F1 Race (GB)
Einmal Boxenluder, bitte ;) - F1 Race (GB) Gameboy Spiele

Neuester Testbericht: ... 2 Rennwägen zur Verfügung, welche vom Handling her sich etwas unterscheiden, die aber fast identisch aussehen. Die 10 Strecken sind eine ... mehr

Einmal Boxenluder, bitte ;)
F1 Race (GB)

+lannopez

Autor-Name: lannopez

Produkt:

F1 Race (GB)

Datum: 11.01.07

Bewertung:

Vorteile: Taktisches Fahren, man muss richtig planen bzgl. des Turbovorrates

Nachteile: ziemlich schwer

Ein Rennspiel auf dem Game Boy

So, jetzt kommen wir zu einem Review zu einem objektiv gar nicht bedeutenden Rennspiel, subjektiv aber sehr prägenden Rennspiel, nämlich zu F1 Race für den Game Boy, was das erste Rennspiel darstellt, dass ich je gespielt habe. Dass der Game Boy gewiss keine Rennspiel-Hochburg darstellte, dass dürfte jedem klar sein, der sich ein wenig mit Game Boys beschäftigt hat und es ist einfach so, dass ein Game Boy nicht für Rennspiele gemacht ist. Jump and Runs und Adventures waren allein schon von der Technologie her gesehen, einfach viel besser umsetzbar. Aber was ist zu sagen über dieses Rennspiel? Im Grunde ist es ein ganz simpler Racer, der nur eine Richtung kennt: Und zwar nach vorn. Ihr könnt nur nach rechts und links ausweichen, aber ihr könnt nie von der Strecke abkommen. Da 3D auf dem Game Boy allein schon wegen der Technologie ein Fremdwort war, seid ihr hier also darauf beschränkt, der vorgegebenen Strecke zu folgen, wie ein Zug und müsst durch die richtige Wahl der Geschwindigkeit Kurven so fahren, dass ihr nicht gegen die am Streckenrand aufgestellten Streckenschilder knallt, da dies einen massiven Verlust an Geschwindigkeit darstellt und ihr eben dadurch ein Kollision auslöst, die euren Wagen einfach mal zum stoppen bringt. Umsichtiges Gasgeben und Bremsen ist die Folge. Lenken müsst ihr natürlich auch, aber die Freiheit eines GTA oder generell heutiger Rennspiele, einfach mal umzudrehen und in die andere Richtung zu fahren, die könnt ihr hier knicken.

Taktische Wagenwahl

Ein wichtiges Element des Spiels ist, dass ihr zwei Wagentypen zur Verfügung habt. Je nach Fahrweise und Strategie, die ihr verfolgt, gilt es weise zu wählen. Ein Wagen vom Typ A hat weniger Turbo im Tank, ist dafür eher für kurvige Strecken geeignet, weil er wesentlich weniger in den Kurven nach außen getragen wird. Ein Wagen vom Typ B wird eben in Kurven wesentlich leichter nach außen getragen, hat aber wesentlich mehr Turbo im Tank und ist so bei ausdauerndem Fahren wesentlich mehr zu empfehlen. Durch dieses Feature kommt unerwartet taktischer Tiefgang in das ansonsten simple Rennspiel, was euch die eine oder andere Überlegung abverlangt. Nur wer gut fährt und seinen Turbo im richtigen Moment einsetzt, so dass er gut zum tragen kommt, der wird dieses Spiel gut meistern können. Noch ein wichtiges Feature stellt das Windschattenfeature dar, dass euch einen extra Schub gibt, wenn ihr im Windschatten des Gegners fahrt, wenn ihr den Turbo einsetzt. Das stellt sich ebenso als taktisch sehr interessantes Feature dar und so wird aus dem Standard Rennspiel, das keinen interessieren würde, ein schon mal taktisch sehr anspruchsvolles Game, das man nur mit Köpfchen gut meistert und zudem ne Menge Übung und Feingefühl benötigt. Vom Fahrerischen komme wir einmal zum Umfang des Spiels, der sich als nicht gerade üppig herausstellt, aber dennoch recht nett Abwechslung bietet und ein für Game Boy-Verhältnisse sehr geniales Feature beinhaltet.

10 Strecken und 4 Spieler

Das Spiel bietet ca. 10 Strecken, die über nahezu alle Kontinente verteilt sind. Ihr werdet über die Wüstenlandschaften Australiens heizen, ihr werdet in Nepal unterwegs sein, ihr werdet durch Portugal fahren und ihr kommt sogar in die UDSSR. Schon allein deswegen spielenswert, kommt man heutzutage nicht mehr so oft. Ihr habt wie gesagt zwei Fahrzeugtypen zur Auswahl, zudem habt ihr zwei Spielmodi. Nämlich Grand Prix und Time Trial. Im Grand Prix startet ihr jedesmal von Position 10 und solltet versuchen, euch, nach und nach, nach vorn zu kämpfen und im besten Fall den erstplazierten zu überholen. Den erkennt ihr schon aus weiter Ferne an seinem Fähnchen, das er als Erkennungsmerkmal an sich trägt. Dabei ist ausdauerndes und konzentriertes Fahren verlangt, das euch dazu bringt, manchmal mächtig ins Schwitzen zu kommen, was mir im übrigen immer seltener beim Spielen passiert, aber hier haben mir echt die Hände geschwitzt. Zugegeben, das war vor Jahren, aber es war einfach spannend. Nach heutigen Maßstäben würde mir so ein Spiel nicht mal ein müdes Lächeln abringen, für einen Game Boy stellt es dennoch ein exzellentes Rennspiel dar. Zumal es noch dieses erwähnt tolle Feature beinhaltet, nämlich, dass hier zu viert im Multiplayer gefahren werden kann. Durch ein spezielles Multitab konnte man nämlich vier Game Boys zusammenschließen und zu viert gegeneinander in ausdauernden Rennen antreten. Das ist so ziemlich einmalig und für Game Boy-Verhältnisse ein ziemlich außergewöhnliches Multiplayerlebnis.

Zu Technik und Boxenludern

Kommen wir auf die Technik zu sprechen. Die ist, wie zu erwarten nicht sonderlich spektakulär, aber eben dafür, dass das ganze Spiel ein Game Boy Spiel ist, auch nicht schlecht. Die Optik läuft flüssig und so ist das Spiel durchgehend gut spielbar. Im Hintergrund seht ihr typische Landschaftsmerkmale der befahrenen Strecken, in Australien gewisse Felsformationen, in Nepal hohe Gebirge und in den USA Wolkenkratzer. In so fern ein wenig klischeebeladen, aber schließlich soll zur Strecke auch das passende Setting für Atmosphäre sorgen. Vom Sound her betrachtet, gibt es von ein paar sehr einprägsamen Soundeffekten zu berichten, aber so arg viel mehr wird auch nicht aufgeboten, was einfach ob der Plattform nicht anders zu erwarten ist, aber dennoch natürlich niemals eine gute Lösung darstellt. Dass Soundtechnisch auf einem Game Boy mehr möglich ist zeigte zum Beispiel Nintendo mit ihrem Zelda Ableger, der da Links Awakening heißt, im übrigen das Zelda-Spiel, das mir persönlich von der Story her am meisten gefällt, weil es einen sehr philosophischen Ansatz hat. Gehört aber hier nicht rein. Noch zu erwähnen, sei, dass der Rennfahrer in der Siegessequenz, wenn er einen Rennen siegreich hinter sich bringt, von Boxenludern umlagert wird und geküßt wird, was schon sehr klischeebeladen ist, denn die Boxenluer sind selbstverständlich nur im Bikini dargestellt, was wohl an den Fantasien der Programmierer dieses Spiels gelegen haben muss. Immer wieder interessant, wie Rennspiele ohne irgend einen direkten Grund, Frauen ins Spiel bringen, obwohl sie an sich nichts mit dem Spiel zu tun haben. sei es auf dem Cover oder sei es als Boxenluder, sei es als Bildhintergrund im Optionsmenü. Aber das gehört scheinbar einfach dazu und ich als Mann kann die Beweggründe der Programmierer und Designer gewiss verstehen. Wie dem auch sei, ein gelungenes spiel ist es allemal, weil es taktische Features gut einbindet und so viel Spannung und Taktik reinbringt.


Zusammenfassung: Taktisch für Game Boy-Verhältnisse ziemlich anspruchsvolles Rennspiel mit vier Spieler-Modus, das volle Konzentration auf der Jagd nach siegen und Bestzeiten erfordert.

Fazit: Ich hab es damals gern gespielt, aber Rennspiele sind nun mal echt nicht meine Leidenschaft ;)

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: