Nokia 7600
Nokia 7600 - Aufregend anders - Nokia 7600 Handy

Produkttyp: Nokia Handys

Neuester Testbericht: ... werde ich anschliessend noch ein wenig ausführlicher beschreiben! Datenaustausch mit PC oder anderen Handies: ----- Mit dem beigelegten U... mehr

Nokia 7600 - Aufregend anders
Nokia 7600

chp-o-style

Name des Mitglieds: chp-o-style

Produkt:

Nokia 7600

Datum: 15.01.05, geändert am 11.02.05 (555 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: mp3 player, alle kommunikationsstandards, auffallend anders

Nachteile: navi taste, nicht nachrüstbarer speicher, kamara schaut hervor

Nokia 7600 | Aufregend anders

Nach einem ungewollten Zusammentreffen des Inhaltes meiner Wasserflasche mit meinem Nokia 6610 musste über kurz oder lang ein neues Handy her.
Schon länger hatte ich mit einem o2-Vertrag geliebäugelt und als nun das Weihnachtsspezial kam, musste ich schnell handeln.
Also im Internet den Vertrag ausgewählt. Ging alles schnell. Nur die Frage nach dem Handy war etwas schwieriger. Ich wollte eines, das sichtlich mehr Funktionen hatte, als das alte (mit dem ich eigentlich aber soweit auch ganz zufrieden war).
Nebenbei wollte ich auch nicht zu viel Geld ausgeben, da Handys trotz allem Spieltrieb doch immer noch Gebrauchsgegenstände sind.
Ein Nokia sollte es aber in jedem Falle werden, da mir die Bedienung, die Qualität und auch das Design des finnischen Herstellers bisher immer sehr zugesagt hatte.
Nach einer kurzen Sichtung des Angebotes fiel mir das 7600 ins Auge.
Von den Leistungen überzeugte es sofort.
MP3-Player, Bluetooth, USB-Kabel, 30MB Speicher etc. waren ein wirklicher Fortschritt zu dem 6610.
Auch der Preis von 9,99 Euro schien mir akzeptabel.
Einzig das Tasten-Design ließ mich länger überlegen.
Da aber online nichts mit einem ähnlich guten Preis/Leistungsverhältnis verfügbar war, klickte ich dann also auf „kaufen“.
2 Tage später hatte ich das Schätzchen zuhause.
Schnell es mit Strom gefüttert und angefangen zu spielen.
Der erste Eindruck war sehr gut. Obwohl das Display von den Auflösungs-Daten nicht bahnbrechend schien (120 x 160px), war es sehr gut. Extrem scharf und doch irgendwie ziemlich groß. Also mal die anderen Funktionen getestet. Die polyphonen Klingeltöne klangen nett (faszinierend immer wieder der im Takt vibrierende Akku), aber ich hatte nun ja die Möglichkeit meine eigenen Musikstücke als Klingelloops zu verwenden.
Also die Nokia PC-Suite installiert und dann mal das mitgelieferte USB-Datenkabel eingestöpselt. Ein paar MP3s draufgezogen (sehr einfach, sehr schnell). Der Klang über den Lautsprecher ist okay (zu leise allerdings), über die mitgelieferten Kopfhörer genial.
Dann habe ich mich erstmal über das Zubehör her gemacht. Alles sehr edel. Eine (Echt-) Lederschlaufe, ein weißes Täschchen mit dezentem 7600-Aufdruck, die Fashion-Kopfhörer und auch das Datenkabel erinnern sehr stark an das iPod-Design. Sehr edel.

Gemischte Gefühle | Die Tasten
Die Befürchtung, dass ich mit der Tastenanordnung nicht klarkommen würde, bestätigte sich im ersten Schreibtest dann leider doch.
Selbst am nächsten Tag, als der Vertrag freigeschaltet wurde, brauchte ich (nachdem ich den ganzen Abend geübt hatte) noch rund 20 Minuten für ne sms.
So langsam gewöhne ich mich aber dran, habe es nun eine Woche und bin mittlerweile genauso schnell wie mit einem Daumen auf dem 6610. Hoffe demnächst noch schneller damit zurechtzukommen. Auf jeden Fall ist der Punkt erreicht, wo ich lieber mit dem 7600 sms tippe. Manko bleibt allerdings die „Sternchen“ und die „6 mno“ Taste, beide sind durch das asymmetrische Design sehr klein geraten, man erwischt manchmal den Druckpunkt nicht richtig. Auch weniger gut: Die 4-Wege-Navi-Taste unter dem Display. Der Unterschied zwischen beispielsweise „Oben“ und „Links“ ist minimal. Mit dem Fingernagel klappt es allerdings einigermaßen das gewünschte zu treffen.
Sehr gut ist die frei beleg- und konfigurierbare rechte Quick-Taste.
Wenn man dort eine Auswahl an häufig verwendeten Befehlen (bei mir zB Wecker) als Favoriten draufpackt, dann braucht man sich eigentlich nur in den seltesten Fällen durchs Menü zu klicken.
Witzig, wenn auch ein wenig überflüssig ist die Auslöse-Taste auf dem Handy für Kamera bzw. Video.

Bekannt gut | Das Innenleben
Das Menü ist typisch Nokia 7er Reihe.
Leider hab ich vieles wiedergefunden, was ich auch schon im 6610 hatte.
Hätte mich gern von neuen Ideen überraschen lassen, aber bis auf die neuen Funktionen ist alles recht ähnlich aufgebaut. (Also keine eigenen Themes wie zB beim 7260)
Neben der klassischen Listenansicht kann man auch in eine Piktogrammgesteuerte Menüführung wechseln. Die Symbole sind relativ eindeutig, wenn auch meiner persönlichen Meinung nach nicht unbedingt ansprechend gestaltet. (Skizzenhafte Anmutung).
Insgesamt ist mir aufgefallen, dass das 7600 sehr schnell läuft, nicht nur das Menü reagiert sofort, sondern auch die Darstellung von Bildern, Tönen oder Videos geschieht in real-time.

Der Ton macht die Musik | Sprach- und Hörqualität
Wie immer kommt es auf den Empfang an.
Wenn er gut ist, ist die Sprachqualität des Telefons genial. Besser als Festnetz meiner subjektiven Meinung nach. Bei weniger gutem Empfang ist natürlich auch die Sprachqualität eingeschränkt. Ich kann da schlecht Vergleiche ziehen.

Wie lang kann es denn | Akkuleistung
Die Stand-By Zeit liegt nach meiner Erfahrung etwa bei einer Woche, bei weniger Benutzung. Das scheint mir eine normale Zeit zu sein. Wichtig ist dabei, dass man den UMTS-Modus ausschaltet, wenn man nur einen normalen Handyvertrag hat. Ansonsten hängt das Teil jede 3 Tage an der Steckdose.
Auch wenn das Handy ständig Netzsuche betreibt, verkürzt sich die Laufleistung des Akkus.
(Bei mir der Fall, dass ich mit o2 ständig zwischen o2 und D1 switche, also zuhaus manuelle Netzwahl eingestellt und gut is)

Nach allen Seiten offen | Mobile Kommunikationseinheit
Von meinem alten Handy habe ich alle Kalendereinträge und das gesamte Adressbuch per Infrarot auf das 7600 übertragen- die erste Freude an der ersten Schnittstelle.
Ging ziemlich fix und ersparte mir Stunden an handschriftlichen Aufzeichnungen.
Bluetooth habe ich noch nicht getestet, aufgrund Mangel an Geräten im Bekanntenkreis mit Bluetooth.
Die Kommunikation mit dem PC via USB funktioniert wie oben beschrieben einwandfrei und sehr zügig. Das Handy wird wie ein normales externes Laufwerk verwendet. Prinzipiell kann man so alles übertragen. Es empfiehlt sich jedoch die mitgelieferte Communication Suite zu verwenden, da damit MP3s automatisch auf die sinnvollste Art komprimiert werden und MIDI-Files als Klingeltöne nachbearbeitet werden können.
Auch eine komplette Synchronisation wie beispielsweise bei Palms ist möglich.
Mit dem Handyinternen Email Programm abgerufene Mails und auch Kalendereinträge können mit Outlook abgeglichen werden und erlauben einen ständig aktuellen Stand.

Verspielt | Die Extras
Die interne Kamera nimmt sowohl relativ gute Bilder in 640x480 auf (3 verschiedene Modi: Standard, Nacht, Porträt [zur Speicherung im Telefonbuch]) als auch kleine Videos.
Standardmässig in einer Länge von 10 Sekunden, damit man sie als mms versenden kann, aber es lässt sich auch der gesamte Speicher nutzen und somit Videos inkl. Ton bis zu 30 Minuten aufnehmen.
Die Qualität der Videos ist relativ bescheiden, aber unter dem Aspekt, dass es hauptsächlich ein Telefon ist, was man da in der Hand hat, akzeptabel.
Sprachaufzeichnungen kann man auch einzeln aufnehmen und damit das Handy als akustischen Notizblock oder Diktiergerät verwenden. Hierbei ist die Qualität überraschend gut.

Wo wir grad bei der Sprache sind: Nun kann man nicht nur sprachgesteuerte Anrufe tätigen (also man spricht einen Namen und das Telefon wählt die Nummer), sondern auch ausgewählte Menüs per Sprache steuern. Ob das wirklich sinnvoll ist, muss man selber entscheiden, aber es ist ein nettes Feature. („Scotty an 7600: Lautlos“ -> Handy auf lautlos gestellt *g)

Der interne Mediaplayer spielt alles, was an Medien auf dem Handy vorhanden ist, ähnlich funktioniert der Musicplayer, der aber nur auf den MP3-Ordner zugreift. Wie bei anderen Nokia Handys mit Radio, läuft der Player im Hintergrund, sodaß man das Handy normal weiterverwenden kann oder im Standby-Modus laufen lassen kann. Netterweise wird dann auf dem Ausgangsbildschirm auch das aktuell laufende Lied angezeigt.
Der Player lässt eine zufällige, wiederholende Playlist zu, die man relativ frei konfigurieren kann.
Ausgeben kann man die Musik über den eingebauten Lautsprecher (auch ohne angeschlossene Kopfhörer- wie es früher nur ging) oder über das mitgelieferte Headset.
Der Lautsprecher ist in normaler Café-Atmosphäre kaum noch hörbar, aber man will ja auch nicht seinen Mitmenschen mit seinem Musikgeschmack auf die Nerven gehen. Daher bietet sich das hochqualitative Headset für uneingeschränkten Musikgenuss an.
In diesem Zuge habe ich auch festgestellt, dass MP3s als Klingeltöne auch Nachteile haben:
Man hört sie nicht. Selbst wenn es laut genug klingt, ist der erste Gedanke „Ach, sieh an, da hört jemand das gleiche wie ich...“ Also empfehle ich aufdringliche Musik als Klingelloops zu nehmen. (Hatte am Anfang Kruder und Dorfmeister als KLingelloop, war so schön chillig, aber eben auch total unhörbar)
Auch hier eine Kritik: Der interne Speicher von 30 MB ist zwar recht üppig, aber für einen vollwertigen MP3-Player doch zu wenig. Leider gibt es auch keine Möglichkeit ihn aufzurüsten.

Da ich mich immer vom Handy wecken lasse, lag mir die Wecker-Funktion sehr am Herzen.
Und zu meiner Freude kann man auch hier den Ton frei wählen, und freundlicherweise nimmt auch die Lautstärke mit der Klingellänge zu.
Aber auch hier: fiepende MIDIS- also polyphone 24-stimmige Klingeltöne- machen besser wach als die angenehme Lieblingsmusik als MP3... ;-)

Über die eingebauten Spiele (Backgammon und Puzzle) will ich kein Wort verlieren.
Hier ist ein eindeutiger Rückschritt sowohl grafisch als auch inhaltlich zu dem witzigen Bounce vom 6610 zu vermelden.
Ich denke, dass Nokia damit Jamba und Konsorten eine Marktberechtigung zusprechen wollte. Denn eigentlich braucht man mit dem 7600 ja keinen Klingelton-Anbieter mehr...


Aufregend anders | Einige Hinweise für extrovertierte Menschen
Das Nokia 7600 ist seit 1. Quartal 2004 auf dem Markt.
Zunächst wurde es in einer limitierten Auflage von 1000 (!!!) Stück in ausgewählten europäischen Lifestyle-Szene-High-Class Geschäften verkauft.
Mittlerweile bekommt man es zwar überall, aber die Verbreitung ist dennoch sehr gering.
Mein erster Tag in der Uni mit dem Handy hatte zur Folge, dass alle es mal in der Hand haben wollten und schwer beeindruckt waren.
Natürlich musste ich immer wieder erklären, dass es ein Handy ist und das man mit der Tastatur klarkäme. Weder das eine noch das andere wurde mir auf Anhieb geglaubt.

Ja und? | Das Fazit:
Für mich käme –wie schon oben erklärt- zur Zeit kein anderes Handy in Frage.
Nur der Nachfolger 7610 reizte mich, aber war noch vieeel zu teuer.
Mängel des Handys sind eindeutig die Navi-Taste und die „6 mno“ Taste (und die *-Taste, die man aber ja nicht so häufig braucht.)
Der Interne Speicher ist okay, aber wenn man eine MMC-Card nachrüsten könnte, wäre es wirklich absolut genial. So muss man halt die Musik in schlechterer Qualität draufspielen und auch häufiger mal wechseln.
Nicht so gut finde ich auch, dass die Schnittstelle und der Akku-Anschluss offen liegen.
Beim alten Handy hatte sich ne Menge Dreck darin angesammelt und ich befürchte dass dann irgendwann die Datenübertragung nicht mehr funktioniert.
Kritisieren muss ich auch, dass die Kameralinse aus dem Gehäuse hervorsteht, da ich immer gern in langweiligen Vorlesungen die Uhrzeit im Blick habe, liegt das Handy mit der Kamera nach unten auf dem Tisch. Kann mir nicht vorstellen, dass das dauerhaft gesund ist, obwohl die eigentliche Linse noch mal mit einer kleinen Glasabdeckung versehen ist.
Dass das Handy relativ groß ist macht mir zwar nichts, aber man sollte es vor dem Kauf bedenken. (Obwohl es auf Bildern größer wirkte, als es eigentlich ist).
Das Handling ist ausgezeichnet, trotz des etwas eigentümlichen Designs.
Und die Funktionen hab ich hinreichend erklärt und daran nichts auszusetzen.
Man muss dieses Handy einfach mögen oder nicht.
Es ist polarisierend aber rational spricht nichts gegen das 7600.


Fazit: