Dämliches CPU-Gesocks
Dark Arena (GBA)

Name des Mitglieds: sinfortuna
Produkt:
Dark Arena (GBA)
Datum: 30.11.06
Bewertung:
Vorteile: Spaßiger Multiplayermodus, erstaunlich saubere und flüssige Optik
Nachteile: Völlig bescheuerte CPU-Feinde, null Anspruch, steinzeitliches Passwörter-Notieren
Gnadenlose Ego-Ballerspiele sind ja völlig in Ordnung, von mir aus kann die Action dabei auch ruhig etwas härter bzw. rabiater sein als hierzulande erlaubt ist, auch kein Thema, doch solch ein (brutaler) Shooter für Nintendos kleinen 32-Bit-Handheld, dem Gameboy Advance? Dem stand ich doch sehr skeptisch gegenüber, denn nicht nur die nicht ganz so variantenreiche Steuerung auf dem GBA (im Vergleich zum Joypad für ein Konsolensystem), sondern speziell das vergleichsweise winzige Display ließen mich Böses erahnen. Ich jedenfalls konnte mir nicht so recht vorstellen, dass die brachiale Ego-Shooter-Action da so äußerst gelungen würde rüberkommen können. „Dark Arena“ heißt im Übrigen das Game, worüber ich ein paar Zeilen verlieren möchte, ganz offensichtlich ist bei diesem Ballerspektakel, dass nahezu alles vom Klassiker „Doom“ abgekupfert wurde, das Gameplay ist dem des sehr umstrittenen Gemetzels von einst frappierend ähnlich, dazu mehr später noch im Detail. Jedoch nicht von der Qualität her leider, denn so astrein wie „Doom“ spielt sich „Dark Arena“ leider nicht und dies, obwohl es doch einen Tick besser aussieht, was angesichts der Jahre, die seit dem „Doom-Wahn“ vergangen sind, allerdings auch zu erwarten gewesen war. Selbst eingefleischten Ego-Shooter-Freaks (und nur die kommen als primäre Zielgruppe für dieses GBA-Modul in Betracht) wird das Prozedere mangels vorhandenen Anspruchs auf Dauer gehörig auf den Keks gehen, dessen bin ich mir sicher. Schlecht ist „Dark Arena“ aber trotzdem keineswegs, nicht zuletzt aufgrund der detaillierten Optik, von einem Hit ist es aber meilenweit entfernt. Immerhin ist zu begrüßen, dass dem Multiplayerfun Rechnung getragen wurde, denn tatsächlich dürfen packende Vierspieler-Metzel-Duelle ausgetragen werden, vorausgesetzt, dass vier GBAs, vier Link-Kabel und (nur) ein Modul vorhanden sind. Na also. Es empfiehlt sich allerdings, vier Module in seinem Besitz zu haben, um im Mehrspielermodus voll auf seine Kosten zu kommen, denn nur dann entfalten Deathmatch & Co. ihre volle Wirkung bzw. entwickeln den maximal möglichen Spielspaß für die vier Gleichgesinnten.
Die Story ist sicherlich Asbach Uralt, gar keine Frage, Kennern von Doom erschließt sich sowohl von der Handlung als auch vom Gameplay her nichts schrecklich Neues. Vielen wird dies aber auch völlig egal sein, Hauptsache, es kracht ordentlich. Und das tut es, wenn auch nicht auf besonders hohem Niveau. Die Action spielt sich auf einer weit entfernten Forschungsstation ab, auf der offensichtlich apokalyptische Zustände vorherrschen. Überall wimmelt es nur so von dämonartigen Bestien, die einen tapferen Elitesoldaten nach dem anderen eliminieren. Nur wir sind es „natürlich“, der als Letztverbliebener jener (Ex-) Elitetruppe noch am Leben ist, so dass wir es praktisch im Alleingang mit dem bestialischen Gesocks aufnehmen müssen, was wir in der Folgezeit natürlich auch brav tun. In erster Linie wollen wir allerdings nur unsere Haut retten, unser Bestreben gilt daher in erster Linie einer möglichst schnellen Flucht. Leider haben die Dämonen da ordentlich etwas dagegen und lauern uns praktisch alle Nase lang auf, so dass uns im Grunde gar nichts Anderes übrig bleibt, als das eklige Gesocks in seine Einzelteile zu zerlegen. Und dies natürlich möglichst brutal, versteht sich. Und so kommt es schließlich, dass wir ewig in den insgesamt fünfzehn Labyrinthsystemen umherwuseln und Jagd auf die überlebenswichtigen Schlüsselkarten machen, um Aufzüge zu aktivieren und somit andere Regionen zu erreichen, die uns zumindest ein Stückchen näher in Richtung Freiheit bringen.
Neu dürfte allerdings sein, dass wir nicht als muskelbepackter Held, sondern als äußerst versierte Heldin den Kampf aufnehmen, mit der wir die Unmengen an Cyborgs, Droiden und Mechs zerstören. Natürlich dürfen wir dabei auf ein umfangreiches Waffenarsenal zurückgreifen, so dass unter anderem Maschinengewehr, Laserpistole, Schrotflinte, Plasmawerfer und sonstige kleine Nettigkeiten bzw. Schweinereien zur Anwendung kommen. Schließlich runden das sehr actionreiche Geschehen die Benutzung von Granaten, Raketenwerfern und hundsgemeinen Minen wirkungsvoll ab, da lacht das Action-Herz. Was im Mehrspielermodus noch zu verschmerzen ist, drückt den Spielspaß im Solomodus jedoch ganz erheblich, nämlich die Dämlichkeit, mit der die CPU-Gegner zu Werke gehen. Es ist fast schon ein Hohn (das „fast“ streichen wir besser sogar noch), wie strohdumm sich diese verhalten. Wir können uns diesen in aller Seelenruhe nähern und sie dann nach Strich und Faden durchsieben, bevor diese auf die Idee kommen, das Feuer auf uns zu eröffnen. Tun sie dies tatsächlich einmal, so befinden sie sich meist in verschlossenen Räumen, so dass höchstens das Inventar und Wände und Türen darunter zu leiden haben. Sehr merkwürdig und auch irgendwie peinlich. Dies motiviert auf Dauer genauso wenig wie die Passwörter, welche wir jedes Mal unbedingt nach jedem Spielabschnitt aufschreiben müssen. Das ist übel. Schließlich müssen wir doch tatsächlich in jedem neuen Level mit unserer anfänglichen Standardwumme, der Pistole beginnen, traurig aber wahr. Die fettesten Waffen, über die wir eben noch gegen Ende des letzten Spielabschnitts verfügten, sind somit im neuen Level passé. Das ist dämlich. Die anfängliche Euphorie verfliegt somit ziemlich schnell, lediglich der Mehrspielermodus macht auch nach vielen Wochen noch Laune. Doch ernsthaft: wer zockt solch einen Egoshooter denn wirklich zu viert auf den Mini-Displays der Gameboys? Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt gesteinigt werde: so etwas ist auf Dauer albern, da ballert man sich doch lieber auf einem Konsolensystem vor einem großen Fernseher mit vier Joypads in der Hand gegenseitig die Eingeweide aus dem Leib, schätze ich. Und nicht mit einem niedlichen Handheld. Zumindest gibt es weder an der Steuerung noch an der Kameraführung groß etwas zu meckern, was bei Egoshootern ja nicht immer eine selbstverständliche Sache ist, na immerhin.
Wenig zu meckern gibt es im Übrigen, was die Grafik angeht, denn diese geht völlig in Ordnung, ich würde sogar soweit gehen, diese als gelungen zu bezeichnen. Gar nicht einmal so einfache Texturen im Hintergrund wie von mir ursprünglich erwartet, eine Kameraführung, die nicht zu chronischen Schwindelattacken führt und wirklich gut gezeichneten Gegnern, die überhaupt nicht klobig rüberkommen, ganz im Gegenteil, sie weisen sogar geschmeidige Animationen auf, zumindest ab und zu. Brutale Splatter-Effekte bleiben aber hier bei „Dark Arena“ außen vor, ansonsten hätte unsere niedliche deutsche Indizierungsstelle auch sicher wieder „gnadenlos“ zugeschlagen, schätze ich. Stattdessen dominieren nette Spezialeffekte, die sich aber in der Regel auf nette Lichteffekte, Explosionen und das Mündungsfeuer beschränken. Natürlich finden wir hier jetzt nicht über alle Maßen detaillierte Texturen vor, dafür bleibt die Grafik aber in sämtlichen Spielabschnitten angenehm flüssig. Und das ist mir jedenfalls wesentlich wichtiger, stören doch keine ätzenden Ruckler das Gameplay, sehr schön. Die Soundkulisse kann mit der guten Optik nicht mithalten, schlecht ist sie aber keineswegs. Weniger die Melodien im Hintergrund, welche nicht besonders abwechslungsreich aber auch nicht von besonderer Bedeutung sind, als vielmehr die krachenden Soundeffekte passen gut zum Spielgeschehen und unterstützen die Atmosphäre gut. Mehr Abwechslung hätte diesen aber auch nicht geschadet, so aber haben wir leider schon nach der ersten Stunde alles gehört, was sich uns in akustischer Hinsicht bietet, der Rest wiederholt sich (fast) nur noch. Trotzdem ist die knisternde Spannung zu spüren, zumindest am Anfang, dass die Gegner sich selten dämlich verhalten und die anfängliche Begeisterung schnell verfliegt, ja dafür können weder Grafik noch Sound etwas.
„Dark Arena“ ist eine dreiste Kopie des Doom-Klassikers, sieht aber wesentlich schöner aus. Vor allem die flüssige Grafik und die gut animierten Gegner haben mich positiv überrascht. Dass die Texturen ansonsten sehr einfach gehalten wurden, war im Grunde zu erwarten gewesen, angesichts des enormen Actiongehalts durch die mächtigen Wummen und das teils hohe Gegneraufkommen wäre ein flüssiges Gameplay wohl anders nicht möglich gewesen, schätze ich. Steuerung und zum Glück auch Kamera sind völlig okay, gestört haben mich aber nicht nur die völlig verblödeten Feinde sondern auch das Notieren der Passwörter zwischendurch, was für ein Game aus dem Game 2002 völlig inakzeptabel ist. „Danke“, THQ, für dieses vorsintflutliche Feature, ja wirklich, besten Dank. Laune macht auf jeden Fall der Multiplayermodus und dies locker für einige Wochen, vorausgesetzt, dass sich tatsächlich bis zu vier Gleichgesinnte finden lassen, die tatsächlich solch ein Ballergame auf vier winzigen GBAs zocken wollen. Durch die teils gravierenden Mängel wurde einiges an Potential verschenkt, so siedelt sich „Dark Arena“ ziemlich genau im Mittelfeld an.
Fazit: Hübsch gemacht mit sehr ordentlichem Multiplayer-Part.
| Bedienkomfort: | ||
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| Sound: | ||
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| Spaßfaktor: |
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