
Produkttyp: Nintendo Gamecube-Spiele
Neuester Testbericht: ... nun direkt steuern, bzW. die Spieler wechseln. Im Fastbreak eine tödliche Waffe. Nintendo hat übrigens eine NBA Lizenz, alle Spieler t... mehr
6-Punkte-Würfe und 4-Meter-Sprünge
NBA Courtside 2002 (GCN)

Name des Mitglieds: elisa2
Produkt:
NBA Courtside 2002 (GCN)
Datum: 23.05.06
Bewertung:
Vorteile: Spektakuläre Szenen am Fließband, schöne Animationen, gute Außengeräusche, innovative Spielmodi
Nachteile: Für Simulationsfans weniger etwas: total übertriebener Spielverlauf, nicht realistisch, zu simpel
Basketballspiele sind ja eigentlich nicht so unbedingt mein Ding, doch da es sich im Fall von „NBA Courtside 2002“ für den Nintendo Gamecube um ein unkompliziertes Arcade-Sportspiel handelt, bei dem eine längere Eingewöhnungsphase nicht erforderlich ist und ich zu Hause mehrfach zum Mitspielen aufgefordert, ja fast schon „gezwungen“ wurde, konnte ich mir im Laufe der Zeit schließlich doch ein Urteil über diesen GC-Titel bilden, der meiner Meinung nach übrigens ausschließlich für den Gamecube (und nicht etwas auch für die X-Box oder die Playstation 2!) erschien und von Nintendo selbst entwickelt wurde. Diejenigen unter Euch, die absolute Basketballfans sind und einen großen Wert auf Realismus legen, muss ich allerdings eindringlich warnen, denn dieses Sportspiel ist eindeutig auf Unterhaltung ausgelegt und möchte offensichtlich gar nicht eine ernsthafte Sportsimulation sein, vieles wird Euch daher überzogen und übertrieben unrealistisch erscheinen. Außerdem wirkt der Spielverlauf an sich zu simpel, um Simulationsfans wirklich begeistern zu können, was für mich aufgrund des unkomplizierten Einstiegs gut war, wird jene sicherlich ärgern, glaube ich. Wer das alles nicht so schlimm findet, wird jedoch gut unterhalten und dies nicht nur für wenige Tage, denn Spaß macht dieses Basketballspiel auf jeden Fall.
Worum geht es in „NBA Courtside 2002“ eigentlich?
Etwas habe ich ja schon in meiner Einleitung verraten, insbesondere dass wir es mit einem Arcade-Basketballspiel zu tun haben und nicht mit einer ernsthaften Simulation. Da es keine Hintergrundgeschichte bei dieser Art von Videospiel gibt, kann ich ohne weitere Umschweife direkt auf die vorhandenen Spielmodi eingehen. Zur Eingewöhnung empfiehlt sich anfangs der Practice-Modus, in welchem Ihr Euch mit den elementaren Dingen dieses Spiels, speziell der Steuerung, vertraut machen könnt. Höchstwahrscheinlich werdet Ihr diesen Modus aber nur für kurze Zeit aufsuchen und danach nie wieder, was Trainingsmodi eben so an sich haben. Im 3-Punkte-Wettbewerb nehmt Ihr an Schaukämpfen gegen bekannte Helden der amerikanischen NBA teil, hier wird aus größerer Entfernung auf den Korb geworfen. Doch auch diese Duelle motivieren nur für sehr kurze Zeit, glaube ich, so dass die Meisten von uns schnell zum Arcade-Modus übergehen werden. Hier treten zwei Teams gegeneinander an, jedoch verfügt jedes Team nur über drei Spieler und dies vor einer Kulisse, die eindeutig Hinterhof-Charakter haben soll. Besonders in diesem Punkt wird deutlich, dass „NBA Courtside 2002“ gar nicht besonders realistisch sein soll, nett aussehen tun die unrealistischen akrobatischen Kunststücke der Möchtegern-Stars aus der Bronx aber schon. Spezielle Regeln müssen bei dieser Arcade-Variante eigentlich nicht beachtet werden, hier ist nahezu alles erlaubt, zudem wurde offensichtlich die Schwerkraft außer Kraft gesetzt, denn es gelingen Euch meterhohe Sprünge, so dass spektakuläre Aktionen andauernd erfolgen. Was zu Beginn ganz spaßig ist, langweilte mich zumindest im Laufe der Zeit schon, mir jedenfalls war das Ganze zu übertrieben unrealistisch, aber dies ist sicher auch Geschmackssache. Interessant ist jedoch die Spielidee, nicht nur zwei oder drei Punkte zu vergeben, sondern ab und zu auch deutlich mehr, an der jeweiligen Markierung am Boden erkennt Ihr, wie viel Punkte Ihr bekommt, solche Euch von jener Stelle aus ein erfolgreicher Wurf gelingen, manchmal sind sogar sechs Punkte für einen einzigen Wurf möglich.
