Sonic - Shadow the Hedgehog (Sonic) (GCN)
Schattendasein - Sonic - Shadow the Hedgehog (Sonic) (GCN) Gamecube Spiele

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Produkttyp: Sega Gamecube-Spiele

Neuester Testbericht: ... Gegend umherirren, die Orientierung wird uns sehr schwer gemacht und ein anständiges Anvisieren gibt es auch nicht. So sehr die Entwickler ... mehr

Schattendasein
Sonic - Shadow the Hedgehog (Sonic) (GCN)

elisa2

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Produkt:

Sonic - Shadow the Hedgehog (Sonic) (GCN)

Datum: 27.05.08

Bewertung:

Vorteile: Mehrere Alternativwege pro Level durch unterschiedliche Aufträge (wenn man möchte), ganz gute Musik

Nachteile: Fade (nicht mehr zeitgemäße) Optik, ganz schlimme Steuerung, erstaunlich langsam

Als ich zum ersten Mal von "Shadow the Hedgehog" für den Gamecube von Nintendo hörte, dachte ich vielmehr an den berühmten blauen Igel Sonic, der in einem Wahnsinnstempo durch die 2D-Level auf dem Sega Mega Drive raste und hüpfte. Ich selber war damals noch sehr klein, habe es aber meinen Brüdern zu verdanken, dass mir jene alten Jump and Runs später in die Hände fielen und zwar dann, als die Epoche des Megadrives bereits vorbei war. In späteren Abenteuern wurde dann eine Art dunkles Gegenstück zu ihm geschaffen, dass auf den Namen "Shadow" hörte und genau diese Figur spielt nun die Hauptrolle im vorliegenden Fall. Leider ist dieser Titel für den Gamecube aber meilenweit von der Klasse seiner Urahnen entfernt, was dann doch eine ziemliche Enttäuschung für mich war. Und dies besonders deswegen, weil ich mir dieses Spiel einmal ausnahmsweise nicht zunächst aus der Videothek ausgeliehen sondern direkt gekauft hatte. Zwar handelt es sich nicht um ein richtig mieses Spiel, doch viele Wünsche von mir blieben offen, ich war letzten Endes enttäuscht.


Worum geht es in "Shadow the Hedgehog" eigentlich?

Da es sich um ein reinrassiges Jump and Run handelt, ist klar, was im Vordergrund steht und was eher nicht: eine Story mit Tiefgang finden wir ebenso wenig vor wie eine enge Bindung zu der Hauptfigur, vielmehr geht es ohne großes Drumherum schnell ans Eingemachte bzw. ab in die kunterbunten Hüpfwelten. Jedenfalls beginnt die Geschichte damit, dass wir als Shadow gar nicht wissen, was eigentlich los ist, haben wir doch unser Gedächtnis verloren. Zu allem Unglück sorgen auch noch böse Aliens für Angst und Schrecken, womit unsere Verwirrung geradezu komplett ist. Besonders heldenhaft ist Shadow aber offensichtlich nicht, scheint ihm das Schicksal seiner Heimat doch ziemlich egal zu sein, aber (und das interessiert ihn viel mehr!) genau diese Außerirdischen können ihm dabei behilflich sein, sein Gedächtnis zurück zu erlangen und sich wieder an seinen Namen und überhaupt seine gesamte Identität und Vergangenheit zu erinnern. Und das ist natürlich ein Grund für ihn, schleunigst aktiv zu werden. Die Aliens sind ganz offensichtlich an den Emerald-Kristallen interessiert und daher hat auch Shadow es auf sie abgesehen, insgesamt sind es sieben Stück, die es zu entdecken gilt.


Wie sieht "Shadow the Hedgehog" aus und wie hört es sich an?

Ehrlich gesagt nicht so toll, wie ich es erwartet hatte, schließlich sind wir ja immerhin im Gamecube-Zeitalter angelangt. Die Grafik wirkt angestaubt und besonders von den unscharfen Texturen am Boden und im Hintergrund bin ich enttäuscht. Die Schauplätze sehen bieder aus und weisen auch zwischendurch keine besonders nennenswerten Spezialeffekte auf. Dazu kommt, dass weder die Figuren besonders schön oder zumindest detailliert modelliert wurden und auch die gezeigten Animationen niemanden mehr heutzutage vom Hocker reißen. Es ist zwar nichts richtig hässlich und natürlich alles sehr schön bunt, doch insgesamt viel zu trist, was sich natürlich nicht besonders toll auf die Atmosphäre im Spiel auswirkt. Die kleinen Zwischensequenzen sind zwar nett und beinhalten gute Sprecher, bieten aber auch nichts Herausragendes, Ähnliches gilt für die rockigen Melodien, die zwar völlig okay, aber auch nicht wahnsinnig mitreißend sind. Gefallen haben sie mir trotzdem, jedenfalls wesentlich besser als die langweilige Optik.


Wie spielt sich "Shadow the Hedgehog" und wie sieht es mit der Motivationskurve aus?

Wer von Euch jemals auch nur ein einziges Abenteuer, und seien es auch nur wenige Stunden, gespielt hat, kann sich bestimmt vorstellen, was hier abläuft. In knallbunten Spielabschnitten sausen wir in einem Mordstempo durch die Gegend, sammeln in Bruchteilen von Sekunden alles ein, was uns in die Quere kommt und weichen dabei hoffentlich noch gerade rechtzeitig auftauchenden Hindernissen, Fallen oder Gegnern aus. Den Überblick zu behalten, ist dabei fast unmöglich, aber das ist auch so gewollt. Eine Achterbahnfahrt ohne Haltestation ist das, was wir in jedem Level erleben: wir rasen über den Boden, sausen in die Luft, fliegen durch unzählige goldene Ringe und Loopings, prallen an Bumpern ab, wetzen über Beschleunigungsstreifen und landen irgendwo für kurze Zeit wieder auf festem Untergrund, woraufhin wir kurz darauf mit Sicherheit wieder an irgendetwas stoßen, dass uns wie eine Flipperkugel wieder woanders hin fliegen lässt. doch was ist das? Merkwürdig, irgendwie kommt nicht das wahnwitzige Tempo auf, wie wir es von alten Sonic-Abenteuern kennen. Das Ganze läuft deutlich langsamer ab! Das ist eine Überraschung. Negativ bewerten will ich das aber erst einmal gar nicht, denn manchmal wurde es doch früher unangenehm hektisch bzw. war die irrwitzige Geschwindigkeit sicher Geschmackssache.

Einige Dinge wurden außerdem verändert, was ich auch nicht gedacht hatte, vielmehr ging ich von einem identischen Gameplay aus, wie es bei Sonic & Co. eben schon immer war. Neu ist, dass nun auch Waffen eine Rolle spielen, die wir von besiegten Gegnern aufnehmen dürfen. Manchmal ist es ein großes Schwert, dann wiederum eine Laserpistole, ein Maschinengewehr oder ein Raketenwerfer, den wir in den Händen halten. Die Munition für die Schusswaffen ist begrenzt, so dass wir stets Ausschau nach neuer halten sollten. Dies könnte ja grundsätzlich für zusätzliche Abwechslung sorgen, ist in Wahrheit jedoch leider viel langweiliger als es sich wahrscheinlich anhört. Tatsache ist, dass wir sehr oft planlos durch die Gegend umherirren, die Orientierung wird uns sehr schwer gemacht und ein anständiges
Anvisieren gibt es auch nicht. So sehr die Entwickler von Sega damit sicher auch versuchten, den Unterschied von Shadow zu seinem wesentlich friedlicheren Gegenstück Sonic deutlich zu machen, so sehr muss ich doch sagen, dass ich auf den ganzen Waffen-Schnickschnack gut hätte verzichten können.

Doch es gibt auch Positives zu berichten, so zum Beispiel im Hinblick auf den nicht linearen Spielverlauf. Hier muss nicht ein Level nach dem anderen müde abgeklappert werden, sondern es gibt fast immer einen Alternativweg. Abgesehen vom Entdecken des Levelausgangs haben wir die Möglichkeit, Aufträge alter aus Sonic-Abenteuern bekannten Charaktere zu erfüllen (hier treffen wir unter anderem auch auf Sonic selbst!): meistens heißt es, eine bestimmte Anzahl an Feinden zu besiegen oder spezielle Gegenstände im Level einzusammeln oder einen Spezialauftrag mit ganz anderer Zielsetzung zu erfüllen. Es liegt dabei an uns, auf was wir uns einlassen möchten, was sich dann auf den weiteren Spielverlauf tatsächlich auswirkt und wir jeweils unterschiedliche Spielwelten besuchen. Das ist natürlich wirklich gut und sorgt dafür, dass ein mehrmaliges Durchspielen auch wirklich Sinn macht. Ein Abenteuer an sich ist allerdings auch wirklich kurz und in ein bis zwei Stunden durchgespielt. Aber das war ja auch zu erwarten und ist angesichts der unterschiedlichen Möglichkeiten okay. Das dickste Problem liegt aber woanders.

Und das ist wirklich fatal, es geht nämlich um die Steuerung. Völlig klar, dass diese immer sehr wichtig ist, egal um was für eine Art an Videospiel es geht. Ich habe keine Ahnung, wie das dem Sega-Team passieren bzw. wie man so ein in dieser Hinsicht unfertiges Spiel produzieren konnte, aber es bleibt voller Entsetzen festzustellen: die Steuerung ist total misslungen! Ob das eine Schande, Unverschämtheit, große Peinlichkeit oder was auch immer ist, soll jeder von Euch selber beurteilen, klar ist jedenfalls, dass hier einiges nicht stimmt. Die ganze Zeit über haben wir das Gefühl, als würden wir einen glitschigen Boden unter den Füßen haben, wir schweben, gleiten und rutschen eigentlich nur so dahin. Das Spielgefühl ist dadurch sehr merkwürdig und auch richtig nervig, da die Sprungpassagen eine Rutsch- oder besser gesagt Zitterpartie sind. Oft verlieren wir ein Leben dadurch, ohne dass wir wirklich etwas dafür können und genau so etwas darf nicht passieren. Das Steuern wirkt ungenau, schwammig, haklig: eben alles andere als perfekt. Das ist richtig mies.


Kann ich Euch "Shadow the Hedgehog" insgesamt empfehlen?

Puh, das ist wirklich schwer. Es gibt positive Überraschungen, aber auch einige Dinge, die mir ganz und gar nicht gefallen haben. Letzten Endes sage ich: nein! Und wieso? Weil die schlampige Steuerung richtig Mist ist und der Spielspaß unter dem schwammigen Gerutsche unheimlich leidet. Dazu kommt eine fade Landschaftsoptik, die nicht okay ist, bedenkt man, dass wir es mittlerweile immerhin mit einem Gamecube-Spiel zu tun haben. Sehr schön sind zwar die alternativen Wege, die ich hier überhaupt nicht erwartet hatte und auch die Melodien sind völlig in Ordnung, doch das ist mir insgesamt viel zu wenig. Es kann doch nicht wirklich schwer sein, eine angenehme typische Hüpfspiel-Optik auf den Bildschirm zu zaubern, die etwas mehr zeitgemäß ist, wenn man es wirklich will. Da fehlte dem Entwicklerteam aus dem Hause Sega offensichtlich die Lust. Und vielleicht auch Zeit, aber egal, das darf keine Entschuldigung sein. Ganz schlimm wird es schließlich im Hinblick auf die verkorkste Steuerung, wofür ich dann überhaupt kein Verständnis habe. Somit bin ich überhaupt nicht zufrieden und rücke nicht mit einer Empfehlung raus.

Fazit: Enttäuschend.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: