Siemens C35i
Fast perfektes Einsteiger-Handy! - Siemens C35i Handy

Neuester Testbericht: ... man es dann wieder auflädt, falls ihr wisst wie ich’s meine?! Ich habe das Handy in der Farbe marineblau, es hat damals 179 DM gekost... mehr

Fast perfektes Einsteiger-Handy!
Siemens C35i

MooneyTLS

Name des Mitglieds: MooneyTLS

Produkt:

Siemens C35i

Datum: 22.02.02, geändert am 22.02.02 (36 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: umfangreiche Ausstattung, günstiger Preis, hübsches Design

Nachteile: knarzendes Gehäuse, schwammige Tastatur, schnelle Abnutzung der Tastaturfarbe

Da ich gerade dem alten C35i meiner Freundin ein neues Gehäuse verpasst habe, um es dann in meine Sammlung aufzunehmen, habe ich mich soeben spontan entschlossen, noch einen kleinen Bericht dazu zu schreiben, bevor es zu den anderen in die Vitrine kommt. :o)

Siemens hat mit dem C35 geschafft, wovon andere Hersteller zu jener Zeit nur träumen konnten: dem Marktführer Nokia im heiß umkämpften Einsteiger-Segment ein paar Marktanteile wegzuschnappen. Kaum ein Siemens-Handy hat so reißenden Absatz gefunden wie das C35.
Nun aber erstmal zu dem Gerät an sich.


Lieferumfang:

Siemens hat dem C35i keine besonderen Beigaben spendiert - dies ist in dieser Preisklasse aber auch nicht üblich.
Es finden sich also nur Handy, Akku (NiMH, 500 mAh), Ladegerät, eine Bedienungs- und eine Kurzanleitung in dem schlichten Karton.


Abmessungen, Gewicht:

Die Gehäuseabmessungen des C35i betragen 118 x 46 x 21 mm, das Gewicht 110 g. Verwendet man statt des Standard-Akkus den LiIonen-Akku des S35, sinkt das Gewicht auf unter 100g.

Gehäuse (Design, Verarbeitung):

Über Geschmack lässt sich nicht streiten und man hat sich auch schon an das Design gewöhnt; ich finde es aber immer noch ansprechend und durchdacht. Während das C25 zwar ebenfalls klein, aber sehr einfallslos gestaltet war, haben sich die Designer hier richtig Mühe gegeben: das Gehäuse ist schön gerundet, das Display ist silber umrandet, der knubbelige Antennenstummel setzt die Gehäuseform fort, Lautsprecher und Anruftaste sind Designelemente geworden.
Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass Stilelemente des legendären SL10D wieder aufgegriffen wurden und Siemens vom kantigen 25er-Design abgekommen ist. Die Handys haben so deutlich mehr Charakter.
Von der Form her wäre das C35 ein perfekter Handschmeichler, wenn nicht zwei Längswülste an den Seiten des Akkudeckels wären; diese sind aber vonnöten, damit das Telefon gerade aufliegt.
Sehr scha
de finde ich, dass Siemens in Deutschland nur die dunkelblaue Variante herausgebracht hat (bevor es die Silver Edition gab) - in anderen Ländern ist es in rot, sonnengelb, schwarz etc. erhältlich. Diese Farben passen meiner Meinung nach sehr gut zum C35 und hätten etwas Pep ind die dunkelblaue Tristesse gebracht.
Die Verarbeitung ist der größte Kritikpunkt am C35. Auch wenn ein neues C35 noch einen ganz soliden Eindruck macht, so fängt das Handy dennoch bald an zu "knarzen", wenn man es etwas fester in die Hand nimmt, da das Gehäuse aus einem relativ weichen Kunststoff besteht. Dies ist ein generelles Siemens-Problem und wäre noch zu verschmerzen, wenn dies nur bei den günstigen Einsteiger-Modellen der Fall wäre - es ist allerdings beim S35 und sogar beim S45 nicht anders.
Eine weitere Krankheit der aktuelleren Siemens-Handys ist die inakzeptable Tastaturlackierung! Bei dem hier vorliegenden C35 waren die Ecken der Softkeys (Displaytasten) nach etwa 3 Monaten normalem Gebrauch "blankgerubbelt". Beim S25 und beim S35 hat es etwa 4-5 Monate gedauert, dann schien auch hier das Licht durch. Die Tasten des ME45 sind ebenfalls sehr empfindlich, die harten Kunstofftasten des S45 etwas robuster, aber auch hier wurden schon Ablösungen der Farbe berichtet.
Auch wenn ich etwas vom Thema C35i abkomme, sollte Siemens dieses Problem endlich mal in den Griff bekommen, zumal sie es zwischenzeitlich auch schon als Mängel anerkannt haben.


Display und Tastatur:

Das Display ist ein Vollgrafik-Display mit der ordentlichen Auflösung von 101x54 Pixeln. Es können im Standby-Screen maximal 5 Zeilen angezeigt werden, in den Menüs sind es 3 Zeilen plus Softkey-Belegung.
Im Standby-Modus informiert das Display über Empfang, Ladezustand des Akkus, Datum, Uhrzeit und Softkey-Belegung - dazwischen befindet sich das Betreiber-Logo, dass auch individuell gestaltet werden kann.
Das Display ist recht feinzeichnend, so dass auch die animie
rten Menügrafiken schön dargestellt werden; der Kontrast könnte allerdings etwas besser sein.
Die Beleuchtung erfolgt über 4 grüne LEDs, die am Unterrand des Displays positioniert sind, aber leider nur eine recht dürftige Leuchtkraft besitzen. Die Helligkeit ist allerdings immer noch besser als die des S35i, dessen Display nur von drei Leds beleuchtet wird, obwohl es ein gutes Stück größer ist.
Die Tastatur besteht aus einem relativ weichen Gummi und liegt mir persönlich gar nicht. Man muss die Tasten vergleichsweise tief eindrücken und der Druckpunkt ist sehr schwammig - man kann sich rein vom Gefühl her nie ganz sicher sein, ob der Tastendruck auch als solcher erkannt wurde. ES ist natürlich Geschmackssache, aber mir liegt eine Hartplastik-Tastatur mit kurzem Weg und "knackigem" Druckpunkt (wie z.B. beim Nokia 6210) viel mehr, da man aufgrund des genauen Feedbacks schneller und sicherer tippen kann.
Über die Lackierung und die Abnutzungserscheinungen der Tastatur habe ich ja weiter oben schon berichtet.

Ausstattung:

Der große Pluspunkt des C35i! Wie kein anderes Handy bot es eine so umfangreiche und ausgewogene Ausstattung bei einem so günstigen Preis!
Sehr schön ist, dass dem C35 auch einige Business-Features aus dem S35 spendiert wurden. Einen geräteinternen Rufnummernspeicher für 100 Rufnummern, einen Terminkalender und 7 Situationsprofile (3 voreingestellt, 4 frei belegbar) findet man nicht in jedem Einsteiger-Gerät. Ansonsten ist ein Wap-Browser ebenso an Bord wie Vibrationsalarm, T9, SMS-Vorlagen, Anrufergruppen mit Filterfunktion, Uhr mit Datum und Wecker, Chronometer (Timer, Stoppuhr, Countdown), Softmodem, Taschen- und Währungsrechner, etc.
Für Spaß und Unterhaltung sorgen 4 Spiele (Labyrinth, Reversi, Quattropoli, Minesweeper), 21 feste Melodien und 1 selbstkomponierbarer Klingelton, Calling Faces und Calling Symbols (Bildchen, die bestimmten Anrufern zugeordnet werden können) und Bildmitteilungen.

Leider wurden von den 42 Melodien, die im S35 enthalten sind, neben den Standardtönen nur die der Kategorie "Poppig" übernommen, die für meinen Geschmack etwas nervig sind.
Sehr schön ist, dass es keine fest definierten SMS- und Alarmtöne gibt, sondern dass man auch hierfür aus den vorhandenen Melodien frei wählen kann.
Die Bildmitteilungen können nur von anderen Handys der 35er und 45er-Reihe empfangen werden, sind aber sehr ergonomisch gelöst: die Bilder sind im Handy gespeichert und es wird nur ein Code aus ein paar Zeichen gesendet, an dem das empfangende Handy erkennt, welches Bild es anzeigen soll. Diese Bilder können bequem in eine SMS eingefügt werden. Die Nokia-Bildmitteilungen werden komplett verschickt, was mehrere SMS in Anspruch nimmt und somit viel teurer ist. Wenn Besitzer anderer Handymodelle die Codes bzw. Bildnamen kennen, müssen sie nur diese Zeichenfolge eingeben, damir auf dem C35 das Bild angezeigt wird. Für die Interessierten die Codes sind folgendermaßen aufgebaut: "%Name". Schickt man beispielsweise den Code "%Heart" an ein C35 wird dort ein Herz als Bild angezeigt.
Man könnte dies schon fast als EMS-Vorstufe bezeichnen! ;o)
Im C35 können auch ein anderes Betreiber-Logo gespeichert werden - man benötigt hierzu aber ein Datenkabel und spezielle Software. Eine Übertragung per SMS ist leider nicht möglich.
Gleiches gilt auch für eigene Klingeltöne.
Insgesamt halte ich die Ausstattung für einen sehr gelungenen Kompromiss aus nützlichen und Fun-Features.


Bedienung, Menüführung:

Die Siemens-Menüführung mag zwar minimal komplizierter als die von Nokia sein, sie gehört aber trotzdem meiner Meinung nach zu den besten auf dem Markt. Das gesamte Menü ist vertikal aufgebaut, man scrollt mithilfe der linken Displaytaste nach oben oder unten.
Die Auswahl eines Menüpunktes erfolgt über die rechte Displaytaste, über kurzen Druck auf den roten Hörer gelang man einen Schritt
zurück, langer Druck auf diese Taste führt zurück in den Standby-Screen.
In der obersten Menüebene werden die Hauptmenüs durch eine kleine animierte Grafik verschönert.
Hier eine kurze Übersicht über das Menü:

- Internet (Wap-Browser etc.)
- Büro & Freizeit (Temine,Rechner,Spiele...)
- Meldungen
- Ruflisten
- Profile
- Audio (Klingeltöne etc.)
- Zeit/Gebühr
- Rufumleitung
- Einstellungen
- Tipps (Hilfetexte)

In den einzelnen Untermenüs geht es in gleicher Form weiter, so das alles schön übersichtlich bleibt. Bei manchen Einstellungen kann man durch Anklicken einer Checkbox einfach und schnell Funktionen aktiviert oder deaktiviert werden - sehr schön gelöst!
Man kann übrigens wählen, ob man nur jeweils einen Menüpunkt oder aber drei Menüpunkte untereinander anzeigen lassen möchte; bei der letztgenannten Variante befindet sich der ausgewählte Punkt dann in der Mitte und ist eingerahmt.
Eine tolle Funktion ist die Möglichkeit, die Zifferntasten nicht nur Kurzwahlnummern, sondern auch mit bestimmten Menüpunkten zu belegen, so dass man mit nur einem langen Tastendruck und einer Bestätigung schnell auf bestimmte Funktionen zugreifen kann. Dies ist etwa mit dem Quick-Access-Menü von Motorola vergleichbar.
Im Standby-Modus ist auch die linke Displaytaste mit einer Funktion belegbar; es bietet sich an, hier die am häufigsten genutzte Funktion (z.B. SMS verfassen) unterzubringen. Wenn auf der SIM-Karte allerdings ein SIM Application Toolkit enthalten ist, wird die linke Displaytaste zwingend davon belegt - dieses Problem ist erst bei der 45er-Reihe beseitigt worden.


Standby- und Gesprächszeit:

Herstellerangaben sind max. 180 h Standby und bis zu 300 Min. Talktime. Wenn man von diesen Angaben ein Drittel abzieht, dürfte man auf die reellen Werte kommen.


Empfang und Sprachqualität:

Der Antennenknubbel hat seine Berechtigung, denn ich empfinde das C35i als n
och ein Stückchen empfangsstärker als das S35, vor allem in den E-Netzen. Als Stadtmensch bin ich allerdings auch noch nicht mit wirklich schlechter Netzabdeckung konfrontiert worden. Wie es in der "Pampa" aussieht, kann ich nicht sagen, da ich für möglicherweise schlecht versorgte Gebiete andere Geräte habe, die von der Empfangsleistung nicht zu toppen sind. ;o)
Die Sprachqualität ist gut, allerdings klingt das Gegenüber etwas "dick" und aufdringlich.

Fazit:

Das Siemens C35i ist zwar nicht mehr das aktuellste Modell, aber es bietet dennoch einen ordentlichen Funktionsumfang für wenig Geld. Wer ein einfach zu bedienendes, kleines, praktisches Handy sucht und auf Business-Features wie IrDA oder schnelle Datendienste verzichten kann, wird mit dem C35 auf jedenfall eine gute Wahl treffen!



Liebe Grüße,

Mooney

Fazit: