Fortress (GBA)
Tetris-Festung - Fortress (GBA) Gameboy Advance Spiele

Neuester Testbericht: ... Verfügung, dafür hat man aber viele Twerps, die die Festung reparieren. Dagegen hat man im höchsten Schwierigkeitsgrad zwar mehr Waffen u... mehr

Tetris-Festung
Fortress (GBA)

sinfortuna

Name des Mitglieds: sinfortuna

Produkt:

Fortress (GBA)

Datum: 05.11.06

Bewertung:

Vorteile: Grundsätzlich interessante Spielidee, die im 2-Spielermodus einen Suchtfaktor hätte auslösen können

Nachteile: Mini-Optik, magere Soundkulisse, Übersichtsprobleme, Chaos, Frust, wirkt insgesamt unfertig

Ihr kennt den GBA-Titel „Fortress“ nicht? Hmm, eigentlich nicht so tragisch, schätze ich. Aber nun erst einmal der Reihe nach, vielleicht lässt sich der ein oder andere Interessierte doch noch irgendwo aufgabeln.... was mich allerdings wundern würde. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, bei dieser Tetris-Abart von THQ aus dem Jahr 2002 ist bei weitem nicht alles schlecht, doch Bäume ausreißen tut dieses etwas unfertig wirkende Geschicklichkeitsspiel sicherlich nicht. Mag im Solospielermodus (sehr) schnell die Luft raus sein, so wurde immerhin ein Zweispielermodus berücksichtigt, vorausgesetzt, dass ein weiterer Gameboy Advance und ein entsprechendes Verbindungskabel verfügbar sind, versteht sich. Ansonsten kloppt Ihr Euch eben mit einem CPU-Gegner, was vom ursprünglichen Spielprinzip her eigentlich auch Laune zu machen verspricht. Dem ist aber leider nicht so und dies auch mehreren Gründen.



Vom oberen Bildschirmrand fallen in regelmäßigen Abständen (diese variieren später natürlich) Tetris-Steine herab, aus denen wir innerhalb kürzester Zeit eine solide Festung (daher auch der Name dieses Spiels) errichten sollen. Je nachdem, wie wir die einzelne Steine auf- und nebeneinander anordnen, ergibt sich früher oder später eine möglichst große Festung. Während dieser Bauphase bekriegt Ihr Euch nicht direkt mit Eurem Kontrahenten, jeder bastelt zunächst fleißig vor sich hin. Dann ist es aber auch irgendwann einmal vorbei mit der (trügerischen) Ruhe und es kann jetzt erst so richtig losgehen.



Habt Ihr durch das Zusammensetzen der Steine eine gewisse Punktzahl erreicht, gelangen wir in den Besitz einer Zusatzwaffe, mit der wir in der Folgezeit die Festung unseres Gegners unter Beschuss nehmen können. Darüber hinaus gibt es sehr nützliche Einheiten, die zwar nicht die gegnerische Festung angreifen, dafür aber unsere eigenen Schäden reparieren können. Des Weiteren ist es auch möglich, den Aufbau der Festung des Feindes zu lähmen oder besser gesagt zu sabotieren. Gleiches ist natürlich auch dem anderen Spieler möglich, so dass der Faktor Zeit – und somit das schnellstmögliche sinnvolle Zusammenbauen punkteträchtiger Kombinationen – die Basis für den langfristigen Erfolg ist.



Als Zünglein an der Waage fungieren neutrale Einheiten, die also weder mit Euch noch mit dem Gegner sympathisieren. Diese treten in unregelmäßigen Abständen als Monster auf und verwüsten frei nach Belieben die Festungen und richten mitunter verheerende Schäden an. Dies sorgt nicht zuletzt aufgrund des Glücks- und Zufallsfaktors für Spannung und Abwechslung, denn man weiß nie, wessen Festung bei der jeweiligen Monsterinvasion mehr Schaden erleiden wird. Reaktionsschnell muss dann der Schaden behoben werden und am Besten sehr bald eine Offensive in Richtung der feindlichen Festung gestartet werden, um dem möglicherweise ebenfalls angeknockten Kontrahenten zuvor zu kommen und eventuell komplett ausschalten zu können. Schadenfreude und Galgenhumor geben sich demzufolge im steten Wechsel die Klinke in die Hand.



Was sich bis hierhin wahrscheinlich noch ganz nett anhört und zweifelsohne auch eine gute Spielidee darstellt, entpuppt sich leider in der Praxis – also im tatsächlichen Spielverlauf – als unfertiges Produkt: die einzelnen Bausteine sind durch die Mini-Optik kaum zu erkennen bzw. voneinander zu unterscheiden, was verständlicherweise fatale Auswirkungen auf die Konstruktion einer Festung hat. Überhaupt ist die Grafik zu verwaschen, sie kommt mit matschigen Texturen daher und lässt detaillierte Zeichnungen nahezu gänzlich vermissen. Um zudem erkennen zu können, was gerade beim Kontrahenten so vor sich geht, muss mühsam gescrollt werden, was Ihr Euch aufgrund es daraus resultierenden Zeitverlusts so gut wie gar nicht leisten könnt. Dies ist der Benutzerführung nicht gerade zuträglich und lähmt den Spielspaß erheblich.



Die fehlende Übersicht und das regelmäßig ausbrechende Chaos in Verbindung mit den viel zu sehr den Spielablauf dominierenden Zufallsprodukten sorgt schnell für ärgerliche Spielsituationen und früher oder später auch zu Frust. Der spartanischen Grafik gesellt sich eine sich sehr vornehm zurückhaltende Soundkulisse hinzu, um es noch milde auszudrücken. Das Hintergrundgedudel und die Mini-Soundeffekte sorgen jedenfalls nicht für eine mitreißende Spielatmosphäre. Sowohl Grafik als auch Soundkulisse genügen nicht mehr durchschnittlichen Ansprüchen, die man durchaus an ein GBA-Spiel aus dem Jahr 2002 stellen darf. Meine Wertung im Hinblick auf den Spielspaß fällt trotz der sympathischen Spielidee aufgrund der vermurksten Umsetzung mit gerade einmal 42% sehr bescheiden aus.

Fazit: Interessantes (wenn auch altes) Spielprinzip wurde sehr mies umgesetzt, schade.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: