In der Wildnis
Jagdfieber (GCN)

Name des Mitglieds: The-Wishmaster
Produkt:
Jagdfieber (GCN)
Datum: 17.03.09
Bewertung:
Vorteile: Preis, Sound, Thematik
Nachteile: Steuerung, Umfang, Grafik
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Filmumsetzungen zu Videospielen sind ja schon lange nichts Neues mehr. Deswegen überraschte Ubisoft die Gamer auch nicht, als man eine Umsetzung zum Animationsfilm "Jagdfieber" im letzten Jahr ankündigte. Da der Titel als eines der letzten Gamecube-Spiele schon recht schnell recht günstig zu bekommen war, hatte ich als Sammler einfach mal zugeschlagen. Ob sich das gelohnt hat? Lest am besten selbst...
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| ° Jagdfieber
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Wer den Kinofilm "Jagdfieber" - im Original "Open Season" kennt, der weiß auch um die Story im Spiel Bescheid. Der zahme Grizzly Boog lebt bei der Waldhüterin Beth in der Garage und fühlt sich dort auch sehr wohl. Eines Tages kreuzt der Hirsch Elliot seinen Weg und durch unglückliche Umstände entsteht jede Menge Chaos. Boog muss daraufhin in der Wildnis ausgesetzt werden, möchte er den Fängen des fiesen Jägers Shaw entgehen. Doch in der Wildnis lauert eben dieser wieder auf die beiden mitterweile zwangsweise angefreundeten Boog und Elliot. Dabei will Boog doch nur wieder zurück nach Timberline und in seine Garage! Das gestaltet sich aber als nicht so einfach, denn ihr in der Rolle des tapsigen Bären müsst erst einmal eure Wildinstinkte wieder erlernen, euch mit den Tieren des Waldes anfreunden und euch vor den schießwütigen Jägern in Acht nehmen.
In 25 Levels steuert ihr dabei meist Boog selbst und dürft mit ihm laufen, rennen sowie diverse Aktionen ausführen wie schnuppern (um Futter zu finden) oder Brüllen, um Jäger zu erschrecken. Dafür solltet ihr euch aber erst an die Jäger anschleichen, sonst bekommt ihr deren Schrot im Pelz zu spüren. Fähigkeiten wie das Schnuppern oder später auch das Schwimmen werden dabei erst im Laufe der Zeit erlernt. Durch das Sammeln von Wappen und das Erfüllen von Aufgaben erhält man zudem Punkte, die man gegen Boogs Wildinstinkte eintauschen kann. So lässt sich der Geruchssinn oder die Kraftleiste verbessern oder man erlernt ein stärkeres Gebrüll. Eine Möglichkeit ist auch seine Wurffähigkeiten zu verbessern. Wurrffähigkeiten? Richtig, denn Boog kann sich nicht nur Elliot schnappen und durch die Gegend schleudern, sondern auch die anderen Tiere wie Hasen, Stinktiere oder Eichhörnchen. Jedes Tier kann dabei individuell genutzt werden. Eichhörchen eröffnen sobald sie auf einen Baum geworfen wurden das Feuer auf die Jäger in Form von Nüssen. Stinktiere verbreiten ihren tollen Duft und dürfen auch in einem Kamin einer Hütte landen, um die Bude "auszuräuchern" und Hasen werden wie mit einer Schleuder geworfen und krallen sich dann in das Gesicht ihrer Opfer. In manchen Levels übernimmt man auch die Kontrolle von Elliot. Hier muss man dann entweder gegen den Platzhirsch Ian ein Wettrennen gewinnen oder die Jäger anderweitig überlisten.
Da Elliot als Hirsch nicht Brüllen kann, muss er sie durch Parodien necken und in Bärenfallen oder ins heiße Lagerfeuer locken, was nicht immer einfach ist. Dafür kann der Hirsch im Gegensatz zum Bären Boog springen - doch leider sind die Levels oftmals durch unsichtbare Wände zu sehr begrenzt. Ein Erkunden fällt also so gut wie flach, das Game zieht sich sehr straight und linear bis zum Ende hin durch. Auflockerung gibt es dabei nur durch drei weitere Stages, in denen Action angesagt ist. Einmal rollt ihr als überdimensionale Schneekugel einen Berg herab, einmal fahrt ihr in einem Lorenwagen auf Schienen und einmal schimmt ihr auf einem Baumstamm einen wilden Fluss hinab. Diese Stages können etwas hakeliger werden, da die Steuerung sehr unpräzise reagiert und dann teils wieder zu schnell anspricht. Man hat aber stets das Gefühl, als wolle die Figur von alleine zwar in der Mitte der Strecke bleiben, wird aber immer wieder seitlich abgedriftet. Zum Glück gibt es in "Jagdfieber" keine begrenzten Leben. Nach dem Absturz auf einer dieser actionreichen Strecken fängt man bei einem Rücksetzpunkt wieder an und kann so oft weitermachen, bis man das Level geschafft hat. Auch in den übrigens Stages ist dies der Fall. Selbst wenn Boog oder Elliot mal keine Kraft mehr haben und zu oft angeschossen wurden, heißt es niemals "Game Over". Elliot wird zwar von den Jägern geschnappt, fängt aber einfach wieder am Anfang des Levels an. Boog dagegen kann durch schnelles Button-Drücken sogar wiederbelebt werden und macht an derselben Stelle weiter, wo ihm eben noch die Kraft aus ging.
"Jagdfieber" wird dadurch trotz teils schwammiger Steuerung in den Sprungpassagen mit Elliot und den Nerven aufreibenden Actionlevels niemals zu schwer oder gar unschaffbar. Im Gegenteil, versierte Spieler erblicken schon nach gut fünf Stunden den Abspann. Ob und wie man dann weiterspielt, hängt von der eigenen Motivation ab. Es gibt in den Levels verschiedene Wappen zu finden, die in Beths Fotoalbum Infotafeln zu diversen Tieren des Waldes freischalten. Man könnte also meinen, dass vor allem jüngere Spieler durch das fleißige Sammeln der Wappen sogar noch etwas lernen können. Da sich die bereits geschafften Stages allesamt einzeln anwählen lassen, ist noch nicht einmal ein erneutes komplettes Durchspielen notwendig, wenn man manches Wappen verpasst hat. Inwieweit man diese aber wirklich alle sammeln möchte sei mal dahingestellt. Zudem gibt es noch sieben Minispiele freizuspielen, was im Laufe des Games aber automatisch geschieht. Die Minispiele sind leider sehr spartanisch gemacht und bieten auch mit Freunden kaum langen Unterhaltungswert. Hasen in Löcher versenken, Blumen pflücken, ein Memory, etc. - damit kann man Spieler kaum hinter dem Ofen hervor locken. Als Dreingabe sind die Minispiele nett, aber mehr als zwei oder dreimal wird man diese kaum anwählen und spielen.
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| ° Grafik & Sound
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Technisch kann "Jagdfieber" dann leider nur bedingt überzeugen. Man merkt dem Spiel einfach von der ersten Sekunde an, dass es sich um ein Lizenzgame zu einem Kinofilm handelt. Die beiden Hauptcharaktere sind noch recht nett animiert worden und sehen recht authentisch aus. Bei den anderen Charakteren hat man sich aber bereits deutlich weniger Mühe gegeben. Oftmals staksen die Stinktiere mit wenigen Animationsphasen durch die Landschaft und auch die Jäger gibt es nur in wenigen verschiedenen Varianten, die sich immer wiederholen. Ebenso hat man sich auch mit den Levels und der Umgebung nahezu keine Mühe gegeben. Die einzelnen Stages wirken oftmals lieblos hingeschludert und bieten kaum Weitsicht. Wird diese doch einmal offeriert, sind die Stages aber nicht frei erkundbar, sondern man findet schnell eine unsichtbare Wand, eine unerklimmbare Stufe oder Steine und Bäume im Weg. Der Wald ist also leider nur sehr begrenzt und hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Auch wenn die Farben klar und strahlend sind und die Grafik ruckelfrei präsentiert wird, gemessen an der mageren Leistung ist das ja keine Kunst. Einzig die gelungenen Ladebilder zwischen den Stages sind echt nett anzusehen.
Besser sieht es dagegen beim Sound aus. Im Spiel selbst kommt die Musik zwar nur kurz zum Einsatz sobald Boog von einem Jäger entdeckt wurde, passt dann aber gut zur etwas erhitzten Stimmung. Ansonsten ist in den Menüs eine Mischung aus Country und Rock angesagt, was leicht befremdlich für ein "Kinderspiel" wirkt. Wirklich toll geworden ist aber die deutsche Sprachausgabe. Zwar wiederholen sich manche Kommentare immer wieder, aber alle Texte und Dialoge der Tiere und der Menschen wurden von den Orignial-Sprechern des Films aufgesagt und klingen sehr authentisch. Auch die teils witzigen Kommentare von Elliot und den Stinktieren sorgen immer wieder für einen Lacher, wenn man z.B. ein Stinktier aufhebt zum Wurf und man einen Kommentar wie "Zum Glück gab es gestern Bohnen!" hört. Hier kann das Spiel wirklich punkten. Außerdem müssen so jüngere Spieler nicht einmal unbedingt lesen können um das Spiel zu verstehen, weil wirklich alles mit Sprachausgabe erklärt wird.
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| ° Fazit
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Insgesamt gesehen ist "Jagdfieber" sicherlich nicht überragend. Es handelt sich eher um eine durchschnittliche Filmumsetzung, die vor allem Freunde des Kinostreifens und jüngere Spieler ansprechen dürfte. Der geringe Umfang, Schwächen in der Steuerung und die mittelprächtige Grafik lassen "Jagdfieber" hinter vergleichbaren Games aus demselben Genre zurückfallen. Einzig der mittlerweile günstige Preis, der gelungene Sound und die für Kinder taugliche Thematik geben dem Spiel eine Daseinsberechtigung. Dennoch reicht es für nicht mehr als zwei Sterne, denn es gibt einfach wesentlich bessere Kinderspiele und auch gelungenere Filmumsetzungen. Die Empfehlung gilt deswegen nur sehr bedingt für Sammler, Freunde des Films und Genre-Liebhaber.
In diesem Sinne...
Stay dark!
The-Master-of-the-Wild
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen von einem Jäger angeschossen werden... ;)
Shake Heads!
Fazit: Das Fazit lässt so ein Spiel lieber in der Wildnis liegen und nimmt es nicht mit nach Hause.
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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