Gut ist auf jeden Fall, dass auch die „etwas“ ernsthafteren Varianten nicht zu kurz kommen: auf Wunsch könnt Ihr direkt in die Playoffs, also den K.-O.-Modus gehen, bei dem das Verliererteam aus dem Wettbewerb ausscheidet oder Ihr bestreitet eine komplette NBA-Saison, welche natürlich das Kernstück dieses Basketballspiels bildet. Auf Wunsch stehen Euch die Originalteams der NBA zur Verfügung oder Ihr bastelt Euch sogar Euer eigenes Team zusammen, insofern habt Ihr erfreulich viel Freiraum. Die Editor-Funktion ist in diesem Fall wirklich extrem umfangreich, ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass viele von Euch ewig vor dem Bildschirm sitzen und ihre Wunschspieler kreieren, sehr viele Details wie Körperbau, Gesicht, Frisur und sogar Tattoos lassen sich erstellen. Sogar das Regelwerk könnt Ihr bearbeiten beziehungsweise verändern und Eurem eigenen Team spezielle Taktiken zuweisen, dann aber geht es endlich auf das Parkett, die Korbjagd kann beginnen. Während die Rumble-Funktion durch das vibrierende Joypad Euch etwas mehr ins Spielgeschehen miteinbeziehen will, lernt Ihr die unterschiedlichen Möglichkeiten des Aufbaus von Spielzügen kennen, natürlich ist ein gutes Passspiel das A und O. Ansonsten wird in gewohnter Manie mit dem Ball gedribbelt und aus unterschiedlicher Distanz auf den gegnerischen Korb geworfen und die einzelnen Spieler während des Ballbesitzes teilweise ausgetauscht („fliegender Wechsel“) und ohne Ball geblockt, eventuell gefoult, ein Rebound oder das Klauen („Steal“) des Balles angestrebt, selbst die Teamtaktik lässt sich mitten im Spielgeschehen schnell ändern. Zum Glück „gehorchen“ die eigenen Spieler in den meisten Fällen dann auch tatsächlich und versuchen zumindest, das umzusetzen, was Ihr ihnen befohlen habt.
Mit „in den meisten Fällen“ beziehe ich mich speziell auf die Spieler, denen Ihr einen im wahrsten Sinne des Wortes „Adrenalin-Schub“ gegeben habt. Tatsächlich ist es uns möglich, per Tastendruck einen einzelnen Spieler unseres Teams zumindest vorübergehend anzuheizen, dieser wird für kurze Zeit besonders schnell und zielstrebig. Gefährlich wird das Ganze dadurch, dass aber in solchen Momenten zugleich die Gefahr besteht, dass jener Spieler „durchdreht“ und zu aggressiv zu Werke geht und übermotiviert zahlreiche Fouls begeht, so dass diesem ein vorzeitiger Ausschluss vom Spiel, also ein Platzverweis droht. Dieses interessante taktische Element wird generell dadurch weiter verstärkt, dass Euer Team wirklich „einen Lauf haben kann“, viele Korberfolge innerhalb kurzer Zeit verbessern die Stimmung in Eurem Team, was im Optimalfall dafür sorgt, dass ein spezieller Balken prall gefüllt ist und sämtliche Fähigkeiten Eurer Spieler dann stark verbessert sind. Das ist wirklich absolut lobenswert und nicht nur unterhaltsam, sondern zugleich motivierend. Vergessen werden darf aber nicht, dass das Ganze mehr als nur „ziemlich“ unrealistisch wirkt, Spaß macht es aber irgendwie trotzdem.
