Megaman Battle Network (GBA)
Virenkiller im Netzwerk - Megaman Battle Network (GBA) Gameboy Advance Spiele

Produkttyp: Capcom Gameboy-Advance-Spiele

Virenkiller im Netzwerk
Megaman Battle Network (GBA)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Megaman Battle Network (GBA)

Datum: 09.03.06

Bewertung:

Vorteile: Schneller Einstieg möglich, motivierendes Aufleveln, ungewöhnliche Szenarien, netter Genre-Mix

Nachteile: Kein Mehrspielermodus, auf Dauer etwas monoton, ganz sicher nicht für jeden etwas

Die Spielfigur „Mega Man“ dürfte vielen von uns wahrscheinlich schon einige Male auf den unterschiedlichsten Spielsystemen begegnet sein, ganz gleich, ob man ihn mag oder nicht, auf fast jeder Konsole ist er praktisch zu Hause. Meiner Erinnerung nach gibt es aber weitaus weniger Abenteuer von und mit Mega Man, die überdurchschnittlich gut gelungen sind, vielmehr gilt angesichts der Anzahl an mittlerweile verfügbaren Titel offensichtlich eher „Masse statt Klasse“ und leider nicht umgekehrt. So war es eigentlich auch nur eine Frage der Zeit, bis uns Mega Man auch auf Nintendos kleinem Handheld, dem Gameboy Advance, beehren würde, doch erstaunlicherweise handelt es sich im Fall von „Mega Man Battle Networks“ ausnahmsweise einmal nicht um ein traditionelles Jump and Run, sondern vielmehr um ein Actionspiel mit unübersehbaren Rollenspielelementen. Es aber als „echtes“ Rollenspiel zu bezeichnen, führt meiner Meinung nach aber zu weit, denn offen gesagt, steht die Action deutlich mehr im Vordergrund als typische RPG-Elemente. Die Hintergrundgeschichte ist nämlich eher banal, die Identifikation mit den vorkommenden Hauptfiguren auch eher gering, das Eliminieren der Gegner ist hier primär wichtig. Ganz gleich aber, ob nun reines Actionspiel oder Actionrollenspiel, um ein Hüpfspiel handelt es sich bei diesem Megaman-Abenteuer (endlich) einmal nicht.

Bei seiner Premiere auf dem Gameboy Advance hat sich Mega Man in „Battle Networks“ auf jeden Fall eine besondere Umgebung, und zwar eine futuristische Cyber-Spielatmosphäre ausgesucht, wobei ein Computerprogramm im Mittelpunkt steht, in dessen Inneren wir als Spielfigur Lan herumwuseln dürfen. In der Folgezeit laufen wir als Lan durch zahlreiche labyrinthartig verzweigte Röhrensysteme und schalten alle Objekte und Subjekte aus, die sich uns in den Weg stellen und dies natürlich mit Waffengewalt. Wie der Titel schnell vermuten lasen dürfte, irren wir in einem umfangreichen Netzwerk umher und sollen in erster Linie gefährliche Virenstämme vernichten, um das Netzwerk am Leben zu erhalten. Insofern sind wir als Cyber-Schädlingsbekämpfer/in am Werk und müssen abseits der unentwegt stattfindenden Zufallskämpfe einige Rätsel lösen, um Zugang zu neuen Zonen überhaupt erhalten zu können. Speziell an bestimmten Terminals wird uns oft der Durchgang verweigert, doch dies nur für kurze Zeit, hoffentlich zumindest. Wie eingangs schon erwähnt, steht die unentwegte Action im Mittelpunkt, mit unter anderem Pistole, Gewehr, Granate oder Flammenwerfer wehren wir uns stets hartnäckig und vervollkommnen nach und nach unsere Grundfähigkeiten. Es mangelt zugegebenermaßen mit der Zeit etwas an Abwechslung, denn im Grunde passiert immer das Gleiche, großartige Highlights oder sonstige überraschende Wendungen im Spielverlauf sind eigentlich nicht vorhanden. Actionfans (und von mir aus auch solche von Action-RPGs) erfreuen sich aber am Anwachsen der Ausrüstung und natürlich der Stärke ihres Charakters, denn darum geht es hier bei „Mega Man Battle Networks) (nur), was manch einem/r von uns sicher etwas zu wenig sein dürfte, glaube ich.

Die Grafik gibt sich im Großen und Ganzen kein Blöße, kommt aber insgesamt zu unspektakulär daher. Zwar sind die Figuren angenehm groß gezeichnet und so manch ein nett(gemeint)er Spezialeffekt im Kampf ist durchaus zu erblicken, doch Bäume ausreißen kann die uns präsentierte (schon leicht angestaubt wirkende) 2D-Optik wiederum auch nicht. Auffallende Grafikfehler bleiben uns zwar erspart, sonderlich aufregend ist das Leveldesign allerdings auch nicht gerade gestaltet. Immerhin ist die Cyberatmosphäre und überhaupt der Hintergrund dieses GBA-Titels ungewöhnlich und dies ist doch immerhin schon etwas, meine ich jedenfalls. Von den Hintergrundmelodien bin ich zwar nicht enttäuscht, da sie eigentlich ganz gut zum Geschehen passen, doch ein Vorbild an Abwechslungsreichtum sind sie sicherlich auch nicht, speziell was die doch sehr spärlichen Soundeffekte angeht. Eine wahnsinnig mitreißende und besonders dichte Spielatmosphäre, welche Euch in den Bann zieht, finden wir demnach hier nicht vor, die Stärken dieses Spiels liegen eher woanders.

„Mega Man Battle Networks“ ist ganz sicher nicht für jeden von uns etwas. Man muss dem doch eher ungewöhnlichen Szenario grundsätzlich etwas abgewinnen und vor allem sich für das allmähliche (und manchmal doch sehr mühsame) Aufleveln der Spielfigur begeistern können, um mit diesem GBA-Titel richtig warm zu werden. Denn das im Vordergrund stehende Bekämpfen der Viren in dem weitverzweigten Labyrinthsystem im Inneren eines Netzwerks mag sicher nicht jeder von Euch und auch mich befiel nach circa zwei Stunden Spielzeit die erste zart aufkommende Langeweile. Dass kein Mehrspielermodus vorhanden ist, finde ich im vorliegenden Fall wirklich schade, denn zu zweit durch das Netzwerk zu wuseln und durch die gewonnene Kampferfahrung und auch stärkere Ausrüstung sich weiterentwickeln zu können, hätte ich mir durchaus interessant vorstellen können. So aber hält sich die Motivation zumindest nach dem erstmaligen Durchspielen dann leider doch in ziemlichen Grenzen, ob dieses Modul nach einiger Zeit zum nochmaligen Durchspielen reizt, halte ich zumindest für fraglich. Eine Empfehlung für dieses Actionspiel gibt es von mir aufgrund der interessanten Ansätze und des doch sehr schnörkellosen Spielverlaufs aber dennoch.

Fazit: Nur etwas für Genre-Liebhaber

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: