Ericsson T28s
Ericsson T-28s - ein Handy mit Charakternase - Ericsson T28s Handy

Produkttyp: Sony Ericsson Handys

Neuester Testbericht: ... eine Möglichkeit geben, dieses Gerät immer dabei zu haben und der Spruch ?kann jemand mein Handy einstecken, meine Taschen sind nicht ... mehr

Ericsson T-28s - ein Handy mit Charakternase
Ericsson T28s

tharing

Name des Mitglieds: tharing

Produkt:

Ericsson T28s

Datum: 02.03.01, geändert am 02.03.01 (422 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: sehr klein und leicht, gute Verarbeitung, praktische Klappe, tolles Design

Nachteile: geringe Akkulaufzeit, kein Wap

Ericsson T-28s – ein Handy mit Charakternase

Seit über einem Jahr ist das Miniaturhandy von Ericsson jetzt schon auf dem Markt. Ein Handy, dass in der extrem kurzlebigen Zeit dermaßen lange aktuell bleibt kann eigentlich nicht so schlecht sein, oder?


Design

Als das Ericsson T-28s Ende 1999 vorgestellt wurde, heimste es sofort einen Designpreis ein, eine absolute Seltenheit bei Handys. So kann das Handy denn auch optisch absolut überzeugen. In den exklusiven Farben Schwarz, Anthrazit, Stahlblau und Elfenbein ist es erhältlich, wobei Anthrazit die verbreitetste Farbe ist.
Die exklusive grüne Beleuchtung des kleinen aber hoch auflösenden Displays sucht seinesgleichen und passt hervorragend zum mondänen Umfeld, in dem es vorwiegend Verwendung findet. Keine Dioden an den Seiten sind für die beruhigende Farbe verantwortlich, nein, das Display hat sich entschiedenentschieden selber zu leuchten. Eine äußerst kluge Entscheidung, dunklere und hellere Flecken auf dem Display hätten doch glatt dem avisierten Image Abbruch getan.
Auch die formschöne Klappe verhilft dem kleinen Mobiltelefon zu von anderen Handys selten erreichter Eleganz, es sehnt sich geradezu nach einer samtgefütterten Innentasche eines Designersakkos


Größe & Gewicht

Dort passt es auch hervorragend hinein. Das nur 83g schwere Handy mit den Gardemaßen 97 x 50 x 15 fühlt sich allerdings auch in Hosentaschen wohl. Damit das Handy nicht zu klein gerät haben ihm die Entwickler von Ericsson noch eine eigenwillige, weil doch recht große Antenne spendiert. Die zusätzlichen 30mm der Antenne sollen wohl das Selbstwertgefühl des Handys heben, denn damit sticht es garantiert aus der Masse heraus.


Haptik und Verarbeitung

Nicht nur Geschäftsmänner werden bemerken, dass die eingesetzten Kunststoffe einen überaus hochwertigen Eindruck machen. Die Antenne bekam einen robusten Gummihut spendiert, der noch dazu jegliche Torsion der empfind
lichen Antenne mit Leibeskräften unterbindet. Der unverwüstliche Magnesiumrahmen sucht in der Handywelt seinesgleichen, auf der Hinterseite des Mobiltelefons kann man diesen auch ausgiebigst bewundern. Kein Wunder, dass sich der Lithium-Polymer-Akku derart geborgen fühlt, und sich kein bisschen bewegen will, selbst nach langer und intensiver Beanspruchung. Damit es auch nach einiger Zeit nicht ständig die Klappe offen hat, wurde der Arretiermechanismus vom großen Bruder T-18s einfach neu konstruiert, und siehe da, ungebeten macht der Zwerg seine Klappe nicht mehr auf. Das ist gut so. Die penibel verarbeiteten und passgenauen Tasten sind nicht aus Gummi, das ist jedoch kein Nachteil – ganz im Gegenteil: Präziser lässt sich die Konkurrenz bestimmt auch nicht bedienen und Abnützungserscheinungen sind der ausreichend beleuchteten Tastatur genauso fremd wie dem versenkten Display unschöne Kratzer.
Mit dem schlanken Standardakku schmiegt es sich zwar nicht so angenehm in die Handfläche wie es sollte, dafür ist es recht rutschfest und gleitet bestimmt nicht so schnell aus der Hand. Mit dem Hochleistungsakku ist die Passform dann nahezu perfekt. Ergonomisch passt sich der größere Akku der Handfläche an, „Aus der Hand gleiten“ ist so nur grob fahrlässig möglich.


Bedienbarkeit

Von zarter Frauenhand wird das T-28s gerne bedient. Darauf scheint es sich auch spezialisiert zu haben, der Tastenabstand spricht eine eindeutige Sprache. Großen Männerhänden verwehrt es zwar seine Dienste nicht, doch hat es der großen Männerhand so einige Fallen gestellt. Gezieltes Tippen mit der Fingerkuppe ist gefragt, will man das Handy zur gewünschten Aktion bewegen. Für Männerhände sind nur die Yes- und No-Tasten, sowie der seitliche Schieber gut geeignet. Zum Glück reichen diese Tasten im Alltagsbetrieb meist aus.
Die kleinen Tasten haben offensichtlich Angst vor Männern mit großen Händen und wollen ihren Anblick partout nicht preisgeben. Die Tast
e zum Öffnen der Klappe steckt natürlich mit den übrigen Tasten unter einer Decke und schließt sich der Verschwörung an. Mit einigen Überredungskünsten gelingt es dann aber doch, einen Blick auf Zehnertastatur & Co zu erhaschen bzw. Gespräche durch Öffnen der Klappe entgegenzunehmen.
Die Tastenanordnung ist eher designorientiert als logisch, schließlich befinden sich die Up- und Down-Tasten rechts bzw. links über dem Nummernblock.


Menügliederung und Übersichtlichkeit

Das Menü ist in 7 Bereiche aufgegliedert, und das überraschend übersichtlich – trotz des kleinen 3-zeiligen Vollgrafik-Displays. Das T-28s war wohl beim Bekannten Nokia zu Besuch und hat die Zahlenunterstützung in den Menüs, den Aufbau und teilweise die Symbole abgekupfert. Besser gut kopiert als schlecht erfunden. Übrigens zeigt sich das kleine Ericsson sehr hilfsbereit. Gerne erteilt es nach kurzer Zeit des Rätselns Auskunft über den Funktionsumfang diverser Menüoptionen. Aber auch das gab es bei der Konkurrenz schon etwas länger, aber wen stört das schon. Das Navigieren durch die Menüs geschieht durch die erwähnten Up- und Down-Tasten oder per Schieber. Mit diesem Schieber wird übrigens während dem Telefonieren die Lautstärke verändert, ansonsten gibt der Schieber auch gerne Auskunft über die restliche Standbyzeit, die Gesprächszeit und über das gewählte Profil. Auf ein Öffnen der Klappe ist der Schieber nicht angewiesen, er operiert vorzugsweise allein, auch das Ablehnen von Gesprächen erledigt er flugs im Alleingang. Nicht zuletzt hat ihm die beleidigte Klappe den Schutz verwehrt. So schade das auch ist, für den Benutzer ist das durchaus positiv.


Akku und Laufzeit

Innovativ wie das T-28s nun mal ist, bestand es auf einen Lithium-Polymer-Akku. Wohl um seine schlanke Linie zu betonen. In der Tat wirkt das Handy mit diesem 500 mA-Akku sehr schlank, ja geradezu magersüchtig. Doch die Kehrseite der Medaille ist die geringe Ausdauer die dieser Schma
lspurakku an den tag legt. Spätestens nach 55 Stunden muss er frische Reserven tanken, mehr als 120 Minuten Telefonieren erlaubt er nie.
Dafür strotzt er schon nach 2 Stunden Regeneration nur so vor Lebensfreude. Auch die hohe Lebenserwartung ist positiv anzumerken, auch nach über einem Jahr hat er nichts an Spritzigkeit verloren.
Natürlich hat dieser halbwüchsige Akku auch große Brüder. Die verstauen glatt die 3-fache Leistung in ihren Rucksäcken, schlagen sich allerdings auch auf die Figur und Gewicht. Aber dick ist es deswegen noch lange nicht.


Funktionsumfang

Am liebsten ist dem kleinen Ericsson natürlich das Telefonieren, ob 900er oder 1800er Netz ist ihm egal. Mit der aktiven Frontklappe nimmt es gerne Gespräche entgegen. Eingehende Gespräche signalisiert es auf Wunsch auch per heftigem Vibrieren. Wap versteht es nicht, aber wozu auch, SMS tut es doch auch, selbst wenn es T-9 noch nicht gelernt hat. Wer will kann natürlich auf Weltzeituhr, Taschenrechner, Stoppuhr, Kalenderfunktion zurückgreifen.
Das kleine T-28s spielt aber auch ganz gerne. Tetris und Solitär kann es ganz gut, und das trotz des kleinen Displays – alle Achtung!
Wirklich praktisch ist die Sprachwahl. Tatsächlich versteht es den Benutzer ausgezeichnet, wenn man sich vorher ein wenig mit ihm unterhaltet. Es merkt sich immerhin 10 Vokabeln. Wer weiß, vielleicht ist es sehr intelligent und es werden mit der Zeit mehr?
Alle nunmehr üblichen Extras wie eine große Auswahl an Melodien, die auch selber komponiert werden können, diverse Sprachen, 2 Leitungen, Netzwahl, Uhrzeit/Datum usw. gehören natürlich zum Standardrepertoire.


Der Empfang & die Tonqualität

Die große Antenne ist leider kein Garant für herausragende Empfangsleistung. Hier zeigt es nur durchschnittliche Leistungen, distanziert aber zumindest alle antennelosen Nokia-Pendants um Längen.
Dennoch: Die Stadt ist die Heimat von Ericssons kleinstem Spross, auf Wald
und Wiese fühlt es sich genauso unwohl wie in den Bergen, es sei denn sein bester Freund, der Sendemast ist ganz in der Nähe.
Die Tonqualität ist absolut in Ordnung, vor allem in 1800er Netzen. Das Rauschen ist minimal, Echos sind auch bei schlechtem Empfang kaum wahrzunehmen und selbst der Hochtonbereich wird mitübertragen - und zwar relativ unverzerrt.
Die wenigen Störgeräusche könnte sich das T-28s zwar auch noch verkneifen, aber: Nobody is perfect!


Des Ericsson größter Feind

Na, erraten? Jawohl ist der alte Haudegen Schlüsselbund. Wann immer man das T-28s mit dem Schlüsselbund in dieselbe Tasche steckt kommt es zu Auseinandersetzungen mit teilweise schlimmen Folgen. Der Schlüsselbund hat sich als der Stärkere entpuppt und dem Ericsson schon so manche Narbe zugefügt. Mit seinen scharfen Zähnen hat sich der böse Schlüsselbund auch schon im Gesicht von Ericsson zu schaffen gemacht. Ob diese Kratzer und Narben jemals heilen, darf bezweifelt werden.


Fazit

Nun hat das kleine T-28s schon einige Zeit auf dem Buckel. Es hat sich hervorragend eingelebt und übertrumpft seine Vorgänger in nahezu allen Bereichen um Längen. Wen die Antenne stört, dem sei gesagt: Wie eine eigenwillige Nase, zeugt diese Antenne von Charakter. Wer findet den einen Menschen ohne Nase attraktiv? Eben, niemand! Noch dazu ist eine nach außen geführte Antenne aus rein gesundheitlichen Aspekten weit weniger bedenklich, als die ringförmig um die Ohrmuschel platzierten und nicht sichtbaren Antennen, die neuerdings diverse Handys zieren.

Das T-28s gehört mittlerweile zu meinen besten Freunden. Kaum einmal hat es mich im Stich gelassen, unwirtliche äußere Bedingungen hat es nie mit Fehlfunktionen quittiert, nur der Akku könnte mehr Ausdauer zeigen, ein kleines Bäuchlein könnte man dabei durchaus verschmerzen, schließlich zählt ohnehin nur der Charakter. Wahre Schönheit kommt nämlich von innen.........

LG, tharing
<
br>

Fazit: