Driven (GCN)
Rennspiel für den Mülleimer - Driven (GCN) Gamecube Spiele

Produkttyp: Ubisoft Gamecube-Spiele

Neuester Testbericht: ... Anfangsminuten wagt Ihr Euch an den Storymodus, welcher auf der Geschichte des Kinofilms basiert. Nachdem Ihr Euch (was allerd... mehr

Rennspiel für den Mülleimer
Driven (GCN)

elisa2

Name des Mitglieds: elisa2

Produkt:

Driven (GCN)

Datum: 19.05.06

Bewertung:

Vorteile: Eigentlich eine gute Spielidee

Nachteile: Blödsinniger Zone-Effekt und viel zu schwierige Streckenführung machen dieses Spiel unspielbar

Wie so oft handelt es sich auch bei „Driven“ um eine Umsetzung eines bekannten Kinofilms (u.a. mit Sylvester Stallone) auf ein Videospielsystem. In diesem Fall wurde das Ganze sogar ganz besonders ausgeschlachtet, erschienen doch schließlich Versionen sowohl für Playstation 2, Microsoft X-Box als auch den Nintendo Gamecube, wobei mir jedoch nur die GC-Version richtig bekannt ist. Um es gleich vorwegzunehmen: leider haben wir es auch im vorliegenden Fall mit einem traurigen Paradebeispiel in der Hinsicht zu tun, dass bekannte Kinofilmumsetzungen oft ziemlicher Videospielmist sind. Das Geld wurde auch hier bei „Driven“ für den Gamecube anscheinend lieber in die teure Originallizenz gesteckt, anstatt in eine anständige Programmierung. Das Resultat ist ein Rennspiel, welches wirklich niemand von Euch zu kennen braucht, im Grunde ist es einfach nur peinlich, was die bekannte Firma Ubisoft hier auf den Markt brachte. Auch wenn es auf dem Gamecube nicht so wahnsinnig viele Rennspiele gibt wie zum Beispiel auf der Playstation 2, wird niemand wirklich Freude an diesem mangelhaften Spiel aus dem Racergenre haben, da bin ich mir absolut sicher. Dies gilt sowohl für den Einzel- als auch Mehrspielermodus, die Motivation reicht noch nicht einmal für wenige Tage.


Worum geht es in „Driven“ eigentlich?

Im Mittelpunkt dieses GC-Rennspiels steht eine (allerdings rein fiktive) Formel-1-Meisterschaft, jedoch gibt es noch weitere Spielmodi, in denen sich ausgetobt werden darf. Abgesehen vom Trainingsmodus (in welchem Ihr schon erahnen könnt, dass hier offensichtlich etwas nicht zu stimmen scheint) begebt Ihr Euch anschließend in den Arcademodus, wo Ihr in Einzelrennen gegen CPU-Fahrzeuge antretet, möglichst schnelle Runden dreht und so in weiteren Rennen beziehungsweise Meisterschaften an den Start gehen dürft. Im Zweispielermodus duelliert Ihr Euch auf einzelnen Strecken, an einer kompletten Meisterschaft dürft Ihr jedoch nur alleine antreten. Sind die (gleich angesprochenen) gravierenden Mängel im Einzelspielermodus schon schlimm, so wird es zu zweit eher noch schlimmer, Spaß macht das Ganze eigentlich zu keinem Zeitpunkt, um ehrlich zu sein. Schon ganz schön misstrauisch durch die wenigen berauschenden Anfangsminuten wagt Ihr Euch an den Storymodus, welcher auf der Geschichte des Kinofilms basiert. Nachdem Ihr Euch (was allerdings schwer fallen dürfte) so halbwegs mit der Steuerung vertraut gemacht habt, werden Euch Aufgaben gestellt, die es natürlich zu voller Zufriedenheit zu erfüllen gilt. Die Idee, ein Rennspiel mit zahlreichen Missionsaufgaben wie in einem Spielfilm zu kombinieren, ist ja eigentlich gut und bietet im Rennspiel-Alltag endlich einmal etwas erfrischend Anderes, aber bitte nicht so. Vom Aufbau her ist das Ganze eigentlich okay, so müsst Ihr manchmal einfach „nur“ ein Einzelrennen gewinnen, ein anderes Mal Euren Teamkollegen schützen und Angriffe von Rennfahrern anderer Rennställe beziehungsweise deren Überholmanöver verhindern oder nehmt an illegalen Straßenrennen teil, was Eure Geldbörse im Laufe der Zeit eigentlich ordentlich füllen sollte.

Insgesamt sausen wir mit unserem Indy-Car-ähnlichen Fahrzeug über insgesamt acht verschiedene Rennstrecken, um die speziellen Fahrprüfungen zu absolvieren, diese sind natürlich quer über den Globus verteilt und sorgen für willkommene Abwechslung sorgen. Die meisten Kurse müssen allerdings erst in dem vorhin erwähnten Arcademodus erst freigespielt werden, was alles andere als leicht ist. Schaffen wir es, Kollisionen mit CPU-Gegnern und der Randbebauung der Strecke zu vermeiden, lädt sich während der Rennen nach und nach eine spezielle Energieleiste auf, die schließlich den sogenannten Zone-Effekt auslöst, Euch also einen nicht zu unterschätzenden Vorteil quasi als Belohnung bringen soll. Euer Rennwagen wird erheblich schnellerund der Bildschirm verzerrt sich zusehends, was anscheinend die wahnsinnig hohe Geschwindigkeit rüberbringen soll, mit der Ihr dann auf der Strecke unterwegs seid. Dieser Spezialeffekt entpuppt sich aber rasend schnell als klassisches „Eigentor“, denn dadurch, dass wir kaum noch etwas erkennen können, ist ein kontrolliertes Fahren einfach nicht mehr möglich. Keine Ahnung, was sich die Entwickler dabei gedacht haben, nur mit viel Glück und Zufall und ganz bestimmt nicht mit Können lenkt Ihr rechtzeitig in die kaum noch sichtbaren Kurven ein. Schnell kollidiert Ihr dann mit irgendeinem Objekt, woraufhin der seltsame Zone-Effekt sofort verschwindet, eigentlich zum Glück, doch das kann ja wirklich nicht Sinn der Sache sein. Wer von den Herstellern dieses Spiels auch immer jenen Zone-Effekt ausprobiert haben sollte muss Tomaten auf den Augen gehabt haben oder Ähnliches, mir ist diese Peinlichkeit (schließlich auch noch ein Hauptbestandteil dieses Rennspiels!) einfach nicht zu erklären. Vom Spielerischen her ist das einfach nur lächerlich schlecht.

Ganz eindeutig haben wir es mit einem miesen Rennspiel für den Gamecube zu tun, denn es gibt noch weitere Dinge wie dämliche Computerfahrer (die anscheinend noch mehr unter dem seltsamen Zone-Effekt zu leiden haben als wir), einen unausgewogenen Schwierigkeitsgrad (meistens ist es einfach nur unfair), die nicht nachvollziehbare und völlig unrealistische Fahrphysik des Rennautos (welche überhaupt keine angenehme Atmosphäre aufkommen lässt) und ein todlangweiliges und manchmal sogar richtig hässliches Design der Rennstrecken. Nicht zu vergessen die ab und zu missratene Kameraperspektive und „natürlich“ die miserable Steuerung, die absolut unfair ist und uns chronisch benachteiligt. Die Streckenführung nahezu sämtlicher Kurse ist zudem mit solch scharfen Kurven versehen und dies in einer solch hohen Anzahl, das ein vernünftiges Fahren einfach unmöglich ist und im Grunde auch völliger Blödsinn. Wer sich hieran länger als 60 Minuten herum quält, ist eigentlich selber Schuld. All diese Negativpunkte sorgen auf jeden Fall dafür, dass „Driven“ für den Nintendo Gamecube nicht wirklich Spaß macht, nein, ganz sicher nicht. Wer glaubt, dass wenigstens Grafik und Soundtrack für diese erheblichen Mängel zumindest etwas entschädigen könnten, der merkt schnell, dass dem leider nicht so ist.


Wie sieht „Driven“ denn aus und wie hört es sich an“?

Auch die Grafik enttäuscht, alles andere wäre eindeutig gelogen. Die gesamte Szenerie wirkt erschreckend farbarm, ohne jegliche Details und somit leblos. Dass wir es immerhin mit einem Gamecube-Spiel zu tun haben, merken wir eigentlich nicht. Einfache Texturen am Streckenrand und im Hintergrund und langweilig beziehungsweise nicht besonders detailreich modellierte Autos sind bestimmen das Bild, zumindest gibt es keine großen Grafikprobleme wie zum Beispiel starke Ruckler. So flüssig die Grafik auch verläuft, so erschreckend langsam ist sie für ein Rennspiel. Ein richtiges Geschwindigkeitsgefühl kommt auf keinen Fall auf, trotz des vorhandenen 60-Hertz-Modus habt Ihr auch bei über 300 km/h das Gefühl, höchstens halb so schnell unterwegs zu sein. Der Soundtrack ist da zumindest ein bisschen besser, ohne allerdings begeistern zu können. Etwas enttäuscht bin ich von den zu biederen und abwechslungsarmen Außengeräuschen, welche eben nicht für eine bessere Rennspielatmosphäre sorgen können. Da hilft auch die Original-Synchronstimme von Sylvester Stallone auch nicht mehr wahnsinnig viel, hier hätten viel mehr authentisch klingende Soundeffekte das Ganze deutlich mehr anheizen müssen. Alles in allem bleibt somit auch in diesem Punkt nicht wirklich viel, was positiv zu erwähnen wäre, leider.


Kann ich Euch „Driven“ insgesamt empfehlen?

Nein, das kann ich ganz bestimmt nicht. Hier ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Nur eingefleischte Rennspielfans, die einen etwas anderen Spielverlauf bei solch einem Rennspiel-Titel erleben möchten und vielleicht auch noch etwas für den Kinofilm übrig haben, können sich eventuell, aber auch wirklich nur eventuell an diesem klar unterdurchschnittlichen Gamecube-Spiele erfreuen. Die Meisten (wenn nicht sogar alle von uns) werden nur ein Kopfschütteln übrig haben, gibt es doch einige sehr schwerwiegende Negativpunkte festzustellen. Ganz schlimm sieht es mit der Steuerung und dem blödsinnigen „Zone-Effekt“ aus, dieses Experiment ging völlig in die Hose. Außerdem wirkt das Ganze schrecklich steril und völlig unrealistisch, der unfaire Spielverlauf durch die viel zu schwere Streckenführung der einzelnen Kurse trägt zusätzlich dazu bei, dass Spielspaß hier wirklich nicht aufkommen kann. Von der Idee her gibt es bei „Driven“ ja eigentlich nichts zu bemängeln, diese bietet im Rennspiel-Genre etwas erfrischend Anderes, die Umsetzung ist aber leider misslungen. Da noch nicht einmal Grafik oder Soundtrack Highlights setzen können, bleibt letztlich nichts übrig, was auch nur ansatzweise faszinieren könnte. Auch der Mehrspielermodus bietet nichts, was über mehrere Tage motivieren könnte. Macht also lieber einen weiten Bogen um dieses missratene Gamecube-Rennspiel, verpasst habt Ihr definitiv nichts, solltet Ihr diesen Titel noch nicht kennen.

Fazit: Miserable Umsetzung, nahezu reif für den Videospiel-Schrottplatz.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: