
Produkttyp: Electronic Arts Gamecube-Spiele
Neuester Testbericht: ... möglichst viele Hauspunkte zusammen bekommen, um am Ende den Haus-Cup zu gewinnen. DER HARRY-POTTER-EFFEKT Das Spiel orientier sich von ... mehr
Komm, wir werfen ein paar Gnome!
Harry Potter und die Kammer des Schreckens (GCN)

Name des Mitglieds: The-Wishmaster
Produkt:
Harry Potter und die Kammer des Schreckens (GCN)
Datum: 18.10.03, geändert am 18.10.03 (125 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: ...gelungene Grafik, abwechslungsreiche Missionen, gute Film-Umsetzung, komplett eingedeutscht...
Nachteile: ...Sprachausgabe nicht immer lippensynchron, insgesamt etwas zu leicht, spricht generell eher eine jüngere Zielgruppe an...
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
In letzter Zeit habe ich eines meiner liebsten Hobbies, die Videospiele, leider viel zu sehr vernachlässigt. Eine Schande, ich weiß, wo ich doch eigentlich genug Games zuhause habe. Eines davon bekam ich von einem hier wohl bekannten Mitglied zu einem mehr als günstigen Preis zugeschussert, ein Dank hiermit an den dropsigen Dealer. "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" für Nintendos Gamecube war das Spiel und weil mein Schatzi es unbedingt haben wollte, flatterte mir schon bald darauf ein gut verpackter Umschlag mit dem Game darin ins Haus. Nach anfänglicher Skepsis testete ich das Game letztlich doch und wurde - wie beim Film zuvor auch schon - in den Bann des kleinen Zauberers gezogen.
~ Story ~
Die Story des Spiels dürfte alleine schon anhand des Titels den meisten bekannt sein, haben wir es doch hier mit dem Game zum gleichnamigen Buch/Film zu tun. Harry und seine Freunde erleben also kurz gesagt ihr zweites Jahr in der Zauberschule Hogwarts und kommen dort einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Dass Ihr als Spieler jetzt in die Rolle des Zauberlehrlings Potter schlüpft, ist natürlich klar und somit stehen etliche Abenteuer bevor...
~ Spielprinzip ~
Gar nicht so leicht, das Spiel zu beschreiben, weil es doch sehr abwechslungsreich geworden ist, am ehesten lässt es sich aber meiner Meinung nach als Action-Adventure mit Jump'n'Run-Elementen bezeichnen. Nach einem gerenderten Intro, in dem wir mit der Story vertraut gemacht werden, beginnt das Spiel aus der Iso-Perspektive auf dem Anwesen der Weasleys. Harry soll dort übernachten, bevor sich die Kids am nächsten Tag auf den Weg nach Hogwarts machen. Zuerst wird man hier mit der Steuerung des Games vertraut gemacht, indem man einfache Aufgaben erfüllen muss, wie z.B. ein Glas mit einem Zauberspruch von einem Fass herunterzustoßen. Gleich zu Beginn fällt dabei auf, dass unsere Figur des Harry Potter nicht springen kann, eventuelle Hindernisse werden automatisch erklommen und auch an Abgründen setzt er ohne Tastendruck zum Sprung an. Die Action-Buttons sind frei konfigurierbar, so dass der Spieler die im Laufe des Games erlernten Zaubersprüche je nach Gutdünken auf den Tasten verteilen kann.
Zu Beginn steht Harry nur ein namenloser Zauberschuss zur Verfügung, bald jedoch erlernt er weitere Sprüche wie "Lumos", mit dem er Licht ins Dunkel bringen kann oder "Flipendo", einen kräftigen Energieschub, welcher Fässer zerstören und auch gegen Opponenten eingesetzt werden kann. Da das Game auch für die jüngere Zielgruppe spielbar sein soll, hat man auf eine Begrenzung der magischen Kräfte verzichtet. Man muss also nicht ständig einen Zaubertrank im Gepäck haben, um verbrauchte Magie wieder aufzufüllen, Harry darf nach Belieben hexen. Hält man die Tasten übrigens längere Zeit gedrückt, so gewinnt der Spruch an Stärke. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn ein zu lange aufgeladener Zauber kann auf Harry zurückfallen und dem kleinen Zauberkünstler Schaden zufügen. Sinkt Harry Energieleiste gen Null, ist das Spiel beendet und man startet vom letzten Speicherpunkt aus.
Gefundene Gegenstände können genauso wie eine Karte der aktuellen Lokalitäten im opulenten Menü eingesehen werden, dort erhält man auch einen Überblick über die Artefakte der Zauberer, die Harry während seines Abenteuers in versteckten Truhen gefunden hat. Auch wenn man mal nicht mehr weiterkommt empfiehlt sich ein Blick in das Menü, denn dort findet sich neben dem Zauberbuch (in welchem die Sprüche nachgelesen und ausgetauscht werden können) noch das große Buch mit Harry Aufgaben. Für jeden Spielabschnitt (man könnte auch "Level" dazu sagen) bekommt man aufgelistet, was der kleine Potter noch zu erledigen hat. Ansonsten kann man auch mit allen möglichen Bewohnern und Mitschülern sprechen, die man in der Winkelgasse oder in Hogwarts antrifft, ab und zu erhält man auch dort nützliche Hinweise und Tipps zum Spiel. Hat man alle Aufgaben erledigt und möchte sich in dem Abschnitt nicht weiter umschauen, "geht man schlafen" und kommt somit ins nächste Level. Vom Aufbau her hat man sich für das Spiel übrigens stark am Kinofilm orientiert, so dass auch alle interessanten Szenarien nachgespielt werden dürfen, bevor man den Abspann zu Gesicht bekommt.
~ Grafik & Sound ~
Das ist denke ich der Punkt, von dem ich bei dem Game am meisten überrascht war. Vor allem die Grafik sei zu erwähnen, die durch und durch einfach fantastisch ist. Gut, wir haben natürlich mittlerweile schon auf dem Cube spektakulärere Polygonbauten und noch besser animierte Charaktere gesehen, aber für ein Spiel seiner Art war ich von "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" wirklich mehr als positiv überrascht. Das fängt beim guten Render-Intro an und setzt sich über die detaillierten Umgebungen bis hin zu den liebevoll animierten Charakteren fort. Diese möchte ich hier noch besonders erwähnen, denn es ist wirklich schön anzusehen, wie der kleine Zauberer Potter mit wehendem Mantel durch die Locations streift, sich langsam an einem mürrischen Ladenbesitzer vorbeischleicht oder mit Mühe und Not eine Kiste erklimmt.
Doch nicht nur Potter selbst, auch die restlichen Charaktere wurden sehr detailgetreu dargestellt und in Dialogen kann man diese mit Leichtigkeit erkennen. Hinzu gesellen sich einige ansehnliche Effekte, die sich vor allem natürlich af Harrys Zaubersprüche beziehen. Plötzlich werden dunkle Ecken hell ausgeleuchtet, Kisten und Fässer werfen lange Schatten und eine abgefeuerte Energiekugel zieht einen bunten, transparenten Schweif hinter sich her. Weiterhin positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass es während des gesamten Games zu keinerlei Slowdowns kommt, man rennt und zaubert sich also durchgehend flüssig durch die fantastischen Welten.
Der Sound präsentiert sich dank deutscher Sprachausgabe auch in Bestform und man muss Electronic Arts an dieser Stelle für die Lokalisierung des Games danken. Vor allem jüngere Spieler werden deswegen natürlich ihre Freude an dem Titel haben, denn auch wenn es meines Wissens nach nicht immer die Originalsprecher sind, so klingen diese doch verdammt ähnlich und lassen richtiges Kino-Flair aufkommen. Die Synchronisation ist dagegen nicht immer perfekt und man sieht die Polygon-Schnute auf dem Schirm durchaus das ein oder andere Mal noch sabbeln, während der gesprochene Text bereits verstummt ist. Das sind aber nur Schönheitsfehler am Rande. Die Musik kann zwar dagegen keine großartigen Akzente setzen, passt sich aber gut in das Gesamtgeschehen ein und untermalt die Locations entsprechend. Selbiges gilt für die Soundeffekte, die vor allem bei eingesetzten Zaubern schön druckvoll wirken und auch ansonsten vom Klirren übers Rumpeln bis hin zum Krachen alles bieten, was das Spielerherz begehrt.
~ Sonstiges ~
Kurz möchte ich noch erwähnen, dass das Spielgeschehen zwischendurch immer wieder aufgelockert wird. So muss man also abseits des normalen Suchens nach Schlüsseln, Schatztruhen und Fässern zum Beispiel gleich zu Beginn den Garten der Weasleys von Gnomen säubern. Diese werden mit einem Zauber betäubt, danach kann sie Harry an den Füßen packen und sich mit ihnen drehen. Nach der spätestens 7. Umdrehung sollte man sie dann loslassen und in hohem Bogen aus dem Garten katapultieren, denn erst wenn man den Rekord der Weasley-Brüder geknackt hat, darf man weiterspielen. Später ist dann noch eine Runde Quidditch angesagt, was natürlich auch alle Fans des Films freuen wird. Somit ist also auch genug Abwechslung geboten, um Euch längerfristig vor dem Bildschirm zu fesseln.
~ Fazit ~
Auch wenn man anfangs vielleicht Vorurteile dem Spiel gegenüber haben sollte, so ist "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" keinesfalls nur für Kiddies interessant. Technisch wurde das Game ansprechend umgesetzt und auch vom Gameplay her kann man nicht meckern. So bleibt lediglich der etwas geringe Schwierigkeitsgrad als Kritikpunkt übrig, weshalb man das Spiel als halbwegs erfahrener Zocker eigentlich relativ gut durchspielen kann. Mit dieser Einschränkung sei Harry Potter aber dennoch allen Freunden des unterhaltsamen Action-Adventures empfohlen und auch Jump'n'Run-Fans dürfen hier gerne mal einen Blick riskieren. Mich hat das Game jedenfalls mehr als positiv überrascht.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Pottermaster
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen von einem Goblin gezwickt werden... ;)
Shake Heads - Für den Grief!
Fazit:
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