
Produkttyp: Motorola Handys
Neuester Testbericht: ... die SIM- Karte, die ihren Arbeitsplatz unter einem extra Schieberiegel hat. Das Motorola M 3788 liegt sehr gut in der Hand, teilweise s... mehr
Erwachsen, aber unbeholfen ...
Motorola M3788

Name des Mitglieds: mmoritz
Produkt:
Motorola M3788
Datum: 28.02.09
Bewertung:
Vorteile: Leicht bedienbar, guter Preis, handlich
Nachteile: mäßige Ausstattung, keine Tastensperre, kein Vibrationsalarm
... so kann man sich das Motorola- Handy M 3788 vorstellen.
..:: Vorwort ::..
Das Motorola M 3788 gehört inzwischen zum uralten Eisen der Handy- Generation, doch für mich war es damsl das Erste, hat somit einen gewissen Erinnerungswert, auch wenn man vergeblich irgendwelchen Schnickschnack sucht, es war schon damals ein Ausläufermodell. Es ist eben noch ein ganz und gar funktionelles Handy, weder Uhr noch Datum wurden ihm zugestanden. Funktionieren tut es natürlich noch. Nur der Akku müßte mal wieder aufgeladen werden, sollte es wirklich ein Revival erleben. Ich war eigentlich vorher ziemlich unbedarft, was Handys und ihre Ausstattung angeht und der damalige Hauptgrund für den Kauf war eher der sehr günstige Preis von gerade mal 78 DM (D1- Prepaid inkl. 25 DM Startguthaben kam für meine Verhältnisse einem Vertragsabschluß gleich, war aber finanziell nicht anders lösbar) als die Ausstattung.
..:: Äußeres ::..
Das M 3788, welches mit einem schwarzen Gehäuse daherkommt (soweit mir bekannt, gibt es keine Wechselgehäuse für dieses Handy), ist ziemlich groß und schwer. Allerdings auch unkaputtbar, soweit ich das erlebt habe. Die Abmessungen betragen allgemein 16,5 cm x 5 cm x 2,5 cm bei einem Gewicht von 160 g. Die Höhe von 16,5 cm variiert aufgrund der abschraubbaren Antenne, was aber nur zu Reinigungs- oder Reparaturzwecken empfehlenswert ist. Es ist mit Antenne 16 ½ cm hoch, ohne Antenne nur 14 cm, also etwa so groß wie das Nokia 5110. Zum Vergleich: das Ältere meiner beiden jetzigen Handys , welches ich hier stellenweise zum Vergleich heranziehen werde, das Nokia 3310, kommt auf gerade mal gut 11 cm x 5 cm x 2 cm bei 132 g. Daß ich momentan zwei Handys besitze, wurde notwendig, weil das 3310 inzwischen einigen (selbstverschuldeten) Torturen ausgesetzt war und somit nur noch bedingten Einsatzwillen zeigt.
Die Vorderseite des M 3788 ist geprägt von den sehr großen Tasten, die aus weichem Kunststoff sind und etwa 2 mm aus dem Gehäuse herausragen. Drücken lassen sie sich jedoch relativ schwer, was auf Dauer das Schreiben von Nachrichten zur Qual für Psyche und Hände werden läßt. Aufgrund des hellen Kunststoffs (die Tastenoberfläche ist schwarz mit Aussparungen für Ziffern und Buchstaben) wird die Tastatur bei aktiviertem Licht sehr gut beleuchtet, fast sogar zu gut. Durch den trotzdem relativ großen Tastenabstand kommt man nicht in die Verlegenheit, versehentlich mehrere Tasten gleichzeitig zu drücken. Die Größe des Displays entsprach schon damals der des Nokia 3310.
Die Rückseite des M 3788 wird fast vollständig von der Klappe des Akkus eingenommen. Öffnet man nun die Klappe, wird man förmlich vom Akku erschlagen, der alleine schon Dimensionen von 10 x 3 x 1 cm besitzt (der Akku des 3310 ist gerade mal halb so groß). Unter dem Akku selbst verbirgt sich die gut abgeschottete Vertiefung für die SIM- Karte, die ihren Arbeitsplatz unter einem extra Schieberiegel hat.
Das Motorola M 3788 liegt sehr gut in der Hand, teilweise sogar noch besser, da die großen Tasten ein besseres Hantieren ermöglichen. Aufgrund seiner Gesamtgröße ist es jedoch kein Handy für die Hosentasche, da die von ihm verursachte Ausbeulung nicht nur sehr stört, sondern auch leicht mißverstanden werden kann. Im aktivierten Zustand ist es sowieso nicht zu empfehlen, das Handy in der Hosentasche aufzubewahren, da es über keine Tastatursperre verfügt und somit leicht zu ungewollt ausgeführten Anrufen neigt. Einen PIN- Code gab es aber auch damals schon, um das Handy einigermaßen vor Mißbrauch und Diebstahl zu schützen.
..:: Leistungen und Anwendbarkeit ::..
Das Display entspricht im Wesentlichen dem des Nokia 3310, sowohl was die Größe angeht, als auch die Übersichtlichkeit. Das Menü des M 3788 wird mit den im rechten oberen Teil der Tastatur angeordneten Pfeiltasten aufgerufen und untergliedert sich in 'Telefonbuch', 'Gesprächs- Optionen', 'Nachrichten', 'Telefon- Einstellung', 'Netz- Wahl' und 'Gesprächs- Zähler'. Mit Hilfe der sich über den Pfeiltasten befindlichen OK- Taste lassen sich die einzelnen Menüs aufrufen, was relativ einfach vonstatten geht.
Das Telefonbuch des M 3788 ist nicht intern abgelegt, sondern jede der zu archivierenden Nummern muß auf der SIM- Karte abgespeichert werden, zwischen 100 und 150 sind möglich, je nach Datenumfang.
Auch ist es mir nicht möglich, die Nummernliste übersichtlich aufgelistet zu bekommen, ein Scrollen ist nicht möglich. Nummern können demzufolge nur anhand ihrer Position oder nach dem Buchstaben gesucht werden, eine ganz neue Art von Beschäftigungstherapie.
Was die SMS- Funktion angeht, so ist der Speicherplatz wie beim Nokia 3310 auf 10 - 12 SMS beschränkt. Im Vergleich zum 3310 sind die Nachrichten jedoch nicht einzeln abrufbar, sondern nur gesamt. Will man also die dritte SMS lesen, so muß man sich mittels der Pfeiltasten erst durch die erste und zweite Nachricht durcharbeiten. Außerdem ist es nicht möglich, zu erkennen, wer die Nachricht geschickt hat, nur die Nummer an sich wird eingeblendet. Alles in allem ist die SMS- Funktion also sehr umständlich, was durch die fehlende T9- Software .noch verschlimmert wird. Die T9- Software ist eine Art Wörterbuch, durch welches die Buchstaben auf den Tasten nicht mehr alle einzeln ausgewählt werden müssen, sondern es erkennt größtenteils das zu schreibende Wort schon anhand der Buchstabenfolge. Da dies dem M 3788 fehlt, dauert das Schreiben von Kurznachrichten um ein Vielfaches länger, als das beispielsweise heutzutage bei den modernen Mobiltelefonen der Fall ist.
Die Klingeltöne sind sehr schrill, die maximale Lautstärke in Ordnung. Zwar findet sich auf der Tastatur auch eine extra Taste zur Regulierung, doch die hätte man getrost weglassen können. Negativ anzumerken wäre hier auch, daß man sich mit den installierten Ruftönen begnügen muß, da man sich zwar aus dem Internet Klingeltöne schicken (lassen) kann, diese vom Handy aber nicht interpretiert geschweige denn gespeichert werden können. Das Gleiche gilt natürlich auch für Logos. Auch wird man vergeblich auf Vibrationen des Handys warten, einen Vibrationsalarm gibt es nicht, sehr schlecht, wenn man mal gezwungen ist, die Lautstärke des Ruftons auf Null herunterzufahren. WAP- Browser waren zum damaligen Zeitpunkt noch reine Zukunftsmusik. Die Empfangsleistung dieses Dualband- Handys ist in Ordnung, wenn auch nicht optimal, aber das kommt auch immer auf die Stärke des Signals an. In ländlichen Gegenden dürfte der Empfang wahrscheinlich auf ein Minimum schrumpfen.
Der 4,8 V- Akku des M 3788 hält ungefähr 5 Tage und braucht zur Aufladung etwa 5-7 Stunden (erstmalige Aufladung: 12 Stunden (!)). Negativ anzumerken wäre hier, daß es sich um einen Nickel- Metall Hydrid Akku handelt, die bekannt dafür sind, mit zunehmendem Alter und Aufladehäufigkeit immer mehr Stromreste zu "archivieren" und somit trotz voller Aufladung immer schwächer werden, der so genannte Memory-Effekt. Ein Grund für mich, nach kurzer Zeit zum 3310 zu wechseln. Ein weiteres Manko: Das Display zeigt fast jedesmal schon dann "Ladevorgang beendet" an, selbst wenn noch nicht mal die Hälfte des Akkus 'bearbeitet' wurde. Also Stecker herausziehen, kurz warten, wieder herein stecken, weiter laden lassen, je nach Laune des Akkus den Vorgang 1 - 3 mal wiederholen.
..:: Handbuch ::..
Nur kurz gehe ich auf das Handbuch ein, das, im Vergleich zu anderen Serien nicht auf das Handy direkt zugeschnitten ist, sondern für alle Motorola- Handys der M- Klasse gilt, sprich: man muß selbst herausfinden, was für das M 3788 zutrifft. Der Clou: Alles schön ausführlich beschrieben, aber in so kleiner Schrift, daß man schon eine Lupe braucht. Die Gliederung ist aber davon abgesehen sehr übersichtlich und leicht verständlich.
..:: Vorteile, Nachteile und Fazit ::..
Wie schon gesagt, gehört das Motorola M 3788 inzwischen zum alten Eisen unter den Handys; Technik, Größe und Ausstattung (Standard- Klingeltöne, weder Vibrationsalarm noch Tastatursperre, umständliche Handhabung von Telefonbuch und Nachrichtenspeicher) sind heutzutage wirklich nicht mehr zeitgemäß und vermiesen einem mit der Zeit den Gebrauch. Positiv sind dagegen die sehr gute Beleuchtung und die einfache Menüführung, die negativen Eigenschaften können aber auch, je nach Nutzer auch als positiv gesehen werden. Für Nutzer, die ihr geliebtes Handy hauptsächlich zum Schreiben von Nachrichten nutzen, ist das M 3788 absolut nicht zu empfehlen, es eignet sich wirklich nur zum Telefonieren (Kostenkontrolle bei Prepaid war damals aufgrund unzureichender technischer Umsetzung seitens der Telekom noch ein Lotteriespiel, abgebucht wurde erst am Ende des Monats, nicht wie heute direkt nach Inanspruchnahme der Dienstleistung) und ist dabei unkompliziert und leicht zu bedienen, aber auch für Liebhaber dürfte das Motorola M 3788 sehr interessant und/oder begehrenswert sein. Zwar würde man heute sagen, daß es lediglich einen einzigen Stern verdient hätte, doch zu seiner Zeit war es ein durchaus akzeptables, sogar gutes Handy, das von mir demzufolge mit einer 3- Sterne- Bewertung versehen wird ...
Fazit: Klopper-Handy ohne viel Ausstattung, nur für fanatische Puristen
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