Neuer Harry Potter Film - neues, gelungenes Harry Potter Spiel?
Harry Potter und der Gefangene von Askaban (GCN)

Name des Mitglieds: Kreuze
Produkt:
Harry Potter und der Gefangene von Askaban (GCN)
Datum: 23.02.05, geändert am 26.02.05 (487 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: tolle Harry Potter-Atmosphäre, viele Rätsel nur im Team lösbar, jede Menge Bonusfeatures
Nachteile: spielerisch nicht gerade anspruchsvoll, Schwierigkeitsgrad relativ einfach
Genau richtig zum dritten Semesterbeginn in Hogwarts hat sich EA die passende Softwareumsetzung nicht entgehen lassen und ein für alle Altersklassen zugängliches Spiel zum Filmstart von "Der Gefangene von Askaban" auf den Markt gebracht.
Wie auch im Film geht es diesmal um den Gefangenen von Askaban - oder besser gesagt - dem ehemaligen Gefangenen von Askaban. Denn der gefürchtete Sirius Black ist ausgebrochen und direkt auf dem Weg in die Zauberschule von Hogwarts. Harry steht natürlich mal wieder im Mittelpunkt der Geschichte, denn Sirius Black ist niemand anderes, als der Zauberer, der durch seinen Verrat schuld am Tod von Harrys Eltern war. Wie immer müssen sich die drei Spürnasen Harry, Hermine und Ron durch die fantastischen und nicht immer ganz ungefährlichen Räume Hogwarts schleichen, um dem mysteriösen Rätsel von Sirius Black auf die Schliche zu kommen.
Spielerisch orientiert man sich sehr genau am Vorgänger, es handelt sich also auch bei diesem Spiel um ein ganz klassisches Action-Adventure mit allerlei bekannten Spielelementen die man so auch schon in vielen anderen Genrevertretern erlebt hat. Doch gut geklaut ist immer noch besser als schlecht selbst gemacht, weshalb die zahlreichen Schleicheinlagen, Schiebepuzzles, Lichtstrahlrätsel und die häufigen Kämpfe irgendwie immer noch für jede Menge Spaß sorgen. Diesmal setzt man allerdings ganz deutlich auf das Teamplay zwischen Ron, Hermine und Harry, welche über jeweils unterschiedliche Spezialfähigkeiten verfügen. So kann Spürnase Ron versteckte Extras und Geheimgänge finden, Hermine ist nicht nur besonders schlau, sondern kann sich auch durch besonders enge Gänge quetschen und Titelheld Harry macht sich bei der ganzen Sache durch seine Gewandtheit und seine Kletterkünste bezahlt. Da alle drei im Laufe ihres Abenteuers auch unterschiedliche Zaubersprüche lernen werden, muss man bei fast allen anstehenden Rätseln und Aufgaben die Fähigkeiten aller drei Zauberschüler geschickt kombinieren um erfolgreich in den Gewölben von Hogwarts weiterzukommen.
Aber nicht nur die zahlreichen und im Spiel überwiegenden Rätsel wollen gelöst, sondern auch so mancher Gegner besiegt werden. Hierbei verwendet das Spiel die gleiche Technik wie im Vorgänger, mit einem Tastendruck nimmt man die Bösewichte ins Visier und kann sie dann mit verschiedenen Zaubersprüchen bearbeiten. Dabei verdienen die Endgegner ein großes Lob: Wie es sich für ein gutes Videospiel gehört, haben diese besonders dicken Fieslinge ein bestimmtes Angriffsmuster, welches erst studiert und dann gegen sie angewandt werden muss.
Das Spiel ist in einzelne Schultage eingeteilt und jeder davon stellt vor neue Herausforderungen, Geheimnisse und Gefahren. Dabei fällt das überaus praktische Questlog und das restliche Menüsystem sehr positiv auf, denn obwohl Hogwarts riesengroß ist, findet man sich immer hervorragend zurrecht und wird vom Spiel immer ganz behutsam in die richtige Richtung gelotst. Aber gerade weil Hogwarts so groß ist, muss man bisweilen auch recht lange Laufwege in Kauf nehmen, um überhaupt das nächste Ziel erreichen zu können. Etwas Langeweile wird sich hier ab und zu schon mal einstellen.
Optisch gibt sich Harry gekonnt: Die liebevollen Animationen der Protagonisten fallen sofort auf, aber auch der Rest kann sich durchaus sehen lassen. Es werden zwar keine optischen Rekorde aufgestellt, trotzdem ist man mit der technischen Umsetzung zufrieden. Lediglich eine Auto-Speicher-Funktion hätte nicht geschadet, viel zu schnell übersieht man den Menüpunkt und darf ganze Level nochmals spielen.
Die PS2-Version bietet als einzige ein kleines Bonusspielchen, welches zusammen mit dem Sony EyeToy funktioniert. Die wilden Verrenkungen vor der Kamera, wie man sie in ähnlicher Form schon aus "EyeToy Play" kennt, gibt es auch hier, nur eben im Harry Potter Look.
Auch wenn von den Harry Potter-Filmen und insbesondere von den Büchern gerne behauptet wird, dass sie nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene überaus interessant sind, so kann man dies von der gleichnamigen Videospiel-Umsetzung leider nicht ganz behaupten. Harry Potter und der Gefangene von Askaban ist in Softwareform eher für die jüngere Zielgruppe gedacht. Aber auch als begeisterungsfähiger Erwachsener darf kann man mal einen Ausflug nach Hogwarts machen, denn schlecht ist das Spiel bei weitem nicht. Die Rätsel sind alle schön durchdacht, der allgemeine Schwierigkeitsgrad ist äußerst angenehm und die Inszenierung ist überaus liebevoll umgesetzt. Es ist halt manchmal etwas zu langwierig und generell nicht besonders fordernd, dafür aber wenigstens einsteigerfreundlich und bis unter die Decke voll mit Geschichten und Personen aus der Welt von Joanne K. Rowling. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Wer kann da schon widerstehen?
Fazit:
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