Dark Summit (GCN)
Snowboard-Detektivin - Dark Summit (GCN) Gamecube Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: THQ Gamecube-Spiele

Snowboard-Detektivin
Dark Summit (GCN)

elisa2

Name des Mitglieds: elisa2

Produkt:

Dark Summit (GCN)

Datum: 23.09.06

Bewertung:

Vorteile: Neue Spielidee, schnell erlernbare Steuerung, kein Zeitdruck, mit "richtiger" Hintergrundgeschichte

Nachteile: Motiviert nicht für lange Zeit, im Laufe der Zeit einfach nicht mehr spannend, nicht immer fair

Die sogenannten Funsportspiele erfreuen sich ja schon seit längerer Zeit einer immer größer werdenden Beliebtheit. Auch wenn ich persönlich nicht von diesem „Wahn“ infiziert wurde, so muss ich zugeben, dass so manch ein Skateboard- oder Snowboardspiel durchaus unterhaltsam und auch für einige Wochen spaßig sein kann. Irgendwann einmal wiederholt sich jedoch alles, so fand ich es zumindest, daher ist es sehr gut, dass „Dark Summit“ zwar im Grunde auch ein Snowboardspiel ist, dafür aber vom Spielverlauf her neue Wege beschreitet. In der Version für den Nintendo Gamecube („selbstverständlich“ erschienen zuvor auch solche für die Playstation 2 und die X-Box!) wird der Snowboardsport mit einigen Adventure-Elementen verbunden, insofern eigentlich ein interessantes Videospiel zu erwarten war oder besser gesagt durfte man zumindest darauf hoffen. Ein richtiger Hit ist schließlich leider doch nicht draus geworden und dies aus mehreren Gründen, auf die ich nachher noch eingehen werde. Als grundsoliden und von mir aus auch leicht (aber wirklich nur leicht!) überdurchschnittlichen GC-Titel darf man dieses ungewöhnliche Modul durchaus bezeichnen, so richtig falsch gemacht habt Ihr also nichts, solltet Ihr dieses Spiel tatsächlich gekauft haben.


Worum geht es in „Dark Summit“ eigentlich?

Da es sich eben nicht um ein reines Sportspiel, sondern um eine Mischung aus Funsport und Adventure handelt, sind nicht ausschließlich vorhandene Spielmodi interessant, sondern „tatsächlich“ so etwas wie eine Geschichte oder um genauer zu sein spezielle Aufgaben, die Ihr im Laufe der Zeit zu erfüllen habt. Hintergrund des Ganzen sind mysteriöse Ereignisse, die in letzter Zeit am Mount Garrick passieren, so soll zum Beispiel ein unbekanntes Objekt aus dem All unweit des Gipfels eingeschlagen sein, woraufhin das gesamte Gebiet von der Regierung abgesperrt wird. Irgendetwas scheint aber dabei nicht zu stimmen, so dass die besonders mutigen Snowboarder sich von den strengen Verboten nicht abschrecken lassen und trotzdem das gefährliche Terrain betreten, selbstverständlich gehören auch wir zu dieser mutigen Gruppe. Wie es sich für eine richtige Clique gehört, halten diese alle fest zusammen und fahren unvermittelt mit ihren Snowboards in den Bergregionen umher und kommen dabei im Laufe der Zeit (so Ihr denn erfolgreich seid!) in immer höhere Bergregionen und somit den dunklen Geheimnissen beziehungsweise der geheimnisvollen Verschwörung, welche dahintersteckt, immer mehr auf die Spur.

Im Mittelpunkt steht dabei Naya, deren Führung wir schon sehr bald übernehmen dürfen. Diese hat sich durch einen gefälschten Pass in das Krisengebiet eingeschmuggelt und schaut sich sehr neugierig dort um. Schon sehr bald erhält unsere rothaarige Hauptfigur ihren ersten Auftrag, wobei es sich zunächst lediglich um das Ausführen einzelner Spezialtricks handelt, was aufgrund der eingängigen Steuerung eigentlich nicht besonders schwer fallen sollte. Seid Ihr erfolgreich, erhaltet Ihr eine entsprechende Punktzahl, welche Euch per Lift in höhergelegene Gebiete befördert. Die zu befahrenden Strecken sind mit einigen Hindernissen versehen, so unter anderem auch mit Müll oder Giftpfützen, die nichts Gutes bezüglich der Umstände auf dem Berggipfel erahnen lassen. Sehr interessant ist hierbei, dass wir (ausnahmsweise!) keinem Zeitdruck ausgesetzt sind und in aller Seelenruhe uns umschauen müssen. Allerdings müssen wir innerhalb einer bestimmten Distanz eine entsprechende Anzahl an Tricks vollführt haben, um in der Geschichte an sich weiterkommen zu können, der Schwierigkeitsgrad ist dabei speziell im weiteren Verlauf des Spiels wahrlich nicht ohne. Die erworbenen Punkte lassen sich später auch in die Ausrüstung investieren, was Ihr auch bitter nötig haben werdet, um weiterhin erfolgreich sein zu können. Manche Tricks lassen sich erst im Laufe der Zeit erlernen beziehungsweise auf den Strecken finden, bis dahin müsst Ihr Eure Standardmanöver oder eben die kurz zuvor neu erlernten Kombinationen ausführen.

An einen Zweispielermodus wurde netterweise auch gedacht, so dass die Langzeitmotivation zumindest halbwegs ansprechend lang ist, überragend oder überaus fesselnd ist dieser aber auch nicht gelungen. Jedenfalls gehen wir zu zweit auf Punktejagd und dies sowohl in den gewöhnlichen Rennen als auch was das Zerstören möglichst vieler Objekte auf der Strecke oder das Vollführen von Kunststücken auf dem Snowboard angeht. Für einige Tage macht dies vielleicht wirklich Spaß, spätestens nach wenige Wochen ist aber die Luft raus, dafür gibt es einfach zu wenig interessante Boni, die auf lange Sicht motivieren könnten. Dies ist auch mein hauptsächlicher Kritikpunkt bei diesem Spiel, nämlich die Tatsache, dass das Ganze viel zu schnell langweilig wird und nicht wirklich zum nochmaligen Durchspielen reizt. So actionreich und interessant das Ganze anfangs auch sein mag, so schnell saust die Spielfreude nach spätestens drei bis vier Stunden in den Keller. Im Grunde spielte ich das Spiel dann nur noch zu Ende (und dies auch nur mit fremder Unterstützung!), weil ich es eben einmal angefangen hatte. Dies liegt in erster Linie am später zu abwechslungsarmen Spielverlauf, immer nur die erlernten Tricks im tiefen Schnee vorzuführen, ist mir auf Dauer einfach zu wenig. Hier müssen einfach noch viel mehr Spielmodi her, denn nur Hauptmodus, Zweispielermodus und Training sind zu wenig. Das zu schnell Langeweile vorherrscht, liegt im Übrigen nicht nur am zu einseitigen Spielverlauf, sondern sicherlich auch an der zu wenig mitreißenden Präsentation.


Wie sieht „Dark Summit“ denn aus und wie hört es sich an?

Da dieses Snowboard-Abenteuer sowohl im Hinblick auf Grafik als auch den Soundtrack einfach nur nett und brav, aber keinesfalls spektakulär daherkommt, bekommen wir einfach viel zu wenig Impulse im Hinblick auf die Langzeitmotivation. „Dark Summit“ sieht weder hässlich aus noch hört es sich grausam an, doch regiert hier eben einfach nur der „Durchschnitt“. Das Skigebiet mit dem leuchtenden weißen Schnee gefällt zunächst ebenso wie das umliegende Waldgebiet, doch Abwechslung ist hier wahrlich nicht gerade Trumpf. Die Szenerie sieht fast immer gleich aus, die Hintergründe weisen keine sonderlich bemerkenswerten Details auf oder zumindest nur sehr selten, zudem gibt es wenig Spezialeffekte zu bestaunen und auch die Qualität der Animationen der Snowboarder hält sich merklich in Grenzen. Daran ändern auch die zu erspielenden Ausrüstungen und Snowboards nichts, außerdem stört so manch ein Einbruch der Spielgeschwindigkeit die eher beschauliche Atmosphäre. Besonders bekommen wir auch im Hinblick auf die Hintergrundmelodien nicht geboten, zwar nicht unpassend dafür aber zu abwechslungsarm präsentieren sich diese, das in Verbindung mit Soundeffekten beziehungsweise Außengeräuschen, die praktisch an einer Hand abzuzählen sind, sorgt nicht gerade für eine faszinierende Atmosphäre. Nicht dass wir uns jetzt in diesem Punkt falsch verstehen, „Dark Summit“ bietet uns sowohl eine solide Grafik als auch einen solchen Soundtrack, jedoch mangelt es sowohl der Optik als auch der Akustik an Innovation beziehungsweise Kreativität, es gibt eben nichts, an dem Ihr Euch stundenlang satt sehen oder hören könntet. Es ist irgendwie alles ganz nett, aber das war es dann auch schon.


Kann ich Euch „Dark Summit“ insgesamt empfehlen?

Empfehlen kann ich Euch dieses Spiel alleine schon wegen des ungewöhnlichen Spielprinzips. Die nicht gerade alltägliche Mischung aus Snowboard-Sport und Abenteuerspiel bietet einen interessanten Ansatz, leider weicht dieser erste sehr positive Eindruck mit zunehmender Spieldauer einer immer größerer werdenden Langeweile. Schade. Auch die zu erspielenden neuen Ausrüstungen und Snowboards sowie die zu erlernenden (oder besser gesagt zu entdeckenden!) Spezialtricks können daran nicht ändern, spielerische Längen werden schon nach wenigen Stunden unübersehbar. Nicht nur der Spielverlauf bietet zu wenig Überraschungen, sondern auch der Grafik und dem Soundtrack mangelt es ebenfalls an außergewöhnlichen Highlights. Insgesamt wirkt das Ganze zu brav und einfach bieder, um für ein faszinierendes Spielerlebnis sorgen zu können, sowohl Spielverlauf als auch Spieltechnik bieten uns nichts Besonderes. Da auch der Zweispielermodus nicht gerade durch Innovation glänzt, hält sich die Langzeitmotivation in Grenzen, so dass bei diesem Gamecube-Titel zu befürchten ist, dass er bei fast allen von uns schon nach einigen Tagen, bestenfalls wenigen Wochen für immer und ewig in irgendeiner Ecke verstaubt. Bis dahin werden wir allerdings ganz gut unterhalten und dies sorgt schließlich dafür, dass ich noch eine (wenn auch nur ziemlich knappe!) Empfehlung aussprechen kann. Dieses Modul ist ganz sicher kein Pflichtkauf, bietet aber ein erfrischend neues Spielprinzip, so dass sich letztlich niemand von Euch zu schämen braucht, sollte es in Eurem Regal stehen.

Fazit: Interessante kreative Spielidee, die leider nicht das hält, was sie zunächst zu versprechen scheint.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: