Capcom vs SNK 2 EO (GCN)
Wishmaster VS Britney Spears... Round 1 - FIGHT!!! - Capcom vs SNK 2 EO (GCN) Gamecube Spiele

Produkttyp: Capcom Gamecube-Spiele

Wishmaster VS Britney Spears... Round 1 - FIGHT!!!
Capcom vs SNK 2 EO (GCN)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

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Capcom vs SNK 2 EO (GCN)

Datum: 19.01.04, geändert am 19.01.04 (503 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: ...

Nachteile: ...

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Was ist die beste Lösung, wenn einem als Spielehersteller für seine erfolgreiche Reihe keine guten neuen Einfälle kommen, man aber trotzdem ein neues Spiel mit den altbekannten Charakteren veröffentlichen möchte? Richtig, man macht es genauso wie Capcom (Street Fighter, klingelt's?) und schickt seine Street Fighter-Kämpfer einfach gegen neue Helden ins Rennen. Auf Sega's Dreamcast hat das mit zwei "Marvel VS. Capcom"-Teilen bisher ganz gut funktioniert, aber die Japaner setzen noch eins obendrauf. Denn wer sich ein klein wenig für die Geschichte der Bitmap-Klopper in den 90ern interessiert, dem ist sicher schon einmal der Name der Firma "SNK" begegnet.

"SNK"? Waren das nicht die mit dem Neo Geo, dieser Halbautomaten-Spielkonsole, auf der jedes Game soviel Speicherplatz verbrauchte, dass man für einen einzigen Titel an die 500 DM zahlen musste? Genau die waren das! Und da genau die auch damals unzähliche Beat'em'Ups für das Neo Geo veröffentlichten, von denen einige Serien echten Kultstatus erringen konnten, war es nur logisch, dass sich Capcom mit denen zusammentat, um in Anlehnung an SNK's "King of Fighters"-Reihe wirklich den wahren Prügelkönig zu ermitteln. "Capcom VS. SNK - Millennium Fight" nannte sich der erste Titel für die Dreamcast und mit "Capcom VS. SNK 2 EO" steht nun der neueste Ableger der Serie exklusiv für Nintendo's Gamecube zur Verfügung. Und bei einem Preis von 27,50 für ein nagelneues Game bei Ebay musste ich als alter Prügel-Fanatiker natürlich zuschlagen, keine Frage.



~~~Das Spielprinzip~~~

Wie bei allen Street Fighter-Teilen so üblich, gilt es dem Gegner möglichst die komplette Kraftleiste zu rauben oder sich mit mehr Energie über das Zeitlimit zu retten. Neben Schlägen und Tritten stehen dabei jedem Kämpfer noch etliche Special Moves wie Feuerbälle, Rundum-Schläge oder andere Attacken zur Verfügung, die allesamt durch eine Viertel- oder Halbkreisdrehungen des Steuerkreuzes + Action-Button ausgelöst werden. Doch halt, das würde jetzt nur die Capcom-Seite abdecken! Hier hatten ja aber SNK ihre Finger auch mit im Spiel (höhö), also gesellen sich zu den Capcom-Veteranen noch etliche Vertreter der SNK-Games, was eine Kämpferriege von stolzen 44 Stück ergibt.

Ryu, Ken, Chun Li, Blanka, Zangief, Dhalsim, Evil Ryu und Dan kennen wir alle aus der Street Fighter-Serie, während Sodom und Rolento Final Fight entstammen und Fleder-Frau Morrigan aus dem "Darkstalkers"-Imperium entfleucht ist. Ihnen gegenüber stehen ein Part des Fatal Fury-Brüderpaares Bogart, Terry um genau zu sein, das Busenwunder Mai Shiranui sowie deren Samurai Shodown-Kollegen Ukyo, Schwertschwinger Haohmaru und Brutalo-Wrestler Earthquake und etliche weitere SNK-Kämpfer, die ich mangels Kenntnis keinem Spiel zuordnen kann.

Neben den üblichen Trainings-, Versus-, Survival-, Replay- und Time Attack-Modi ist hier vor allem der Arcade-Modus interessant. Man kann hier nämlich wählen, ob man - wie in den SNK-King of Fighters - als Dreierteam gegen ein anderen Dreierteam antreten will, als Einzelkömpfer oder ob man seine Kämpfer nach Stärke selektieren möchte. Wählt man letzteres, so kann man entweder drei normale, zwei kräftigere oder einen extrem starken Klopper wählen, mit dem man dann gegen den Computer antreten muss - der sich auch zwischen einem und drei Gegnern entscheiden darf.

Vor Matchantritt wird schließlich noch einer aus sechs verschiedenen Grooves gewählt. Hier wird jetzt aber nicht über die Hintergrundmusik entschieden (Eigentlich schade, sonst ich würde immer den Metal-Groove wählen), sondern damit bestimmt Ihr das Special-System, das Euch dann zur Verfügung steht. Der C-Groove steht dafür für das aus den Street Fighter-Spielen bekannte System mit den Super Specials, der S-Groove erlaubt Super Specials, wenn man dem Ende nah ist, der A-Groove ermöglicht das Custom-Combo-System, usw.

Eine nette Dreingabe stellt auch der Color Edit-Modus dar, der meines Wissens nach bisher einmalig ist im Prügelsektor. Hier dürft Ihr Euch einen der Kämper aussuchen und dessen zehn Farben (Ja, das Sprite eines Recken besteht wirklich nur aus zehn verschiedenen Farbtönen!) nach Gutdünken verändern. Ob dabei eine blaue Hautfarbe, grüne Haare oder violette Klamotten dabei herauskommen, bleibt Euch überlassen. Jedenfalls darf sogar der Name von z.B. "Ken" auf "Wishmaster" und von "Mai Shiranui" auf "Britney Spears" geändert und abgespeichert werden, was interessante Prügelduelle verspricht. *grins*



~~~Grafik & Sound~~~

Der geneigte Gamecube-Besitzer sollte in erster Linie erst mal generell was für Bitmap-Grafiken übrig haben. Ansonsten hat er hier schlechte Chancen auf optische Befriedigung und wird den Titel mit Nichtbeachtung strafen. Alle Anhänger der klassischen 2D-Spiele werden sich aber bei der Grafik von "Capcom VS. SNK EO" sofort heimisch fühlen. Das heißt leider auch, dass der Gamecube hier bei weitem unterfordert ist und man die Möglichkeiten der Konsole völlig außer Acht lässt. Die einzelnen Sprites der Kämpfer sind zudem von der Qualität her recht unterschiedlich und sind manchmal echt schön anzusehen, manchmal aber auch ziemlich pixelig wie zu besten SNES-Zeiten. Hier hätte man das gesamte Kämpferfeld ruhig - zum Guten hin natürlich - angleichen können, denn schon auf dem Neo Geo waren butterweiche Animationen und sich geschmeidig bewegende Kämpfer das Standardprogramm. Schade, hier wurde ein wenig geschlampt.
Die Hintergrundgrafiken können zwar auch nicht gerade mit optischen Hingucker-Effekten auftrumpfen, protzen aber immerhin mit teils eingebauten Polygonen die dem Ganzen einen gewissen realistischen Touch geben. So schwenkt in einer Stufe ein riesiger Cowboy-Roboter im Hintergrund die Arme oder in der Wüste brausen Rallye-Autos auf die Kamera zu und springen direkt über Eure Kämpfer hinweg. Schön gemacht, auch wenn ein paar mehr Farben oder animierte Details auch hier nicht geschadet hätten.

Kommen wir zum großen Problem, das irgendwie alle 2D-Prügler von Capcom haben, zum Sound. Denn waren die ersten Begleitmelodien für Street Fighter II noch recht eingängig und setzten sich auch dank massiven Zockens schnell in den Gehörgängen fest, so verkam die Hintergrundmusik im Laufe der Zeit anscheinend immer mehr zum lästigen Übel für die Entwickler, die man eben ins Spiel mit einbauen musste. Liebevolle Kompositionen findet man bei "Capcom VS. SNK EO" demzufolge nicht, obwohl die Musikstücke auch schon mal schlechter waren. Auf der anderen Seite stechen sie aber auch nicht gerade positiv hervor, sondern untermalen das Geschehen auf dem Bildschirm eben passend, aber dezent.

Die Soundeffekte ziehen das Ganze aber dann noch ein wenig weiter nach unten, denn auch hier hat man sich keine sonderliche Mühe gegeben. Klar, für ein Prügelspiel kracht und rummst es schon ganz ordentlich, aber vor allem bei den Sprachsamples hätte ein wenig mehr Abwechslung sicher nicht geschadet. Natürlich freut man sich über altbekannte Rufe wie "Ha-Do-Ken" oder "To-Ryu-Ken", aber ihre Siegesposen nehmen die Kämpfer dann in aller Regel trotzdem stumm wie ein Fisch ein. Hier hat Sega mit der Virtua Fighter-Serie bewiesen, dass es auch anders geht und man den Recken ruhig mehrere verschiedene Siegesposen samt Spruch spendieren kann. Und auch auf der Mini-DVD für den Cube hätten solche sicher Platz gefunden. Schade, dass man sich hier aber immer noch in tiefste Modulkonsolen-Zeiten zurückversetzt fühlen muss.



~~~Sonstiges~~~

Ein wenig will ich noch auf die Steuerung des Games eingehen und den Namensanhängsel "EO". Dieser steht nämlich für "E.asy O.peration", also "leichte Doktorei", bzw. "simple Bedienung". Vor dem Kampfe darf nämlich gewählt werden, ob man mit "GC-" oder "AC"-ISM spielen will. Entscheidet man sich für erstgenannte Variante, erlebt man den Titel angeblich in einer speziell auf den Gamecube-Controller angepassten Version. Belegt sind dann nur die L- und R-Tasten, wobei man je weiter man die Schultertaste hineindrückt auch stärker schlägt, bzw. tritt. Der Auto-Block ist auch aktiviert und die Specials lassen sich durch simples Betätigen des C-Sticks in eine beliebige Richtung aktivieren.

Für ungeübte Spieler mag es vielleicht ganz interessant sein, nun massenweise Feuerbälle und Schwerschläge aus dem Hut zaubern zu können, aber hier geht meiner Meinung nach der ganze Witz des Spiels verloren. Denn die Einübungszeit, in der man die Moves der Charaktere ausprobiert, ihre Stärken und Schwächen ausloten muss und sich wirkungsvolle Kombinationen selbst erarbeitet, entfällt hier nämlich irgendwie. "Ach, stell ich mich halt in die Ecke und schieße laufend mit Feuerbällen!" werden sich nämlich viele denken und lassen somit den ganzen taktischen Reiz des Spiels ziehen.

Mein Tipp daher: Unbedingt diese sinnlose "EO"-Option ignorieren und die Moves manuell ausführen, sonst geht der ganze Reiz des Spiels verloren. Ob Ihr dabei dann auf den Analog-Stick oder das kleine Steuerkreus zurückgreift, ist letztlich Geschmackssache. Nur wer recht große Pranken hat, sollte es mit dem Digitalkreuz gar nicht erst probieren. Die Tastenbelegung lässt sich ja zum Glück auch manuell ändern, weshalb ich ganz generell empfehlen würde, die beiden mittleren und starken Schläge und Tritte auf A und B, bzw. X und Y zu legen und die leichten Attacken auf die L- und R-Buttons zu verschieben. Die werden nämlich seltener benötigt und man hat so einen besseren Zugriff auf die am meisten verwendeten Angriffe. Ihr werdet sehen, mit ein wenig Übung klappt das ganz gut und auch alte Street Fighter-Hasen kommen damit zurecht.



~~~Kurzübersicht~~~

Titel: Capcom VS. SNK 2 EO
Genre: Beat'em'Up
Spieler: 1-2
Memory Card: mind. 2 Blöcke
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene
Preis: ca. 50,-


~~~Fazit~~~

Haben wir hier endlich den lang ersehnten Prügel-Hit für Nintendo's Gamecube? Bedingt. Wer nichts gegen Bitmap-Grafiken einzuwenden hat und auch von den Recken der Street Fighter-Teile noch nicht genug hat, wird hier sicher seine Freude haben. Und auch alle Neo Geo-Zocker dürfen ruhigen Gewissens zuschlagen - und zwar mit ihren Lieblingen der einstigen Edel-Konsole in die Fressbretter der Konkurrenz. Nur die vielleicht sogar ganz gut gemeinte "Easy Operation"-Funktion sollte man außer Acht lassen, sonst geht viel Atmosphäre verloren. Dafür wird man dann auch mit den zahlreichen Groove-Möglichkeiten und 44 auswählbaren Kämpfern belohnt.
Wer aber mit Bitmap-Grafiken nichts anfangen kann und auch für die klassischen Capcom-Prügler nichts übrig hat, der kann sich auch hier das Geld sparen. Unbedarfte Spieler sollten vielleicht am besten mal Ausschau nach einem günstigen Schnäppchen bei Ebay halten, wie ich es erwerben konnte, denn Spaß macht der Titel allemal.



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Evil-Ryu-Master


PS: Schnell-Klickern gönne ich einen 3-Level-Super-Special-Finish von Großmeister Amakusa


Fazit: