Pikmin (GCN)
Kleine Helden ganz GROSS - Pikmin (GCN) Gamecube Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Nintendo Gamecube-Spiele

Neuester Testbericht: ... wirklich nicht sehr einfach . . Also mach dich gleich auf die Suche . Und die Suche kommt dir unendlich vor . . Aber du bist nicht all... mehr

Kleine Helden ganz GROSS
Pikmin (GCN)

Wockies

Name des Mitglieds: Wockies

Produkt:

Pikmin (GCN)

Datum: 24.07.02, geändert am 24.07.02 (38 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: super Grafik, klasse Sound, intuitive Steuerung

Nachteile: sehr schnell durchgespielt

Kleine bunte Samen, die den Würfel bevölkern, gerade mal ca. 2,5 cm groß. Und ein Space-Man, der auch nur über die stolze Größe von ca. 4 cm verfügt. Das sind die Helden des Spieles ?Pikmin?, welches Strategie in einer kunterbunten Welt bietet. Doch wie kommt Olimar, der kleine Raumfahrer, überhaupt auf den fremdartigen Planeten, auf dem er seine Raumschiffteile suchen muss ? Betrachten wir uns einfach mal sein Abenteuertagebuch:

Mein Name ist Captain Olimar. Auf meinem Heimatplaneten Hocotate kennt man mich als erfahrener Erforscher des Weltalls. Ich sammle mit meinem treuen Schiff Dolphin die merkwürdigsten Sachen in den Weiten des Alls ein und bringe sie zu den Wissenschaftlern auf unserem Planeten. Ein wirklich wichtiger Job, den ich mit größter Zuverlässigkeit erledige!

Ich hatte in letzter Zeit sehr viel gearbeitet, etwas wozu ich immer wieder neige. Also beschloss ich, mir eine kleine Pause zu gönnen. Am Abend vor meiner Erholungsreise hat mir meine Frau mein Lieblingsessen zubereitet. Es handelt sich um eine auf meinem Planeten äußerst beliebte Speise: Eine Suppe aus drei großen Zwiebeln und roten, gelben und blauen Mini-Karotten. Nachdem ich aufgegessen hatte, habe ich mich in mein weiches, warmes Bett gelegt und ging in Gedanken schon auf die Reise. Bis ich schließlich in einen tiefen, friedlichen Schlaf hinüberglitt.

Die Reise stand zunächst unter einem guten Stern. Ich hatte kein bestimmtes Ziel vor Augen, sondern überließ es dem Dolphin, sich einen eigenen Weg durch das Weltall zu bahnen. Und dann überkam mich ein seltsames Gefühl... Ich wusste auf einmal, dass diese Reise, die mehr ein Ausflug sein sollte, zu einem wahren Abenteuer werden würde. Ich schüttelte diesen Gedanken von mir ab, war er doch wirklich absurd. Ich stellte den Dolphin auf Autopiloten und verließ die Steuerung, um mir einen schönen, heißen Tee zu kochen. Und da geschah es! Ein heftiger Stoss erschütterte den Dolphin! Im nächsten Augenblick wurde mir klar,
dass etwas passiert war, aber mir blieb keine Zeit zum Handeln. Ich wurde gegen das Steuerpult geschleudert und alles um mich herum versank in Dunkelheit.

Als ich wieder zu mir kam, stellte sich heraus, dass der Dolphin auf einem fremdartigen Planeten gelandet war. Ich weiß nicht, wie dieser Planet heißt, geschweige denn, wo er sich befindet. Ich muss den Mächten des Chaos wirklich dankbar sein, dass alles so glimpflich abgelaufen ist. Bei näherer Betrachtung des Dolphins war deutlich zu erkennen, dass der Eintritt in die Atmosphäre ihm doch arg zugesetzt hatte. Er hat viele seiner Teile verloren, die jetzt auf dem Planeten zerstreut sind. Und um alles noch schlimmer zu machen, sagen mir die Sensoren meines Raumanzuges, dass die Atmosphäre dieses Planeten aus Oxygen besteht. Dieses Element ist für meine Spezies tödlich! Zum Glück ist das Lebenserhaltungssystem, welches zu meinem Raumanzug gehört, unbeschädigt. Aber ich weiß auch, dass die Reserven seiner Batterie nur noch 30 Tage reichen werden. Wenn ich nur meinen Hauptantrieb finden würde, dann könnte ich mit dem Dolphin vielleicht in die Atmosphäre des Planeten aufsteigen und von oben sehen, wo sich die anderen Teile befinden...

Ob ich in der Lage sein werde, die fehlenden Teile meines Raumschiffs zu finden? Ob ich unbeschadet zu meiner Familie und meiner Heimat Hocotate zurückkehren kann? Ich muss meine Furcht bezwingen, wenn ich sie wiedersehen will!

Ich habe beschlossen, alle meine Entdeckungen und Erfahrungen in einem Tagebuch festzuhalten, bis ich diesen unwirklichen Planeten verlassen kann. Meine einzige Hoffnung basiert auf zwei Entdeckungen, die ich heute machen konnte: Die erste ist ein enorm großes Teil, das den Zwiebeln auf Hocotate ähnlich sieht. Aber es ist wirklich absolut riesig und steht auf drei Beinen. Die zweite ist das Auftreten einer kleinen Lebensform, die den Mini-Karotten auf Hocotate gleicht. Ich habe beschlossen, diese Lebensform nach den Karotten zu benennen.
.. Pikmin.

Hier endet das Tagebuch von Olimar, dessen Rolle fortan der Spieler übernimmt. In ihm findet man einige recht wertvolle Informationen, z.B. wird einem das Spielziel klar, ebenso wie die Zeit, die man zur Erfüllung dieses Ziels zur Verfügung hat. Weiterhin erfährt man zum ersten Mal etwas von der merkwürdigen Lebensform - den weiteren Hauptfiguren des Spiels. Nun sollte man aber nicht denken, dass man zu Beginn des Spiels direkt die Zwiebel und die kleinen Wesen zur Verfügung hat. Diese müssen bei der ersten Erkundung des Planeten gefunden werden, weiterhin muss der Spieler in der Rolle des Olimar herausfinden, wie sich diese kleinen Wesen vermehren.

Dies alles hat man recht schnell herausgefunden und weiß schnell, dass man Blumen, plättchenartige Gebilde und die Kadaver von besiegten Feinden zur Zwiebel schaffen muss, damit sich die kleinen Helferlein vermehren. Dies sind zu Beginn des Spiels nur die roten Pikmin, im weiteren Verlauf findet man dann noch eine gelbe und eine blaue Zwiebel, die ebenfalls als Pikminlieferanten dienen.

Aber was sind eigentlich Pikmin? Bisher hat man ja nur die Information, dass sie den Mini-Karotten von Hocotate ähneln, aber seien wir mal ehrlich: Wer war denn schon mal auf diesem Planeten und hat sich diese Gemüseart angesehen? Wahrscheinlich keiner, das Gegenteil würde mich auch sehr wundern. Pikmin sind eine mysteriöse Lebensform, die spezielle Eigenschaften und unterschiedliche Erscheinungsformen hat. Im Laufe ihres Daseins wachsen sie nämlich. Direkt nach dem Ernten haben sie ein Blatt an der Spitze ihres ?Kopfes?, welches später zur Knospe und dann zur Blume wird. Ausgewachsene Pikmin sind natürlich besser als Jungpikmin, wie genau sich das äußert, wird man doch recht schnell herausfinden.

Wie im Tagebuch Olimars erwähnt, sind zahlreiche Teile des Raumschiffs auf dem Planeten zerstreut. Und so versammelt Olimar seine Pikmin um sich, um mit ihrer Hilfe diese Teile zu finden und zu sein
em Dolphin zurück zu bringen. Doch so einfach, wie es sich anhört, ist die ganze Sache nicht. Denn es sind nicht nur zahlreiche natürliche Hindernisse im Weg, auch viele Gegner warten darauf, von Ihren Pikmin vernichtet zu werden und als Zwiebelfutter zu enden. Dabei ist Teamgeist und Taktik gefragt, denn ein einzelner Pikmin kann es z.B. nicht mit einem knolligen Punktkäfer, einem Schnapper oder eine Crustabize aufnehmen.

Ebenso wie bei den Feinden ist auch bei den natürlichen Hindernissen viel Denkarbeit gefragt. Da gibt es Holztore, Steinmauern, Zweighaufen, die zur Brücke werden und noch einige andere Gemeinheiten, die den Weg zum ersehnten Raumschiffteil versperren. Hier ist der Einsatz der richtigen Pikmin gefragt, so können z.B. nur gelbe Pikmin Steinbomben benutzen, mit deren Hilfe eine Steinmauer schnell Geschichte ist. Dies alles geschieht meist auf Ihren Befehl, allerdings entwickeln die Pikmin manchmal ihren eigenen Willen und verstricken sich in unnötige Gegnerkämpfe, die zeitraubend und überflüssig sind. Dies geschieht aber äußerst selten und so hat man keine Probleme, seine kleinen Helferlein durch Pfiffe und andere Befehle zu lenken und zu leiten.

Da man pro Tag jeweils nur eine Region durcharbeiten kann und so ein Tag auch nicht ewig dauert, sollte man äußerst vielseitig vorgehen. Während die eine Truppe vielleicht eine Brücke fertig stellt, sollten sich andere schon mal daran machen, den nächsten Weg zu finden oder Blumen und Gebilde sammeln, um den Fortbestand der Pikmin zu sichern. Dabei können in der Zwiebel selber unbegrenzt viele Pikmin unterkommen, natürlich von der entsprechenden Farbe. Im Feld kann der Spieler allerdings nur 100 Pikmin einsetzen, was aber durchaus reicht, um die anstehenden Aufgaben zu erledigen. Über allen Teilen, die von den Pikmin abtransportiert werden können, steht jeweils die Anzahl, die benötigt wird, um das entsprechende Teil wegzuschaffen. Das erleichtert die Sache ungemein, da man so nur die wirk
lich benötigten Pikmin einteilt und mit dem Rest weiterziehen kann. Attackiert man einen Gegner, so erscheint über seinem Kopf eine Schadensanzeige, die angibt, wie geschwächt der Gegner ist. Und gerade bei den Kämpfen kommt schon mal ein ziemliches Durcheinander auf, wenn 100 rote, blaue und gelbe Pikmin über den Bildschirm wuseln.

Gerade bei diesen Massenschlachten ist es erfreulich, dass das Spiel keine Ruckler aufweist. Und das ist nur ein positiver Punkt der Grafik. Zahlreiche Details lassen das Spiel lebendig werden, so z.B. sich bewegende Grashalme, kräuselndes Wasser oder tolle Licht- und Schatteneffekte. Auch der Tagesablauf wurde mit morgendlichem Nebel oder abendlichen Rottönen gut umgesetzt. Ein kleines Manko ist, dass die Texturen aus der Nähe betrachtet manchmal etwas verschwommen wirken, aber das wird wohl keiner übel nehmen. Sowohl Olimar und die Pikmin als auch die zahlreichen Feinde wurden detailreich und liebevoll gestaltet und zeichnen sich durch flüssige und realitätsnahe Animationen aus. Manchmal könnte man meinen, man sei in seinem eigenen Garten unterwegs.

Zu einem kunterbunten Spiel muss natürlich auch eine flotte Musik. Die Musikstücke sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, da sie recht niedlich gehalten sind, aber sie passen auf jeden Fall perfekt zum Spiel. Je nach Situation kommen eher friedliche Klänge oder auch mal dramatische Töne aus den heimischen Boxen, die zusammen mit den gelungenen Soundeffekten eine wunderbare Soundkulisse bilden. Die Musikstücke haben alle eine sehr gute Qualität und verleiten schnell zum Mitträllern. Sehr witzig sind auch die Bemerkungen, die Olimar beim Auffinden eines Raumschiffteils in sein Tagebuch einträgt und dabei von sich gibt.

Das Spiel bietet eine intuitive Steuerung, die selbst Anfängern leicht von der Hand geht. Mit wenigen Tasten hat man seine Pikmin perfekt im Griff, kann sie herbeipfeifen, durch die Gegend werfen oder in den Ruhezustand versetzen. Die gute Steuer
ung ist auch extrem wichtig, denn man sollte immer bedenken, dass man nur 30 Tage Zeit hat, um Dolphin wieder fit zu machen. Noch wichtiger ist die Tatsache, dass ein Pikmin-Tag gerade mal 15 Minuten dauert. Somit sind diese 30 Tage verdammt schnell um. Da muss fix gehandelt werden, was mit der einfachen und flüssigen Steuerung kein Problem ist.

Manch ein Leser wird jetzt vielleicht denken, dass Olimar das ganze Abenteuer nur geträumt hat, schließlich gab es abends doch die Suppe mit den drei großen Zwiebeln und den roten, blauen und gelben Mini-Karotten. Doch ob dem wirklich so ist, wird hier nicht verraten, da müssen Sie schon selber ihre Pikmin und Olimar zum Erfolg steuern. :)

Fazit:
?Pikmin? - das steht für Strategie-, Puzzle- und Adventure-Elemente, eine kunterbunte und herrlich anzuschauende Spielwelt und vergnügliche Stunden vor dem Gamecube. Doch gerade diese Stunden sind es, die den Spielspaß etwas trüben, denn das Spiel ist relativ schnell durchgespielt. Es sind eben nur 30 Tage à 15 Minuten. Und bei der klasse Grafik, dem sehr guten Sound und der leichten Steuerung hat man diese Zeit schnell hinter sich gebracht. Trotzdem ist das Game durchaus empfehlenswert und regt sicherlich zum mehrmaligen Durchspielen an.

Fazit: