Nokia 6630
Qualitätsmängel und langsamer Service - Nokia 6630 Handy

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Nokia Handys

Neuester Testbericht: ... war eine 64MB Karte drinnen, aber mittlerweile habe ich eine 1GB Karte drinnen, die das Handy gerade noch so verarbeiten kann. Die S... mehr

Qualitätsmängel und langsamer Service
Nokia 6630

dpool

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Produkt:

Nokia 6630

Datum: 01.07.05, geändert am 02.07.05 (1635 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Viele Features, gute Kamera, durch eigene Software zu erweitern

Nachteile: Qualitätsprobleme en masse

Nachdem das Gerät ja nun schon lang genug auf dem Markt ist, hier meine Erfahrungen damit ohne Umweg über die Beschreibung der hinlänglich publizierten Features:

Ich bin zu Nokia nach einem Ausflug zum T610 zurück gekehrt, in dem ich mir ein altes 8910 gekauft hatte. Gebraucht mittlerweile recht günstig, von jeher gewohnte Bedienung, kaum kaputt zu kriegen wegen des Metallgehäuses, usw. Habe noch nie ein Telefon gehabt, dass derart viele Härtetests überstanden hat, inklusive Alpenüberquerung.

Für den Arbeitsalltag fehlte es allerdings an der Möglichkeit Emails direkt auf dem Handy nachzusehen und auch eine Kamera die man immer dabei hat, kann ich sehr gut gebrauchen.

Als die Vertragsverlängerung anstand, habe ich mich für das damals (Februar 05) neu erschienene 6630 entschieden. Mit eigener Software (putty und ein paar andere utils) aufgemotzt, war das mein erstes echtes Smartphone, mit dem zudem unterwegs mit UMTS Emails sehr flott abzuholen waren.

Sehr lästig ist allerdings, dass ich als O2 Kunde Besitzer einer USIM Karte bin, das 6630 sich auch von GSM brav in 3G Netze einloggt, aber nicht wieder zurück. Bei einer Zugfahrt von München nach Hannover heißt das, dass man bei Stuttgart sein Telefon schon um die 5-mal neugestartet hat. Dafür kann das Telefon nichts, sondern wohl die eingekaufte UMTS Anbindung von O2, aber vielleicht interessiert es ja jemand, dass das bis heute (Juni 05) nicht funktioniert.

Die Kamera ist im übrigen wirklich nicht schlecht, aber schon deutlich blaustichig.
Wirklich ärgerlich ist, dass Nokia keine Standard-rMMC unterstützt sondern eine besondere Voltzahl verlangt, die nur bei Nokia und derzeit nur mit lächerlichen 64 MB zu haben sind.
Zum Vergleich: in ein Sony-Ericsson K750i geht ein 2GB Memory Stick rein!

Nach ca. 3 Wochen war jedenfalls Schluß mit dem Vergnügen: das Telefon ging wegen leerem Akku aus und war danach nicht mehr anzukriegen sondern blieb beim Bootvorgang hängen, wenn eine Sim-Karte eingelegt war. Ohne Simkarte ließ es sich starten, aber das ist natürlich nicht befriedigend für Menschen die auch mal mobil telefonieren möchten, wenn die Multimediafunktionen ausgeschöpft sind. Das ganze geschah im Urlaub in dem ich hätte erreichbar sein sollen...

Beim Nokia Shop in München wurde das Gerät entgegen genommen und nach 4 (!) Wochen war es wieder da. Dabei wurde angeblich die Hauptplatine samt Keypad getauscht, was technisch einem Gerätetausch gleich kommt. Noch im Laden legte ich die SIM ein und wollte es starten, daraufhin erschien eine Fehlermeldung, dass das Gerät nicht betriebsbereit sei. Wenn also auf dem Transport keine Kobolde am Werk waren, hat das Gerät die Reparatur ohne Endkontrolle verlassen. Für meine beschränkte Vorstellungskraft eine kaum glaubhafte Vorgehensweise für ein Reparaturbetrieb.

Das Telefon wurde also postwendend wieder zum Technikpartner MTS in Ingolstadt geschickt, der diese Serviceleistungen bei Garantiefällen für Nokia de facto scheinbar bearbeitet. Natürlich darf man die als Endkunde nicht anrufen, statt dessen dürfen die unbeteligten Mitarbeiter im Servicepoint sich die Wutausbrüche der Kunden anhören. Während der paar mal wo ich da war, habe ich da schon einige miterlebt.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass das Gerät komplett getauscht werden würde.
Dies dauerte dann wiederum 3,5 Wochen, aus mir unerklärlichen Gründen.

Dann also wieder in die Stadt geradelt, Telefon getestet und mitgenommen und alles schien in Butter. Keine drei Wochen später, diesmal wieder im Ausland, fing die Software an zu spinnen. Nach und nach fielen immer mehr Funktionen aus, bzw. brachten das Telefon zum Absturz: keine SMS senden oder empfangen, keinen Zugang mehr zum Telefonbuch, nicht mal ganz normal telefonieren durch Nummerneingabe ging noch. Auch bei eingehenden Anrufen stürzte das Telefon ohne erkennbaren Grund ab. Genau genommen ging nur noch die Kamera und die Währungsumrechnung. Das ist natürlich auch was, zumal im Urlaub, aber ein Telefon das nicht telefoniert hat schnell ein Imageproblem und im Büro glaubt mir natürlich auch keiner mehr, wenn ich verspreche erreichbar zu sein :-)

D.h. statistisch gesehen habe ich drei 6630er in vier Monaten besessen, von denen diese Geräte zwei Monate in Reparatur waren und im Rest der Zeit nur sporadisch funktioniert haben. Dabei habe ich drei Softwarestände testen dürfen, der letzte war dabei am wenigsten stabil.

Gleichzeitig wird für das 6630 immer noch an innerstädtischen Hauswänden überdimensional geworben, übrigens mit einer Querdarstellung eines Videos auf dem Bildschirm die das Gerät (soweit ich das herausfinden konnte) nicht beherrscht. Man fragt sich insgesamt warum sich das Unternehmen mit Qualitätsproblemen, mangelndem Service und verfehlter Modellpolitik mit Gewalt ins Abseits befördern möchte. Steht da vielleicht die Marke mit dem Stern Modell?

Oder war alles nur Zufall?

Egal: wieder zuhause angekommen habe mein 8910 wieder herausgeholt, mit O2 telefoniert, mein 6630 retour geschickt und bekomme nun statt dessen ein K750i. Mit UMTS muss ich wohl noch warten bis die Technik soweit ist und von (neuen) Nokia Geräten bin ich erstmal geheilt. Dann doch lieber wieder die etwas verschwurbelten Menüs von Sony Ericsson, als ein Handy das solche technischen Probleme hat, dass ich mich nicht darauf verlassen kann.
Mal abgesehen davon, dass das 6630 neben dem K750i wie ein digitaler japanischer Seifenspender neben einem schwedischen Designertelefon aussieht.

Fazit: Wäre alles wunderbar, wenns funktionieren würde.

Verarbeitung:    Verarbeitung
Zuverlässigkeit:    Zuverlässigkeit
Bedienkomfort:    Bedienkomfort
Klangqualität:    Klangqualität
Funktionsvielfalt:    Funktionsvielfalt
Akkulaufzeit:    Akkulaufzeit