Castlevania (GBA)
Peitschenhieb - Castlevania (GBA) Gameboy Advance Spiele

Neuester Testbericht: ... Level dar. Zahlreiche labyrinthartige Gänge, große Hallen und einige verborgene Geheimräume sind auch hier praktisch an der Tagesor... mehr

Peitschenhieb
Castlevania (GBA)

sinfortuna

Name des Mitglieds: sinfortuna

Produkt:

Castlevania (GBA)

Datum: 06.11.06

Bewertung:

Vorteile: Spielatmosphäre, Spieldauer, originelles Gegnerdesign, Zwischensequenzen, zarte RPG-Elemente

Nachteile: Kein Mehrspielermodus, kaum Spezialeffekte, nichts für Weicheier: zuweilen knackig schwer

Unzählige Versionen rund um „Castlevania“ gibt es schon seit Urzeiten für alle möglichen Spielsysteme, die meisten davon waren von überdurchschnittlicher Qualität, nicht selten sogar ausgewachsene Hits. Ich persönlich erinnere mich noch halbwegs an meine erste Dracula-Jagd auf dem guten alten Nintendo Entertainment System (NES) und noch ziemlich gut an die Versionen für das SNES (speziell „Super Castlevania IV“) und nicht zuletzt an die gelungene Fassung für das Sega Mega Drive, selbstverständlich gefolgt von weiteren Castlevania-Veröffentlichungen auf Nintendo 64 und Sony Playstation. Dieses Mal soll es aber um die erste (von mittlerweile drei) Folge auf dem Gameboy Advance gehen, der Name ist „Circle of the Moon“ und wurde von Konami im Jahr 2001 auf den Markt gebracht. In der Tat haben wir es erfreulicherweise mit einem sehr gelungenen Debüt auf Nintendos kleinem 32-Bit-Handheld zu tun, wer in der Vergangenheit grundsätzlich Spaß mit Castlevania-Abenteuern hatte, kommt somit auch in diesem Fall nicht um einen Kauf dieses Moduls für den GBA herum, schätze ich.



Wieder einmal sorgt Graf Dracula für ordentlich Unruhe, wiedererstarkt macht der Chef-Blutsauger sich daran, sein Reich des Schreckens und Horrors erneut aufzubauen und sogar auszubreiten. Dies muss natürlich unbedingt verhindert werden und so ist erneut ein besonders mutiger Held gefragt, welcher sich dem bösartigen Vampir und seine sehr zahlreichen untergebenen Kreaturen unerschrocken in den Weg stellt. In „Castlevania, Circle of the Moon“ heißt unser Protagonist Nathan Graves, der sich – wie schon seine Vorgänger – sehr gut im Umgang mit der Peitsche versteht. Wer seinerzeit auf der alten Playstation „Symphony of the Night“ spielte, wird sehr viele Ähnlichkeiten erkennen können, das Schloss des Grafen Dracula stellt einen zusammenhängenden riesigen Level dar. Zahlreiche labyrinthartige Gänge, große Hallen und einige verborgene Geheimräume sind auch hier praktisch an der Tagesordnung. Streng vorgegeben ist uns die Marschroute nicht, so dass wir uns grundsätzlich in Eingangshalle, dem Burgverlies, im Glockenturm, den Kellergewölben und auch dem anliegenden Friedhofsgelände frei bewegen können, jedoch sind einige Passagen vorerst nicht begehbar, insofern wir zunächst ganz bestimmte Items eingesammelt oder Spezialfähigkeiten erlernt haben müssen, bevor es an jenen Stellen weitergehen kann. Trotzdem begrüße ich den uns gewährten Freiraum sehr, kein Zweifel.



Im Laufe des Abenteuers ist unser Protagonist dazu in der Lage, große Felsbrocken zum Zerbröseln bringen zu lassen, was ihm zuvor noch unmöglich erschien. Später „mutiert“ der gute Nathan sogar zum begabten Akrobaten und kann sich in der Luft von den Wänden abstoßen und im weiteren Verlauf des Spiels sogar einen gewagten Doppelsprung vollführen, der ihn an entlegene Orte bringt, die ihm zunächst unerreichbar erschienen. Um neue Fähigkeiten hinzulernen zu können, müssen zumeist hartnäckige Zwischenbosse eliminiert werden, was mitunter kein leichtes Unterfangen, aber generell (irgendwann) durchaus machbar ist. Speziell die Bossgegner haben es in sich, Anfänger dürften mit ziemlicher Sicherheit an ihnen verzweifeln oder zumindest ein extrem hohes Maß an Geduld und Ausdauer mit sich bringen müssen. Ein dicker Pluspunkt dieses Horror-Abenteuers ist die Kreativität, welche sowohl das Leveldesign als auch die Art, wie sich die Feinde mitunter zur Wehr setzen, betrifft. Originell werden die Bemühungen, uns ins Jenseits zu befördern, in Szene gesetzt, dies bezieht sich unter anderem auch schon auf die „normalen“ Feinde wie Skelettkrieger, mutierte Riesenpflanzen und Flugdämonen, die sich uns des Öfteren beharrlich in den Weg stellen und sich nicht selten als besonders hartnäckig erweisen.



Die dicken Endgegner sind sehr fantasievoll gezeichnet worden und sind derart flink unterwegs, dass Ihr höllisch aufpassen müsst, nicht schon nach wenigen Sekunden des Kampfes dahinzuscheiden. Volle Konzentration, reaktionsschnelles Handeln und ein gewisses Maß an Feinmotorik sind zwingend erforderlich, um hier vorankommen zu können, des Weiteren erfordert praktisch jeder böse Obermotz – unter anderem Stier, Drachenduo, Skelettmagier - eine ganz individuelle Vorgehensweise, was eindeutig für ein sehr anspruchsvolles Gameplay spricht. Für jeden besiegten Feind gibt es eine angemessene Anzahl an Erfahrungspunkten, so dass ein allmähliches Aufsteigen unseres Helden bzw. das Neuerlernen und Perfektionieren von Fähigkeiten in Verbindung mit dem Verbessern der grundsätzlichen Statuswerte – Lebenspunkte, Magiepunkte, Offensivwerte und Verteidigungsstärke - die logische Folge sein sollte. Damit hat es sich aber schon auch mit den Rollenspiel-Elementen, ob Ihr „Castlevania, Circle of the Moon“ nun als Actionadventure oder doch eher Jump and Run bezeichnen möchtet, überlasse ich im Übrigen lieber Euch. Unbestritten sollte allerdings sein, dass dieses Gruselabenteuer einen gewaltig großen Umfang aufweisen kann, eine riesige Vielfalt an Monstern sich uns in den Weg stellt und der eben erwähnte „Role-Play-Game“-Einschlag sicherlich nicht verkehrt ist und für ausreichend Motivation sorgen sollte.



Magie spielt erfreulicherweise im Übrigen auch eine wichtige Rolle, die eben erwähnten Magiepunkte benötigen wir nämlich für unsere Zaubersprüche. Zuweilen erhalten wir durch das Besiegen einer Kreatur besondere Magiekarten, wobei sich in einem speziellen Menü zwei Karten miteinander verbinden lassen. Je nach kreierter Verbindung kann die Peitsche unseres Helden dann Stromstöße, Feuerbälle oder ähnliche Magieangriffe basierend auf Elementarkräften von sich geben. Diese Unterstützung ist auch wirklich bitter nötig, denn der Spielverlauf ist nicht nur abwechslungsreich und spannend, sondern überaus fordernd. Demzufolge solltet Ihr Euren Spielstand auch so oft wie möglich zwischendurch abspeichern, dies ist allerdings ausschließlich in besonderen Räumlichkeiten möglich. An dieser Stelle will ich nicht unerwähnt lassen, dass lediglich der Einzelspieler auf seine Kosten kommt, ein Mehrspielermodus wurde hier leider nicht berücksichtigt.



Was die Grafik betrifft, so erreicht diese zwar ein ansprechendes aber keineswegs überragendes Niveau. Die Liebe zum Detail wird allerdings sehr oft ersichtlich, sowohl das Leveldesign als auch die sehr unterschiedlichen Monster wissen zu gefallen, außergewöhnlich bemerkenswerte Spezialeffekte gibt es jedoch so gut wie gar nicht, auch nicht beim Auslösen der eigenen Zaubersprüche oder den magischen Attacken der Feinde. Die Größe der Bossgegner und vor allem das generell sehr gelungene Design der fiesen Kreaturen stimmen mich dann wiederum aber milde. Schade fand ich, dass die sehr guten Zwischensequenzen, in denen die Geschichte weitererzählt wird, viel zu selten vorkommen. Trotzdem macht sich eine sehr dichte Spielatmosphäre breit, was unter anderem auch ein Verdienst der gelungenen Soundkulisse ist. Besonders abwechslungsreich sind die Soundeffekte zwar nicht ausgefallen, dafür passen sie aber stets gut, die Hintergrundmelodien unterstützen das gesamte Ambiente sehr stimmungsvoll. Allerdings sind die Musikstücke nicht derart abwechslungsreich und auch nicht von einer solch hohen Qualität wie bei einigen Vorgängern, offensichtlich musste aufgrund der doch etwas geringeren Speicherkapazität des GBA hier der Rotstift angesetzt und demzufolge etwas eingespart werden, schätze ich. Für dieses hochinteressante, umfangreiche, originelle und spannende Gruselabenteuer gibt es von mir eine Spielspaßwertung von glatt 80%.

Fazit: Hochinteressant + spannend + anspruchsvoll, aber mit Frustpotential.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: