
Produkttyp: Ubisoft Gamecube-Spiele
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Anspruchsloses Disney-Hüpfspiel
Tarzan Freeride (GCN)

Name des Mitglieds: elisa2
Produkt:
Tarzan Freeride (GCN)
Datum: 26.05.06
Bewertung:
Vorteile: Ganz netter Soundtrack, nettgemeinte Einlagen durch Wasserski, Surfen und Bungee-Jumping
Nachteile: Anspruchslos, ohne Überraschungen, kein Mehrspielermodus, nur für Kinder motivierend
Allein schon der Name des Gamecube-Titels „Tarzan Freeride“ lässt erahnen, um was für eine Art von Videospiel es sich handelt. Denn natürlich ist die berühmte Comic-Figur der Hauptdarsteller in einem Jump and Run, insofern erwartet uns nichts Neues. Wo ich gerade von „neu“ spreche, so sind wir auch schon gleich zu Beginn beim größten Schwachpunkt dieses Hüpfabenteuers gelandet: im gesamten Spiel werdet Ihr praktisch nie überrascht, alles ist irgendwie schon längst einmal da gewesen, besondere Höhepunkte gibt es hier leider nicht, fand ich jedenfalls. Daran ändert sich auch nichts dadurch, dass einige Elemente vorhanden sind, die einem Sportspiel entstammen könnten, so nett dies auch gemeint gewesen war. Dass der Anspruch insgesamt sehr niedrig ist, eindeutig auf die ganz jungen Videospieler abzielt und schließlich kein Mehrspielermodus berücksichtigt wurde, wirkt sich negativ auf die Langzeitmotivation aus. Kein Wunder also, dass die Zielgruppe für dieses Hüpfspiel dann doch ziemlich klein ist, großer Name hin oder her, ohne neue Spielideen, einen abwechslungsreichen Spielverlauf und ohne nennenswerte Herausforderungen kocht der Spielspaß insgesamt eher auf Sparflamme. Fairerweise möchte ich aber auch sagen, dass der Einstieg hier relativ leicht fällt, große Mängel beim Design nicht vorhanden sind und richtig ärgerliche oder gar frustrierende Passagen nicht vorhanden sind, es schleicht sich eben nur ziemlich schnell Langeweile ein, so dass eben nur Kinder längere Zeit Gefallen an diesem Gamecube-Spiel finden dürften.
Worum geht es in „Tarzan Freeride“ eigentlich?
Die Geschichte an sich ist relativ schnell erzählt. Böse Menschen sind tief in den Dschungel eingedrungen und haben es dabei auf Tarzan abgesehen. Sie wollen ihn und auch einige andere Urwaldbewohner wie Elefant, Bär, Tiger und Affe gefangen nehmen, um diese bei sich zu Hause in Europa als Attraktionen auszustellen und dabei richtig viel Geld verdienen zu können. Natürlich muss diese große Gefahr für den Dschungel schnellstmöglich wieder aus dem Urwald vertrieben werden und so übernehmen wir als Tarzan die Aufgabe, dies unverzüglich in die Wege zu leiten. Da wir es im Dschungel mit einem sehr unwegsamen Gelände zu tun haben, welches sich für ein Jump and Run hervorragend eignet, ist es klar, dass wir überwiegend von Ast zu Ast springen, uns mittels einer Liane von Baum zu Baum schwingen und zahlreichen Gefahren ausweichen müssen. Doch zum Glück wuseln wir nicht nur durch den dichten Blätterwald, sondern schnappen uns unter anderem auch ein großes Stück Baumrinde, um dieses als Surfbrett umzufunktionieren und damit einen reißenden Bach in die Tiefe hinuntersurfen zu können. Doch es gibt noch mehr Wassersport in „Tarzan Freeride, des Weiteren hängen wir uns zwischendurch nämlich an einen Geier und treiben auf diese ungewöhnliche Art und Weise Wasserski. Bei all diesen Wassersportarten muss in erster Linie natürlich den auf uns zukommenden Hindernissen reaktionsschnell ausgewichen werden, ansonsten erleiden wir bösen Schaden. Noch nicht einmal der Bungee-Sport kommt zu kurz, denn wir müssen uns mit Affen duellieren, wobei allerdings nicht das einfache Hinabsausen in die Tiefe ausreicht, sondern auch Hindernissen ausgewichen werden muss. Gewinnen wir die Auseinandersetzung, so helfen uns die Affen weiter und bringen uns an Orte, zu denen wir vorher nicht gelangen konnten. Manchmal kommen wir dann an eine Stelle, in denen wir wenig freundlich von einem Endgegner empfangen werden, die uns allerdings nicht allzu viel abverlangen: so schnell beziehungsweise so oft wie möglich müssen wir auf eine Taste hämmern, um einen speziellen Energiebalken aufzuladen, um dann eine kurz eingeblendete Tastenkombination schnell nachzuahmen, das war es dann aber auch schon. Je schwieriger der Gegner, umso länger und vor allem umso öfter müsst Ihr dies tun, besonders anspruchsvoll ist das Ganze aber nicht. Spätestens nach dem zweiten Endgegner wisst Ihr, dass wir es wirklich mit einem reinen Kinderspiel zu tun haben, der Schwierigkeitsgrad ist jedenfalls niedrig. Wie eingangs schon erwähnt, fehlen mir in erster Linie die großen Überraschungen, außerdem ist der Spielverlauf sehr anspruchslos und abwechslungsarm. Einmal durchgespielt, verstaubt für die Meisten von uns dieses Spiel irgendwo in einer Ecke, für die jungen Videospieler ist es aber wahrscheinlich völlig okay so, schließlich ist die Steuerung leicht zu verstehen, das Spielprinzip blitzschnell verstanden, die Eingewöhnungsphase sehr kurz.
Wie sieht „Tarzan Freeride“ denn aus und wie hört es sich an?
Nun ja, vom Hocker gerissen hat mich speziell die Grafik eigentlich nicht. Während die Hintergrundmelodien größtenteils gefallen, gut zum Geschehen passen, angenehm abwechslungsreich sind und die Atmosphäre im Dschungel ganz gut rüberbringen und somit in meinen Augen das größte Plus dieses Spiels darstellen, sieht es bei der Grafik nicht ganz so blitzsauber aus. Tarzan an sich ist mir eine Spur zu klein geraten und die Hintergrundlandschaften beziehungsweise die direkte Spielumgebung sieht wenig detailliert aus, da erwarte ich von einem Gamecube-Spiel wesentlich mehr. Die einfachen Texturen hätten mir schon bei einem Spiel für das Nintendo 64 nicht sonderlich gut gefallen, auf dem Gamecube kann ich das (natürlich!) noch viel weniger akzeptieren. Da wieder einmal ein Kinofilm die Vorlage für dieses Videospiel bot, wurde ich den Eindruck nicht los, dass auf die Schnelle noch halbwegs rechtzeitig dieser GC-Titel fertig werden sollte. Um größeren Grafikproblemen wie fiesen Rucklern, Geschwindigkeitsproblemen oder gar hässlichen Pop-Ups aus dem Weg zu gehen, sollte die Hardware des Gamecubes nicht über alle Maßen strapaziert werden, glaube ich. Immerhin sind die Animationen von Tarzan wirklich gut gelungen, der sich genauso gut bewegt wie er sich lenken lässt, nämlich quasi „butterweich“. Dass zwischendurch ein paar Zwischensequenzen die (eigentlich belanglose!) Geschichte an sich weitererzählen, ist zwar nett gemeint, hilft da aber auch nicht mehr gewaltig viel. Es bleibt dabei: der Soundtrack ist gut, die Grafik bestenfalls Durchschnitt, gesessen an den Möglichkeiten, die sich auf dem Gamecube bieten, eigentlich noch etwas weniger.
Kann ich Euch „Tarzan Freeride“ insgesamt empfehlen?
Jein. Eher nicht, nein. Unterscheiden müssen wir dabei allerdings zweierlei Dinge: für Kinder geht dieses sehr unkomplizierte Videospiel noch völlig in Ordnung, Eltern machen also nicht wirklich etwas falsch, wenn sie dieses Gamecube-Spiel ihren Kleinen kaufen. Für alle Anderen bietet dieses Hüpfspiel einfach zu wenig, daran ändern auch die witzig gemeinten Einlagen mit Bungee-Jumping, Wasserski und Surfen leider nicht viel, so nett gemeint dies auch war. Zu wenig Abwechslung bekommen wir hier nämlich trotzdem geboten, zu anspruchslos und zu leicht ist das Ganze, da wir die meiste Zeit über nur Hindernissen rechtzeitig ausweichen müssen und natürlich mit einem möglichst guten Timing einige Hüpfpassagen bewältigen und uns von Ast zu Ast springen. Die Duelle mit den Endgegnern stellen sich als simples Tastengedrücke heraus, Taktik ist hier überhaupt nicht gefragt. Dass kein Mehrspielermodus vorhanden ist, ist zwar bei solchen Spielen nicht gerade unüblich, ist aber trotzdem zu bedauern, da jetzt unter dem Strich nicht so wahnsinnig viel übrig bleibt, was als Argument für eine ansprechende Langzeitmotivation zählen könnte. Noch nicht einmal die Grafik ist derart gut ausgefallen, als dass (zumindest!) sie uns länger vor den Bildschirm fesseln könnte, lediglich der Soundtrack gefällt, was aber angesichts der Kinofilmvorlage von Disney eigentlich auch nicht anders zu erwarten gewesen war. Im Großen und Ganzen möchte ich dieses Gamecube-Spiel nicht empfehlen, zumindest der überwältigenden Mehrheit von uns, denn in fast allen wichtigen Punkten bietet sich uns nur wenig, was ich besonders positiv hervorheben könnte. Nein, für einen Gamecube-Titel ist mir das hier einfach zu wenig, wieder einmal habe ich das Gefühl, dass eine bekannte Comicfigur in Verbindung mit einem Disney-Film viele Käufer anlocken soll, die Qualität dieses Videospiels an sich insgesamt aber deutlich zu wünschen übrig lässt. Denn dieses Hüpfabenteuer kann ganz sicher nicht als Vorzeigetitel für eine Next-Generation-Spielkonsole bezeichnet werden, Ihr könnt daher ruhig einen Bogen um dieses Spiel machen ohne Euch zu denken, dass Ihr vielleicht etwas verpasst haben könntet.
Fazit: Nein, das war nichts, insgesamt zu unterdurchschnittlich.
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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