Von Zauberkisten, Wollpullovern und güldenen Delikatessen
Tefal Visialis 1250

Name des Mitglieds: Ankepunkt
Produkt:
Tefal Visialis 1250
Datum: 13.12.00, geändert am 02.07.04 (1339 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Lässt sich super leicht reinigen
Nachteile: noch keine entdeckt
Beim Kochen kam des öfteren meine Friteuse zum Einsatz und zwangsläufig viel mir eine Meinung ein, die ich unlängst mit großer Trauer gelesen habe: Da schrieb eine junge Frau, dass sie ihre Pommes frites immer im Backofen zubereitet, weil ihre Lieblingswollpullover unter dem Geruch von Frittierfett so leiden müssten...
Als ich also so vor mich hin frittierte und dabei an dooyoo dachte (warum eigentlich nicht an Weihnachten, das Wetter oder ein nettes Buch?), dachte ich an den Wollpullover der huepfenden Kuh und fand es wirklich sehr schade, dass sie immer so matschige Pommes isst, nur, weil ihre Wollpullover den Geruch von heißem Fett annehmen und im schlimmsten Fall aus dem heimischen Kleiderschrank ausziehen um für „bessere Luft“ beim Kochen zu demonstrieren. Also, meine Pullis fühlen sich wohl – alle! Und sie riechen nach einem Traum aus Vanille – nach wie vor.
Meine Friteuse ist nun so ca. 2 Jahre alt und hat schon so manches farbloses Lebensmittel in güldene Delikatessen verwandelt. Ob Pommes, Kroketten, Champignons im Bierteig, Hähnchen-Sticks, Berliner Ballen oder Fischstäbchen (letztere natürlich nur bei bevorstehendem Fettwechsel, weil ich Fisch hasse!) – bei mir wird alles mögliche frittiert und das fast ohne verräterischen Duft oder den Flair einer ollen Fritte aus einer schmuddeligen Pommesbude. Ich glaube, ich würde wahnsinnig, wenn ich aus Rücksicht auf meine Oberbekleidung Matschpommes aus dem Backofen lutschen müsste – wenn schon Pommes, dann bitte schnell und knusprig und am beste
n mit holländischer Frittensauce...
Leider scheint meine Friteuse schon absolut überaltet zu sein, denn ich kann sie auf der Homepage von Tefal nicht mehr finden. Es ist eine Tefal-Universalis 1250 super clean mit einem herausnehmbaren Frittierbehälter. Die hier abgebildete Friteuse scheint ein Nachfolgemodell zu sein, daher habe ich mich entschlossen, meine „alte“ hier zu posten. Wer diese Meinung also mit „weniger nützlich“ bewertet und dies damit begründet, dass meine Beschreibung nicht zum Bild passt, der hat diese meine Meinung nicht gelesen und weiß nicht, dass ak., die nämlich die Verfasserin dieses Berichtes ist, immer die äußeren Umstände mit ganz viel „Drumrum“ beschreibt und nicht besonders ausleuchtet, bevor sie zum eigentlichen Thema kommt...
Eigentlich ist es also vollkommen egal, wie meine Friteuse im Detail aussieht, da Ihr sie sowieso nicht mehr kaufen könnt. Aber ich bin sicher, dass alle Vorteile, die meine kleine Zauberkiste so hat, auch bei der neuen Ausführung vorhanden sind. Deshalb die Form und die Außenmaße nur mal grob – und ganz am Rande:
Sie ist also von Tefal, hat 1800 W (immerhin weniger als ein Backofen, der unter 2000 W kostbaren Strom nicht einmal aufheizen würde), benötigt 230 V Strom (braucht also nur eine normale Steckdose, keinen Starkstromanschluss, wie ein Ofen) und nimmt auf der Arbeitsplatte in meiner Küche ca. 32x24 cm Platz ein. Meine Arbeitsplatten wählte ich aufgrund meiner überdimensionalgroßen Küche extra breit (müsste das nicht „tief“ heißen?) aus und habe dadurch die Möglichkeit, die Friteuse bei Nichtgebrauch nach hinten an die Wand zu schieben, um sie bei Gebrauch einfach vorzuziehen... Dies erleichtert den sofortigen Einsatz bei Eintrudeln sämtlicher Teilnehmer meines „Trio Randale“, wie ich meine Kinder zu nennen pflege. Mein Mann trudelt hier nicht ein – er kommt meistens spät abends und kann sich seine Pommes ge
fälligst selber machen. Er isst allerdings lieber die Lasagne von Feinkost A..., die man aber leider nicht frittieren kann L.
Wer aufmerksam gelesen hat, wird bereits mitbekommen haben, dass diese Friteuse rechteckig geformt ist. Es ist den Pommes zwar eigentlich egal, ob sie in einem eckigen oder runden Korb herumschwimmen, die rechteckige Form meines Frittierkorbes ermöglicht mir aber auch das Frittieren langer Bockwürstchen (lecker mit Currysauce), halber Hähnchen (vom Vortag aus dem Backofen befreit) oder 2 Berliner Ballen nebeneinander. Reibeplätzchen aus der Tiefkühltruhe passen übrigens 4 gleichzeitig rein...
Jetzt fragen sich sicher einige Leser, wie denn wohl Reibeplätzchen mit Berliner Ballen oder Champignons im Bierteig schmecken. Sie schmecken, wie sie sollen, denn als pflichtbewusste Köchin (?) filtere ich natürlich das Fett nach jedem Gebrauch, bevor ich es nach dem Abkühlen in den Kühlschrank stelle. Dies ist überhaupt kein Akt und erhält das Fett stets appetitlich, rein und frisch.
Ich verwende nur das teure B.....-Pflanzenfett. Es gibt natürlich auch preiswertere Alternativen, aber mein ständiger Gebrauch der Friteuse hat erwiesen, dass das teurere Fett wesentlich länger klar und brauchbar bleibt, als billiges Fett. Vor allem, wenn mal keine Lust zum Filtern hat, weil man z.b. nur Pommes gemacht hat und nächste Woche wieder ein Kartoffelprodukt frittiert werden soll, bewahrt das teurere Produkt wesentlich länger seine Qualität, als die Konkurrenzfette. Und überhaupt: Wenn schon eine Fettleber, dann bitte eine mit „Goldkante“ J
Mal vorausgesetzt, dass das alte Fett entsorgt, oder die Friteuse nagelneu ist, benötigt sie eine „Erstbefüllung“ mit 2,5 kg Fett, was exakt 2 ½ Stangen reinen Pflanzenfettes entspricht. Die übriggebliebenen 500 Gramm, vielleicht auch etwas mehr oder weniger (ganz nach Augenmaß beim Teilen) gebe ich in einen Gefrierbeutel und friere ihn ein, um dieses Stück nach ca. 1
Frittiervorgängen nachzuladen, denn natürlich dezimiert sich das Fett mit jeder Portion Pommes um ein paar Gramm – die sich dann an unserer Leber andocken. Allerdings scheint mir diese Menge Fett beachtlich niedrig, was mein Arzt bei der letzten Cholesterinbestimmung sogar bestätigte, in dem er mich für meine „Superwerte“ beglückwünschte...
Die Tefal Universalis 1250 hat eine kleine Sicherheit eingebaut: Da der antihaftbeschichtete Frittierbehälter zum Filtern und Spülen herausnehmbar ist, funktioniert sie nur ab einem Inhaltsgewicht von mindestens 1 kg. Dies bedeutet, dass sie also niemals ohne Fett aufheizen würde: Sie beugt so quasi einem fettfreien Wohnungsbrand vor.
Aber ich glaube, ich sollte mal von vorne anfangen:
Ich frittiere jetzt für Euch mal Pommes, den Ketchup oder die Majo müsst Ihr Euch selber aus der Küche holen, wir haben beides nämlich am Wochenende aufgebraucht...
Aaaaalsoooooo:
Ich ziehe die Friteuse vor, öffne den Deckel durch einfaches Drücken mit dem Zeigefinger auf die graue Taste unterhalb des Deckels. Diese ist aber auch mit dem Wort „öffnen“ und einem Pfeil nach oben beschriftet. Ich drücke also, der Deckel springt gefedert und ganz selbständig auf und ich gebe 2 ½ Stangen Frittierfett in den gespülten Behälter. Dann schließe ich den Deckel durch Herunterdrücken bis zum „Klick“, das mir den Schließvorgang als Beendet signalisiert. Jetzt stecke den Stecker in die Steckdose. Auf Anraten der Firma Tefal (ja, es gibt eine Gebrauchsanweisung in einfacher deutscher Sprache, verständlich aufgebaut und in neuer Rechtschreibung) stelle ich den stufenlosen Temperaturschieber auf die kleinste Stufe, nämlich 150 Grad (das ist die Stelle ganz links, weiter geht’s nicht). Eine rote Kontroll-Leuchte signalisiert den ordnungsgemäßen Stromfluss und lässt mich hoffen, diese, meine, nämlich ak.’s Meinung, heute noch zu Ende zu bringen...
Durch ein
kleines (bei der hier abgebildeten Zauberkiste schon wesentlich größeres) Sichtfenster kann ich dem Fett beim Schmelzen zusehen, kann dies aber auch lassen und mich stattdessen wichtigeren Dingen widmen, nämlich dem Rest der Mahlzeit, den ich hier und jetzt aber nicht koche, weil ich ja diese Meinung tippe. Jetzt darf ich Euch um etwas Geduld bitten, denn gekühltes Frittierfett braucht schon so ca. 15 Minuten um sich auf 150 Grad zu erhitzen..... So. Während Ihr nun gewartet habt und hoffentlich endlich Euren Rechner auf „Offlinebetrieb“ geschaltet habt um diese Meinung zu lesen und meine Pommes zu kosten, habe ich meine Kinder ins Bett gebracht, ordnungsgemäß „Gute Nacht“ gesagt, ein Käsebrot geschmiert, weil ich Pommes ohne Majo nicht mag und auf der Toilette war ich auch noch schnell – ja, ja, die Hände sind gewaschen!
Die rote Lampe ist nun erloschen, ich schiebe den Regler bis zum Anschlag nach rechts, was einer Temperatur von 190 Grad entspricht, die das Gelingen meiner Pommes, die ich jetzt aus der Kühltruhe hole, garantiert. Klar! Die rote Lampe geht nun wieder an – logo!
Noch während ich den Beutel öffne, einen Plastikrührtopf bereitstelle und überlege, ob der Inhalt dieser Tüte wohl für Euch alle reicht, ist die Lampe wieder aus, da die gewünschte Temperatur nun erreicht ist. Tja, zum Klo hättet Ihr früher gehen müssen – jetzt gibt’s gleich Essen!
Da meine Friteuse nicht mehr neu, dafür aber frisch gespült ist und ich weiter oben vergessen habe, den Frittierkorb einzuhängen, hole ich diesen schnell noch aus dem Schrank. Dieser Korb verfügt über einen fest angeschweißten Griff, der allerdings durch eine Art „Scharnier“ (bin halt eine Frau, ich kann das nicht besser erklären...) nach oben, unten, rechts und links beweglich ist, sobald der Korb in der Friteuse „hängt“ und die Arretierung des Griffes durch einfaches nach-vorne-ziehen mit Daumen und Zeigefinger der d
en Griff haltenden Hand gelöst wird.
Boah, dies war ein sehr schwer verständlicher Satz. Ich darf also keine Gebrauchsanweisungen aus China übersetzen und keine politischen Reden schreiben... OK, also bleibe ich beim Meinungen tippen!
Nun denn, noch mal: Der Deckel ist geöffnet, dass Fett hat die richtige Temperatur und ich fülle ca. 2 Hände voll Pommes in den Frittierkorb, hänge ihn in den Frittierbehälter, schließe den Deckel und drehe den Griff um ¼ nach links, senke damit den Korb mit der ersten Portion Pommes in das heiße Fett und löse wiederum die Arretierung und klappe den Griff nach unten in seine „Park-Position“. ACHTUNG! Ihr dürft nie vergessen, denn Griff beim Frittieren nach unten zu klappen! Er steht sonst im 90-Grad-Winkel von der Friteuse ab und vorbei rennendende Kinder oder unachtsame Köche könnten die Zauberkiste zu Boden reißen und sich schrecklich verbrennen!
Unten rechts auf der Frontseite der Friteuse ist ein 99 Minuten Digital-Timer angebracht. Durch Drücken des Knopfes kann ich die Garzeit einstellen und mich durch ein Piep-Signal an die Pommes erinnern lassen. Falls ich gerade telefoniere und dieses Signal überhöre, aber auch grundsätzlich immer und überhaupt, setzt das Signal nach ca. 10 Sek. Pause noch einmal ein. Ich stelle jetzt durch 5 x tippen eine 4-Minütige Garzeit ein: 1 x drücken: Timer aktivieren, 4 x drücken für je 1 Minute. Leider lässt sich dieser Zeitmesser nur vorwärts einstellen. Drückt Ihr zu lange und aktiviert dadurch den Schnelldurchlauf, kommt Ihr schnell mal ein paar Minuten zu weit. Der Friteuse ist das egal, den Pommes aber ganz und gar nicht.
Deshalb müsst Ihr dann bis zum Ende weiterdrücken, bis die Anzeige wieder bei 0 anfängt. Also: Sachte!
Es ist übrigens ganz wichtig, dass Ihr nicht gleich 5 Portionen Pommes in das Frittierfett gebt! Klar, der Korb ist recht groß, aber mit so viel Pommes kühlt das Fett rasend schnell ab, die Pommes saugen sich mit Fe
tt voll und werden ekelig fettig und matschig. Wer immer nur den Boden des Frittierkorbes bedeckt, fährt auf dem knusprigen Dampfer!
So, die Uhr piepst, ich klappe den Griff hoch, drehe ihn um ¼ nach rechts und hebe damit den Korb aus dem brutzelnden Fett. Jetzt drücke ich die „Öffnen“-Taste, rufe die huepfkuh und den tweans schon mal zum Essen und bitte expansin, den Tisch zu decken. Da ich nur den Boden des Korbes mit Fritten bedeckt habe, kann ich nun ganz locker das überschüssige Fett aus den Fritten schütteln, hebe den Korb aus der Zauberkiste heraus und kippe die knusprigen güldenen Kartoffelstäbchen in meine Kunststoffschüssel. Jetzt Salz drüber (Menge nach Geschmack), Schüssel ein paar mal schnell auf und ab schwenken, damit sich die Pommes im fliegenden Wechsel gleichmäßig das Salz teilen und sich nicht streiten...
Nun gebe ich die Pommes in meine Lieblingsporzellanschüssel, weil ich Plastik auf dem Tisch nicht leiden kann, reiche sie expansin, der sie freundlicherweise auf den Tisch stellt.
Nun frittiere ich die nächsten 2 Portionen – wieder 4 Minuten, schüttle sie ab, gebe Salz dazu und lasse sie wieder lustig durch die Schüssel sausen. Das Spielchen treibe ich nun so lange, bis alle rufen: „Danke, Anke – es reicht!“
Während ihr Euch nun freut, dass ihr knusprige Pommes probieren dürft, erkläre ich mal den Reinigungsvorgang – schließlich habe ich ja vorhin schon ein Käsebrot gegessen...
Ich schalte also die Friteuse aus, lege ein passendes Stück Filterpapier (gibt’s von Tefal für jede Korbgröße im Handel) in den Korb und lege ihn beiseite. Nun nehme ich einen großen Edelstahltopf (bitte niemals eine Kunststoffschüssel verwenden!!) und stelle ihn in meine Spüle, damit ich das Frittierfett nicht aus luftigen Höhen umgießen muss. Mit je einem Topflappen in jeder Hand fasse ich nun den Frittiereinsatz an den rechts und links angeordneten Griffmulden und hebe ihn aus der F
riteuse heraus. Der Einsatz verfügt über eine Gießmulde, die das gezielte Ausgießen ermöglicht und das heiße Fett in ordentliche Bahnen lenkt.
Nun ist das Fett ausgelagert und ich kann den Einsatz spülen: Heißes Wasser rein, ein paar Tropfen Spülmittel, einmal mit der Bürste durch und fertig. Während fledermausi den Frittierbehälter abtrocknet, ziehe ich den Deckel der Friteuse nach oben ab, entferne den Fettfilter (eine runde Blechkonstruktion mit eingearbeitetem Microfilter, der sich rot färbt, sobald seine Fettaufnahmefähigkeit erreicht ist) und spüle diesen Deckel auch schnell mit heißem Wasser, Spüli und einer Bürste. Wenn fledermausi ihn abgetrocknet hat, stecke ich ihn einfach wieder in die Friteuse, lege den Microfilter ein, der übrigens bei Vielnutzung ca. 2 x im Jahr durch Neukauf ausgewechselt werden muss und hänge den Frittierkorb mit dem eingelegten Filterpapier in den Einsatz und gieße das noch immer flüssige Fett langsam zurück in die Friteuse. Das Filterpapier nehme ich schnell wieder raus und entsorge es in den Biomüll, der Frittierkorb kommt in die Spülmaschine und der Deckel wird geschlossen.
Das war’s.
Morgen früh, wenn das Fett ausgekühlt ist, nehme ich den Behälter wieder aus der Friteuse heraus, decke ihn mit etwas Alufolie ab und stelle ihn so wie er ist, in den Kühlschrank – so bleibt mein Pommesfett stets appetitlich, hält sich lange frisch und dankt mir dies, mit der Verwandlung blasser Lebensmittel in güldene Delikatessen.
Dem goedefeld könnt ihr die benutzten Teller rüberschieben, er räumt sie dann in die Spülmaschine, die den Rest erledigt.
Und? Riecht Ihr was? Also, mein Pulli riecht wie immer – nicht nach Frittierfett.
Guten Appetit
Fazit:
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- Man frittiert sich in höhere Sphären...!
- Elta Minifriteuse, ideal für das Fritieren für zwischendurch
- Die schnelle aber gute Küche
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- Endlich Friteusen Pommes !
- Fettes Teil:-))))
- Schatz, heute mal Pommes??!!
- Fettige Aussichten *_*
- für eine Person taugt sie


