Siemens S35i
Kein Designerobjekt, aber ein solider Alltagsbegleiter - Siemens S35i Handy

Neuester Testbericht: ... vorgeführt. Um keinen falschen Eindruck zu erzeugen; ich habe nichts gegen Handys. Selbst habe ichseit 6 Jahren welche und finde sie g... mehr

Kein Designerobjekt, aber ein solider Alltagsbegleiter
Siemens S35i

chris112

Name des Mitglieds: chris112

Produkt:

Siemens S35i

Datum: 05.10.02, geändert am 05.10.02 (114 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Sehr hohe Zuverlässigkeit, robust im Alltagseinsatz, leichte Bedienung

Nachteile: Akku lässt mit der Zeit nach (wohl normal), zu kleiner SMS-Speicher

Ich habe mir vor wenigen Tagen den Nachfolger für mein bisheriges Handy, ein S35, bestellt: Wieder soll es ein Siemens sein, das S45i, was – wie ich denke – einen eindeutigen Vertrauensbeweis für die Firma darstellt. Ich habe das S35 inzwischen seit mehr als zwei Jahren und bin in dieser Zeit in fast jeder Hinsicht mit dem Gerät zufrieden. Den damaligen Anschaffungspreis weiß ich leider nicht mehr, aber er bewegte sich im Rahmen des Üblichen (maximal 50 EUR). Jetzt, wo ich mein Handy abgebe, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um allen, die sich eventuell auf dem Gebrauchtmarkt nach einem Handy umsehen, einen Eindruck vom S35 zu vermitteln.

Der Start in das Leben mit dem S35 ist einfach: Auch ungeübten Fingern, wie den meinigen, die vorher noch kein eigenes Handy besessen haben, gelingt es relativ einfach, die SIM-Karte einzulegen. Das Handy liegt grau, gut und gediegen in der Hand, auch wenn es mir einige Male hingefallen ist. Daran war mehr ich als das Handy Schuld und glücklicherweise hat das Gerät auch die Stöße relativ unbeschadet überstanden: Die Kratzer und Schrammen halten sich in Grenzen, es funktioniert wie eh und je. Die Tasten sind ausreichend groß, um auch mit kräftigeren Händen Rufnummern und SMS leicht eingeben zu können. Das Display ist ebenfalls groß genug und zeigt alle wichtigen Informationen an (Datum, Zeit, Netz und Netzstärke, Ladezustand, Tastensperre ja/nein und Tonruf ja/nein), auch wenn es nicht farbig ist. Außerdem befinden sich auf dem Startdisplay zwei Buttons, einer individuell mit einer schnell zu startenden Funktion oder Rufnummer zu belegen, ein anderer führt zum Menü.

Das Menü beginnt mit dem Menüpunkt „Internet“. Man kann mit diesem Handy surfen, auch wenn es ziemlich teuer und ziemlich lahm ist. Ich habe es daher nie genutzt, aber immerhin ist es möglich, WAP-Seiten zu besuchen.. Fragt sich nur, ob der Gang ins nächste Internetcafé nicht lohnender und bequemer ist.

Der nächste Punk
t ist zweifelsohne einer der Nützlichsten und lautet „Büro & Freizeit“: Hier findet man einen kleinen Kalender vor, in Verbindung mit einem Terminplaner. Eine sehr praktische Funktion, die ich häufig genutzt habe und die mich jedes Mal pünktlich geweckt hat. Der Taschenrechner war auch ein bei mir beliebtes Helferlein, da ich im Kopfrechnen eine totale Niete bin und mich sogar bei 9 x 15 lieber auf die Maschine als auf mich verlasse. Der Währungsrechner, individuell einstellbar, ist mir gerade auf Auslandsreisen und in Zeiten der Umstellung von Mark auf Euro sehr ans Herz gewachsen. Die Funktion Chronometer (Stoppuhr und Countdown) war für mich eher uninteressant. Auch die Visitenkarte (ermöglicht schnelles Verschicken aller Kontaktdaten) und die Spiele (Labyrinth, Reversi, Quattropoli und Minesweeper) habe ich nicht in Anspruch genommen.

Der nun folgende (Menü-)Punkt ist für mich der Aspekt, bei dem ich die größte und einzig fundamentale Kritik an diesem Handy üben muss. Es ist ja schön und gut, dass man mit dem mehrsprachigen T9 problemlos und schnell Texte tippen und CB-Dienste nutzen kann, aber warum – zum Teufel! – kann man auf diesem Handy nur 15 SMS speichern? Für den Ein- und Ausgang muss diese bescheidene Anzahl reichen, die mich in den zwei Jahren mehr als einmal gefuchst hat. Oft hat man mehr als 15 wichtige Kurzmeldungen empfangen, die man gerne behalten möchte. Um aber, wenn der Speicher voll ist, weitere Messages empfangen zu können, muss man einige SMS löschen. Wirklich ärgerlich, dass es auch keine Archiv-Funktion gibt, die den geringen Speicher ausgleicht.

Danach folgen im Menü die Ruflisten: Hier findet man alle entgangenen und angenommenen Anrufe, die gewählten Nummern und die entgangenen Termine. Im Menüpunkt Profile kann man Einstellungen fixieren, welche die Handylautstärke auf die jeweilige Situation anpassen. Man kann ein Rufschema für eine laute Umgebung (Supermarkt, Kaufhaus, Flughafen, …), fü
r eine leise Umgebung (Konferenz, Schule, Zuhause, …) und für eine „normale“ Umgebung (Spaziergang, Büro, Auto, …) einstellen. Außerdem gibt es weitere freie Plätze, für individuelle Rufschemata, die es beispielsweise ermöglichen, im Büro nur Anrufe, aber keine SMS, oder in der Schule nur SMS, aber keine Anrufe, klingen zu lassen. Die Auswahl an Ruftönen ist akzeptabel, auch wenn ich finde, dass viele überflüssige, sehr hektische Töne dabei sind. Ich bevorzuge Töne, die auf diesem Handy in der Kategorie „Diskret“ laufen. Wen es allzu sehr in den Fingern juckt, der kann sich auch seine eigene Melodie komponieren, auch wenn ich mich nie mit dieser Funktion auseinander gesetzt habe. Die Lautstärkeregelung besitzt eigentlich nur einen interessanten Aspekt: Man kann neben verschiedenen Lautstärken auch eine Einstellung wählen, in der bei jedem Klingeln der Ton lauter wird. Eine von mir besonders geschätzte Funktion ist der Vibrationsalarm, zumal in ruhiger Umgebung, in der Handys sonst eher unerwünscht sind. Wer ohnehin nur von Anrufern erreicht werden will, die er in seinem persönlichen (VIP-)Telefonbuch stehen hat, kann einen Ruffilter setzen. Die Rufumleitung auf die Mailbox oder andere Anschlüsse funktioniert problemlos.

Das Telefonbuch hat 150 freie Plätze, ein nettes Mätzchen ist die mögliche Sprachanwahl von 20 Eintragungen: Man nimmt via Mikrofon einen Sound auf, sinnvollerweise den gesprochenen Namen des Teilnehmers, und wird dann nach Knopfdruck auf Nennung dieses Namens bzw. Wiederholung dieses Sounds mit dem entsprechenden Teilnehmer verbunden. Die Erkennung ist ganz passabel, aber es fragt sich, ob man nicht schneller im Telefonbuch die Nummer herausgesucht hat, anstatt 25 Mal „Tante Irene“ ins Handy zu röhren, wenn die Erkennung mal schwächelt. Außerhalb dieser Funktion gibt es einen Sprachspeicher, den man mit einer Taste seitlich am Handy (ebenso wie die Teilnehmer-Sprachwahl) bedient.

Das
S35 kann man in Deutsch, Italienisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Dänisch und Norwegisch bedienen, wenn man neben dem Volkshochschulkurs noch etwas für sein praktisches Vokabular tun möchte. Allerdings ist es nicht sehr empfehlenswert, mal ganz nonchalant auf „Suomi“ (Finnisch) umzustellen, da es sich dann etwas schwierig gestalten dürfte, den entsprechenden Menüpunkt zu finden, um zu Deutsch zurückzukehren. Oder können Sie „Näppäimet“ von „Näyttö“ unterscheiden?
Für Sehbehinderte wirklich nützlich ist allerdings die Funktion „Große Schrift“. Hier werden einige Punkte (allerdings nicht die SMS oder das Telefonbuch) in doppelter Größe angezeigt. Das Handy als Leihhandy mit gewissen Rufsperren oder im Auto mit Headset zu nutzen, ist ebenfalls möglich.

Abschließend kann ich nur sagen, und ich erlaube es mir, mich zu wiederholen, dass das S35 ein wirklich empfehlenswertes Handy ist! Ich würde es mir wieder kaufen, wenn es nicht inzwischen das etwas weiter entwickelte S45i gäbe. Mein S35 hat in den zwei Jahren zwar einiges an der Eleganz seiner äußeren Erscheinung eingebüßt, aber seine inneren Werte waren damals ungeschlagen und sind auch heute noch respektabel. Für die treue, völlig ausfallsfreie Begleitung verzeihe ich ihm auch den kleinen SMS-Speicher und das Nachlassen des Akkus mit der Zeit. Danke, Handy!

Fazit: