Beach Spikers (GCN)
Volleyball im Sand - Beach Spikers (GCN) Gamecube Spiele

Produkttyp: Sega Gamecube-Spiele

Volleyball im Sand
Beach Spikers (GCN)

elisa2

Name des Mitglieds: elisa2

Produkt:

Beach Spikers (GCN)

Datum: 20.10.06

Bewertung:

Vorteile: Große Modelle, Spezialeffekte, abwechslungsreich, unterhaltsam, langzeitmotivierend

Nachteile: Etwas zu simple Steuerung, keine männlichen Spielfiguren, keine ernsthafte Sportsimulation

Ich mag Spiele, die sich mit Funsportarten beschäftigen, vor allen Dingen dann, wenn sie gut aussehen und für mehr als nur wenige Wochen (oder manchmal auch nur Tage) Spielspaß bieten. Genau das ist bei „Beach Spikers“ für den Nintendo Gamecube der Fall, wenn ich auch ehrlich zugeben muss, dass ich es bei diesem Strandvolleyball-Spiel etwas schade finde, dass nur Frauen mit dabei sind, anscheinend sollen sich nur (voyeuristisch veranlagte) Männer für dieses Sportspiel begeistern können, warum auch immer. Na egal, Spaß macht dieses GC-Spiel auf jeden Fall, was unter anderem auch an der zwar etwas simplen aber dafür sehr präzisen Steuerung liegen dürfte, welche keine lange Eingewöhnungsphase erforderlich macht, aber es uns trotzdem so schnell nicht zu einfach gemacht wird. Sowohl im Einzelspielermodus als erst recht im Mehrspielermodus stimmt es mit der Langzeitmotivation, es ist noch nicht einmal übertrieben, sollte man diesen GC-Titel als Hit bezeichnen, ganz objektiv gesehen handelt es sich um ein blitzsauberes Gamecube-Sportspektakel.


Worum geht es in „Beach Spikers“ eigentlich?

Da es sich um ein Strandvolleyballspiel handelt, spielt eine Hintergrundgeschichte keine Rolle, hier haben wir es mit einem unkomplizierten Arcade-Volleyballspiel zu tun, bei dem wir loslegen können, ohne zuvor allzu viel Zeit zu verlieren. Dieses von Sega entwickelte Sportspiel hält sich genau an die offiziellen Regeln dieser Trendsportart der letzten Jahre, demzufolge stehen sich zwei Teams mit je zwei weiblichen Spielfiguren gegenüber, es gibt zwei Gewinnsätze, wobei jeder Satz bis 15 Punkte geht, allerdings sind dabei zwei Punkte Vorsprung Pflicht, ansonsten geht es bis maximal 19 Zähler. Im Gegensatz zu ganz früher beim normalen Volleyball (also dem in der Halle) ist es mittlerweile nicht mehr wichtig, wer vor dem Ballwechsel ursprünglich Aufschlag hatte und somit den Ball ins Spiel brachte. Früher war es noch so, dass nur das Team punkten konnte, die Aufschlag hatte, nun aber ist es ganz gleich, wer den Ballwechsel startete: wer den Ballwechsel gewinnt, bekommt einen Punkt und hat sodann Aufschlag. Ein Ballwechsel ist beendet, wenn ein Team den Lederball nicht mehr ins gegnerische Spielfeld bringen konnte oder ihn ins Aus befördert hat. Außerdem muss mit spätestens der dritten Ballberührung der Ball in der gegnerischen Hälfte gelandet sein. So schnell, wie der Spielablauf verstanden sein sollte, so unkompliziert gestaltet sich auch die Steuerung. Dies ist typisch für ein Arcadespiel, welches im Gegensatz zu einer ernsthaften Simulation nicht ganz so viel Wert auf Realismus, dafür mehr auf den unbeschwerten Spielspaß und die vorhandene Action legt.

Dies soll aber auf keinen Fall heißen, dass „Beach Spikers“ unrealistisch ist, es spielt sich nur relativ leicht. Der Schwierigkeitsgrad ist aber zunächst gar nicht einmal so niedrig, dies dürftet Ihr aller Voraussicht nach schon ziemlich schnell merken. Ihr braucht zwar grundsätzlich nur zwei unterschiedliche Tasten, um mit diesen quasi sämtliche wichtigen Manöver während eines Ballwechsels ausführen zu können (Aufschlag, Baggern, Pritschen, Schmetterball, Hechtsprung, Lob), jedoch ist entscheidend, wie reaktionsschnell Ihr seid und vor allem, dass Ihr frühzeitig an der angepeilten Stelle seid, um noch ordentlich ausholen zu können. Ein gutes Stellungsspiel wird hier belohnt, denn nur so könnt Ihr ein gutes Aufbauspiel planen und gut genug für wuchtige Schläge in Position stehen. Etwas mehr Würze kommt dadurch ins Spiel, dass Ihr im Einzelspielermodus auch auf Eure CPU-Partnerin angewiesen seid, die wahrlich nicht immer besonders toll spielt. Sehr kreativ ist die Tatsache, dass Ihr alle paar Ballwechsel (ungefähr zehn) Eure Mitspielerin loben oder auf Wunsch auch hart kritisieren könnt, was dann mit der Zeit auch tatsächlich Auswirkungen hat: stimmt der Teamgeist beziehungsweise erfolgen Eure Kommandos in der richtigen Art und Weise zum entsprechenden Zeitpunkt, so verbessert sich das Teamwork, im Laufe der zeit harmoniert Euer Duo dann in der Tat besser. Das ist doch wirklich nicht schlecht, finde ich.

Im Arcade-Modus müssen wir uns im K.-O.-System von Rune zu Runde bewähren, der Verlierer fliegt aus dem Turnier, wobei beide Spielerinnen eines Teams (ausnahmsweise) von Euch kontrolliert werden. Je nach Erfolg (oder auch Misserfolg) erhaltet oder verliert Ihr wertvolle Ranglistenpunkte. Mit der Zeit lassen sich so ganz nette Extras wie neue Outfits, schrille Frisuren und auch ganz neue Gesichter freischalten, im Editor darf dann nach Herzenslust gebastelt werden. Das Kernstück ist hier bei „Beach Spikers“ die Welttournee, in der Ihr Euch nicht wie im Arcade-Modus für eines von sechzehn vorhandenen Nationalteams entscheiden müsst, sondern im Editor Euer Traumduo festlegt und dann mit diesen in der Folgezeit acht Schauplätze bereits, um dort Euer Können (hoffentlich) unter Beweis zu stellen. Genau hier erfolgen dann die vorhin erwähnten interessanten Anweisungen an die Teamkollegin, die nicht immer ganz auf der Höhe ist (Ihr aber wahrscheinlich anfangs auch nicht), des Weiteren bekommt das Team nach jedem Match Erfahrungspunkte, die Ihr dann sorgfältig auf die Attribute Kraft, Passspiel, Ausdauer oder Reaktionsschnelligkeit verteilen könnt. Das Ganze ist abwechslungsreich, unterhaltsam, motivierend und wirklich originell in Szene gesetzt worden, am Spielverlauf gibt es aus meiner Sicht nichts zu meckern.

Als kleines Bonbon existieren noch drei Minispiele, bei denen Ihr Euch mit einer Art Sprintwettbewerb, Elfmeterschießen und dem Hantieren einer Zeitbombe beschäftigen dürft, auf weitere Details möchte ich jetzt aber nicht mehr eingehen würde, da dies die überwältigende Mehrheit von Euch sicherlich langweilen würde. Auch an einen Vierspielermodus würde im Übrigen gedacht, in einem Freundschaftsmatch dürft Ihr 2:2 spielen und Euch die Lederkugel mit hoffentlich wachsender Begeisterung um die Ohren hauen. Speziell der Mehrspielerspaß kann für wochen- und eventuell auch monatelange Unterhaltung sorgen, selbst nach langer Pause dürfte es immer wieder einmal Spaß machen, dieses Gamecube-Spiel durch den definitiv vorhandenen Party-Charakter hervorzukramen, dies gilt auch für den Einzelspielermodus.


Wie sieht „Beach Spikers“ denn aus und wie hört es sich an?

Das Tolle an diesem Strandvolleyballspiel ist, dass es sich nicht nur blitzsauber spielen lässt und abwechslungsreich und motivierend in Szene gesetzt wurde, sondern zudem auch noch sehr ansehnlich aussieht und sich ordentlich anhört. Wie eingangs schon erwähnt, sollen sich durch die ausschließlich wohlgeformten weiblichen Volleyballerinnen in erster Linie die männlichen Videospieler angesprochen fühlen, doch auch ganz neutral betrachtet, bleibt festzuhalten, dass die sehr bunte Farbgebung im Allgemeinen, die Bandenwerbung im Hintergrund, die unterschiedlichen Tageszeiten, die Größe und Animationen der Sportlerinnen sowie einige gelungene Spezialeffekte wie der aufgewirbelte Sand oder die Licht- und Schattenspiele zu den unterschiedlichen Tageszeiten durchaus ihren Reiz haben und für eine sehr dichte Spielatmosphäre sorgen können. Ob frühmorgens oder in der Abenddämmerung, die unterschiedlichen Auswirkungen sind sofort erkennbar, des Weiteren ist auch die Kameraführung sehr gelungen, so dass Ihr nur äußerst selten den Überblick verlieren werdet. Am Besten gelungen sind auf alle Fälle die beeindruckende Größe der Spielfiguren und deren geschmeidigen Animationen, gar keine Frage, sogar die Gesichtszüge kommen erstaunlich realistisch rüber, die Mimik wird ganz und gar nicht steif. Der gute Soundtrack sorgt schließlich für das richtige Sommergefühl, fast schon mit Wehmut schaut man auf den Fernsehbildschirm, hört die entspannten Melodien und denkt an den nächsten Urlaub. Auch die Soundeffekte gehen völlig in Ordnung, sind wirklich okay, die Reaktionen des Publikums nach und auch während der Ballwechsel sind kaum zu überhören. Zwar bricht die Qualität der Akustik insgesamt nicht sämtliche Rekorde und auch die Grafik weist keine besondere Detailtiefe auf, was speziell die Hintergründe angeht, doch die erwähnten positiven Dinge sorgen für ein sehr angenehmes Spielgefühl, zumal hässliche Grafikfehler oder Geschwindigkeitsverluste trotz des hohen Tempos einfach nicht vorhanden sind. Dieses Volleyballspiel am Strand macht einfach Spaß, darüber kann es einfach keinen Zweifel geben.


Kann ich Euch „Beach Spikers“ insgesamt empfehlen?

Na aber ganz sicher kann ich das, 100%ig sozusagen. Die positiven Dinge sind sehr zahlreich und betreffe quasi alle wichtigen Bereiche, die ein gutes Videospiel ausmachen. Ein unkomplizierter Einstieg, eine schnell erlernte und zudem präzise Steuerung , eine sehr gute Präsentation, ein angenehm großer Spielumfang und eine nicht zu unterschätzende Langzeitmotivation mit hohem Wiederspielwert auch noch nach langer Zeit sprechen eindeutig für dieses Gamecube-Spiel. Man muss wirklich schon mit der Lupe suchen, um nicht ganz so berauschende Dinge aufzuspüren wie beispielsweise die etwas wenigen Grafikdetails im Hintergrund, die möglicherweise zu simple Steuerung oder die manchmal (zumindest am Anfang etwas verblödete CPU-Mitspielerin im Welttour-Modus. Wer von Euch Funsportspiele mag, liegt hier goldrichtig, für alle Fans solcher Videospiele und Besitzer eines Gamecubes ist dieses Strandvolleyballspiel sozusagen ein Pflichtkauf. Ich persönlich möchte es sogar als richtigen Sportspiel-Hit bezeichnen und davon gibt es ja auf dem Gamecube nicht unbedingt so wahnsinnig viele.

Fazit: Ein echter Überraschungshit, der in jede Gamecube-Sammlung gehört.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: