
Produkttyp: Sony Ericsson Handys
Neuester Testbericht: ... 30 Minuten (oder so) vor Termin" festgelegt, so übernimmt das Telefon diese Aufgabe. Unterwegs kann ich auch neue Telefonbu... mehr
Weltspitze mit kleinen Macken
Ericsson R520m

Name des Mitglieds: MiKaiser
Produkt:
Ericsson R520m
Datum: 20.09.02, geändert am 20.09.02 (577 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Empfangsleistung, Gehäuse, Office-Integration
Nachteile: gibt es nicht mehr neu, kein HSDSC, Großes Netzteil
Allgemeines:
Ich besitze das R520m seit Anfang 2002. Ich habe mich nach langer und gründlicher Auswahl auf dieses Gerät gestürtzt, bevor es vom Markt verschwindet. Heute (September 2002) ist es selten geworden. Die Größe ist dem Gerät wohl zum Verhängnis geworden. Dabei bietet sie diverse Vorteile gegenüber den üblichen Winzlingen.
Wer sich für das R520m interessiert, weiss, dass es alles, wirklich alles hat, was ein Mobiltelefon heute haben kann. Ausser einem Farbbildschirm. Ericsson hat es vorgezogen, die hochwertige Handy-Reihe mit dem T68i fortzusetzen. Der ausstattungsseitige Unterschied zum R520m besteht in ebendiesem Farbbildschirm und darin, dass das T68 keine Lauthör-Möglichkeit und keine IrDA-Infrarotschnittstelle bietet. also de facto schlechter ausgestattet ist. Dafür verfügt es über den HSDSC-Datenstandard, was das R520m nicht hat. Obwohl es fälschlich manchmal damit beworben wird. So prüfe, wer sich länger bindet...
Auch sonst finden sich Unterschiede "zwischen den Zeilen",die nicht in irgendwelchen Listen auftauchen. Dazu komme ich gleich. Für mich ist das Verschwinden des R520m schade, denn es bietet die eindeutig bessere Basis als das T68. Jedenfalls für meine Bewertungs-kriterien.
Noch gibt es das R520m bei einigen Händlern. Bei ebay erzielt es gebraucht nach wie vor Spitzenpreise. In einigen Fachpublikationen wird es immer noch als das beste Handy der Welt bezeichnet.Nicht ohne Grund, wie ich feststellen konnte.
Persönliche Bewertungsmassstäbe:
Solltet Ihr kennen, damit Ihr meine Beurteilung entsprechend einordnen könnt. Ich benutze das Telefon hauptsächlich beruflich. Ich reise dienstlich viel und habe diverse Kundentermine, bei denen ich zu Präsentationszwecken eine Verbindung mit einem SAP-R/3 System aufbauen muss. Wenn es geht, mache ich das über das Internet oder Festnetz, aber wenn Firewalls usw. im Wege sind, ist eine GPRS-Verbindung per Mobiltelefon die einzige Lösung. Mein Arbeitgeber zahlt die Zec
he, so dass ich das Teil intensiv mit allen Features nutze. SMS, Klingeltöne, Logos und Hintergrundbilder sind für mich bedeutungslos. Dreibandfähigkeit, hervorragende Sende/Empfangseigenschaften, bequeme Handhabung, exellente Sprachqualität und -lautstärke, ein brauchbarer Terminkalender, eine gute Adressdatenbank und gute Modem-Funktionen (GPRS) sind mir dagegen sehr wichtig. Eine vernünftige Stand-By-Zeit sollte selbstverständlich sein.
Äusseres:
Groß ist es, aber sehr flach. Es flutscht erstaunlich unauffällig in Hemden- oder Hosentaschen, wo es dank seiner Form aufrecht stehen bleibt. Anders als das Siemens ME45, welches die Tendenz hat, sich in Taschen quer zu legen und dann erst richtig aufzutragen. Durch die Größe findet ein wohltönender Lautsprecher Platz. Da der im Freisprechbetrieb wirklich als Lautsprecher genutzt wird, macht er normale Telefonlautstärke "mit links". Noch nie hatte ich ein besser klingendes Telefon, und ich hatte schon einige (ME45, S25, Panasonic GD90, Motorola Traveller...). Weiterhin sorgt die Größe dafür, dass das Mikrofon da ist, wo es hingehört. Nämlich vor dem Mund. Aber das Format muss man mögen.
Das Gehäuse besteht hinten aus Magnesium, vorne aus durchgefärbten (!!) Kunststoff. Dadurch ist es extrem stabil und unempfindlich gegen Kratzer, denn hier kann kein Lack abgehen.
Geschmackssache ist die Form der Tasten und Gehäuseschlitze, ich empfinde gefährlich Nähe zum Japan-Barock. Aber griffsicher, klar zu bedienen und sauber verarbeitet ist das Gehäuse auf jeden Fall. Im Laufe der Zeit lernte ich das Gefühl schätzen, kühles Metall in der Hand zu haben, wenn ich nach dem Telefon greife. Dagegen ist alles andere halt nur Plastik.
Ein Wermutstropfen: Selbst für jemanden, der so kurzsichtig ist wie ich, sind die Tastenbeschriftungen kaum zu entziffern.
Netzverbindungen:
Hier spielt es seine Stärke so richtig aus. speziell mit der ausziehbaren Hochleistungsantenne IAT10 (Sonderzubehör) h
ält es Verbindungen, wo andere Telefone (einschliesslich T68i) längst kein Netz mehr haben. Es geht halt nichts über eine gute Antenne, die sich ausserhalb des Gehäuses und damit nicht in der Hand befindet. Ericsson verkauft eine spezielle Version dieses Telefons nach wie vor als Verbindungstester (TEMS) an Netzdienstleister. Eigentlich sagt das alles über die Empfangsqualität.
Sehr hilfreich ist auch die extrem schnell ansprechende Feldstärkeanzeige. Anders als bei anderen Telefonen kann man mit der Antenne die beste Position wünschel-rutenartig suchen und ist dabei sekundenaktuell über den Sendepegel informiert. Wenn die Balkenanzeige auch nur ein Klötzchen zeigt, ist die Verbindung gut und haltbar. Sollte der eigene Netzbetreiber mal nicht erreichbar sein, so loggt sich das Telefon in fremde Netze ein und zeigt in Deutschland "Nur Notrufe möglich". Auch das habe ich noch bei keinem anderen Mobiltelefon gesehen. Wenn die Netzversorgung des eigenen Betreibers nicht gewährleistet ist, muss man da erst die SIM-Karte rausziehen, um einen Notruf über ein fremdes Netz abzugeben.
Ich habe in manchen Berichten über das R520m gelesen, dass die Empfangsleistung mit ausgezogener Antenne sogar geringer sei als mit eingeschobener oder der Normalantenne. Das stimmt nicht, man muss nur ein paar physikalische Fakten berücksichtigen:
Basisstationen senden und empfangen vertikal polarisiert. Man muss das Telefon also möglichst aufrecht halten, damit die Antenne nach oben zeigt. Liegt das Gerät flach auf dem Tisch, so kann die nutzbare Feldstärke tatsächlich geringer sein als mit der kurzen Knubbelantenne. In normal versorgeten Gebieten spielt das aber keine Rolle, und so hat man noch eine nette "Reserve", auf die die meisten anderen verzichten müssen.
So ist es mir z.B. gelungen, auf dem gesamten Baseler Flughafen im deutschen D2 angemeldet zu bleiben. Mit einem Panasonic GD90 ist das nur an wenigen, nach Norden zeigenden Stellen möglich. Das Si
emens ME45 ist trotz Innenantenne etwas besser, bricht aber in Gebäuden auch schnell ab und funkt einem garantiert einen Großteil der Sendeleistung direkt in Finger und Ohr.
Schnittstellen und Einstellungsmöglichkeiten:
Bluetooth! Geil, braucht aber leider eine recht teure PCMCIA-Karte im Notebook. Obwohl die Möglichkeit, einen drahtlosen Freisprecher anzuschließen, auch etwas hat. Ins Auto einsteigen und ohne jede Stöpselei sofort mit der Freisprecheinrichtung verbunden sein. Oder den Ericsson-Ohrhörer aufsetzen und ebenfalls drahtlos mit dem Telefon verbunden sein. Welches dann ruhig in der Jackentasche oder im Koffer ganz unten sein darf, denn man kann das Gerät hervorragend über Sprachbefehle steuern. Diese muss man zwar erst einmal eingeben, was Mühe macht, aber dann hat man das absolute Hände-Frei-Gerät. Also, Bluetooth hat was, leider auch seinen Preis.
Daher bin ich froh, dass es drahtlos auch über Infrarot geht. Was man vom Nachfolger T68i nicht behaupten kann. Shame on you, Sony-Ericsson! Natürlich gibt es gegen extra Euros auch ein klassisches Kabel. Und als Portable Freisprecheinrichtungen gibt es die allseits bekannten billigen Kabelmodelle, bei denen kein Akku geladen werden muss. Die Sprachsteuerung funktioniert auch hiermit.
