Braver Jedi
StarWars Trilogy: Apprentice Of The Force (GBA)

Name des Mitglieds: sinfortuna
Produkt:
StarWars Trilogy: Apprentice Of The Force (GBA)
Datum: 16.09.07
Bewertung:
Vorteile: Schneller Einstieg, ausgewogener Schwierigkeitsgrad, Zweispielermodus, guter Genre-Elemente-Mix
Nachteile: Arg angestaubte Grafik, veraltete Perspektive, nichts Überraschendes, R2D2 nervt zuweilen sehr
Selbst Videospielfreaks und zugleich Star-Wars-Fans ist möglicherweise eine Version entgangen: nahezu unbemerkt schlich sich die Fassung für den Gameboy Advance im Jahr 2004 auf den Markt, der Name des Titels lautet „Star Wars Trilogy – Apprentice of the Force“. Wichtig ist zu erwähnen, dass der Spielverlauf sehr eng an die Originalhandlung der berühmten Kinostreifen angelehnt ist, um genauer zu sein finden wir uns in Schauplätzen der allerersten Abenteuer, eben der Ur-Trilogie wieder. Die Inhalte der drei Filme finden sich somit stellenweise auf dem GBA-Modul wieder, umso erfreulicher ist es, dass man diese Umsetzung durchaus als gelungen bezeichnen kann. Allerdings – das will ich auf keinen Fall verschweigen – bezieht sich dieses Urteil allein auf das Gameplay, wer jedoch Wert auf eine schmucke Präsentation legt, wird bitter enttäuscht: selbst für (bescheidene) GBA-Verhältnisse ist es doch sehr mau, was sich uns speziell in grafischer Hinsicht geboten wird. Dazu nachher noch mehr. Freunde des Mehrspielerspaßes freuen sich immerhin darüber, dass tatsächlich zu zweit geballert werden darf, notwendig sind dann aber auch zwei Module, versteht sich.
Was bei alten Star-Wars-Versionen oft der Fall war – ich erinnere mich ganz besonders an die Supernintendo-Abenteuer –ist hier glücklicherweise ein Fremdwort: unfaire Passagen. Diese gibt es hier so gut wie gar nicht, was sicherlich der Spielfreude sehr zuträglich sein dürfte. Die Mischung aus Baller-, Hüpf- und Rätselspiel ist jedenfalls gelungen, ob man dieses Spiel denn nun als Action- oder doch eher Actionadventure bezeichnen möchte, überlasse ich Euch, persönlich tendiert meine Wenigkeit zu letzterer Bezeichnung, aber egal, dies soll keine vornehmliche Rolle spielen. Wie bereits erwähnt, treffen wir sowohl altbekannte Gesichter als auch Örtlichkeiten wieder, wobei wir „selbstverständlich“ Luke Skywalker darstellen bzw. mit diesem über Stock und Stein oder besser gesagt auf Wüstenplanet, Todesstern und Endor umherlaufen. Letztlich erwartet uns dann der ultimative Fight mit dem finsteren Imperator, so dass uns quasi alles sehr bekannt vorkommen dürfte. Interessant hierbei: bestimmte Schlüsselstellen in Anlehnung an die Kinofilme müssen von uns bewältigt werden, sei es die berühmte Hals-über-Kopf-Flucht aus der Bar hin zum pfeilschnellen Raumgleiter oder das Navigieren im Todesstern. Die Feinde kommen uns auch allesamt wohlbekannt vor, stellen sich uns doch die typischen weißen Truppen des Imperiums; Mechs, Kanonen und auch Kreaturen in der Wildnis wie beispielsweise die Sandmenschen in den Weg.
Objekt unserer Begierde sind Schlüsselkarten, welche es zwingend aufzusammeln gilt, als eher lästige Pflicht haben wir die Aufgabe unseren Robo-Kumpan R2D2 zu beschützen bzw. diesem möglichst sicheres Geleit zu geben. Ohne ihn ließe sich nämlich so mancher Aufzug oder Tür nicht öffnen, unsere Reise wäre dann wesentlich schneller zu Ende, als es uns lieb wäre. Leider entpuppt es sich als fast schon schwieriger, R2D2 ins Schlepptau zu nehmen als mit dem feindlichen Gesocks fertig zu werden: unser treuer Blechhaufen ist nämlich von der ganz lahmen Truppe und kann definitiv mit unserem Tempo nicht mithalten. Nicht selten erreicht er das rettende Ufer bzw. den sich schließenden Ausgang nicht mehr und das nervt auf Dauer nicht unerheblich, schließlich ist das in der Regel nicht auf unser eigenes Verschulden zurückzuführen. Dass wir im Laufe der Zeit zahlreiche Spezialmanöver erlernen (Sprungangriff, beherzte Salti, Hechtrolle, Angriffsschlag der Jedi und Heilungen) ist daher quasi Pflicht, ansonsten kämen wir aufgrund der Massen an Ansammlungen feindlicher Subjekte auch nicht sehr weit, schätze ich. Die Anforderungen steigen langsam an, was auch völlig in Ordnung geht, netterweise gibt es einige Container an Heilpaketen aufzusammeln, so dass der Frust nicht Überhand gewinnen sollte. Zudem entwickelt sich eine angenehme Spielatmosphäre, da uns die Handlung sehr gut rübergebracht wird, so dass wir es zum Glück nicht mit einer lieblosen Umsetzung zu tun haben. Zugegebenermaßen ist das Prinzip schon Asbach Uralt, Innovationen entdecken wir nirgends, dass die Ballereinlagen am Boden jedoch durch vereinzelte Flugmissionen ergänzt wurden, bringt willkommene Abwechslung.
In erster Linie hapert es aber an einer ansprechenden Grafik, denn es sieht wirklich schon sehr spartanisch aus, egal wohin wir auch blicken. Karge Landschaftsoptik ohne sonderlich detaillierte Texturen, sehr eintönige Hintergründe ohne jeglichen Esprit und der fast komplette Wegfall erwähnenswerter Spezialeffekte sorgen dafür, dass wir in optischer Hinsicht ganz und gar nicht verwöhnt werden. Während wir vornehmlich auf in 2 D seitlich scrollende Spielabschnitte schauen, absolvieren wir die Flugeinsätze aus einer (ähnlich unspektakulären) Vogelperspektive. Die Figuren sind nicht nur klein, sondern sehen auch ziemlich blass modelliert aus, von den kümmerlichen Animationen einmal ganz zu schweigen. Bei der Soundkulisse sieht es minimal besser aus, was angesichts der in dieser Hinsicht traditionell eher bescheidenen Möglichkeiten des Gameboy Advance ja eigentlich auch schon viel aussagt. Ordentliche Soundeffekte und gut gewählte Melodien bringen das richtige Flair auf, ohne allerdings Begeisterungsstürme in uns entfachen zu können. Zumindest, wenn ich für mich sprechen darf.
Schließlich bleibt festzuhalten, dass man „Star Wars Trilogy – Apprentice of the Force“ kennen darf, aber nicht muss. Wer kein Fan der (alten) Star-Wars-Trilogie ist, sollte die Finger lieber weg lassen von diesem Modul, denn die Anlehnung an die Originalhandlung ist eigentlich die größte Stärke dieses Moduls. Zudem gefallen der gut ausbalancierte Schwierigkeitsgrad, die leicht zu erlernende Steuerung und das (halbwegs) abwechslungsreiche Gameplay durch die unterschiedlichen Elemente aus Jump and Run, Ballerspektakel und Rätselspiel. Die seinerzeit 40€ halte ich jedoch für ungerechtfertigt bzw. maßlos überzogen, was sich heute – gut drei Jahre später – natürlich deutlich relativiert hat. Dass das Geschehen regelmäßig schön übersichtlich bleibt, ist angesichts der veralteten Perspektive nicht gerade ein Wunder, letztlich ist es dann die antiquiert wirkende Grafik, die dafür sorgt, dass dieses GBA-Modul doch arg im Mittelfeld versumpft. Spielspaßwertung: 59%.
PLUS --> Schneller Einstieg, ausgewogener Schwierigkeitsgrad, Zweispielermodus, gute Mischung unterschiedlicher Genre-Elemente, eng an Originalhandlung angelehnt
MINUS --> Arg angestaubte Grafik, veraltete Perspektive, nichts Überraschendes, R2D2 nervt zuweilen sehr
Fazit: Sehr solide aber mächtig unspektakulär.
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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