Wie sieht „NBA Courtside 2002“ denn aus und wie hört es sich an?
Grafik und Soundtrack sind bei diesem Basketballspiel ungefähr auf dem gleichen Niveau und dies erfreulicherweise auf einem guten. Im Hinblick auf die Optik haben mir vor allem die sehr gut animierten Athleten, die größtenteils gute Kameraführung (die trotz der schnellen Action meistens für den nötigen Überblick sorgt!) und der glänzende Parkettboden, auf dem das Spiel stattfindet. Die Texturen im Hintergrund, speziell beim Publikum, gewinnen sicher keinen Oskar, doch besonders gestört hat mich dies nicht. Besonders spektakuläre Aktionen werden noch einmal in einer Wiederholung gezeigt, was atmosphärisch gut rüberkommt. Während Hintergrundmelodien bei so einem Sportspiel wie diesem hier kaum eine Bedeutung haben, so sieht das hinsichtlich der Soundeffekte beziehungsweise der Außengeräusche natürlich schon ganz anders aus. Diese müssen eine möglichst realistische Atmosphäre rüberbringen beziehungsweise eine solche unterstützen und das gelingt hier bei „NBA Courtside 2002“ tatsächlich. Das Publikum geht gut mit, das Quietschen auf dem Parkett bei den Aktionen der Spieler ist nicht zu überhören und überhaupt kommen sämtliche Außengeräusche akustisch sehr klar rüber, die Stadionatmosphäre wirkt erfreulich authentisch. Dies in Verbindung mit dem schon angesprochenen Vibrieren des Joypads je nach erfolgter Aktion sorgt für genau die gewünschte dichte Spielatmosphäre, wie ich sie jedenfalls bei einem Basketballspiel erwarte.
Kann ich Euch „NBA Courtside 2002“ insgesamt empfehlen?
Kein Zweifel, das kann ich. Wir haben es im vorliegenden Fall mit einem guten Basketballspiel zu tun. Dass es nicht sehr gut geworden ist, liegt an dem zu niedrigen Realismusgrad, denn zu übertrieben wirken die spektakulären Aktionen der einzelnen Spieler, ja auf Dauer sogar kindisch. Hier wäre etwas weniger im Grunde mehr gewesen und damit meine ich jetzt nicht, dass „NBA Courtside 2002“ jetzt unbedingt eine extrem ernsthafte Basketballsimulation hätte werden müssen. So schön die Animationen der Spieler auch gelungen sind, so extrem unrealistisch bringen sie ein akrobatisches Kunststück nach dem anderen zustande. Anfangs lustig und interessant, nachher belächelt und später dann schon etwas nervig: so oder so ungefähr würde ich die meterhohen Sprünge der Athleten praktisch am Fließband bezeichnen. Außerdem gelingen Euch die tollsten Aktionen viel zu leicht, so dass sich die spektakulären Szenen derart häufen, dass sie nach einer gewissen Zeit schon wieder langweilig werden. Trotzdem machen speziell der Arcade-Modus und die komplette Saison richtig Spaß, auch der Vierspielermodus sorgt zumindest für einige Wochen für Stimmung. Wie anfangs schon angesprochen werden sich Simulationsfans nicht nur an den übertriebenen Aktionen der Spieler stören, sondern außerdem am insgesamt zu simplen Spielverlauf, diese greifen eher auf andere Basketballspiele zurück, glaube ich (weiß allerdings jetzt nicht welche, da ich mich bei Basketballspielen eigentlich nicht so gut auskenne!). Alles in allem kann ich Euch dieses Arcade-Basketballspiel für den Nintendo Gamecube empfehlen.
Fazit: Wirklich interessant, aber eben nur ein unrealistisches Spaß-Basketball, keine echte Simulation.
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| Spaßfaktor: |
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