Über alle Schnittstellen kann man Office abgleichen (komme ich noch dazu) und sämtliche Menüeinstellungen des Telefons vom Rechner aus erledigen. Was recht praktisch ist.
Office und Terminkalender:
Das Display ist hervorragen zu lesen, sowohl bei Dunkelheit als auch bei hellem Sonnenlicht. Da das Gerät voll MS-Outlook-kompatibel ist, kann ich meine Telefonlisten bequem auf dem Laptop pflegen und dann durch einfaches neben-die-IrDA-Schnittstelle-haltens des Telefons abgleichen. Ericsson-typisch ist dabei, dass pro Name bis zu 5 Nummern abgespeichert werden können. Dadurch kann man über 500 Nummern verwalten, wenn´s denn sein muss. Ebenso geht es mit Terminen, die ich in Outlook eingetragen habe.
Habe ich in Outlook "Erinnerung 30 Minuten (oder so) vor Termin" festgelegt, so übernimmt das Telefon diese Aufgabe. Unterwegs kann ich auch neue Telefonbucheinträge und Termine ins Handy eingeben, sie werden beim nächsten Abgleich in Outlook eingetragen. Die Magie wirkt also in beiden Richtungen. Da das Gerät auch eine Sprachnotiz-Funktion für kurze Bemerkungen hat, kann ich den Laptop öfter mal zu Hause lassen und entspannter durch die Gegend laufen.
Akku:
Der Akku ist nach heutigen Maßstäben recht klein mit 3,6V, 600 mAh, hält aber bei aktivierter IR-Schnittstelle und aktivem GPRS ohne weiteres 3 - 4 Tage Dauerbetrieb bei guter Netzversorgung. Das ist nicht rekordverdächtig, aber auch nicht schlecht. Durch Abschalten von GPRS kann man (bei allen Telefonen) einen Sedeburst je Handshake sparen, auch die Infrarot-Schnittstelle sendet regelmäßig ein "Hier bin ich" in die Gegend. Wenn man beides deaktiviert, geht´s auch 5 Tage. Den stärksten Einfluss hat die Netzversorgung, da das Telefon seine Sendeleistung den Notwendigkeiten anpasst. Und hier hat das R520m durch die Super-Antenne klare Vorteile, denn es muß weit weniger Leistung aufbringen als all die Mini-Teile, deren Antenne beim Telefonieren bauartbedingt zwischen Hand und Ohr steckt.
Kritik und Miesmacherei:
Ich ließ mein Gerät auf die neueste Firmware R4A updaten. Ohne, ehrlich gesagt, zu wissen, warum. Perfektion, oder so, denn Neues bringt das nicht. Danach stürzte es zunehmend ab und ließ sich schließlich nicht mehr einschalten. Ericsson schweigt zu dem Thema, aber nach hartnäckiger Suche im Internet fand ich schließlich Leidensgenossen, denen dasselbe passiert war. Allerdings tummelten sich in der Newsgroup auch jede Menge Leute, bei denen der Upgrade problemlos war. Wie auch immer, nachdem ich es auf R2G zurücksetzen ließ, lief es wieder einwandfrei.
Das Netzteil ist für ein Reisegerät zu groß und klobig. Es ist doppelt so groß wie das vom Siemens ME45. Di
e Idee, es mit diversen ausländischen Adaptersteckern zu liefern, ist sicher originell, leider sind diese Adapter groß ausgefallen und passen nur zum Handy-Netzteil. Muss ich z.B. nach Grossbritannien, so muss ich also noch einen Adapter für meine restlichen Elektrogeräte mitnehmen. Fazit: Nette Idee, dämlich umgesetzt.
Ericsson hat traditionell eine blinkende Leuchtdiode als Zeichen, dass das Gerät Netzverbindung hat. Wie blöd das aussieht, wenn einem so ein Blinki aus der Hemdentasche schaut, kann man sich ja vorstellen. Ich drehe das Teil in der Tasche daher immer um, Rückseite nach vorn. Über die viel zu kleine Tastenbeschriftung habe ich mich schon ausgelassen.
Fazit:
Na, wenn ich mehr Kritik nicht habe...
So ist es. Das R520 ist das beste Handy, das ich je hatte und je bei anderen gesehen habe.
Beeilt Euch, die Dinger sind bald weg vom vom Markt.
Viele Grüße, Michael Kaiser
Fazit:


21.03.03
Shame on me! Das T68i hat IrDA. ihr habt recht. Und ist damit wohl doch der legitime Nachfolger. Gruß, Michael Kaiser