
Produkttyp: Secupoint Handys
Neuester Testbericht: ... Beschiss, bitte um Entschuldigung für diese Wörter. Noch nebenbei, die Preise für das Emporia Life schwanken zwischen 139 und 269 Euro oh... mehr
Emporia Life - Grundgedanke gut, Gerät grottenschlecht !!!
Emporia Life

Name des Mitglieds: YinYangMeister
Produkt:
Emporia Life
Datum: 21.03.08, geändert am 22.03.08 (1256 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: nur für den Hersteller.
Nachteile: Miserabele Qualität, einfach nicht zu gebrauchen.
Nach der Pleite bei Bader fand ich dann einen Shop, bei dem ich das Senioren / Notrufhandy Emporia Life sofort bekam und sogar noch 20 Euro billiger. Allerdings hatte ich keine Ahnung, was dieses viel geprisene Handy in Wirklichkeit für einen Schrott darstellt.
Aber von Anfang an. Ein Dual Band Handy, geeignet für jede SIM-Karte, grosses Display und grosse Tasten, ohne überflüssigen Schnickschnack und -relativ- einfach zu bedienen.
Das Emporia Life, hergestellt in Österreich, weist diese Merkmale zunächst einmal auf, und noch einiges mehr.
Es handelt sich um ein Handy zum Aufschieben. Im geschlossenen Zustand hat man das etwa 4 x 6 cm grosse Display und die Tasten für Abheben, Auflegen und Blättern vor sich. Schiebt man es auf kommen die Ziffern, Raute und Stern zum Vorschein. Die Tasten sind mit großen weißen Ziffern auf schwarzem Grund versehen, die Ziffer 5 hat eine Blindenmarkierung zur besseren Orientierung auf dem Tastenfeld. Das ist soweit in Ordnung.
Auf der Rückseite hat das Handy eine Notruftaste die sehr tiefliegend angebracht ist, damit sie nicht ausversehen ausgelöst werden kann. das ist ebenfalls ok. Das war das positive und nun sind wir auch schon beim negativen und das dauert etwas länger.
Beginnen wir mit dem Gehäuse, das wirkt sehr unstabil und zerbrechlich, beim in die Hand nehmen knetert und kratzt es an jeder Ecke, die beiden gegeneinander zu verschiebenden Gehäusehälften wackeln locker hin und her. Einen Fall auf harten Boden, der gerade bei Senioren und Behinderten sehr leicht vorkommen kann, wird das Gerät nicht überleben.
Das Einlegen von Simkarte und Akku ist schwierig, hier spürt man förmlich die Zerbrechlichkeit des Gerätes, es ist äußerstes Fein- und Fingerspitzengefühl geboten. Die Akkuabdeckung schliesst straff und ist kaum wieder auf zu bekommen.
Man kann nun das Handy so einstellen, dass nach dem Einschalten der zur SIM-Karte gehörige PinCode nicht jedesmal neu eingegeben werden muß. Das mag für Senioren und Behinderte Menschen zwar sehr schön sein, wird aber ab dem Moment zur Falle in dem man das Handy verliert. Der unehrliche Finder hat freie Bahn bis die Karte gesperrt ist und das kann unter widrigen Umständen eine ganze Zeit dauern.
Das orange beleuchtete Display mit grauer bis schwarzer und in zwei Grössen einzustellender Schrift ist für einen stark sehbehinderten Menschen schon fast nicht mehr erkennbar, obwohl es in der Beschreibung genau anders herum steht.
Der Klang des extrem laut einzustellende Klingeltones und des Hörertones, sowie der Freisprecheinrichtung ist nicht schlecht, er ist grottenschlecht, kratzig, total übersteuernd und einfach nur mies modulierend, auch bei den niedrigeren Stufen. Auch ist das Gerät in keinster Weise für Träger von Hörgeräten geeignet, auch wenn dieses so in der Beschreibung steht. Es gibt auch bei minimalster Betreiberstufe sofort eine schrill pfeifende Rückkopplung. Hinzu kommen die vielen Nieder- und Hochfrequenten Schwankungen des Gerätes, die Sprachaussetzer sowohl Sende- als auch Empfangsseitig produzieren.
Kommen wir nun zu der Notruftaste. Es lassen sich bis zu fünf Nummern in dem Handy speichern, welche nach Auslösung der Notruftaste automatisch nacheinander gewählt werden, bis eine Verbindung hergestellt ist. Das Gerät schaltet nach Drücken des Notrufes sofort in den Freisprechmodus, was eigentlich gut, auf Grund der schlechten bereits beschriebenen Klangeigenschaften aber nicht weiter relevant ist. Ist nun eine Verbindung mit einem anderen Teilnehmer hergestellt, so muß man Diesem erst einmal klar machen, dass er nun seinerseits erst einmal die Taste Null drücken muß, sonst unterbricht das Emporia nämlich nach 30 Sekunden von selbst die Verbindung und nimmt sich die nächste eingespeicherte Nummer vor.
Ob dies einem Menschen gelingt, der vielleicht gerade einen Unfall, eine Herzattacke oder einen Schock erlitten hat, darf bezweifelt werden.
Die Anzeigen für Akkustand und Empfangsstärke sind im besten Falle Schätzungen, aber nicht mehr. Der Akku ist im Nu verbraucht. Ausserdem leidet das Emporia an völligen Systemabstürzen, wie wir sie noch vom lieben alten Windows 98 kennen. Das Gerät schaltet sich einfach ab und um es wieder einzuschalten, muss erst einmal für einige Minuten der Akku entfernt werden. . Das Selbe gilt teilweise für das Wieder Aufladen des Akkus, der Ladevorgang beginnt einfach nicht. Warum das so ist wissen wohl nur die Hersteller.
Man soll das Gerät auch mit 3 x AAA 1,5 V Batterien betreiben können, habe ich versucht, das Gerät ließ sich dabei gar nicht erst einschalten, obwohl die Batterien neu und laut Messgerät auch voll waren.
Was kann man mit dem Ding noch - bzw. nicht - machen, weil es einfach nicht vernünftig funktioniert ?
Es gibt Telefonspeicher und Buch, man kann SMS senden und empfangen, dann gibt es bei Anruf noch so ein niedliches aber völlig überflüssiges und Strom fressendes Lichtspiel aus Rot/Grün/Orange, einen Wecker, Erinnerungsfunktion für Geburtstage und weiteren überflüssigen Kram, den ich erst gar nicht weiter aufzählen möchte, weil es eh nicht korrekt funktioniert.
Fazit: Der Grundgedanke eines solchen Handys für hilfsbedürftige Personen ist als sehr gut anzusehen, was zur Zeit auf dem Markt ist, ist eine Katastrophe, ja wenn nicht gar Verarschung oder Beschiss, bitte um Entschuldigung für diese Wörter. Noch nebenbei, die Preise für das Emporia Life schwanken zwischen 139 und 269 Euro ohne Vertrag, eine weitere Frechheit.
Wünschenswert wäre ein Handy eines renomierten Herstellers - es muss ja nicht unbedingt Nokia sein - welches über ein Ortungssystem via Satellit sofort eine Verbindung zur für den Bezirk zuständigen Rettungsleitstelle herstellt. Hier würde eine Menge Zeit gespart, Zeit die Leben rettet. In der Zukunft wird es das sicher geben und bis es soweit ist, sollten wir uns auf unsere normalen und bewährten Handys verlassen, aber mit Sicherheit nicht auf Emporia Life.
Fazit: Jeder Euro für dieses Gerät ist rausgeschmissenes Geld.
| Verarbeitung: | ||
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| Klangqualität: | ||
| Funktionsvielfalt: | ||
| Akkulaufzeit: |
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