Siemens S25
Still going strong - Siemens S25 Handy

Neuester Testbericht: ... Alles ist leicht zu finden und wenn man will kann man ja auch ein bischen im Handy rumbasteln, sodass es die Menüführung hat, die man ger... mehr

Still going strong
Siemens S25

ERistREIGO

Name des Mitglieds: ERistREIGO

Produkt:

Siemens S25

Datum: 11.02.01, geändert am 11.02.01 (38 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: nach wie vor ein gutes Telefon, kann alles,was man braucht, und noch ein bisschen mehr

Nachteile: die zeit ist weitergegangen

„Das einzige, wo Männer darüber streiten, wer denn nun das kleinste hat .....“ dürfte – und auch wenn dieser Spruch, dessen Urheberin, denn soweit wage ich mich festzulegen, nur eine Frau kann eine derart böse, und leider Gottes bei vielen meiner Geschlechtsgenossen zutreffende Aussage machen, mir leider unbekannt ist, am männlichen Ego rüttelt,verdient er es doch (beschimpft mich jetzt ruhig als Nestbeschmutzer, Verräter am eigenen Geschlecht, ....) hier angeführt zu werden – tatsächlich das Mobiltelefon sein.

Denn – und ich begebe mich weiterhin auf sehr dünnes Eis – das alte Imponierspielchen „zeig mir dein Ding und ich zeig dir meins und du wirst vor Neid erblassen“ hat sich sicherlich auch auf dieses Gebiet ausgeweitet, endlich gibt es für so manchen eine weitere Möglichkeit – neben dem in dieser Beziehung altbekannten und altbewährten Auto (auch dazu gibt es böse, vor allem auch wieder von Frauen aufgebrachte Kommentare, die ich mir – und allen Lesern - vorsichtshalber erspare, Leserinnen, so sie sich hierher verirren sollten, werden sie vermutlich ohnehin alle vorbeten können) – geistige, körperliche, intellektuelle Defizite - zumindest aus eigener Sicht - kompensieren zu können und das Ganze auch noch weit billiger – denn eines werden wohl alle zugeben müssen – ein noch so teures Mobiltelefon, ein noch so kleines, technisch ausgereifte, das gleichzeitig Fernbedienung für Garagentor, mit oder ohne Klappe, Vibrator (obwohl, um bei den bösen Zungen zu bleiben, dies ein weniger von Männern geschätztes Feature sein soll – wer’s glaubt, möge es glauben) und was weiß ich noch alles, ist bedeutend billiger als jeder Ferrari, Porsche oder der gute alte Sternenträger.

Nur, eines ist es inzwischen sicherlich nicht mehr – ein Statussymbol.

Während in der Steinzeit des mobilen Telefonierens, damals als die Geräte praktisch aus einem Aktenkoffer voll
er Technik und einem daran montierten „ordinären“ Telefonhörer bestanden, die der Sekretär keuchend hinter einer wichtigen Persönlichkeit herschleppen musste – vor allem um dessen Wichtigkeit zu unterstreichen - und später als die ersten fast schon wirklichen "Handies" (wie sie trotz des englisch klingenden Namens nur im deutschsprachigen Raum genannt werden, der anglikanische Ausdruck dafür ist – noch immer – mobile phone oder cellular phone) Aktentaschen füllten, Sakkos ausbeulten, sodass man nicht wusste, hat man es hier mit einem der damals noch seltenen Besitzer eines solchen mobilen Telefongeräts zu tun, oder dem Bodyguard eines Prominenten, oder gar einem Vertreter einer Organisation, die nicht nur im Chicago der Zwanzigerjahre oder auf Sizilien ihr Wesen trieb und (angeblich noch immer, aber was genaues weiß man nicht, dafür sorgt schon das Gesetz der Omerta, das entweder den Mund verschlossen hält, oder mittels Betonsandalen dafür sorgt, dass, wenn sich dieser öffnen sollte, keine verwertbaren Aussagen an das Ohr interessierter Mitmenschen dringen) treibt ein deutliches und auch entsprechend deutlich zur Schau getragenes Zeichen von Wichtigkeit, Entscheidungskompetenz und der Notwendigkeit ständiger Erreichbarkeit waren, hat sich das inzwischen doch deutlich „demokratisiert“.
Inzwischen ist entweder jeder wichtig geworden, die Atrappen, die sich so mancher Zeitgenosse ins Auto montieren ließ, nur um Bedeutung vorzuspiegeln, sind abmontiert, oder – andersrum – das Mobiltelefon ist zum Alltagsgegenstand, mit all seinen Vorteilen, Nützlichkeiten, Lästigkeiten und Widrigkeiten geworden.

Eines allerdings ist geblieben.

Um in gewissen Kreisen imponieren zu können, muss das Teil steht vom Feinsten, am allerneuesten Stand und so klein wie möglich sein. Wer heute noch mit einem Gerät hantiert, das bereits mehr als ein Jahr auf dem Markt ist, hat da schlechte Karten (sofern er/sie
überhaupt Wert darauf legt in solchen Kreisen irgendwelche Karten zu haben)

Dementsprechend könnte ich mit meinem Siemens S 25 wohl keinen allzu großen Eindruck machen, wenn ich denn darauf angewiesen wäre – dennoch ist es noch immer ein ausgesprochen nützliches und gutes Gerät.

Abmessungen, technische Daten

Während die Vorgänger allesamt noch eher in die Kategorie „Totschläger“ – größer, klobiger, massiver als (fast) alle Vergleichsmodelle der Konkurrenz – einzuordnen waren, wer ein derartiges Gerät sein eigen nannte, hatte immer eine wirkungsvolle Hiebwaffe (und wenn man die Antenne entsprechend einzusetzen verstand auch Stichwaffe) bei der Hand oder am Gürtel – einstecken war nicht drinnen – einzuordnen waren, gelang Siemens mit der 25iger Serie erstmals der Schritt in eine Dimension, in der Nokia schon längst war. Und der Erfolg sollte sich entsprechend einstellen.

Sowohl von den Größe – laut Handbuch 116x46x28 mm – als auch vom Gewicht – 125g – her drang es in Dimensionen vor, die nie zuvor ein Siemens Handy erreicht hatte.
Auch die Akkubetriebszeiten erreichten hier mit einer maximalen Standby Zeit von 200 Stunden Nokia Standard.
Dass der Lithium Ionen Akku keinen Memory Effekt kennt, rundet das Bild nur zusätzlich ab. Und wer, wie ich selber, erlebt hatte, wie sich die Betriebszeiten bei älteren Akkus nach einer gewissen Betriebsdauer und wiederholten Aufladen sukzessive gegen Null bewegten, weiß dies erst so richtig zu schätzen.
Dual Band ist selbstverständlich.
Die Tasten sind – und das ist bei Geräten dieser Größenordnung nicht mehr überall sichergestellt – groß genug, um anstandslos bedient zu werden.

Besondere Features
Als Business Version verfügt das S 25 über einige Möglichkeiten, die manch anderem gerät dieser Generation abgehen.
Auf diese will ich mich im Folgenden beschränken, denn dass man damit te
lefonieren kann, dass man Kurzmitteilungen verfassen und empfangen kann ( liebevoll SMSen genannt), dass man die Lautstärke während des Gesprächs verstellen kann, das Mikrophon zwischenzeitlich ausschalten, ..... ist Standard und bei allen anderen Geräten, zumindest aber bei den meisten, ebenfalls gegeben.

Das Telefonbuch
Eigentlich sollte man meinen, auch nichts besonderes, nur dass dieses über eine eigene Taste angesteuert wird, dass es sich unterteilt in ein „normales“ und ein durch zweimaliges Drücken der Taste anzusprechendes „Rotes“ Buch ist schon nicht mehr so selbstverständlich und erleichtert die Sache ungemein.

Der Organizer
Mit Kalender, Alarmfunktion (wobei diese noch unterteilt ist in Memo = Text, Terminerinnerung für Anruf, Meeting, Geburtstag, und in Voicememo=Wiedergabe eines von mir selber oder von einer anderen Person aufgenommenen und am Handy gespeicherten Mitteilung), Taschenrechner, Währungsrechner und Visitenkarte, die ich dann bei Bedarf via SMS oder Infrarotschnittstelle versenden kann.
Die Spiele sind auch bei anderen Geräten Standard – es soll Leute geben, die ihr Gerät nach den darauf befindlichen Spielen aussuchen – allerdings beinhaltet das Angebot hier auch Reversi, ein Spiel, das doch einiges an intellektuellen Fähigkeiten erfordert.

Eingebautes Modem
das ich allerdings nicht in Verwendung habe.

Vibrationsalarm

Infrarotschnittstelle

Sprachspeicher/Diktierfunktion
für 20 Sekunden entweder Mitschneiden von Gesprächspassagen oder um Speichern kurer Memos, Erinnerungen,....

Farbdisplay
Eine Spielerei, die im Endeffekt zwar recht nett ist ( vor allem Reversi wäre vermutlich ohne die Unterscheidung von roten und blauen Spielsteinen nicht spielbar), aber nicht unbedingt notwendig. Man gewöhnt sich daran, aber leben könnt ich ohne.
Vor allem dann, wenn – und das ist mein einziger echter Kritikpunkt – statt
dessen die Lichtstärke des Displays höher wäre. Im Dunkeln gibt es keine Schwierigkeiten, bei hellem Tageslicht ist das Display auch einigermaßen ablesbar, nur dazwischen – da hapert’s doch und man würde den Siemens Technikern gerne zurufen, was schon der alte Herr Geheimrat feststellen musste „Mehr Licht!“

Zusammenfassend kann ich nur feststellen, auch wenn die Zeit inzwischen weitergegangen ist und mit ihr die technische Entwicklung – auch wenn ich mir derzeit (noch) nicht vorstellen kann, wofür ich denn unbedingt WAP brauchen sollte – das S25 ist für den Alltagsgebrauch und – auf Grund der angeführten Features – durchaus auch darüber hinaus – nach wie vor nicht nur geeignet sondern ein perfektes Gerät.

Was vielleicht stört, ist die Antenne, die sich manchmal in der Sakkoinnentasche verfängt, aber die gehört auch schon zu den Dingen, die man getrost als Auslaufmodell bezeichnen kann, seit Nokia angefangen hat, diese ins Gehäuse zu integrieren und Siemens mit dem Nachfolgemodell, dem S 35 ebenfalls diesen Weg gegangen ist.

Und auf eben dieses S35 – das auch „mein“ Nachfolgemodell werden wird , und das max. sei Dank zum Erstanmeldungspreis (und der liegt, wenn gerade eine entsprechende Aktion läuft bei NULL) und schon in wenigen Monaten mein sein wird – freue ich mich schon.

Und meine Tochter auf das S 25, das sie dann „erbt“.

Fazit: