Nokia 2600
NOKIA, oh NOKIA, Du WARST doch EINST mein SUPER-STAR...!!! - Nokia 2600 Handy

Produkttyp: Nokia Handys

Neuester Testbericht: ... Mehr konnte damals auf einem Telefon noch nicht dargestellt werden. Doch für mich (und alle anderen Leute) war es bereits eine echte Sens... mehr

NOKIA, oh NOKIA, Du WARST doch EINST mein SUPER-STAR...!!!
Nokia 2600

britregen

Name des Mitglieds: britregen

Produkt:

Nokia 2600

Datum: 29.12.13

Bewertung:

Vorteile: Funktioniert stets tadellos. Batterie hält unendlich lange. Fast unkaputtbar.

Nachteile: Eignet sich nur zum Telefonieren. Mieser Image-Faktor.

===Schöne GRÜSSE vom einstigen MARKTFÜHRER===

Erst vor wenigen Tagen habe ich wieder mein "altes" Handy aus der Schublade gekramt. So ein Plastik-Ding von Nokia. Das Modell 2600 aus dem Jahr 2004. Einem Zeitalter als zumindest gefühlter Weise 99,9 Prozent aller Menschen mit Mobiltelefon ein Nokia-Gerät in den Händen hielten. Nokia war vor knapp einem Jahrzehnt das Nonplusultra. Ein absolutes Luxux-Gut. Quasi das was Apple heute darstellt. Alle wollten ein Nokia haben. Nokia, Nokia über alles...!!!

Das Nokia 2600 markiert zugleich einen Wendepunkt in der Erfolgsgeschichte von Nokia. Denn zeitgleich mit dem Erscheinen Ende 2004 musste Nokia eingestehen, dass der Anteil am weltweiten Handy-Markt erstmals zu schrumpfen begann. Damals kämpfte man noch mit "Big-Playern" wie Motorola, Ericsson und Siemens um die Vorherrschaft. Alles Namen die im Handy-Geschäft inzwischen in der Versenkung verschwunden sind. Wer rechnete vor 10 Jahren schon mit Samsung, Apple, Huawei oder Lenovo...?

Im Jahr 2000 war Nokia eine der teuersten und am meisten geschätzten Marken der Welt. Die an der Börse notierte Firma hatte einen Gesamtwert von 303 Milliarden Euro. Als Nokias Telefonsparte letztendlich im September 2013 an Microsoft verkauft wurde (nicht umsonst stellt Nokia inzwischen nur noch Smartphones mit mobilem Windows her), betrug der Kaufpreis geradezu lächerliche 4,6 Milliarden. Und das Image der Finnen lag so flach am Boden wie eine Flunder.



===Ein ECHTES TELEFON und keine Eierlegende WOLLMILCHSAU===

Das Nokia 2600 war noch ein echtes Telefon. Kein Alleskönner mit stets schmuddelig verschmiertem Display. Mit dem Gerät konnte man wirklich nichts machen außer Telefonieren und SMS senden. Es gab keine Kamera, kein mobiles Internet, keinen eingebauten Musik- oder Videospieler. Die einzigen bereits vorinstallierten Extras begrenzten sich auf einen Wecker, eine Erinnerungs-Funktion, sowie drei kleinen Spielen.

Das Gehäuse vom Nokia 2600 war wirklich handlich. 10,8 Zentimeter hoch, 4,6 Zentimeter breit und 2 Zentimeter dick. Das Gewicht...? Schlappe 94 Gramm. Also weniger als eine Tafel Schokolade. Komplett aus Plaste und Elaste. Edles Silber-Grau. Die Seiten und die Tastatur dunkel gehalten. Auf der Rückseite ein ebenfalls dunkel abgesetztes Nokia-Emblem. Purismus wie man wohl heute sagen würde. Ich fand "mein" Nokia Handy trotzdem richtig schick. Und Nokia nannte diese Variante hochmütig "Tin Grey". Als Alternativen wären zudem Pearl White, Iron Blue, Lime Tree Green oder Silver Rose möglich gewesen.

Das Lithium-Ionen Akku (1,5 Stunden Ladezeit) war ein echter Knaller. Denn die Standby-Zeit lag bei 250 Stunden (über 10 Tage) und die Gesprächszeit bei 3,5 Stunden. Im Vergleich zu den heutigen Smartphones die manchmal sogar mehrmals am Tag an die Steckdose müssen echte Traumwerte die auch in der Realität eingehalten wurden und nicht nur auf dem Papier standen. Selbst mein über neun Jahre altes Akku hält (ohne das ich telefoniere) das Telefon über eine Woche am laufen.

Das drei mal drei Zentimeter große Display löste mit unglaublichen 128 x 128 Pixel in 4.096 Farben auf. Allein schon das Farb-Display war für mich damals eine Sensation. Gab es doch zuvor über ein Jahrzehnt nur schnöde graue, gelbe oder grüne Displays. Erstmals kamen Themes, Bildschirmschoner und Hintergrundbilder fürs Telefon auf den Markt. Jedoch keine tollen Fotos wie man diese heute kennt, sondern simple Pixel-Bildchen. Auf denen sich kaum etwas erkennen ließ.

Ganz neu waren damals die Polyphonen Klingeltöne (inklusive Vibrationsalarm). Endlich erklang das Telefon beim Anruf nämlich nicht nur mit schnödem Piep-Piep-Piep, sondern mit einer programmierbaren (allerdings nicht aufnehmbaren) Melodie. Ein wahrer Goldrausch wurde dadurch ausgelöst. JAMBA hieß das Zauberwort. Da konnten solche Klingeltöne im MIDI-Format "runtergeladen" werden. Wobei aber zumeist versucht wurde einem ein langfristiges und sehr teures Abo aufs Auge zu drücken. Auf vielen TV-Kanälen lief die Werbung dafür Tag und Nacht. Und ich kann mich noch gut daran erinnern wie plötzlich ganz neue Berufe aufkamen. Wie z.B. der Klingelton-Komponist. Jamba gibt es nach vielen Skandalen zwar immer noch, aber es findet sich kaum noch ein Mensch der heute bereit ist für Smartphone-Klingeltöne Geld auszugeben.

Ähnlich verhielt es sich mit den Java-Spielen. 3 Java Spiele (Bounce, Nature Park, Mobile Soccer) waren bereits vorinstalliert. Die Grafik und Spielvarianten erinnerten jedoch eher an die Tele-Spiele und Atari-Konsolen der 70er Jahre. Mehr konnte damals auf einem Telefon noch nicht dargestellt werden. Doch für mich (und alle anderen Leute) war es bereits eine echte Sensation.

SMS konnte das Nokia 2600 natürlich auch. Sogar überlange SMS mit bis zu 918 Zeichen. Allerdings war der SMS-Speicher stark begrenzt. Auf gerade mal 60 Stück. Danach wurden einfach keine SMS mehr empfangen. Einziger Ausweg: Alte SMS löschen.

Ein Kalender, Notizbuch, Terminplaner (100 Termine) und Rufnummernspeicher (200 Nummern) ergänzte das "Mobile Office" der 2600er Generation. Nicht zu vergessen die Stoppuhr, der Taschenrechner und der Umrechner für Währungen, Flächen, Volumen, Gewicht, Temperatur und Längen.



===WARUM das SMARTPHONE gar nicht so SMART IST===

Im Vergleich zu meinem heutigen Smartphone schneidet das uralte Nokia aber gar nicht so schlecht ab. Denn die "Macken" der neuen mobilen Alleskönner sollte man keinesfalls unterschätzen.

Im Winter mit Handschuhen telefonieren oder SMS schreiben? Das geht mit einem Smartphone nur dann, wenn man Spezial-Handschuhe trägt oder bereit ist bei Eiseskälte die Handschuhe auszuziehen. Wobei Kälte und schwüle Hitze für ein Smartphone ebenfalls eine riesige Hürde darstellen. Wie oft ist es mir im richtigen Winter schon passiert, dass das Display vom Samsung nicht mehr reagiert hat. Selbst wenn das Telefon bei geöffnetem Fenster die ganze lang der Kälte ausgesetzt war, gab es oft Probleme. Da war die Technik im wahrsten Sinne des Wortes "eingefroren".

Und bei schwüler Hitze? Schon mal versucht auf dem beschlagenen Display eines Smartphones herumzutippen und zu "streichen"...? Auch da läuft oft genau so wenig wie bei extremer Kälte.

Ganz zu schweigen von den bösen Überraschungen auf der Urlaubsreise. Da kommt man in einem fremden Land an, schaltet das Smartphone ein und nichts geht mehr. Regionalsperre heißt das neue Zauberwort. Ohne das es beim Kauf irgendwo erwähnt wurde, verbieten die Hersteller plötzlich die Nutzung des Handys im fremden Land. Ohne Telefonverbindung. Ohne Internet. Ohne Google Maps. Ohne Adressbuch. Mit anderen Worten: Hilflos.

Wobei es genau so gut anders herum passieren kann. Was ich niemals für möglich hielt. Mein (bei Saturn gekauftes) Samsung Galaxy wurde vor drei Monaten auf einer Auslandsreise scheinbar mit einem Software-Update versehen. Seitdem funktioniert das Smartphone nur noch im Ausland. In Deutschland schaltet es hingegen nach dem Hochfahren sofort ab. In Foren wurde das Problem geradezu belächelt. Nur helfen konnte (oder wollte) mir bislang kein Mensch. Weder dort wo ich das Handy gekauft habe, noch im Reparatur-Shop. Samsung antwortet sowieso nicht auf Emails. Und alle Standard-Tricks haben nichts gebracht.

Solche Tücken lauern auf den stolzen Besitzer eines Nokia 2600 natürlich nicht. Darum habe ich das Nokia schon seit Jahren im Ausland immer mit in der Tasche. Man weiß ja nie wo man es eventuell im Notfall noch brauchen kann.



===Klingelndes FAZIT===

Was vor 10 Jahren noch der letzte Schrei war, wird heute nur noch müde belächelt. Und 149 Euro für das Nokia 2600 waren damals auch kein Pappenstiel. Wie sehr das Smartphone nur kurze Zeit später die gesamte Telefon-Welt revolutionieren könnte, hat damals noch kein Mensch geahnt. Das mein Telefon jedoch heute noch fast so gut wie damals läuft ist fast ein Wunder. Wie viele Smartphones die heute gekauft werden sind wohl im Jahr 2023 noch einsatzbereit...?

Obwohl das "Ding" inzwischen mehr als veraltet ist, dient es auf Reisen stets als meine Notreserve. Denn die hochgezüchteten Alleskönner von Apple und Samsung haben hier und da gewaltige Macken. Was ich selbst schon schmerzhaft feststellen durfte. Das Nokia ist hingegen wie "Superman". Die Batterie hält lange, es ist in fast jeder Situation einsatzbereit und dank der stahlharten Vollplastik-Hülle so gut wie unkaputtbar...!!!

(Altes) NOKIA... Du bist immer noch ein Super-Star...!!!

Fazit: Auch nach fast 10 Jahren immer noch als Zweit-Gerät brauchbar...!!!

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Funktionsvielfalt:    
Akkulaufzeit: