Tanz auf dem Drahtseil
Supermonkey Ball 2 (GCN)

Name des Mitglieds: elisa2
Produkt:
Supermonkey Ball 2 (GCN)
Datum: 24.05.06
Bewertung:
Vorteile: Simples Spielprinzip erleichtert den Einstieg, zahlreicher Level (insgesamt 90 plus Bonusstufen!)
Nachteile: Knallbunte Grafik nicht nach jedermanns Geschmack, nur solider Sound, Spielprinzip bleibt gleich
Ihr wollt ein knallbuntes Geschicklichkeitsspiel, welches ein schnell zu verstehendes Spielprinzip aufweist, aber trotzdem anspruchsvoll ist und Euch sowohl durch Umfang als auch Grad der Abwechslung mehr als nur für wenige Tage motivieren kann, nicht zuletzt durch den Mehrspielerspaß? Dann könnte „Super Monkey Ball“ für den Nintendo Gamecube tatsächlich etwas für Euch sein. Warnen muss ich Euch allerdings insofern, als dass dieses Videospiel nicht nur Eure Feinmotorik testen, sondern ganz sicher auch Eure Geduld beziehungsweise Euer Nervenkostüm prüfen wird, denn der Schwierigkeitsgrad ist hier nicht gerade ohne. Wer von Euch sich aber in diesen Punkten für belastbar hält und generell für so eine Art von Videospiel etwas übrig hat, der wird sich wirklich nicht beklagen können, denn insgesamt handelt es sich hier um ein richtig gutes Gamecube-Spiel.
Worum geht es in „Super Monkey Ball“ eigentlich?
Da es sich um ein Geschicklichkeitsspiel handelt, dürfte eigentlich so ungefähr klar sein, worauf es ankommt, nämlich um Euer Feingefühl. Eine Rahmenhandlung ist bei diesem knallbunten Spaßspiel nicht erforderlich, vielmehr absolviert Ihr einige Level, die es innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu meistern gilt beziehungsweise in denen Ihr ein strenges Zeitlimit auf keinen Fall überschreiten dürft. Da wir es hier mit einem ziemlich hohen Schwierigkeitsgrad zu tun haben und die Anzahl der Aufgaben sehr groß ist, seid Ihr eine ganze Weile mit diesem Gamecube beschäftigt und dies ist ja auch in Ordnung so. Alles in allem existieren zehn Anfängerlevel, dreißig Fortgeschrittenenlevel und fünfzig Profilevel und außerdem gibt es ja zum Glück auch noch einen Mehrspielermodus, der für lange Zeit Spaß machen kann, vorausgesetzt Ihr findet einen Gleichgesinnten beziehungsweise eine Gleichgesinnte. Vorbild für diesen Gamecube-Titel war wieder einmal ein Spielhallenautomat, wobei ich mich jetzt ernsthaft frage, wie viel Unmengen an Geldmünzen einige in jenen Autoamten verpulvert haben müssen, da ist mir die einmalige Investition von 50 bis 60€ für diese GC-Version (soviel kostete dieses Spiel im Jahr 2002!) doch deutlich lieber.
Der Spielverlauf wird dadurch bestimmt (am Titel dieses Spiels kann man es eigentlich schon erahnen!), dass wir einen in einer Kugel eingeschlossenen Affen durch die Gegend beziehungsweise die unzähligen Level rollen. Das Prinzip ist denkbar einfach, die Hürden und Hindernisse auf jedem Parcours jedoch zu meistern ganz sicher nicht einfach. Während wir mit der Kugel in einem oft sehr hohen Tempo durch den Level sausen, tauchen aber nicht nur viele Hindernisse auf, denen wir reaktionsschnell ausweichen müssen, sondern wir müssen auf schmalen Stegen entlang, über hohe Brücken, sausen daraufhin im wahrsten Sinne des Wortes wieder mit einem „Affenzahn“ in die Tiefe, hüpfen auf frei schwebende Plattformen, dort von einer zur nächsten und genau darauf achten, nicht in die Tiefe und somit ins Nichts zu stürzen. Begrenzungen am Spielfeldrand in Form von Zäunen oder sonstigen Begrenzungen gibt es nur äußerst selten, ständig droht somit die Gefahr des Abstürzens. Eine falsche Bewegung und unsere Kugel ist futsch, dass dies unter dem später immer knackiger werdenden Zeitlimit schnell den Schweiß auf die Stirn treiben kann, ist gut nachvollziehbar, glaube ich. Habt Ihr das Zieltor endlich erreicht, könnt Ihr wenigstens kurz verschnaufen, bevor es mit einem von insgesamt vier verschiedenen Kugeln weitergeht. Selbstverständlich sind die Kurse in den Anfängerleveln nicht ganz so gemein und nehmen später in ihren Anforderungen an uns erheblich zu, spätestens im Profilevel wird es richtig schwer, darüber hinaus gibt es sogar weitere Extrastufen zu erspielen.
Für Motivation dürfte somit eigentlich genug gesorgt sein, auch wenn Euch die manchmal etwas übersensible Steuerung ganz schön frustrieren wird. Hier hätte man ruhig etwas toleranter sein können, finde ich, da die Zeitlimits nachher sowieso schon happig genug sind, insofern ich das Ganze später übertrieben schwer finde. Für Action und Unterhaltung ist somit gesorgt, wenn auch von der Idee her immer das Gleiche verlangt wird, das will ich auch gar nicht verschweigen. Schon gut möglich, dass einige von Euch nach einer gewissen Zeit abschalten, wahrscheinlich dann aus einer Mischung aus aufkommender Langeweile und einer gehörigen Portion Frust. Seid Ihr nicht alleine, könnt Ihr Euch aber natürlich abwechseln und Euch somit nacheinander an den Leveln versuchen und vor allem im Mehrspielermodus austoben, der wirklich gut gelungen ist. Hier könnt Ihr mit bis zu vier Mitspielern die bereits geschafften Abschnitte ausprobieren und um die Wette rollen, des Weiteren existieren einige Minispiele wie „Monkey Race“ oder „Monkey Battle“, in denen Ihr auf Rundkursen umhersaust beziehungsweise Euch gegenseitig versucht, von Plattformen zu boxen. Schließlich sorgt „Monkey Target“ für den Abschluss, in welchem Ihr durch die Luft schwebt und vorgegebene Ziele wie in einer Flugsimulation ansteuert. Insgesamt gilt, dass der Einzelspielermodus Euch einige Stunden auf Trab halten dürfte, es aber bezweifelt werden muss, ob man diese ganzen Strapazen irgendwann einmal erneut auf sich nimmt, die Langlebigkeit ist da nicht unbedingt die große Stärke. Bei den Mehrspielermodi sieht es da schon besser aus, diese dürften immer wieder (auch nach Monaten!) zu geselligen Partyrunden reizen, glaube ich. Eines gilt aber auf alle Fälle: wer in Sachen Feinmotorik nicht eine Grundbegabung mit sich bringt, wird hier ordentlich ins Schwitzen kommen, ganz gleich ob im Einzel- oder Mehrspielermodus. In erster Linie richtet sich dieser Titel für den Gamecube offensichtlich an Spieler, die sich ansonsten sehr gerne an Jump and Runs oder Mehrspielerschlachten erfreuen.
Wie sieht „Super Monkey Ball“ denn aus und wie hört es sich an“?
Knallbunt, niedlich, süß, knuffig oder so ähnlich. Blenden lassen darf man sich angesichts des später heftigen Schwierigkeitsgrades von der „harmlosen“ Fassade jedoch nicht, objektiv gesehen ist die Grafik aber ebenso okay wie der Soundtrack. Überragendes wird uns aber in beiden Punkten nicht geboten, zwar sieht alles schön bunt aus, sämtliche Kameraperspektiven sorgen dafür, dass Ihr Euch mittendrin im Geschehen befindet und trotzdem (zumindest nicht andauernd!) selten den Überblick verliert und teilweise wimmelt es nur so vor Spezialeffekten, so dass Ihr in einigen Situationen dann manchmal kaum noch wisst, wo Ihr eigentlich lang müsst. Überall glitzert und funkelt es, wobei die Gebiete durch die Ihr mit der Affenkugel in einem Wahnsinnstempo saust, sehr abwechslungsreich gestaltet sind beziehungsweise sehr unterschiedlich aussehen. Besonders viele Details sowohl am Streckenrand als auch im Hinblick auf die Bodentexturen und Hintergründe gibt es aber nicht, in diesem Punkt wurde anscheinend „gespart“, was allerdings den Vorteil hat, dass die Hardware des Gamecubes nicht sonderlich belastet wird und die Grafik somit konstant flüssig bleibt. Die Hintergrundmelodien gehen ebenso in Ordnung wie die zahlreichen Soundeffekte, allerdings hätte ich mir speziell in diesem Punkt viel mehr Abwechslung gewünscht. Den teilweise sehr unterschiedlichen Leveln hätte man ruhig markantere Musikstücke zuordnen können und dominantere Soundeffekte hätten hier sicher auch nicht geschadet. Dies hat zur Folge, dass (abgesehen vom manchmal auftretenden Frust!) das Umherrollen mit der Kugel etwas eintönig wirkt, sich langsam aber sicher Monotonie breit macht, mit einem abwechslungsreichen und vor allem mitreißenden Soundtrack wird hier leider nicht energisch entgegen gewirkt. So bleibt unter dem Strich festzuhalten, dass wir es sowohl bei Grafik und auch Sound mit einer leicht überdurchschnittlichen Qualität zu tun haben, mit mehr aber nicht.
Kann ich Euch „Super Monkey Ball“ insgesamt empfehlen?
Dies kann ich ohne Weiteres tun, jedoch ist die Zielgruppe möglicherweise derart klein, dass viele von Euch (spätestens nach zwei bis drei Stunden!) keine Lust mehr auf dieses Spiel haben werden. Ihr müsst schon eine Menge für das Genre der Geschicklichkeitsspiele übrig haben und auch das ein oder andere Frustrationsgefühl verdauen können, da das Zeitlimit oft sehr streng ist und die Steuerung der Kugel zugleich etwas zu sensible ausgefallen ist und auch den nur kleinsten Fehler erbarmungslos bestraft. Ein kleiner Wackler und schon saust Ihr in die Tiefe, dies dämpft auf Dauer die Spielfreude erheblich. Wer dies verschmerzen kann und sich zudem in den spaßigen Mehrspielermodi austoben kann, wird aber sicherlich Freude an diesem ansonsten gut gelungenen Gamecube-Titel haben, auch wen die Präsentation insgesamt „nur“ leichten oberen Durchschnitt darstellt, gemessen and dem, was auf dem Nintendo Gamecube in Sachen Optik und Akustik ja mittlerweile eigentlich möglich ist. Dass einige Bonuslevel freizuspielen sind und ein interessanter Abspann Euch erwartet, ist sicher nicht schlecht, trotzdem ist die Langzeitmotivation im Einzelspielermodus sicher nicht die große Stärke, beim Mehrspielermodus sieht es hingegen schon erheblich besser aus. Jeder von Euch sollte sich dieses Spiel genau vorher anschauen und sich ernsthaft fragen, ob es wirklich Sinn macht, diesen Titel zu kaufen, denn um einen sogenannten „Mainstream-Titel“, also einen für die breite Käufermasse, handelt es sich hier bei „Super Monkey Ball“ nun wirklich nicht.
Fazit: Unterhaltsam und nett, aber auf lange Sicht nicht motivierend.
| Bedienkomfort: | ||
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| Spaßfaktor: |
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