Batman Vengeance (GCN)
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Batman Vengeance (GCN)

elisa2

Name des Mitglieds: elisa2

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Batman Vengeance (GCN)

Datum: 19.05.06

Bewertung:

Vorteile: Eigentlich interessante Hintergrundgeschichte, gelungener Soundtrack

Nachteile: Eine miserable Kameraführung und oft viel zu ungenaue Steuerung sorgen für viel Frustration

Umsetzungen auf Videospielkonsolen des Comic-Helden Batman gibt es ja nicht gerade wenig, viele davon boten aber nicht mehr als durchschnittliche Qualität und auch der Unterhaltungswert insgesamt hielt sich bei den meisten Versionen in Grenzen. Ab und zu hatten wir es sogar mit einer mehr als nur lieblosen Fassung zu tun, welche noch nicht einmal die absoluten Batman-Fans zum Durchspielen reizen konnte, im Fall von „Batman Vengeance“ ist Letzteres zwar nicht der Fall, wahnsinnig begeistern kann aber auch dieses Abenteuer, welches im Übrigen „selbstverständlich“ auf allen großen Systemen (Playstation 2, X-Box und Gamecube) erschien, nicht. Mir genauer bekannt ist allerdings nur die Gamecube-Version und diese hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen, was weniger an der Geschichte oder den Spielideen an sich liegt, sondern vor allem an einer teils doch richtig schlampigen Umsetzung, was ich angesichts der mittlerweile doch ziemlich guten Hardwaremöglichkeiten auch des Gamecubes einfach nicht mehr akzeptieren kann und dem Herstellerteam von Ubisoft einfach zum Vorwurf machen muss. So richtig schlecht ist dieses Actionspiel zwar nicht, aber Ihr müsst es nicht unbedingt kennen, so wahnsinnig viel verpasst habt Ihr dann nämlich nicht.


Worum geht es in „Batman Vengeance“ eigentlich?

Natürlich übernehmen wir die Kontrolle des Comic-Helden und müssen wieder für Recht und Ordnung in unserer düsteren Heimatstadt Gotham City sorgen. Unseren Erzfeind Joker haben wir, was die Geschichte betrifft, eigentlich endgültig bezwungen, nach dessen fehlgeschlagenem Anschlag stürzt sich dieser völlig überraschend von eben jener Brücke in den Tod, auf ein ordentliches Gerichtsverfahren hatte er offensichtlich wenig Lust. Das Schlimme dabei ist nur, dass nach dem „Weggang“ Jokers nun neuer Platz für viele neue kriminelle Personen geschaffen wurde, die nun so richtig aktiv werden und kurz darauf ganz Gotham City in einen richtigen Krisenherd verwandeln, wirklich in ein absolutes Chaos stürzen. Nirgendwo scheint man mehr sicher zu sein, praktisch stündlich geschieht ein neues Verbrechen einer neu aktiv gewordenen kriminellen Vereinigung. Wir steigen jedenfalls in die Handlung ein, als wir zu Beginn des Abenteuers eine (natürlich) hilflose Frau aus einem einstürzenden Gebäude im allerletzten Moment noch retten können, Ursache dafür war ein Bombenattentat, was mittlerweile in Gotham City praktisch an der Tagesordnung zu sein scheint. Nach dieser Rettungsaktionen statten wir unserer Bathöhle einen Besuch ab und lernen dort erst richtig, wie wir mit der Steuerung umzugehen haben, welche dann tatsächlich wesentlich komplizierter ist, als ich es zunächst erwartet hatte. Hier wurde meiner Meinung nach auch etwas übertrieben, auf mich wirkt das Ganze zu komplex, ja im Grunde überladen. Was die Kameraführung angeht, so können wir zwischen einer etwas unspektakuläreren aber dafür übersichtlicheren sogenannten Third-Person-Perspektive wählen, bei der wir Batman praktisch von schräg hinten über die Schulter gucken und einer Egoansicht, die deutlich spektakulärer aussieht, da wir uns mittendrin im actionreichen Geschehen fühlen, dafür aber ordentlich Probleme mit der Übersicht bekommen. Immerhin können wir in der Egoansicht die Feinde anvisieren, sind dafür aber nicht besonders reaktionsschnell im Fall, das in unserer näheren Umgebung urplötzlich etwas Neues passiert, so zum Beispiel bei feindlichen Angriffen.

Kommt es zum Aufeinandertreffen mit einem Feind (und dies passiert natürlich sehr häufig!), haben wir die Möglichkeit mit unserem Spezialbumerang eine Attacke zu starten (sofern wir dafür noch genügend Zeit haben) oder wir stürzen uns in den Nahkampf und lassen dort die Fäuste fliegen. Natürlich bringen wir die Ganoven nicht um, schließlich sind wir Batman, sondern legen den Opfern schließlich brav die Handschellen an und setzen diese so außer Gefecht. Abwechslungsreicher wird das Ganze dadurch, dass es sich manchmal empfiehlt, den Gegnern aus dem Weg zu gehen, da diese sich oft sehr intelligent verhalten und zu zahlreich sind. Dann ducken wir oder verstecken uns irgendwie anders, pressen uns an Häuserwände und bleiben still stehen oder schleichen in einem weiten Bogen an ihnen vorbei, auch das macht häufig Sinn und bringt zumindest etwas Anspruch mit sich. Ab und zu breiten wir auch unser Cape aus und segeln in die Tiefe, wobei wir nicht selten einigen Hindernissen reaktionsschnell ausweichen müssen, um nicht böse Verletzungen einstecken zu müssen, dann wiederum setzen wir uns in das heißgeliebte Batmobil und brausen durch die Straßen von Gotham City oder benutzen sogar unser Batwing, damit es noch schneller geht. Am Ende eines Spielabschnitts, nachdem wir uns fast müde gekämpft, gerannt, geschlichen, gesprungen, gesegelt und geklettert haben, müssen wir uns einem Endgegner stellen, der typischerweise nicht gerade kinderleicht zu besiegen ist.

Der Spielverlauf von „Batman Vengeance“ ist streng linear, was bedeutet, dass Ihr einem roten Faden in der Geschichte streng folgen müsst und selber wenig bis gar keinen spielerischen Gestaltungsfreiraum habt, unterschiedliche Lösungswege, die allesamt zum Ziel führen, gibt es nicht. Da der Schwierigkeitsgrad speziell am Anfang (trotz der Probleme mit der Spieltechnik!) nicht allzu hoch ist, habt Ihr die ersten Level aller Voraussicht nach schnell geschafft, kleine Zwischensequenzen, die aber von der Qualität her nicht besonders der Rede wert sind, lockern das Ganze zumindest etwas auf. Insgesamt erwarten uns fünf Kapitel, wobei uns zum Start eines neuen Abschnitts zusätzlich kleine Sequenzen die Geschichte weitererzählen und so für eine dichte Spielatmosphäre sorgen wollen. An der Atmosphäre an sich, die uns vermittelt wird, gibt es dann auch tatsächlich gar nicht so viel zu meckern. Zu beanstanden gibt es vielmehr die teilweise sogar richtig miserabel umgesetzte Technik, die viel von der aufkommenden Spielfreude leider wieder kaputt macht. Ganz besonders die schlechte und vor allem viel zu langsame Kameraführung (egal welche Ansicht Ihr bevorzugt!) sorgt für viele ärgerliche und später auch frustrierende Situationen und treibt den Schwierigkeitsgrad schließlich dann doch (auf diese äußerst unangenehme Art und Weise!) künstlich in die Höhe. Außerdem ist die Steuerung ganz schön ungenau, ganz besonders die Sprungpassagen sind hier ordentlich misslungen. Da wir bei den Sprüngen oft ziemlich genau landen müssen, gibt es hier sehr viele Fehlversuche, so dass wir oft bestraft werden, ohne selber etwas dafür zu können. Das ist einfach schlecht und ehrlich gesagt auch nicht zu entschuldigen. Mag man die Steuerung mit etwas Wohlwollen als „nur“ leicht unterdurchschnittlich bezeichnen, so geht das bei der Kamera ganz sicher nicht mehr, diese ist völlig missraten, so jedenfalls mein Eindruck. Sowohl Sprung- als auch Flugpassagen sind nicht gelungen und somit eine klare Schwäche dieses Spiels. Lediglich die Kämpfe sind okay, aber „Batman Vengeance“ besteht eben nicht nur aus diesen, so dass sich die Negativpunkte wie ein roter Faden durch das ganze Abenteuer ziehen.


Wie sieht „Batman Vengeance“ denn eigentlich aus und wie hört es sich an?

Im Hinblick auf Grafik, Musikstücke und Soundeffekte gibt es noch am Ehesten wirklich Positives zu berichten. Vor allem der sehr gelungene Soundtrack mit sehr atmosphärischen Musikstücken kann die Stimmung zumindest etwas anheben, nicht zu vergessen die gute Synchronisation der Hauptfiguren durch eine sehr gute Sprachausgabe. Von einer kinoreifen Inszenierung zumindest in diesem Punkt zu sprechen, ist völlig okay, dies ist aber dann auch wirklich der einzige herausragende positive Punkt dieses Gamecube-Spiels. Hinsichtlich der Grafik ist angesichts des Comic-Designs vieles Geschmackssache, objektiv kann man aber sagen, dass die Level nicht besonders detailreich gezeichnet und nicht besonders aufsehenerregend präsentiert werden. Größe und Animationen der Charaktere gehen ja noch halbwegs in Ordnung, ansonsten sieht (bis auf die gelungenen Licht- und Schattenspiele!) die Spielumgebung relativ trist aus, zu einfache Texturen dominieren das Bild. Zu allem Überfluss ruckelt es bei den Zwischensequenzen, die den Spielverlauf ja eigentlich auflockern sollen, oft erheblich. Das muss ja wirklich nicht sein und ist ein weiteres Argument für eine oberflächliche Umsetzung dieses Batman-Abenteuers auf den Nintendo Gamecube. Von einer packenden Spielatmosphäre kann also nicht gesprochen werden, so gelungen der Soundtrack auch rüberkommt, so größtenteils bieder zeigt sich die Optik, so richtig hässlich ist dieses Batman-Abenteuer aber wiederum auch nicht. Trotzdem gibt es weitaus schönere Grafiken bei anderen Gamecube-Titeln zu bestaunen, ich bin persönlich auch in diesem Punkt nicht gerade begeistert, das will ich auch auf gar keinen Fall verschweigen.


Kann ich Euch „Batman Vengeance“ für den Gamecube denn auch wirklich empfehlen?

Das ist in diesem Fall zunächst wirklich eine etwas schwierige Entscheidung. Doch wenn man ganz objektiv sein möchte (die Batman-Fans mit rosaroter Brille lassen wir jetzt einmal außen vor!), muss man doch ehrlich sagen, dass von einem Gamecube-Titel einfach mehr erwartet werden muss als das Endprodukt hier, was wir mit "Batman Vengeance" für den GC nun also vor uns liegen haben. Schlimm wird das Ganze dadurch, dass solch eine oberflächliche Umsetzung dann aber selbstverständlich für alle großen Spielsysteme erscheint, nur weil ein großer Name eine entsprechende Käuferschaft anlocken soll und dies wahrscheinlich auch (leider!) getan hat. Schließlich habe ich mich dazu durchgerungen, es nicht zu tun, vor allem, wenn man bedenkt, was eigentlich mittlerweile auf dem Gamecube möglich ist. Unverzeihlich ist meiner Meinung nach die miserable Kameraführung bei diesem 3D-Abenteuer, die zu langsam und unübersichtlich ist. Des Weiteren wurde auch bei der Steuerung Mist gebaut, die oft viel zu ungenau ist und in Verbindung mit der schlechten Perspektive für viel zu viele ärgerliche Passagen sorgt. Da die Grafik mir außerdem für ein Gamecube-Spiel zu bieder rüberkommt, kommen doch schon einige schwerwiegende Negativpunkte zusammen, finde ich. Dass allein der Soundtrack voll und ganz überzeugen kann, ist mir dann einfach zu wenig, zumindest um eine Empfehlung aussprechen zu können. Ein Mehrspielermodus wurde im Übrigen auch nicht berücksichtigt, so dass die Langzeitmotivation dieses GC-Spiels zudem auch noch zu wünschen übrig lässt. Insgesamt würde also lügen, würde ich Euch erzählen wollen, dass ich beim Namen von „Batman Vengeance“ für den Nintendo Gamecube leuchtende Augen kriegen würde, nein, ganz bestimmt nicht, hier haben sich die Entwickler ganz bestimmt nicht mit Ruhm bekleckert.

Fazit: Nein, das war insgesamt zu wenig.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: