Weltraum-Ballerspaß
Gradius Advance (GBA)

Name des Mitglieds: sinfortuna
Produkt:
Gradius Advance (GBA)
Datum: 14.11.06
Bewertung:
Vorteile: Rasend schnell, actionreich, spannend, hübsche Grafik, geniale Steuerung, Highscoreliste
Nachteile: Nur solide Soundkulisse, Multiplayerspaß fand leider keine Berücksichtigung
Ballerspiele sind für mich schon seit jeher ein Genuss, na ja, zumindest die meisten von ihnen. Die sogenannten Shoot’em Ups waren das erste Genre überhaupt, welches ich für mich vor Urzeiten entdeckte, damals in Form der klassischen 2D-Horizontalshooter, wenn ich auch zugeben muss, dass mich aufgrund des oft ultrahohen Schwierigkeitsgrades viele Titel an den Rande der Verzweiflung brachten und nicht selten für ordentlich Frust sorgten. Spaß machte es aber allemal und das ist schließlich die Hauptsache. „Gradius“ steht dabei für stets qualitativ hochwertige Shooter und dies über die Jahre hinweg meines Wissens nach ohne eine einzige negative Ausnahme. Trotzdem stand ich ursprünglich „Gradius Advance“ für Nintendos kleinen 32-Bit-Handheld doch eher skeptisch gegenüber: solch turboschnellen Spiele bei Dauerfeuer auf einem kleinen Display mit relativ kleinen Tasten, das sollte funktionieren? In der Tat. Es funktionierte. Denn unter dem Strich stellt dieses Modul für den GBA eine solch gelungene Ballerorgie dar, dass ich es guten Gewissens zur GBA-Oberliga zahlen möchte.
Wer sich ein bisschen im Land der Shooter auskennt, der dürfte zumindest von den letzten Gradius-Versionen – Teil III & IV nebst Part V – auf der Sony Playstation 2 gehört haben oder diese im Optimalfall gezockt haben. In diesem Science-Fiction-Shooter auf dem GBA jagen wir jedenfalls erneut durch entfernte Galaxien und mischen (hoffentlich) Heerscharen an feindlichen Fliegern auf und lassen diese in Nullkommanichts zerbröseln. In Anlehnung an die guten alten vergangenen Tage ballern wir uns in „Gradius Advance“ in Form eines klassischen Shoot’em Ups durch horizontal scrollende Weltraumlevel, in denen wir es genretypisch ordentlich krachen lassen. Typisch ist auch, dass es in den insgesamt acht Leveln nur so vor feindlichen Subjekten wimmelt, ob Geschütztürme, Abfangjäger oder sonstiges feindliches Gesocks (unter anderem auch in Form mächtiger Dämonenwesen) ist uns dabei völlig gleich, alles muss schnellstmöglich in seine einzelnen Bestandteile zerschossen werden. Natürlich tauchen auch hier am Ende eines Abschnitts besonders fiese Obermotze auf, die uns das Leben noch schwerer machen wollen, spätestens jetzt greifen wir auf durchschlagskräftige Extrawaffen wie Turbos, Raketenwerfer, Laserwumme oder auch uns unterstützende Zusatzboote zurück, um dem Feind zumindest annähernd Paroli bieten zu können. Diese nützlichen Extras erlangen wir – wie gewohnt – durch das Einsacken kleiner Bonuskapseln, infolgedessen wir stets besonders scharf auf diese sind. Ein erster Pluspunkt von „Gradius Advance“ ist die Tatsache, dass praktisch zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Langeweile aufkommt, was in erster Linie am jeweils sehr individuellen jedes einzelnen Levels liegt, die für angenehme Abwechslung sorgen.
Des Weiteren ist „Gradius Advance“ (ausnahmsweise) nicht so hammerhart ausgefallen, wie es ursprünglich zu erwarten war, das Vorhandensein mehrerer unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade ermöglicht es auch vergleichsweise Ungeübten oder Unerfahrenen, mehr als nur einen Spielabschnitt erfolgreich absolvieren zu können. Das Frustpotential ist somit (genre-untypisch) nicht hoch, was eine etwas größere Zielgruppe (als ansonsten üblich) zulässt. Zudem existiert ein außergewöhnlicher und zugleich sehr nützlicher Trainingsmodus, dem ich jedem von Euch wärmstens ans Herz legen kann, in diesen werdet Ihr mit der ein oder anderen schwer zu meisternden Situation konfrontiert, aus denen Ihr wertvolle Erfahrungen ziehen könnt. Dass Ihr während des Spiels sogar einen Cheat aktivieren könnt (den ich Euch aber auf keinen Fall verrate, da ich so etwas nicht besonders spielspaßfördernd finde) und dann auf ein komplett gefülltes Waffenarsenal verfügen könnt, mag den ein oder anderen von Euch möglicherweise auch erfreuen, doch einen kleinen Haken hat diese Sache (zum Glück) trotzdem.... doch dies nur am Rande. Engagierte Spielernaturen sollten im vorliegenden Fall aller Voraussicht nach früher oder später auch „aus eigener Kraft“ ihren Weg machen, schätze ich. Sehr erfreulich ist es, dass wenig unfaire Stellen vorhanden sind, Glück und Zufall spielen eine weitaus geringere Rolle als es zu befürchten war, eine gute Reaktionsschnelligkeit und ein entsprechendes Maß an Geschicklichkeit werden – nicht zuletzt bei den Kämpfen mit den Endgegnern – über kurz oder lang stets belohnt.
Netterweise wird die Motivation eines jeden Interessierten dadurch gesteigert, dass eine Highscoreliste existiert, die Shooter-Fans wochen- oder gar monatelang keine Ruhe lassen wird. Dank integrierter Batterie bleibt uns dieses Ranking brav erhalten, bereits mit Bravour gemeisterte Level dürft Ihr nach Belieben erneut anwählen, um Eure Bestleistung zu verbessern. Ein sehr zu begrüßendes Feature, wie ich meine. Weniger schön ist es hingegen, dass ein Mehrspielermodus keine Berücksichtigung fand: auch wenn dies speziell im Shoot’em-Up-Genre keine Seltenheit darstellt, beeinträchtigt es die Langlebigkeit dieses GBA-Titels in einem nicht gerade unerheblichen Maße. Nichtsdestotrotz bin ich alles in allem mit dem Actiongehalt, dem Abwechslungsreichtum, der Ausgewogenheit des Schwierigkeitsgrades, der sauberen Steuerung und eben der Langzeitmotivation mehr als zufrieden, so dass in der Summe ein sauberes Gameplay festzuhalten ist.
Was die Soundkulisse betrifft, so muss ich eine „nur“ durchschnittliche Qualität konstatieren, speziell bei einer Ballerorgie wie dieser hier erhoffe ich mir regelmäßig einen noch mitreißenderen Soundtrack und insbesondere eine wahre Flut an krachenden Spezialeffekten. So richtig enttäuscht wurde ich zwar nicht (stimmige Melodien und einprägsame Soundeffekte sorgen schon für das richtige Flair), doch eine Schippe mehr hätte Konami in diesem Fall ruhig drauflegen können, wenn auch die begrenzten Hardwaremöglichkeiten des GBA eine Rolle gespielt haben mögen. Der Grafik kann ich reinen Gewissens ein „gut“ verleihen, denn ein sehr abwechslungsreiches und regelmäßig hübsches Leveldesign mit teils sehr nett anzuschauenden Hintergründen (mal düster, mal gleißend hell, mal feuerrot) und gelungene Spezialeffekte speziell bei den Explosionen (aber auch im Fall einer aufgehenden Sonne oder Blitz und Donner bei wolkenverhangenem Himmel) sorgen für eine angenehm dichte Spielatmosphäre: der Funke springt jedenfalls ziemlich schnell über und das ist es doch schließlich, was wirklich zählt. Grafikpatzer? Fehlanzeige. Hier flimmert oder ruckelt es zu keinem Zeitpunkt, die Grafik bleibt konstant flüssig, ganz gleich, was für eine Action gerade tobt. So soll’s sein. Übersichtsprobleme? Die gibt es auch nicht. Dies liegt in erster Linie an der traditionellen 2D-Ansicht, den angenehm großen Sprites (sehr wichtig) und nicht zuletzt an der gelungenen Farbwahl, durch die sich Freund, Feind und Begebenheiten des jeweiligen Geländes merklich voneinander unterscheiden lassen. Sehr schön.
Ein schönes Leveldesign, ein ausgewogener Schwierigkeitsgrad, eine blitzsaubere Steuerung inklusive des altbewährten top-ausgeklügelten Extrawaffensystems, eine gute Übersicht, ein hohes Maß an Action und Abwechslung und ein motivierendes Highscoresystem: Shooter-Herz, was willst Du mehr? Okay, die Soundkulisse hätte noch etwas krachender ausfallen können und gegen einen Multiplayermodus hätte ich wahrlich auch nichts einzuwenden gehabt, gar keine Frage. Schließlich bleibt festzuhalten, dass jeder Fan klassischer Ballerorgien und zugleich Besitzer eines Gameboy Advance im Fall von „Gradius Advance“ einfach zugreifen muss und dies ohne wenn und aber. Meine Gesamtwertung im Hinblick auf den sich entfaltenden Spielspaß beträgt folgerichtig satte 82%.
Fazit: Für Shooter-Fans (selbst auf dem kleinen GBA) ein absolutes "Must-Have"!
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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