Catwoman (GCN)
Sexy Heldin eines miesen Spiels - Catwoman (GCN) Gamecube Spiele

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Produkttyp: Electronic Arts Gamecube-Spiele

Sexy Heldin eines miesen Spiels
Catwoman (GCN)

elisa2

Name des Mitglieds: elisa2

Produkt:

Catwoman (GCN)

Datum: 25.05.08

Bewertung:

Vorteile: Heldin sieht richtig gut aus und zeigt flüssige Animationen, viele Spezialfähigkeiten

Nachteile: Wirkt total unfertig: schlimme Kamera, miserable Tastenbelegung, schlechtes Leveldesign, Sound mies

Ich mache es inzwischen nur noch so, dass ich mir Videospielumsetzungen berühmter Kinofilme entweder von Freunden ausleihe oder in die Videothek gehe, denn meistens handelt es sich um ein langweiliges, biederes, unterdurchschnittliches oder gar richtig mieses Spiel. Nur ganz selten werde ich positiv überrascht, so dass ich mir es dann ja immer noch kaufen kann, wenn ich möchte. Bei "Catwoman" für den Gamecube von Nintendo wurde meine Skepsis vollauf bestätigt, denn wir haben es mit einem Action-Adventure zu tun, bei dem nur eines richtig gut ist: die Grafik. Besonders Catwoman sieht wirklich sehr ansehnlich aus, was aber in erster Linie wohl nur die männlichen Spieler interessieren dürfte. Natürlich zeigt sich die Dame dann auch ziemlich oft leicht bekleidet und verwöhnt wenigstens diese eine Zielgruppe. Wer allerdings Wert auf Anspruch, saubere Technik und Langzeitmotivation legt, ist hier an der falschen Adresse.


Worum geht es in "Catwoman" eigentlich?

Getreu dem Vorbild des Kinofilms mit Halle Berry in der Hauptrolle sind wir als Catwoman unterwegs. Da unsere Heldin hübsch, klug, extrem wendig, schnell und sehr akrobatisch unterwegs ist, kommen diese außergewöhnlichen Fähigkeiten in diesem Action-Adventure natürlich andauernd zur Geltung. Ursprünglich hieß unsere Hauptfigur Patience Phillips, die gemeinerweise getötet wird, als sie den dunklen Machenschaften ihres Arbeitgebers auf die Schliche kommt. Doch netterweise bekommt sie eine zweite Chance, wird von einer ägyptischen Katze zum Leben erweckt und mutiert sozusagen zur Catwoman. Nun will sie natürlich die ganze Wahrheit herausfinden und natürlich den eigenen Mörder zur Rechenschaft ziehen. Ihren Fähigkeiten entsprechend klettert sie steile Wände hoch, springt über große Abgründe hinweg, segelt mit ihrer Peitsche durch die hohen Lüfte, vollführt dabei waghalsige Manöver, weicht feindlichen Geschossen aus und dies natürlich in einem Mordstempo, den Katzen-Sinnen hat sie dies zu verdanken. Sehr oft schaut sie sich ihre nähere Umgebung an und lockt die Feinde in eine Falle, dies zieht sich praktisch wie ein roter Faden durch die zwanzig Level und insgesamt sieben Szenarien. Schließlich kann sie im Dunkeln sehr gut sehen und mit ihrem sechsten Sinn weiß sie oft, was die Feinde als Nächstes vorhaben, Superkräfte sind eben eine sehr praktische Sache.

Wer den Film kennt und mag, freut sich über die Originalfiguren des Kinofilms inklusive der bösen Oberfieslinge und zu guter letzt dann auch über das enge Anlehnen an die Originalhandlung des Films. Der Umfang dieses Abenteuers ist allerdings nicht so wahnsinnig groß, wie man sich das wahrscheinlich erhofft hatte, doch angesichts der miesen Qualität (dazu komme ich gleich noch) ist das vielleicht auch besser so. Bis man hinter die Verschwörung in der Kosmetik-Industrie und besonders den kriminellen Handlungen rund um eine Hautcreme kommt, vergehen, falls Ihr durchhaltet, nur wenige Stunden. Einerseits zielt die attraktive Hauptfigur in ihrem hautengen Kostüm eindeutig auf die männlichen Spieler, denke ich, andererseits ist die Thematik doch eher etwas für uns Frauen. Doch das soll jetzt nicht das Schlimmste sein, erwähnen möchte ich es aber dennoch, da es mir etwas seltsam erscheint. Aber ohnehin ist die Story hier wirklich nicht das Wichtigste.


Wie sieht "Catwoman" aus und wie hört es sich an?

Die größte Stärke dieses Spiels ist die Grafik. Und das ist ja auch wirklich wichtig, so dass ich mir noch so gerade eben verkneifen kann, dieses Videospiel als totalen Reinfall zu bezeichnen. Ja, ganz eindeutig, sexy kommt die Heldin wirklich rüber, das will ich auch gar nicht bestreiten. Doch nicht nur die sehr gut modellierte Figur gefällt, auch die Animationen sehen teilweise richtig gut aus. Auch, wenn sie mithilfe ihrer Peitsche durch die Luft segelt oder ähnlich akrobatische Dinge macht, läuft alles sehr flüssig ab und sieht wirklich bemerkenswert gut aus. "Catwoman" kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Kaum zu glauben aber wahr ist die Tatsache, dass sich die Heldin lasziv räkelt und eindeutig verführerisch aussehen möchte, solltet Ihr das Joypad ein, zwei Minuten nicht in die Hand nehmen. Interpretieren braucht man da auf jeden Fall nicht mehr viel. Was die Schauplätze angeht beziehungsweise die Umgebungsgrafik angeht, so gibt es Licht und Schatten. Verwaschene, undetaillierte Texturen oder sonstige sehr eckig wirkenden Objekte mit einer erschreckend niedrigen Auflösung, die oft hässlich sind, wechseln sich mit schönen Lichteffekten und dann wiederum auch mit erstaunlich guten Hintergründen und Gebäuden in hoher Auflösung ab, so dass der Eindruck entsteht, dass hier sehr viel mehr hätte entstehen können, wenn man nur Lust oder auch Zeit gehabt hätte. Die Schwankungen der Qualität in diesem Punkt sind auf jeden Fall erstaunlich oder besser gesagt seltsam. Insgesamt überwiegt aber der positive Eindruck, nicht zuletzt wegen der sehr gut modellierten und animierten Heldin. Die Musikstücke im Hintergrund sind zwar nicht völlig daneben, reißen uns aber nie so richtig mit, wobei dies auch Geschmacksache sein kann, ein bisschen aufgesetzt fand ich den Sound allerdings schon. So wie bei einem Comic eben, ist ja schließlich das Vorbild beziehungsweise die Vorlage hier. Die Soundeffekte kommen allerdings sehr zurückhaltend daher, die kleinen Zwischensequenzen verzichten oft fast ganz auf den Ton und die Sprachausgabe ist nur selten zu hören. Auch das spricht dafür, dass hier viel mehr möglich war, aber eben nicht mehr gewollt wurde.


Wie spielt sich "Catwoman" und wie sieht es mit der Motivationskurve aus?

Die Motivation ist zu Beginn gar nicht einmal so schlecht, denn die Atmosphäre stimmt eigentlich. Das Outfit und die Animationen der Heldin haben auf jeden Fall ihren Reiz, dass stimmt schon. Die vielen unterschiedlichen Talente sollten eigentlich für angenehme Abwechslung sorgen, auch wenn die Spieldauer von etwa 7 bis 8 Stunden nicht gerade viel ist. Doch die Ernüchterung lässt nicht lange auf sich warten. So gut "Catwoman" zumindest phasenweise aussieht, so schlimm sieht es mit der Steuerung aus, die dafür sorgt, dass dieses Abenteuer fast unspielbar ist. Neben der schwankenden Grafikqualität, der sehr sparsamen Soundkulisse nun also der dritte Punkt, der für ein unfertiges Spiel spricht. Die Tastenbelegung ist nicht nur unnötig kompliziert gemacht worden, sondern oft einfach völlig daneben. Wie soll ich mit der selben (Schulter)Taste in die Hocke gehen, um Wände hochzuklettern, wenn ich diese zum Schwung holen brauche? Andererseits benötigen wir die andere (Schulter)Taste, um von der Wand abzuspringen und drücken dabei in eine Richtung, die auch völlig in Ordnung wäre, wenn uns das Spiel auch lassen würde. Unerklärlicherweise klappt dies aber oft nicht, wieso auch immer.

Wir verknoten uns also nicht nur andauernd unsere Hände, den die Sprung- und Akrobatikeinlagen sind ein sehr wesentlicher Bestandteil dieses Spiels, sondern verzweifeln außerdem daran, dass unsere Befehle einfach nicht so ausgeführt werden wie sie sollten, da das Design eines Levels das oft einfach unmöglich macht. Verärgerung macht sich breit, so zumindest bei mir. Überhaupt ist das Leveldesign einfach Mist, richtig katastrophal, denn mit Sinn und Verstand, also Logik, lässt sich eigentlich nie erschließen, wie und vor allem wo es weitergeht. Vielmehr müssen wir andauernd auf die Nase fallen beziehungsweise Misserfolge erleben, um dann irgendwann einmal zu wissen, wie es weitergehen soll. Und genau das macht überhaupt keinen Spaß und sorgt zusammen mit der missratenen Steuerung für ein grausiges Spielgefühl. Die Kämpfe zwischendurch sind außerdem sehr anspruchslos, da wir einfach nur in die Richtung lenken, in die Catwoman schlagen soll, ansonsten aber keinen großen Einfluss haben, der Rest von unserer Figur im Alleingang erledigt wird. Das echte Hindernis liegt nie beim Feind selbst, sondern der schlechten Kameraführung, die zu allem Unglück also auch noch misslungen ist. Andauernd schauen wir aus einer miesen Perspektive auf das Geschehen, eigentlich so, als ob man uns mit Absicht verärgern wollte. Absolut unbrauchbar ist das und einfach nur peinlich. Ein richtiges Schwenken ist gar nicht möglich, denn wenige Markierungen beziehungsweise Blickwinkel sind vorgegeben, so dass die Kamera sehr oft dann einrastet und uns eine Ansicht bietet, die wir dann überhaupt nicht brauchen können. Schlimm, schlimm und noch mal schlimm. Steuerung der Figur, Kameraperspektiven und Leveldesign allesamt grottenschlecht hinzubekommen ist fast schon ein Kunststück.


Kann ich Euch "Catwoman" insgesamt empfehlen?

Nie und nimmer, wollte ich eigentlich sagen. Allerdings muss ich sagen, dass die Grafik in weiten Teilen wirklich viel zu bieten hat. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Heldin, die wirklich sehr ansprechend modelliert wurde und sehenswerte Animationen zu bieten hat. Doch was fange ich mit einem Spiel an, bei dem die Steuerung, speziell die Tastenbelegung auf dem Joypad lausig, die Kameraführung richtig mies und das Leveldesign ziemlich daneben ist? Nicht viel. Nein, herzlich wenig. Unzählige Fehlversuche erst bringen Licht ins Dunkel, wie es weitergehen muss, auch das spricht eindeutig für ein richtig schwaches, ja absolut miserables Gameplay. Einiges spricht dafür, nicht zu vergessend die auffallend schwankende Qualität bei der Umgebungsgrafik, die selten vorkommende Sprachausgabe und auch wenigen Soundeffekte, dass hier alles ganz schnell fertig werden musste. "Fertig" geworden ist hier aber fast gar nichts, ganz im Gegenteil, es sieht eher aus wie eine Rohversion mitten in der Entwicklungsphase, die ungefähr erst zu 2/3 abgeschlossen wurde. Und so etwas darf natürlich überhaupt nicht sein.

Fazit: Hübsche Verpackung hilft nichts.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: