Ikaruga (GCN)
Profis am Werk! - Ikaruga (GCN) Gamecube Spiele

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Produkttyp: Infogrames Gamecube-Spiele

Profis am Werk!
Ikaruga (GCN)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

Produkt:

Ikaruga (GCN)

Datum: 17.01.09

Bewertung:

Vorteile: Spielprinzip, innovative Ideen, pixelgenaue Steuerung

Nachteile: nichts für Anfänger, da bockschwer

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Ausnahmsweise wird es heute mal wieder etwas klassischer, wenn es um Videogames geht. Aber nur rein theoretisch, da ich einen Gamecube-Titel vorstellen möchte. In der Praxis dagegen ist "Ikaruga" auch heute noch ein Hammergame allererster Güteklasse. Aber immer der Reihe nach...


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| ° Ikaruga
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Wer sich in der Vergangenheit mit dem Thema "Videogames" ein wenig auseinander gesetzt hat, dem ist das Entwicklerteam "Treasure" sicherlich ein Begriff. "Treasure" war unter anderem verantwortlich für den Genre-Hit "Radiant Silvergun", einem der wohl heute noch besten Shoot'em Ups aller Zeiten. Nach einigen anderen Titeln erschien somit auch "Ikaruga", welches in Japan zuerst einmal für die Spielhalle konzeptioniert war. Es entstand auf dem so genannten "NAOMI"-Board, was eine damals gängige Hardware für Arcadespiele war. Diese war relativ identisch mit Segas Dreamcast und somit war eine Portierung von "Ikaruga" fast schon vorauszusetzen. Das Game erschien dann auch in der Tat für Segas leider weltweit gesehen relativ erfolglose CD-Schleuder, allerdings nur in Japan. Import-Freaks wussten dennoch die Klasse des Titels bereits damals zu schätzen und brachten es in sehr geringen Stückzahlen auch nach Europa, weshalb die Original-CDs mittlerweile zu Sammlerpreisen gehandelt werden.

Jahre später hatte man seitens Atari ein Einsehen mit den vernachlässigten Baller-Freaks jenseits des großen Teichs und man setzte "Ikaruka" für Nintendos Gamecube um. Diese Version schaffte es dann nicht nur in die USA, sondern wurde auch hierzulande veröffentlicht. Endlich erhielt man also auch die Möglichkeit, sich diese Perle der Shoot'em'Ups ohne Importadapter oder Umbau zu Gemüte führen zu können. Für die nahe Zukunft ist sogar eine Veröffentlichung des Games auf Xbox Live Arcade geplant, so dass nun auch Besitzer einer Xbox 360 diesen Klassiker nachholen dürfen. Inwieweit diese Version aber dieselben Features wie die Cube-Variante bietet, ist noch nicht bekannt.


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| ° Story
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Doch widmen wir uns doch erst einmal dem Spiel selbst und klären, ob und für wen "Ikaruga" überhaupt interessant sein könnte. Ungewöhnlich ist bei dem Titel erst einmal, dass es eine relativ ausführliche Story zu bewundern gibt. Ging diese im japanischen Original bei vielen Zocker mangels Japanischkenntnissen wohl verloren, darf sie in der Umsetzung für Nintendos Spielewürfel erstmals in verständlichem Englisch bewundert werden. Ganz kurz zusammengefasst dreht sich alles in "Ikaruga" darum, dass ihr den Piloten Shinra spielt, der im Endeffekt die Welt retten muss. Es wird ein wenig Blabla darum herum gemacht, denn natürlich gibt es einen Bösewicht, der die Welt bedroht und ihr müsst als letzter Überlebender eurer Flotte notlanden, wo dann letzten Endes ein Volk ihr selbst gebautes Schiff mit dem Namen "Ikaruga" zur Verfügung stellt, damit ihr eure Aufgabe erledigen könnt. Leicht ausgeschmückt ist die Story somit nicht wirklich innovativ, aber bietet ein nettes Ambiente für das Game und immerhin einen weiteren Ansatz, um sich dem Game und seinen Herausforderungen zu stellen, oder? Also verschwenden wir am besten keine weitere Zeit, springen in den Pilotensessel und schnallen uns an...


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| ° Black or White?
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...und das ist auch bitter notwendig, denn mit "Ikaruga" wird dem Spieler ganz besondere Kost serviert. Ganz im Sinne von klassischen Shoot'em'Ups wie "R-Type" oder "Gradius" ist man als Spieler mit seinem einzelnen Raumschiff auf sich alleine gestellt. Einfachste Laserbewaffnung muss dabei ausreichen, um sich gegen die Horden an Gegnern zur Wehr zu setzen, die in immer neu auftauchenden Formationen am Horizont euch das Leben schwer, bzw. unmöglich machen wollen. Doch "Ikaruga" geht einen Schritt weiter und bringt ein innovatives Element in das Genre mit ein, welches man so noch nicht gesehen hat. Sind in anderen Shootern feindliche Projektile tödlich und führen unverzüglich zum Exodus, muss dies in "Ikaruga" nicht zwangsweise der Fall sein. Dafür gilt es lediglich die Farbe des abgefeuerten Schusses zu beachten. Gemäß dem Prinzip von Yin und Yang, bzw. einfacher ausgedrückt "Schwarz & Weiß" gibt es in Treasures Hardcore-Shooter schwarze und weiße Gegner, die euch mit entsprechend farbigen Projektilen unter Beschuss setzen. Parallel dazu lässt sich auch die Farbe eures Raumgleiters wunschgemäß zwischen den beiden Polen hin- und herswitchen und finde Leser erahnen sicher schon, worauf dies hinauslaufen kann. Richtig, denn die Projektile der "eigenen" Farbe fügen euch keinerlei Schaden zu. Im Gegenteil, sie können absorbiert werden und laden so nach und nach einen bis zu 12-fachen "Homing"-Schuss auf, der sobald er ausgelöst wurde zielsicher seine nächsten Feinde aufs Korn nimmt.

Doch damit nicht genug, denn auch eure Kontrahenten reagieren unterschiedlich auf der farbigen Beschuss. Gegner derselben Farbe stecken so beispielsweise deutlich mehr Treffer weg, da gegen sie eure Schüsse nicht sonderlich stark wirken. Somit braucht man zum Erledigen seiner Opponenten so einen Tick länger. Auf der anderen Seite genießt man so den Voteil, dass man sich nicht vor dem feindlichen Kugelhagel in gewagten Ausweichmanövern in Sicherheit zu bringen hat. Wer dagegen mit flinkem Daumen sein Schiff sicher durch den gegnerischen Beschuss steuern kann, wechselt lieber zur entgegengesetzten Farbe und heizt seinen Widersachern mit effektiveren Schüssen entsprechend ein. Hat man sich einmal mit einem Spielstil angefreundet, kann man versuchen seine eigenen Leistungen zu verbessern. Dafür wird das von Treasure integrierte Combo-System erforderlich sein, welches dem Spieler ein Maximum an Punkten bescheren kann. Trifft man nämlich hintereinander drei Gegner derselben Farbe, wird das Combo-System aktiviert. Mit schlappen 100 Punkten geht es los und steigert sich bis hin zu sensationellen 25.600 Punkten für einen einfachen Kontrahenten. Dafür ist es aber notwendig, dass man zwischendurch keinen "Farbpatzer" begeht, sonst startet der Counter natürlich wieder von vorne.

Am Ende eines jeden Levels wartet natürlich noch ein ganz besonders fieser Endboss auf den Spieler, der in der Regel nicht nur hunderte von Salven auf euch abfeuert, sondern auch die ein oder andere Transformation durchlebt, bevor er letztlich irgendwann das Zeitliche segnet und den Weg in die nächste Welt freigibt. Ein halbes Dutzend Obermotze müssen auf diese Art und Weise aus dem Weg geräumt werden, bevor ihr das Spiel als geschafft ansehen könnt. Für einen Shooter klingen die sechs Levels somit nicht gerade üppig, sind aber gemessen an der ursprünglichen Veröffentlichung des Games damals durchaus Standard gewesen. Zudem muss man wissen, dass "Ikaruga" bei weitem nicht zu den Titeln gehört, die man binnen wenigen Stunden durchgezockt hat und danach gelangweilt zur Seite legen wird. Nein, ganz sicher nicht. Denn was bisher noch nach einem netten Shooter mit einem innovativen Farbsystem klang, entpuppt sich in der Spielpraxis als ein höllisch schweres Stück Software, welches wohl nur den erfahrensten Piloten einen Ausblick in die spätere Stages bescheren wird.

Von allen Seiten bricht der Kugelhagel auf euch herein, während ihr versucht den immer neuen Feindformationen auszuweichen, die sich teils in apokalyptischen Suizidversuchen eurem Gleiter entgegen stürzen. Nebenbei gilt es noch den Hindernissen des Terrains, bzw. der Umgebung auszuweichen, um nicht an Säulen oder anderen Bauwerken zu zerschellen. "Ikaruga" deswegen aber unfair zu nennen wäre falsch, denn das ist der Treasure-Shooter zu keinem Zeitpunkt. Die Feindformationen tauchen immer an denselben Stellen auf und werden auch immer dieselben Salven abfeuern. Ein Auswendiglernen hilft also durchaus weiter, um heikle Situationen heil zu überstehen. Ebenso gilt es den Wechsel zwischen Schwarz und Weiß zu perfektionieren, da man anderweitig kaum eine Überlebenschance hat. Dies gilt besonders in Situationen, wo euch die Feinde einigermaßen in Ruhe lassen, ihr dafür aber labyrinthartige Konstruktionen zu durchfliegen habt, in denen nicht nur sich automatisch bewegende Wände ein Hindernis darstellen, sondern auch kreisförmig ausstrahlende Schussbatterien mal schwarze, mal weiße Kreise aus dutzenden Projektilen über den Schirm streuen, so dass ihr in der falschen Farbe binnen Sekunden vom Screen gefegt werdet.

Nur mit Beharrlichkeit und eisernem Willen wird man hier also zum Erfolg kommen und wo Gelegenheitsspieler und Möchtegern-Joypad-Akrobaten schon nach wenigen Minuten frustriert den Controller am liebsten in die nächste Ecken knallen und das Spiel zum Teufel wünschen würden, freut sich der geneigten Hardcore-Zocker ob der gebotenen Herausforderung. Dank eines Trainings-Modus mit unendlich vielen Leben werden zwar auch Anfänger zumindest die ersten beiden Level erleben - denn danach ist parallel zum Trainings-Modus aus der Spielhalle Schluss - das wahre Arcade-Feeling kommt allerdings ohnehin erst ab den unsagbar schweren dritten Level auf. Ein Lob darf dabei ebenfalls in Bezug auf die Steuerung ausgesprochen werden. Diese reagiert nämlich pixelgenau auf jedes eurer Kommandos. Wer also wieder einmal in ein feindliches Projektil gerauscht ist und sich einem "Game Over"-Bildschirm ausgesetzt sieht, kann nicht das Spiel dafür verantwortlich machen, sondern muss die Schuld bei sich selbst suchen. Wer einen geübten Piloten zur Seite hat, darf sich übrigens am Zweispieler-Modus versuchen, indem man zwar seine Kräfte bündeln kann, sich im Gegenzug dazu aber mit noch größeren Feindeshorden konfrontiert sieht.


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| ° Bitmap-Explosion
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Aus technischer Sicht präsentiert sich "Ikaruga" ebenfalls eher klassisch. Wie es sich für einen traditionellen Shooter gehört, läuft das Spielgeschehen in erster Linie auf zweidimensionalem Wege ab. Dem Spieler ist dabei überlassen, ob er die Ansicht wie in der Spielhalle nutzen möchte und das Game vertikal abläuft oder ob er den Screen lieber um 90° gedreht haben möchte, um ohne Balken an der Seite in der Horizontalen auf Alienjagd zu gehen. An sich setzt man in "Ikaruga" dabei auf klassische Bitmapgrafiken, die ihresgleichen suchen. Gerade in der heutigen Zeit, wo alles und jeder auf 3D setzt und man an vielen Ecken mit der Anzahl der verwendeten Polygone protzt, ist ein Titel im Stil von "Ikaruga" trotz seiner vermeintlich altbackenen Optik erfrischend und gerne gesehen. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass selbst im wildesten Kugelhagel die Sprites nicht einmal ansatzweise flackern oder es gar zu Rucklern kommt. Kein Wunder, waren doch sowohl das NAOMI-Board als auch die Dreamcast schon zu erstaunlichen Leistungen im Bereich der 2D-Grafik fähig. Für Nintendos Gamecube ist das Gewusel an Sprites ebenfalls eine Aufgaben, die er spielend bewältigt. Angereichert wird das optisch traditionell gehaltene Geschehen im Vordergrund übrigens immer wieder mit kleinen Leckerbissen im Hintergrund. Hier nämlich kommen durchaus 3D-Effekte zum Einsatz, wenn man beispielsweise über Militärbasen fliegt, riesige Stahlkonstrukte sich beeindruckend im Hintergrund drehen oder man zum Landeanflug auf einem Planeten ansetzt.

In Sachen Sound wird das positive Gesamtbild durch die entsprechenden treibenden Hintergrundmelodien abgerundet. Hierbei wurden zwar keine kompositorischen Meisterwerke vollbracht, aber die Stücke passen gut zum meist eher hektischen Treiben auf dem Screen und vermitteln eine gewisse Atmosphäre. Angereichert mit krachenden Soundeffekten, die vor allem durch Schussgeräusche und Explosionen vertreten sind, kann sich somit auch der Sound sehen, bzw. in diesem Falle wohl eher hören lassen.


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| ° Fazit
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An sich ist "Ikaruga" ein verdammt geniales Games und es verdient von mir auch ganz klar die Höchstwertung. Dennoch ist der Titel nicht uneingeschränkt an jeden zu empfehlen. Wer eher die unkomplizierte Unterhaltung sucht, schnelle Erfolge erzielen will und leicht gefrustet ist, sollte tunlichst die Finger von Treasures Shooter lassen. Wer sich dagegen eher zu den Hardcore-Zockern zählt, die so schnell nicht aufgeben und bereit sind eine gewisse Zeit in ein Game zu investieren, der bekommt mit "Ikaruga" ein ausgeklügeltes Spielkonzept mit innovativen Elementen. Diese absolute Perle des Genres ist auch nach Jahren noch unerreicht und hat nichts von ihrer ursprünglichen Faszination verloren. Technisch sauber präsentiert, mit fesselndem Gameplay ausgestattet und dank pixelgenauer Steuerung trotz des hammerharten Schwierigkeitsgrades jederzeit fair dem Spieler gegenüber, müssen Shooter-Freunde "Ikaruga" einfach haben. Alle anderen sollten sich auf Youtube mal ein paar der Videos aus dem Game reinziehen und danach entscheiden, ob sie sich dem Titel gewachsen fühlen oder lieber gleich frustriert das Gamepad für immer aus der Hand legen.


In diesem Sinne...

Stay dark!

The-Shinra-Master


PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen erst dann wieder klicken können, wenn sie das erste Level in "Ikaruga" ohne Gegentreffer überstehen... ;)

Shake Heads!

Fazit: Das Fazit ist gerade im Spielerausch.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: