Siemens S6 D Power
Nach 6 Jahren schon fast eine Antiquität - Siemens S6 D Power Handy

Produkttyp: Siemens Handys

Neuester Testbericht: ... aber dem Akku hat diese Tiefkühlung gar nicht geschmeckt. Danach war das Handy nur noch maximal mit 24 Stunden Stand-By zu gebrauche... mehr

Nach 6 Jahren schon fast eine Antiquität
Siemens S6 D Power

LosGatos

Name des Mitglieds: LosGatos

Produkt:

Siemens S6 D Power

Datum: 11.10.02, geändert am 11.10.02 (447 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: einfache Bedienung

Nachteile: relativ groß und schwer, kein T9 Editor

Es ist jetzt gut 6 Jahre her, dass ich mir mein erstes Mobiltelefon angeschafft habe. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die immer sofort die letzten technischen Neuerungen haben müssen.

Damals gab es schon einige Jahre Handys. Obwohl scheinbar ein englischer Begriff, wird das Handy nur im deutschsprachigen Raum so genannt. Im Englischen spricht man viel mehr von Mobile oder Cellular Phone, oder auch nur kurz Mobile. Böse Zungen behaupten ja, der Begriff Handy wäre von Schwaben kreiert worden... Han die kei Schnur dran ?!

Und auch damals, habe ich mir das Handy nicht deshalb zugelegt, weil ich es unbedingt benötigt hätte. Auch nicht, um damit anzugeben, denn dafür war ich ja schon viel zu spät dran. Sondern einfach deshalb, weil ich selbst in der Telekommunikationsbranche arbeite, und da gehört es zu meinem Selbstverständnis, dass ich bestimmte Produkte auch nutze.

Ein Kollege hatte gerade einen Vertrag bei Mannesmann D2 (heute Vodafone) abgeschlossen und das Siemens S6 bekommen. Er schwärmte davon und so ließ auch ich mich überzeugen.

So zogen wir noch einmal zusammen los, und auch ich schloss einen entsprechenden 2-Jahresvertrag ab und bekam das Siemens S6 für ca. 80DM. Zur Auswahl standen standard- anthrazit oder leuchtend-grün. Natürlich wollte ich eins, das nicht jeder hat. Und "jeder" konnte dann nicht verstehen, dass ich mir so eine grelle Farbe ausgesucht hatte.

Bald hatte ich den Akku aufgeladen und die SIM-Karte eingelegt. Es dauerte auch nicht lange, dann war es freigeschaltet. Und dann konnte es los gehen. Was konnte ich damit tun? Telefonieren natürlich, fast überall, wo ich wollte. Aber das beste war, ich war überall erreichbar. Ist das wirklich so gut? Na ja, ein Handy hat ja den großen Vorteil, dass man es jederzeit ausschalten kann.

Und dann war da noch ganz was Neues, was ich noch gar nicht kannte. Der Short Message Service, kurz SMS. Es hat sich leider eingebürgert, dass man sagt, ich
schicke eine SMS. Was natürlich Unsinn ist, denn einen Service kann man nutzen, aber nicht verschicken. Sollte also heißen "ich schicke eine SM". Aber da denkt vielleicht mancher schon wieder was anderes...

Jedenfalls war ich von SMS ganz begeistert. Als mein Kollege im Urlaub war, konnten wir immer kostengünstig kommunizieren. Natürlich war das Erstellen und Versenden etwas gewöhnungsbedürftig. Ein Texterstellungsprogramm wie T9 kannte das S6 noch nicht. So galt also z.B. die ABC-Taste musste 3mal schnell hintereinander gedrückt werden, wenn man ein c schreiben wollte. Umstellung von Groß- auf Kleinschreibung und umgekehrt ist möglich. Schlimmer war es bei Benutzung von Sonderzeichen, die man sequentiell durchklicken muss, wobei man sich auch nicht zuviel Zeit bei lassen darf, weil sonst das falsche ausgewählt wird. Die Länge einer Kurznachricht ist auf 160 Zeichen beschränkt. Das ist übrigens keine Geräteeigenheit, sondern liegt am Mobilfunkstandard GSM, der nicht mehr vorsieht. Modernere Handys erlauben zwar auch längere Nachrichten, was aber nur bedeutet, dass die Nachricht vor dem Senden in 2 oder 3 Nachrichten zerlegt wird, die aber alle einzeln zu bezahlen sind. Also kein wirklicher Vorteil. Und es soll ja auch eine KURZnachricht bleiben.

Älteren Mobiltelefonen ist natürlich gemein, dass sie größer und schwerer sind als die heutigen. Zwar erschien mir das S6 damals schon recht handlich, aber für Hosen- oder Jackentasche ist es doch eine Nummer zu groß. Es wiegt etwa 180g und ist gut 15cm lang, dazu kommt noch die knapp 5cm lange Antenne, somit ist es fast doppelt so groß und doppelt so schwer wie ein S35. Ich kaufte mir deshalb eine Lederschutzhülle mit Gürtelclip dazu, was aber nicht so gut hielt. Denn schon nach kurzer Zeit hatte ich es verloren (aber zum Glück wiederbekommen).

Es dauert 2 Stunden, um den Akku des S6 aufzuladen. Er hält dann gerade mal 30 Stunden Standby. Wenn man telefoniert, reduziert sich die Batte
rieverfügbarkeit natürlich erheblich. Theoretisch soll man bis zu 4 Stunden dauertelefonieren können.

Die Sprachqualität ist ausgezeichnet.

Das Usermenü ist auch weniger umfangreich als man es heutzutage erwartet. Was natürlich auch seine Vorteile hat, denn ein großer Leistungsumfang, bedeutet auch Komplexität und sorgt nicht immer für Bedienfreundlichkeit.

Es ist schneller aufgezählt, was das Handy kann, als was es nicht kann.


Wichtigste Leistungsmerkmale:

Programmierbare Schnellruftaste: damit hat man seine wichtigste Rufnummer (z.B. Voice-Mail-Box) per Ein-Tastendruck.

Adressbuch (das Adressbuch selbst ist natürlich auf der SIM-Karte und damit portierbar)

Wahlwiederholung

Anrufton: ausschaltbar, Lautstärke und Tonart einstellbar

Rufumleitung: frei programmierbar, z.B. auf Voicemailbox, wenn besetzt oder nach mehrfachen Klingeln.

SMS (bis 160 Zeichen)

Netzauswahl (z.B. im Ausland)

Gebühreneinstellungen: Anzeige, Limit, Minutenton

Sprachauswahl: englisch, deutsch, französisch oder italienisch

Einstellungen des Handys: z.B. Begrüßungstext

Tastatursperre



Und was ist alles nicht dabei? Vieles, was man heute vermissen würde: Vibrationsalarm, Anrufmelodien, aufspielbare Klingeltöne, Texteditor T9, WAP, GPRS, Infrarotschnittstelle....



FAZIT

Das S6 habe ich zu Hause für Notfälle noch in der Schublade liegen, falls mein derzeitiges mal defekt ist. Denn es war immer zuverlässig, wenn ich es brauchte. Ich habe es sogar fast 4 Jahre benutzt, ehe ich für 1DM und weitere Vertragsverlängerung von Vodafone ein neues bekam. Allein aus Nostalgiegründen hebe ich es natürlich auf.
Bis heute hat sich nichts daran geändert, dass ich mein Mobiltelefon relativ selten benutze. Unbedingt notwendig ist es ja auch nicht. Denn wie kann etwas unverzichtbar sein, was vor 10 Jahren noch Luxusgegenstand war
?! Aber es ist manchmal beruhigend, wenn man eins dabei hat.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 24.9.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi


Fazit: