Nokia 5110
Betagter Bestseller - Nokia 5110 Handy

Neuester Testbericht: ... überall prima,ausser in Funklöchern. *g* Aber sonst ist gegen das Handy nix einzwenden. ++++++ Preise ++++++ Ich habe das Nokia 5110 dam... mehr

Betagter Bestseller
Nokia 5110

MooneyTLS

Name des Mitglieds: MooneyTLS

Produkt:

Nokia 5110

Datum: 03.03.02, geändert am 03.03.02 (87 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: einfachste Bedienung, lange Standby-Zeit, günstiger Preis

Nachteile: Single-Band (nur D-Netz), nicht mehr zeitgemäße Ausstattung

Hier nun mein Bericht über einen echten Klassiker und einen wirklichen Meilenstein in der Handy-Geschichte: das Nokia 5110.
Zusammen mit dem E-Netz-Schwestermodell kam es 1998 auf den Markt und fand reißenden Absatz - die 51er-Reihe von Nokia galt lange Zeit als das meistverkaufte Mobiltelefon aller Zeiten (und ist es vermutlich noch immer).


Mein 5110 wurde im Oktober '98 in Deutschland hersgestellt; es besitzt immer noch die ursprüngliche Software-Version 5.04.

Nun aber zum Gerät an sich:


Lieferumfang:

Der Standard-Lieferumfang umfasst das Handy, den Standard-Akku BMS-2, das Ladegerät ACP-7E sowie Bedienungsanleitung und Serviceunterlagen. In jenen Tagen war es aber auch noch nicht üblich, Handys durch irgendwelche Beigaben wie Headset oder Zweitakku aufzuwerten. Das austauschbare Cover ist im Lieferzustand dunkelblau, die Tastaturmatte aus milchig-transparentem hellen Gummi. Der Standardakku BMS-2 ist eine Nickel-Metallhydrid-Zelle; Lithium-Ionen-, Hochleistungs- oder Vibrationsakkus sind als Zubehör erhältlich.


Optik und Äußeres:

Heutzutage mag das 5110 sicherlich etwas klobig und veraltet wirken, zum Erscheinungszeitpunkt war es jedoch eins der kleineren und ergonomischsten Handys.
Die oben abgerundete Form wird eigentlich nur durch den Stummel der externen Antenne gestört; integrierte Antennen waren in jenen Tagen allerdings auch eher noch eine Seltenheit.
Die Abmessungen von 132 x 47,5 x 31 mm konnten sich sehen lassen, das Gewicht von 170 g befand sich in der oberen Mittelklasse.
Freunde des leichten Gewichts und schlankerer Abmessungen konnten diese beiden Werte wie schon erwähnt durch die Verwendung eines leichten Slim-Akkus noch etwas "drücken".
Obwohl ich auch im Besitz von mehreren "Mini-Handys" bin, muss ich dennoch sagen, dass die Größe bzw. die Länge des 5110 eigentlich die perfekte Größe für ein Handy ist. Der Abstand vom Mikrofon zum Mun
d wird so sehr gering gehalten, was der Sprachqualität sehr förderlich ist. Dass ich mit dieser Meinung nicht völlig alleine stehe, zeigt die Tatsache, dass sich auch die diversen Nachfolgemodelle bis hin zum 6310 bestens verkaufen.
Ein absolutes Novum war die ohne Werkzeug austauschbare Oberschale. Man konnte zwar auch schon bei Geräten wie dem 8110 oder sogar dem 2110 die Oberschale wechseln, allerdings musste das Gerät dazu aufgeschraubt werden.
Nicht so beim 5110: ein Druck auf die Verriegelung oben neben der Antenne, ein kurzer Zug und das Cover ist ab. Unter dem Namen Xpress-on Cover brachte Nokia
Wechselschalen in zahlreichen anderen Farben auf den Markt, die helfen sollten, das Telefon zu "personalisieren" und individuell zu gestalten. Zubehörhersteller fabrizierten Millionen von Covern in allen möglichen und unmöglichen Farbvarianten, so dass der 5110-User die Auswahl aus unzähligen Designs für sein Telefon hatte. Mit den aktuelleren Modellen 3210 und 3310/3330 ist es ja ähnlich.
Die Rückseite hingegen ist beim 5110 schlicht in schwarz gehalten - schließlich wird sie ja auch zum größten Teil vom Akku gebildet.


Verarbeitung:

Das 5110 ist ein wirklich robustes und widerstandsfähiges Telefon! Die Verarbeitung ist ausgezeichnet; sogar aktuellere Modelle wie z.B. das 6210 bleiben hier etwas zurück.
Ein konstruktionsbedingter Schwachpunkt ist natürlich das Wechselcover: Handys mit aufsteckbarer Oberschale sind nie so stabil wie verschraubte Geräte und somit gibt auch das 5110 nach einiger Zeit ein deutliches Knarzen von sich, wenn man es zusammendrückt.
Wie auch bei der 6er-Reihe und dem 7110 fängt der Akku nach einer gewissen Zeit an zu wackeln, da er leichter von oben nach unten verschiebbar wird. Auch dies ist konstruktionsbedingt, lässt sich aber durch ein gefaltetes Stück Papier zwischen Akku und Telefon vermindern.
Ein wenig aufpassen muss man mit der Antenne, da sich z.B. durch einen unglücklic
hen Sturz ein feiner Riss im Antennensockel bilden kann. Wenn man das 5110 allzu grob behandelt, sollte dies nicht vorkommen.


Display und Tastatur:

Das Display ist voll grafikfähig, besitzt eine Auflösung von 84 x 48 Pixeln und kann maximal 5 Zeilen à 16 Zeichen anzeigen.
Von diesen Daten her ist es mit den Displays der 61er-Reihe, sowie dem 8210/8850 identisch.
Beim 6110, das etwas eher erschienen ist, wurde erstmals eine grafisch aufbereitete Menüführung eingesetzt; diese wurde natürlich auch beim 5110 implementiert.
Das Display wird von beiden Seiten durch je drei LEDs grün beleuchtet.
Ein Manko an dieser Displaygeneration ist, dass es wie beim 8210 gerne mal zum Ausfallen neigt - bei der 51er- und der 61er-Reihe treten diese Probleme aber deutlich seltener auf.

Die Tastatur besteht wie schon erwähnt aus hellem, transparentem Gummi, so dass die ganzen Tasten und nicht nur die Zahlen in den Tasten leuchten.
Eine schwarze Tastaturmatte mit transparenten Zahlen ist aber ebenfalls als Zubehör von Nokia erhältlich.
Die Tasten weisen eine sehr komfortable Größe auf und liegen angenehm weit auseinander. Die ergonomische Anordnung in Verbindung mit dem deutlichen Druckpunkt sorgt dafür, dass selbst Grobmotoriker unter den damaligen SMS-Freaks auf geradezu rasante Tippgeschwindigkeiten gekommen sind - und das ohne T9!
Leider ist bei häufigem Gebrauch eine deutliche Abnutzung der Tastenmatte nicht zu vermeiden, so dass sie des öfteren mal ausgetauscht werden muss.


Ausstattung:

Heute mag schon ein Achtjähriger bei der Ausstattungsliste des 5110 nur noch müde gähnen, im Jahre '98 jedoch war sie für ein Einsteiger-Modell durchaus up-to-date.
Neben den Wechselcovern, die ja bekanntlich einen Boom auslösten, befinden sich ein komfortables Telefonbuch umfangreiche Anruflisten, 27 verschiedene Klingel- und 4 verschiedene SMS-Töne, Kurzwahl, ein freies und 3 feste Situationsprofile, ein
e Uhr mit Wecker, ein Taschenrechner und 3 Spiele an Bord, unter anderem das legendäre Snake.
Bei dieser Ausstattung sahen auch teurere Konkurrenzmodelle ziemlich alt aus - meiner Meinung nach haben die 51er das wirkliche Fundament für Nokias Rolle als Weltmarktführer gelegt.


Menüführung und Bedienung:

Kurz vorher in den 61ern eingeführt, wurde auch in der 51er-Reihe die Menüführung verwendet, die bis heute als die beste der Welt gilt. Die schon von den Vorgängergeräten bekannte vertikale Listenform wurde hier durch die zusätzlichen Menügrafiken übersichtlicher gestaltet und optisch perfektioniert.
Animierte Grafiken finden sich beim 5110 noch nicht, sie wurden erst später im Luxus-Segment eingeführt.

Für die Leser, die das 5110 nicht oder nicht mehr kennen, hier eine kurze Auflistung der Hauptmenüs:

1. Verzeichnis (Telefonbuch)
2. Mitteilungen (SMS)
3. Anruflisten (entgangene Anrufe etc.)
4. Einstellungen (generelle Einstellungen)
5. Rufumleitung
6. Spiele (Memory, Snake, Logic)
7. Rechner (für die 4 Grundrechenarten)
8. Uhr (mit Wecker)
9. Töne/Klänge

Ich gehe nicht weiter auf die Untermenüs ein, da eigentlich klar sein dürfte, was sich hinter den einzelnen Punkten verbirgt.

Die Bedienung des 5110 erschließt sich jedem wie von selbst und ist intuitiv erlernbar - das Handbuch ist so gut wie überflüssig.
Die Bedienelemente sind die zentrale Navigationstaste (Navi-Key), eine C-Taste links und zwei Pfeiltasten rechts daneben.
Im Standby-Modus führt der Navi-Key in das Menü, die obere Pfeiltaste in die Liste der gewählten Nummern, die untere ins Telefonbuch.
Der Navi-Key dient generell dazu, eine Auswahl zu tätigen oder um sein OK für eine Prozedur zu geben. Durch kurzen Druck auf die C-Taste gelangt man einen Schritt zurück, durch langen Druck springt das Telefon in den Standby-Screen zurück. Die beiden Pfeiltasten dienen logischerweise zum Blättern d
urch das Menü.
Innerhalb einer SMS oder einer Rufnummer dient die C-Taste dazu, ein Zeichen (kurzer Druck) oder die ganze SMS oder Nummer (langer Druck) zu löschen. Die beiden Pfeiltasten steuern hier den Cursor.


Standby- und Gesprächszeit:

Nokia gibt an, dass das 5110 maximal 270h auf Empfang bleiben soll, wobei die maximale Gesprächszeit 5h beträgt. Wie fast immer sind diese Werte illusorisch, da sie unter optimierten Bedingungen ermittelt wurden.
Bei normalem Gebrauch und guter Netzversorgung sollte das 5110 aber durchaus 5 Tage durchhalten, bis es wieder "an die Strippe" muss.


Empfang & Sprachqualität:

Das 5110 gehört zwar nicht zu den empfangsstärksten Handys, liegt aber auch hier durchaus im oberen Bereich. Da ich Stadtmensch bin, kann ich keine präzisen Aussagen über die Empfangsleistung in der "Einöde" machen, in den schlecht versorgten Gebieten hier in der Stadt hält es die Verbindung zum Netz jedoch stabil und zeigt nie weniger als 3 von 4 Balken an.
Die Sprachqualität ist gut, wenn auch die aktuellen Nokias meiner Meinung nach etwas "klarer" klingen. Bei meinem Gerät stört ein teilweise recht grobes Ruherauschen den Klangeindruck, was aber evtl. auch am Alter des Geräts liegen mag.


Fazit:

Das 5110 war für viele der Einstieg in das mobile Telefonieren und dürfte nicht nur für den Nokia-Erfolg, sondern auch für den Handy-Boom allgemein eine wichtige Rolle gespielt haben.
Verglichen mit aktuellen Modellen ist die Ausstattung natürlich ziemlich mager und veraltet, ebenso wie Größe und Gewicht - in anbetracht der heutigen Handys kann es deshalb nicht mehr als zwei Sterne bekommen.
<br>Für Business-Nutzer kommt es wegen des nicht existenten geräteinternen Speichers, der fehlenden Infrarotschnittstelle und minimaler Datentauglichkeit nicht in Frage.
SMS-Vieltipper werden an einem Handy mit T9, Bildmitteilungen und einem SMS-Speicher
definitiv mehr Freude haben. Es ist zwar "ein Nokia", aber mittlerweile auch ziemlich "uncool", weswegen auch die jugendlichen Nutzer mit einem 3210 oder 3310 vermutlich besser beraten sind.
Wer allerdings sein Handy nur zum Telefonieren braucht, kein Dualband-Gerät benötigt und sich evtl. als älterer Mensch noch ein Handy zulegen will, findet mit dem 5110 ein absolut zuverlässiges Telefon, das die wesentlichen Funktionen sehr gut beherrscht und sich dabei so leicht und einfach zu bedienen lässt wie kaum ein anderes!



Liebe Grüße,

Mooney :o)





Fazit: