
Neuester Testbericht: ... viele Auseinandersetzungen mit den unterschiedlichsten Arten an feindlichen Geistern gefasst machen. Doch immerhin sind wir ja nicht irge... mehr
Geisterstunde
Casper - Spirit Dimensions (GCN)

Name des Mitglieds: elisa2
Produkt:
Casper - Spirit Dimensions (GCN)
Datum: 29.05.08
Bewertung:
Vorteile: Irgendwie sympathische Hauptfigur, grundsätzlich kindgerecht aufgemacht
Nachteile: Seltsame Steuerung nervt vom Start weg, frustrierende Momente keine Seltenheit, und dann für Kinder?
Das Action-Adventure "Casper, Spirit Dimensions" ist ein Videospiel, welches sich ganz eindeutig an die jungen Videospielfans richtet. Das wird bereits in den Anfangsminuten überaus deutlich, denn sowohl die Geschichte an sich las auch die Figuren, die in ihr auftreten, lassen keinen anderen Schluss zu. Die Altersfreigabe ohne jegliche Beschränkung unterstreicht dies zusätzlich. Es erschien unter anderem auch für die Playstation 2, ich jedoch beziehe ich allein auf die Version für den Gamecube von Nintendo. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch das gesamte Abenteuer zieht und mir sehr viel Sorgen macht, ist die Tatsache, dass dieses Spiel eigentlich für Kinder gedacht ist, aber derart oft Frustmomente beinhaltet, dass ich mich ernsthaft frage, für wen denn nun dieses Spiel gedacht ist. Einige nicht nur schwere, sondern eindeutig unfaire Passagen machen es uns schwer, ruhig zu bleiben und wie das ein relativ unerfahrener Videospielfan auf Dauer aushalten soll, ist mir ein Rätsel. Eine unglückliche Steuerung sorgt zudem dafür, dass man von einem schnellen Einstieg nicht gerade sprechen kann. Ich habe keine Ahnung, was sich Entwickler TDK dabei gedacht hat, falls sie dies überhaupt taten. Da bei keinem Bereich, der bei einem Videospiel wichtig ist, bemerkenswert Gutes zustande gebracht wurde, ist sicher klar, dass sich hier große Spielfreude nicht so richtig entwickeln kann. Von einem "geteilten Leid" kann auch nicht gesprochen werden, denn einen Mehrspielermodus gibt es leider nicht.
Worum geht es in "Casper, Spirit Dimensions" eigentlich?
Es geht um das Schicksal der Geisterwelt, welches selbstverständlich allein in unseren Hände liegt. Der fiese Obermotz Kibosh hat unzählige Geister der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft manipuliert, die ihm nun völlig untertan, ja geradezu von ihm besessen sind. Wir machen uns als Casper auf den gefährlichen Weg, dem Schrecken ein Ende zu bereiten und müssen uns natürlich auf viele Auseinandersetzungen mit den unterschiedlichsten Arten an feindlichen Geistern gefasst machen. Doch immerhin sind wir ja nicht irgendein Geist, sondern ein außergewöhnlich intelligenter und geschickter, so dass wir uns mutig in das unheimliche Abenteuer stürzen. Viele geheime Türen müssen sich erst finden und dann öffnen lassen, um weiter vorzudringen, wir geistern durch Schlösser des finsteren Mittelalters, befinden uns auf einem Piratenschiff, auf dem es offensichtlich spukt, sehen uns zahlreichen Gefahren in heruntergekommen Fabrikhallen gegenüber, schauen in einem Freizeitpark vorbei und müssen natürlich überall mit den Feinden fertig werden, die sich offensichtlich der Seite des Bösen verschrieben haben.
Casper an sich ist jedenfalls ein junger Geist, der nicht den Eindruck macht, als könne er Heerscharen an Feinden in die Flucht schlagen, doch letzten Endes gilt auch in seinem Fall das "klein, aber oho", wie es den Anschein hat. Schließlich befindet sich eine große Last auf seinen doch sehr schmalen Schultern, denn offensichtlich ist niemand sonst dazu in der Lage, der Sklaverei von Kibosh Einhalt zu gebieten, der im Übrigen in einem Anfall von Größenwahn jetzt auch gleich den gesamten Planeten kontrollieren möchte. Auf unserer Reise durch die vorhin beschriebenen Schauplätze treffen wir auch auf ein paar Menschen, die den ein oder anderen Auftrag für uns parat haben bzw. uns um einen Gefallen bitten. Auch sie sind schließlich vom bösen Kibosh und seinen Gefolgsleuten bedroht. Fast immer geht es aber nur um sehr simple Inhalte, zumeist um das Finden von Gegenständen, die wir den Auftraggebern dann stolz überreichen. Während wir feindlichen Attacken ausweichen und zwischendurch nützliche Gegenstände zum Auffrischen unserer Energie, des Feuer- und Wasserstrahls (unsere Attacken basierend auf den Elementarkräften!) aufspüren, greifen wir natürlich auch möglichst oft an. Außerdem kommt es uns sehr gelegen, dass wir uns für kurze Zeit in eine Art Nebel verwandeln können, um durch Wände, Mauern oder ähnliches schlüpfen zu können. Das Spielprinzip ist jedenfalls sehr simpel und schnell verstanden. Langeweile schleicht sich dennoch ein, sofern man sich nicht gerade ärgert.
Wie sieht "Casper, Spirit Dimensions" aus und wie hört es sich an?
Das Gute jetzt einmal (ausnahmsweise!) direkt vorweg: die Grafik ist die meiste Zeit über flüssig. Keine merklichen Ruckler oder andere hässlichen Aussetzer der Grafik. Der Haken dabei: sie ist sehr detailarm. Nichts gegen unsere Hauptfigur, sie kommt ganz ordentlich modelliert rüber, sofern man das bei einem Geist überhaupt sagen kann, doch die Landschaftsoptik ist schon sehr karg. Sie wirkt leblos, weist sie doch keinerlei nennenswerten Details auf, vielmehr dominieren eintönige Texturen. Ganz okay sind noch die Licht-, Feuer- und Wassereffekte, sie sorgen in Verbindung mit der irgendwo ansatzweise gemütlichen Dunkelheit im Grunde dafür, dass ich die Optik insgesamt als vielleicht noch durchschnittlich bezeichnen möchte. Am Sound möchte ich gar nicht viel aussetzen, der geht größtenteils in Ordnung, sowohl Melodien als auch Soundeffekte sorgen zumindest für ein bisschen Atmosphäre. Dass diese durch die blöde Steuerung und den immer wieder zwischendurch aufkommenden Frust zerstört wird, ist eine andere Sache.
Wie spielt sich "Casper, Spirit Dimensions" und wie sieht es mit der Motivationskurve aus?
Eingangs erwähnte ich bereits, dass Probleme mit der unglücklich angelegten Steuerung auftreten und frustrierende Passagen nicht selten sind. Völlig blödsinnig wird es dadurch, dass wir gezwungen sind, unsere Figur mit beiden Analog-Sticks durch die Gegend zu steuern, so dass wir mehr mit dem Nachjustieren des Blickwinkels beschäftigt sind als mit den auftauchenden Feinden. Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wie so etwas als fertiges Endprodukt angesehen werden konnte, denn nach wenigen Augenblicken fällt doch auf, dass es mit der Spielbarkeit nicht sonderlich gut aussieht. Wieder einmal kann ich darüber nur den Kopf schütteln, denn es geht hier nicht um Kleinigkeiten oder ein kleines Malheur, sondern um etwas, was überhaupt nicht passieren darf und wofür es auch keine Entschuldigung geben kann. Die Motivation der überwiegend ganz jungen Zielgruppe verpufft jedenfalls ganz sicher nach dem vierten oder fünften Missgeschick innerhalb kürzester Zeit. Vielleicht wurde dieser dicke Mangel ja doch noch vom Entwicklerteam bzw. den Programmierern von TDK bemerkt, doch es gab keine Zeit mehr, so dass eine Vielzahl an Feinden einfach von der Bildfläche verschwand. Ernsthaft, das ist kein Witz (und wenn, dann nur ein schlechter!), teilweise lässt sich überhaupt kein Gegner blicken, wahrscheinlich in "Rücksichtnahme" auf den Kampf, den wir mit der Steuerung ausfechten müssen... Dieses Abenteuer spielt sich somit nicht sonderlich gut und die Motivation ist kaum aufrecht zu erhalten.
Kann ich Euch "Casper, Spirit Dimensions" insgesamt empfehlen?
Nein. Ganz eindeutig nicht. Über die detailarme Grafik könnte man möglicherweise noch hinwegsehen, auch über das simple Spielprinzip, da es schließlich für Kinder entwickelt wurde. Doch die Mischung aus gähnender Langeweile mangels Abwechslung und tristem Leveldesign und richtigem Ärger durch die seltsame Steuerung und die frustrierenden Passagen ist tödlich, was die Spielfreude angeht. Dass dann zeitweise kaum Feinde unterwegs sind, ist schon fast komisch, da wir ja schon genug mit den beiden Analog-Sticks zu kämpfen haben und offensichtlich darauf Rücksicht genommen wurde, wenn es nicht so traurig wäre... es gibt einfach zu viele Schwachpunkte und so gut wie gar nichts, was ich loben könnte, so dass meine Einschätzung eigentlich nur negativ ausfallen kann. Ich denke nicht, dass Ihr Euch dieses Abenteuer antun solltet.
PLUS --> Irgendwie sympathische Hauptfigur, grundsätzlich kindgerecht aufgemacht
MINUS --> Seltsame Steuerung nervt vom Start weg, frustrierende Momente keine Seltenheit (und dann für Kinder?), triste Leveloptik, mangels Abwechslung außerdem langweilig
Fazit: Eher nur heiße Luft.
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