Top Gear GT Championship (GBA)
GT-Flitzer in Japan - Top Gear GT Championship (GBA) Gameboy Advance Spiele

GT-Flitzer in Japan
Top Gear GT Championship (GBA)

sinfortuna

Name des Mitglieds: sinfortuna

Produkt:

Top Gear GT Championship (GBA)

Datum: 06.11.06

Bewertung:

Vorteile: Einsteigerfreundliche Handhabung erlaubt schnellen Einstieg, gelungener Mehrspielermodus

Nachteile: Alleine wird es auf Dauer monoton, nur sechs Rennwagen und Rennstrecken, insgesamt zu simpel

Dass Rennspiele auf Nintendos kleinem 32-Bit-Handheld, dem Gameboy Advance, funktionieren und sogar richtig Laune machen können, hatte ich anfangs bezweifelt, „Top Gear GT Championship“ von Kemco aus dem Jahr 2001 ist zumindest ein gutes Beispiel dafür, dass einer vergleichsweise unbeschwerten Raserei auch auf einem kleinen Display und einer relativ engen Tastenanordnung grundsätzlich nichts im Wege steht. Um einen ausgewachsenen Top-Hit handelt es sich bei diesem Rennspiel aber wiederum auch nicht, doch als grundsoliden und zweifelsohne phasenweise sehr unterhaltsamen Racer kann dieses Modul durchaus bezeichnet werden, so zumindest meine persönliche Meinung.



Im Blickpunkt des Geschehens stehen GT-Rennwagen aus der Formel-Serie, wobei uns insgesamt sechs unterschiedliche Flitzer zur Auswahl stehen, die sich (selbstverständlich) in den grundlegenden Fahreigenschaften (Handling, Driftvermögen, Beschleunigung, Top-Speed) mitunter deutlich voneinander unterscheiden. Wir nehmen an einer japanischen Meisterschaft teil, so dass folgerichtig ausschließlich Rennstrecken aus Fernost befahren werden, so unter anderem auch die Original-Formel-1-Strecke von Suzuka. Das Starterfeld ist mit lediglich sechs Autos relativ klein geraten, trotzdem wird vor dem Beginn des eigentlichen Hauptrennens eine Qualifikation absolviert. Ziel dabei ist natürlich das Ergattern eines der vorderen Startplätze, demzufolge wir unseren Rennboliden vor den Qualifikationsrunden der jeweiligen Streckenführung und momentan vorherrschenden Wetterverhältnissen entsprechend tunen.



Wem der Meisterschaftsmodus (vorerst) zu stressig sein sollte, tobt sich zunächst in einem Einzelrennen aus, um sich in aller Ruhe an Strecke und Fahrzeug zu gewöhnen. Auf Wunsch könnt Ihr Euch auch Euren eigenen Kurs zusammenbasteln, eine Editor-Funktion steht allzeit bereit, insgesamt lassen sich zwei eigens von Euch kreierte Strecken abspeichern. Für mich war dies zwar uninteressant, den ein oder anderen von Euch wird dies aber möglicherweise aufhorchen lassen, schätze ich. Aus meiner Sicht wesentlich wichtiger ist die Tatsache, dass glücklicherweise der Multiplayerspaß berücksichtigt wurde, im Falle des Vorhandenseins entsprechender Gameboys und Linkkabel können bis zu vier menschliche Kontrahenten gleichzeitig an den Start gehen, dies sorgt auch langfristig für Stimmung und ist ein – wenn nicht sogar der dickste – Pluspunkt in diesem Spiel. Hingegen eher negativ ist zu bewerten, dass gerade einmal sechs Rennwagen und auch exakt (nur) dieselbe Anzahl an Kursen zur Auswahl stehen, dies ist wirklich ein wenig dürftig.



Die Präsentation geht indes völlig in Ordnung, zwar reißen sowohl Grafik als auch Soundkulisse keine gewaltigen Bäume aus, durchschnittlichen Ansprüchen genügen diese aber leicht und locker. Die Rennwagen an sich sind noch halbwegs ansprechend und vor allem groß genug gezeichnet und auch nette kleine Spezialeffekte bei heftigem Gewitter oder im Falle des Driftens um enge Kurven sind mit von der Partie, doch abseits der Rennpiste sieht es doch regelmäßig sehr mau aus, um nicht zu sagen extrem detailarm und einfallslos. Dafür bleibt die Grafik dann aber auch konstant flüssig, nervige Ruckler oder gröbere Grafikpatzer existieren hier bei „Top Gear GT Championship“ zum Glück nicht. Die Soundkulisse fällt da (noch) etwas weiter ab, belangloses Hintergrundgedudel und nur vereinzelt hörbare und relativ abwechslungsarme Soundeffekte sind an der Tagesordnung. Dies sorgt nicht für die erhoffte packende Rennspielatmosphäre, kann aber mit Hängen und Würgen wohlwollend für einen GBA-Titel noch als durchschnittlich bezeichnet werden.



Was die Steuerung und die Kameraperspektive angeht, so sieht es hingegen schon wieder wesentlich freundlicher aus, vor besonders große Probleme werdet Ihr in punkto Handling der Rennwagen und Übersicht auf der Rennstrecke jedenfalls nicht gestellt. Im Grunde sind mir die Rennverläufe etwas zu simpel ausgefallen (ausgedehnte Driftmanöver sind hier offensichtlich nicht gefragt) und irgendwie spielt sich während der Rennen einfach zu wenig auf der Piste ab, so zumindest mein persönlicher Eindruck. Auf Dauer wird das Ganze dann leider doch arg monoton, was sich speziell auf den Einzelspielermodus im Hinblick auf die Langzeitmotivation negativ auswirkt. Alles in allem vergebe ich für den Gameboy-Advance-Titel „Top Gear GT Championship“ eine Spielspaßwertung von glatt 60%.

Fazit: Ohne größere Patzer, aber was Präsentation und Gameplay angeht: zu simpel.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: