


Produkttyp: JoWood Gameboy-Advance-Spiele
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K.O. durch Kao?
Kao the Kangaroo (GBA)

Name des Mitglieds: Yasmina24
Produkt:
Kao the Kangaroo (GBA)
Datum: 10.03.06
Bewertung:
Vorteile: Eventuell noch ein Känguruh mit Boxhandschuhe als (Witz-) Figur?
Nachteile: Langweiliges Leveldesign, schwache Akustik, veraltete Präsentation, anspruchslos, teils sogar unfair
Jetzt ist es so langsam aber sicher an der Zeit, nach zahlreichen Durchschnittstiteln und auch überdurchschnittlichen Titeln für den Gameboy Advance über ein Modul zu sprechen, was gelinde gesagt als Reinfall zu bezeichnen ist bzw. als eindeutig nicht zu empfehlendes Hüpfabenteuer. Im Falle von „Kao the Kangaroo“ fällt es wirklich schwer, irgendwo noch positive Ansätze zu entdecken, diese müssen wirklich mit der Lupe gesucht werden. Zwar ist dieses Jump and Run eindeutig auf Niedlichkeit getrimmt und soll unzweifelhaft in erster Linie die jüngeren Videospieler unter uns ansprechen, doch ganz so leicht, wie es sich Hersteller Virgin bei diesem im Jahr 2002 herausgebrachten GBA-Modul gedacht hat, darf man es sich wirklich nicht machen. In nahezu allen Belangen wird uns Unterdurchschnittliches angeboten, um es noch milde auszudrücken, Masochisten/innen kommen hingegen ganz gut auf ihre Kosten, glaube ich. Kenner der Hüpfspiel-Szene werden sich möglicherweise sogar an die Dreamcast-Version dieses Spiels erinnern (die mir allerdings zum Glück völlig unbekannt ist), Bäume ausgerissen haben wird diese aber aller Voraussicht nach auch nicht, wage ich zu vermuten. Nun ja, doch nun erst einmal der Reihe nach, wobei es sich im Folgenden eher um eine Auflistung der vorhandenen Mängel handelt als um eine Gegenüberstellung der positiven und negativen Merkmale.
Im Blickpunkt des Geschehens steht ein Känguruh, was möglicherweise angesichts der Namensgebung dieses GBA-Moduls auch zu erwarten gewesen ist. Kao das Känguruh „quält“ sich mehr oder weniger durch eine unspektakulär gezeichnete Landschaft in veralteter 2D-Ansicht, die im Grunde auch einem Supernintendo oder Sega Mega Drive hätte entstammen können, ohne jenen Spielkonsolen allerdings zu nahe treten zu wollen. Die Hintergrundgeschichte ist derart belanglos, dass diese total außen vor gelassen werden kann, wie so oft bei Hüpfspielen, leider. Grundsätzlich ist Kao eigentlich nur unterwegs, um Unmengen an Münzen einzusammeln, die in den weit über zwanzig Leveln verteilt sind und besonders oft nach dem Niederboxen eines Gegners urplötzlich auf der Bildfläche erscheinen. Mag der Spielumfang auch noch halbwegs stimmen, so trifft dies im Hinblick auf Abwechslung, überraschende Momente oder etwaige Gags überhaupt nicht zu, dieses sind alles absolute Fremdwörter in diesem todlangweiligen Hüpfspiel. Immerhin gestaltet sich zumindest die Steuerung von Kao als wenig kompliziert, was angesichts der sehr jungen Zielgruppe aber auch zu erwarten war. Mit simplen Tastenkommandos hüpft Ihr durch die 2D-Gebiete, überwindet den ein oder anderen Abgrund, springt auf Plattformen und erledigt die Feinde sowohl am Boden als auch in der Luft mit relativ „friedlichen“ (also nicht gerade gewaltverherrlichenden) Aktionen wie Boxschlag oder Schwanzattacke. Sein Markenzeichen sind jedenfalls die knallig roten Boxhandschuhe, was wahrscheinlich irgendwie witzig rüberkommen sollte, tut es aber nicht. Nein, wirklich nicht.
Was mich allerdings etwas stutzig machte und auch nicht so recht in das Gesamtbild dieses auf Kinder zugeschnittene Videospiel passte, sind die zu häufig vorkommenden unfairen Passagen, die für ein nicht zu unterschätzendes Frustpotential sorgen. Oft saust Ihr eben doch in die Tiefe, steckt Treffer ein, obwohl Ihr die Feinde schon längst erledigt haben müsstet und manch eine Münze ist derart unglücklich platziert, dass es nicht selten unmöglich erscheint, mit heiler Haut aus der Sache wieder herauskommen zu können. Diese unfairen Stellen sorgen ironischerweise für die einzige nennenswerte Abwechslung (in negativer Hinsicht natürlich) im ansonsten einschläfernden Jump-and-Run-Alltag des Känguruhs. Denn nicht nur die 08/15-Manöver der Spielfigur, die langweilig in Szene gesetzten Gegner und der insgesamt eintönige Spielverlauf sorgen für eine Gähnattacke nach der anderen, sondern auch noch die unterdurchschnittliche Präsentation, welche leider auch keinen Anlass zur Freude gibt. Das Design sämtlicher Level ist außerordentlich unattraktiv, dass sie bunt ausgefallen sind, ist auch schon alles. Monotone Hintergründe, lieblos dahingeschluderte Zeichnungen ohne nennenswerte Details, schwache Animationen und praktisch keine Spezialeffekte, das kann der GBA eigentlich deutlich besser. Noch schlimmer sieht es hinsichtlich des erbärmlichen Soundtracks aus, den man eigentlich gar nicht so nennen darf bzw. der seinen Namen im Grunde nicht verdient hat, denn extrem uninspiriert klingende Melodien und jämmerliche Soundeffekte, die an Abwechslungsarmut kaum zu überbieten sind, bestimmen die Szenerie. Dass kein Mehrspielermodus vorhanden ist, darf insofern gar nicht einmal unbedingt als Negativpunkt angesehen werden, ansonsten wäre der Ärger wahrscheinlich noch größer gewesen. Dieses Jump and Run für den Gameboy Advance weist in allen wichtigen Belangen gravierende Mängel auf und wandert auf dem schnellsten Weg direkt in die Mülltonne.
Fazit: Reine Zeitverschwendung.
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