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Neuester Testbericht: ... dem Kinofilm ab, dennoch sind etwa die Wassereffekte sehr gut umgesetzt. Immerhin haben die Spiele-Entwickler dieselben Grafik-Modelle verw... mehr
Wo ist Nemo?
Finding Nemo (GCN)

Name des Mitglieds: elisa2
Produkt:
Finding Nemo (GCN)
Datum: 27.05.08
Bewertung:
Vorteile: Gelungene ruckelfreie Grafik plus Zwischensequenzen, hoher Wiedererkennungswert, klasse Sprecher
Nachteile: Miese Steuerung, oft überforderte Kamera, sehr abwechslungsarm: auf Dauer langweilig und frustig
Ja, es ist völlig richtig, dass ich mir oft Umsetzungen bekannter Filme aus dem Kino oder einer TV-Serie als Videospiel anschaue, um mich dann meistens über die schwache Qualität zu ärgern. Aber das ist nicht immer so, also gebe ich die Hoffnung noch nicht auf. Außerdem kaufe ich mir selbst so gut wie nie solch ein Videospiel, sondern leihe es mir vorsichtshalber erst einmal aus. Wobei es dann sehr oft aber auch bleibt. So auch bei "Findet Nemo", einem berühmten Animations-Kinofilm aus dem Hause Disney. Natürlich ist dieses Action-Adventure in erster Linie an die Jüngeren gerichtet und klar ist, dass man dann nicht so wahnsinnig viel Tiefgang oder Anspruch erwarten kann. Es gibt aber ein paar Dinge, die überhaupt nicht hätten sein müssen und die insgesamt solch ein Gewicht haben, dass ich letzten Endes mit diesem Titel für den Gamecube nicht zufrieden bin.
Worum geht es in "Findet Nemo" eigentlich?
Kennern und erst recht Fans des Kinofilms brauche ich sicher nicht viel zu erzählen, allen Anderen wahrscheinlich auch nicht, da sie ohnehin dann auch kein Interesse an diesem Videospiel haben dürften, nur soviel: Fische spielen die Hauptrolle und daher sind wir praktisch die ganze Zeit über unter Wasser. Wir machen die Bekanntschaft von Marlin, Dorie, Crush und natürlich vom kleinen Clownfisch Nemo oder besser gesagt machen wir uns auf die Suche nach ihm, denn er ist tragischerweise verschwunden. Papa Marlin ist natürlich in Panik geraten und ziemlich verzweifelt: wird er seinen Sohn Nemo jemals wiedersehen? Er hat nur eines im Sinn, nämlich seinen unerfahrenen und in Lebensgefahr schwebenden Sprössling zu retten. In der Folgezeit schwimmen wir mit den drei obengenannten Fischen durch eine Unterwasserwelt, die natürlich auch nicht ganz ungefährlich. Minen sind mit im Spiel, aggressive Fische kommen uns in die Quere, so auch der fiese Laternenfisch Bruce, waghalsige Hüpfsequenzen über Feuerquallen und ein paar Rätsel, die es zu lösen gilt, um an Extras zu gelangen, oftmals in Form von kleinen Filmausschnitten oder kleinen Minispielen wie Puzzles oder Memory.
Unter Zeitdruck geraten wir oft bei kleinen Wettrennen bzw. Passagen, in denen wir eine bestimmte Anzahl von Muscheln einsammeln oder das Ende eines Teilabschnitts in einer bestimmten Zeit erreichen müssen. Das Ganze ist zwar wirklich nicht kompliziert, überraschend hart ist es aber, dass bereits ein Fehler genügt, um für ein Game Over zu sorgen. Generell empfiehlt es sich, so viele wie Garnelen wie nur möglich um sich herum zu scharen, die praktisch als Schutzschild oder besser gesagt als Extraleben fungieren. Werden wir von einem Feind getroffen, zum Beispiel von einem giftigen Kugelfisch oder Krebs erwischt, so verabschiedet sich nur eine der Garnelen, das Aus für uns ist erst da, wenn wir berührt werden und keine Garnele mehr vorhanden ist. Bei den Passagen unter Zeitdruck gibt es allerdings keine Garnelen, insofern es manchmal sogar frustrierend werden kann. Dies nur als kleine Warnung, da uns schließlich die Steuerung öfters einen Strich durch die Rechnung macht und das Ganze für die Hauptzielgruppe, den Kleinen, doch unangenehm schwer macht.
Ärgerlich ist hier leider, dass sehr oft gar nicht klar ist, wo und wie genau es weitergehen soll. Oft erst durch Zufall geht es weiter, das nervt auf Dauer. Ebenso nicht zufrieden bin ich mit der Steuerung, die nicht besonders genau ist, das darf einfach nicht passieren und spricht wieder einmal für eine oberflächliche Programmierung oder besser gesagt Schlamperei. Dieser Eindruck wird noch dadurch erhärtet, dass es an Abwechslung mangelt, besonders viel Liebe zum Detail wird ebenso wenig ersichtlich wie überraschende Vorkommnisse. Dabei war am Anfang doch alles so schön einfach: ein superschneller Einstieg, der uns durch ein behutsames Vertrautwerden mit der Tastenbelegung auf dem Joypad noch als Nemo leicht gemacht wird. Wir lernen schnell, wie man sich elegant durch die Luftblasen fortbewegt, mehrere kleine zu einer großen macht, Krebse oder andere für uns gefährliche Meeresbewohner darin einsperrt und eigene Attacken ausführt.
Wie sieht "Findet Nemo" aus und wie hört es sich an?
Ganz ehrlich gesagt, ist die Grafik das, was mit Abstand das Beste in diesem Spiel ist. Und das ist ja nun ein nicht ganz unwichtiger Punkt. Die Mängel kann es zwar sicher nicht überdecken, doch wird hierdurch ein totales Debakel verhindert. Sicherlich kann ein Spiel für den Gamecube noch wesentlich mehr Detailreichtum an Texturen am Boden und im Hintergrund an den Tag legen, doch allzu sehr nörgeln möchte ich in diesem Punkt nicht. Gefallen haben mir ganz eindeutig die knallbunten Farben, die zumindest in grafischer Hinsicht abwechslungsreichen Schauplätze, die sehr schönen Animationen und die nett anzuschauenden Zwischensequenzen. Und das alles, ohne jemals zu ruckeln. Die Fans des Kinofilms werden hiervon begeistert sein und sich sofort wie zu Hause fühlen. Nicht ganz mithalten aber immer noch gelungen sind Musik und deutsche Sprachausgabe, die mich ebenfalls positiv überrascht haben. Schade, dass es solche Probleme mit Kamera, Steuerung und überhaupt dem Gameplay gibt, sehr schade. Originalsprecher und der bekannte Soundtrack sprechen dafür, dass die Atmosphäre, die sich im Kinofilm entwickelt, auch hier rüberkommen sollte. Demzufolge ist es hier eine Achterbahn der Gefühle, die man durchlebt, die gute Präsentation rettet letzten Endes so manches, aber leider bei weitem nicht alles.
Wie spielt sich "Findet Nemo" und wie sieht es mit der Motivationskurve aus?
Es ist ziemlich schnell langweilig und besonders für die sehr junge Zielgruppe ungewöhnlich frustrierend. Bunte Muscheln einsammeln, durch Ringe schwimmen, Feinde in Luftblasen einsperren und diese dann zerplatzen lassen: das war es eigentlich dann auch schon. Den jeweiligen Spielabschnitt möglichst komplett zu erkunden, um wichtige Gegenstände, zum Beispiel Seesterne, aufzusammeln, versteht sich dabei fast von selbst. Wäre die Steuerung nicht so demotivierend ungenau, es hätte dem ein oder anderen von uns eventuell noch Spaß machen können, doch so geben sich praktisch Langeweile und frustrierende Momente quasi die Klinke in die Hand. Das ist wirklich keine schöne Mischung, zumal die Kamera in der 3D-Unterwasserwelt öfters überfordert zu sein scheint und uns eine ungünstige Sicht auf das Geschehen bietet. Trotz des eigentlich niedrigen Schwierigkeitsgrades gibt es einiges, worüber man sich ärgern muss. Anhaltender Spielspaß und Langzeitmotivation sind hier Fremdwörter, so klar und deutlich muss ich das leider sagen. Die erste Viertelstunde ist noch völlig okay und das Abenteuer wirkt sympathisch, doch dann geht es steil bergab.
Kann ich Euch "Findet Nemo" insgesamt empfehlen?
Jein. Auf der einen Seite steht ein klares Ja für die gelungene Grafik, gute Musik, wunderbare Zwischensequenzen und ausgezeichnete deutsche Synchronsprecher, die uns allesamt einen hohen Wiedererkennungswert bescheren, auf der anderen Seite gibt es ein dickes Nein für die hektische bzw. ungenaue Steuerung, die oft überforderte Kamera und den erschreckend abwechslungsarmen Spielverlauf. Dass das Ganze ziemlich anspruchslos ist, ist zu verzeihen, denn schließlich sollen sich hauptsächlich Kinder angesprochen fühlen. Diese freuen sich auch ganz sicher über die schöne Aufmachung, doch was bringt das, wenn es viel zu viele Frustergebnisse gibt? Relativ wenig. Von einer lieblosen Umsetzung eines Kinofilms auf eine Spielkonsole will ich nicht ganz sprechen, denn dafür wurde sich teilweise wirklich Mühe gegeben. Doch offensichtlich hat die Zeit nicht gereicht, um ein ausgewogenes und vor allem technisch astreines Spiel auf die Beine zu stellen. Und das ist mir einfach zu wenig, da die Auswirkungen auf das Spielen an sich einfach zu groß sind, wirklich zu viel Gewicht haben. Ich bin daher insgesamt zwar nicht total entsetzt, aber dennoch unzufrieden.
Fazit: Miese Technik vermiest fast alles.
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
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| Spaßfaktor: |
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