Rampage World Tour (GBC)
Einfach nur Hau Drauf! - Rampage World Tour (GBC) Gameboy Color Spiele

Neuester Testbericht: ... Monstern (Gorilla, Dinosaurier, Werwolf) in den Straßen vergnügen und nichts Anderes im Sinn zu haben scheinen, als alles am Boden ... mehr

Einfach nur Hau Drauf!
Rampage World Tour (GBC)

elisa2

Name des Mitglieds: elisa2

Produkt:

Rampage World Tour (GBC)

Datum: 26.10.06

Bewertung:

Vorteile: Zerstören ohne Verschnaufpause, viel Action, lustige Animationen, Spielumfang, Mehrspielerspaß

Nachteile: Kein Tiefgang, kein Anspruch, schwacher Sound, simple Steuerung, monoton, unübersichtlich, unfair

Im Fall von „Rampage World Tour“ für den Gameboy Color haben wir es mit einem eher merkwürdigen Eindruck zu tun und um ehrlich zu sein, setzt sich dieser Eindruck praktisch wie ein roter Faden durch das gesamte Spiel fort. Als Maßstab soll sehr wohl der damalige Anspruch an das erstmals in Farbe erschienene Handheld Nintendos gelten, nicht dass wir uns jetzt falsch verstehen. Vorbild für dieses Actionspiel auf dem GBC war jedenfalls (wie so oft) ein Automat aus den Spielhallen, der mir allerdings völlig unbekannt war und ich insofern keinerlei Vergleiche ziehen kann, was sicherlich an meinem relativ jungen Alter liegen dürfte. Dass dieses GBC-Modul einen sehr unkomplizierten und damit leider auch wenig tiefsinnigen Spielverlauf aufweist, merkt jeder von Euch schon nach wenigen Minuten. Denn dieses Actionspiel ist eine reine Zerstörungsorgie, die so richtig wohl nur zu mehreren Spielern Spaß machen dürfte, alleine dürfte es den Meisten doch sehr schnell langweilig werden, glaube ich. Selbst Genre-Fans erkennen ziemlich schnell, dass es an Abwechslung mangelt, auch wenn es an die 100 unterschiedliche Level gibt, schleicht sich wahnsinnig schnell Langeweile ein. Und das ist natürlich tödlich im Hinblick auf die Langzeitmotivation.


Worum geht es in Rampage World Tour für den GBC denn eigentlich?

Die Hintergrundgeschichte als „abgedreht“ zu bezeichnen, ist in diesem Fall eher noch eine Untertreibung, auf jeden Fall sind gefährliche Gase aus Containern nahe einer Forschungsstation entwichen und haben offensichtlich den ein oder anderen Wissenschaftler in arge Mitleidenschaft gezogen. Drei davon sind es schließlich, die sich in Form von gewaltigen Monstern (Gorilla, Dinosaurier, Werwolf) in den Straßen vergnügen und nichts Anderes im Sinn zu haben scheinen, als alles am Boden und auch in der Luft zu zerstören. So kommt es, dass sämtliche Bewohner, die den Weg jener Monster kreuzen, plattgestampft oder ab und zu auch einfach gegessen werden, sämtliche Gebäude im näheren Umkreis werden einige Stockwerke kürzer gemacht oder besser gesagt in Schutt und Asche gelegt. Insgesamt erwarten uns ungefähr 100 verschiedene Level, so dass wir von einem großen Spielumfang bzw. einer grundsätzlich angenehm langen Spieldauer sprechen könnten.

„Könnten“ sage ich deswegen, da es dem Spielverlauf an sich leider erheblich an Abwechslung mangelt, es fehlen die großen Überraschungen oder faszinierende Momente, nach einer gewissen Zeit läuft alles nach dem gleichen Schema ab. Die Steuerung ist zwar schnell erlernt, aber alles in allem dann doch zu simpel ausgefallen, jedenfalls rennen, klettern und schlagen wir in sämtliche Himmelsrichtungen, wobei alle Gebiete nur in 2D-Perspektive betrachtet werden können, alle Level laufen schön brav in horizontaler Richtung an uns vorbei.

Natürlich müssen wir uns auch mit Feinden auseinandersetzen, wobei in diesem Fall eigentlich wir die Bösen sind, aber das hat hier offensichtlich kaum eine Bedeutung. Es dauert nicht lange und Raketen werden auf uns abgefeuert, Panzer rollen heran und auch Düsenjäger nehmen uns aufs Korn, die gegnerischen Militäreinheiten fackeln in dieser Hinsicht wirklich nicht lange. Der Schaden, den wir dadurch erleiden, ist allerdings nicht sonderlich groß, doch allzu sicher solltet Ihr Euch dadurch nicht fühlen, schließlich sind die gegnerischen Einheiten sehr zahlreich vertreten. Ziel ist es, im jeweiligen Gebiet die Länderfahne in Besitz nehme zu können, woraufhin wir in ein neues Krisengebiet eingeflogen werden bzw. wir dort dann für chaotische Zustände sorgen werden. Nicht zu verachten ist hierbei der Mehrspielerspaß, denn bis zu drei menschliche Spieler dürfen sich auf diese sehr seltsame Zerstörungs-Welttour machen, dieser motiviert zumindest für einige Tage, vielleicht auch ein paar Wochen.


Wie sieht „Rampage Word Tour“ für den GBC denn aus und wie hört es sich an?

Dieses chaotische Actionspiel für den Gameboy Color sieht sehr bunt aus und tatsächlich sind die Spielfiguren sehr groß gezeichnet worden, hingegen die übrigen Individuen sehr klein aussehen. Die Hintergründe sind allerdings nicht besonders schön, sie sehen sehr einfach aus und weisen einfallslose Texturen auf, die eigentlich auch damals schon nicht mehr ganz zeitgemäß waren, glaube ich. Die Spezialeffekte sind im Hinblick auf die Grafik noch am Besten gelungen und teilweise auch wirklich sehenswert, die oft verzerrten Grimassen, welche die Figuren ab und zu (ungewollt, zum Beispiel vor Schmerzen) schneiden, sehen wirklich lustig aus, zumindest sorgen sie am Anfang für einige Lacher, doch auch das nutzt sich nach einer gewissen Zeit merklich ab. Mag die Optik dieses Spiels nach damaligen Verhätlnissen insgesamt noch durchschnittlich aussehen, so sieht das beim Sound leider schlechter aus, denn die Hintergrundmelodien sind sehr langweilig und unterstützen leider Gottes so gut wie gar nicht die Spielatmosphäre und speziell bei den Soundeffekten hätte mehr Abwechslung und somit auch mehr Schwung in das Ganze gebracht werden müssen. Wer auf eine gute Präsentation großen Wert legt, ist hier somit an der falschen Adresse.


Kann ich Euch „Rampage World Tour“ für den Gameboy Color empfehlen?

Wenn ich ganz ehrlich sein darf: Nein. Die abgedrehte Hintergrundgeschichte und der hohe Actiongehalt in allen Ehren, aber im Großen und Ganzen ist dieses GBC-Spiel zu primitiv, bietet zu wenig Abwechslung, sieht nicht besonders aus und hört sich sehr bescheiden an. Außerdem ist die Steuerung nicht immer besonders hilfreich, so simpel diese auch ausgefallen ist, so chancenlos ist man manchmal im Kampf gegen die heranrauschenden feindlichen Einheiten oder auch deren Geschosse. Da Ihr leider nicht diagonal um Euch schlagen könnt, sondern nur streng in alle vier Himmelsrichtungen, habt Ihr sehr oft das Nachsehen. Dies sorgt über kurz oder lang für einige ärgerliche Passagen, selbst sehr erfahrene Kenner solcher Zerstörungsorgien dürften öfters ratlos zur Decke blicken, viel zu zahlreich sind die gegnerische Attacken und viel zu spärlich Eure Gegenwehr. Nur mit Glück und Zufall lassen sich manche knifflige Stellen meistern und das kann ja eigentlich überhaupt nicht Sinn der Sache sein.

Ähnliches gilt für den eigentlich unterhaltsamen Mehrspielermodus, denn auch hier verliert Ihr schnell die Übersicht und habt oft überhaupt keine Ahnung, wie genau die chaotische Situation anzugehen ist. Somit fallen mir doch deutliche Schwächen sowohl beim Spielverlauf als auch der Präsentation auf, so dass dieses Modul für den Gameboy Color meiner Meinung nach noch nicht einmal mehr zu den Durchschnittstiteln gehört. Vor allem die rasend schnell auftretende Monotonie durch die anspruchslose Fließband-Arbeit nervt nach spätestens einer Stunde. Habt Ihr diesen GBC-Titel einmal durchgespielt, dann versstaubt es endgültig auf Nimmerwiedersehen im Schrank, da bin ich mir sicher.

Fazit: Schnell langweilig werdendes Actionspektakel ohne Anspruch.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: