid wissen. Verschleißerscheinungen habe ich bislang keinesfalls beobachtet und da ich mit dem Gerät nicht immer besonders nett übergehe, hat es schon was zu bedeuten. Sogar Kratzer sind kaum vorhanden und das trotz einiger unsanften Stürze. Das Handy liegt perfekt in der Hand, ist leicht, sieht gut aus und obendrauf ist es robust. Die eingebaute Spracherkennung funktioniert einwandfrei sogar unter schwierigen Bedienungen (aber nicht unter sehr schwierigen aber ich arbeite ja in keiner Disco). Die fehlende Tastatur macht sich nur beim SMS-Schreiben bemerkbar und das hauptsächlich, weil keine Worterkennung vorhanden ist. Die Empfangsqualität ist absolut einwandfrei solange man den Band mit sich herumschleppt, was sicherlich in Zusammenhang mit der unumschrittenen Starrheit des Teils eher als Minuspunkt zu bewerten ist. Nobody ist bekanntlich perfekt aber für 49€ lohnt sich der Kauf auf jeden Fall -besonders wenn man kein SMS Junkie ist. Fünf Bewertungssterne sind zwar eine Spur zu viel, doch vier wären wiederum zu wenig...

Fazit: Unverwechselbar

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Funktionsvielfalt:    
Akkulaufzeit: