Loro Parque
Klares "Muss" für Teneriffa-Urlauber - Loro Parque Freizeitpark / Zoo international

Neuester Testbericht: ... schien sich der eine oder andere einen Spaß daraus zu machen, indem er sich besonders arrogant in Pose warf. Das Pinguin-Haus ist eines... mehr

Klares "Muss" für Teneriffa-Urlauber
Loro Parque

juliaa2000

Name des Mitglieds: juliaa2000

Produkt:

Loro Parque

Datum: 28.12.10

Bewertung:

Vorteile: Die Attraktionen suchen Ihresgleichen

Nachteile: Teuer | grenzwertige Tierhaltung

Anfang Dezember 2010 verbrachten wir unseren Urlaub auf Teneriffa. Wir hatten uns die Insel ausgesucht, weil wir dem Winter noch einmal entfliehen wollten und Teneriffa für ein gemäßigtes Klima bekannt ist. Teneriffa verfügt nur über eine Hand voll Sehenswürdigkeiten und wenn man den dünnen Reiseführer durchblättert, der vor allem aus Restaurant- und Hotel(burgen)tipps besteht, findet man dort nur ein paar wenige Highlights beschrieben. Eines davon ist sicherlich der "Loro Parque", von dem ich heute berichten möchte.


| Fakten
Avenida Loro Parque,
38400 Puerto de la Cruz
Tel. +34(922)373841
Fax +34(922)375021
www.loroparque.com
Öffnungszeiten: Täglich (365 Tage im Jahr) von 8.30 bis 18.45 Uhr geöffnet.
Letzter Einlass um 16 Uhr.


| Lage
Der "Loro Parque" befindet sich in Puerto de la Cruz auf der Nordseite der Insel. Wer also auf dieser Seite der Insel seinen Urlaub verbringt, kommt um einen Besuch in dem Park fast nicht herum. Aber auch die recht lange Anfahrt aus dem Süden lohnt sich, wenn man ein Fan von solchen Attraktionen ist. Die meisten Reiseveranstalter bieten auch Busfahrt dort hin an. Wie lange dann aber die Aufenthaltszeiten sind, kann ich nicht sagen.


| Parkplätze
Parkplätze gibt es direkt vor der Tür. Wir waren außerhalb der Saison vor Ort und zu dieser Zeit gab es reichlich freie Plätze. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Ich glaube, es sind 2,60 EUR, die man für einen Pkw berappen muss. Das finde ich schon unverschämt! Wenn man bedenkt, dass man für den Park sehr viel Eintritt bezahlt, dann ist das Erheben einer zusätzlichen Parkgebühr eine Sauerei! Wir haben glücklicherweise einen kostenlosen Stellplatz am Straßenrand in der Nähe des Eingangs gefunden. Da hatten wir allerdings viel Glück.

Wer seinen Mietwagen auf dem Parkplatz abstellt, muss damit rechnen, dass ihm zwei Aufkleber auf die Heckscheibe geklebt werden: einer vom Loro Parque und einer vom Siam Park.


| Preise
Pro Erwachsenen haben wir 32.- EUR bezahlt. Kinder von 6 bis 11 Jahre zahlen 21.- EUR. Vergünstigungen (z.B. für Gruppen, Senioren etc.) scheint es nicht zu geben. Es gibt aber die Möglichkeit eines Twin Tickets. Wenn man nämlich den Wasserpark "Siam Park" in Adeje (im Süden der Insel) auch noch besuchen möchte, dann muss man für beide Attraktionen "nur" 52.- EUR/Erw. zahlen und spart somit 10.- EUR. Da wir an einem Besuch im "Siam Park" aber nicht interessiert waren, kam dieses "Angebot" für uns nicht in Frage. Außerdem kann man innerhalb von 14 Tagen zu einem Aufpreis von nur 10.- EUR ein zweites Mal den Park besuchen. Ob das Sinn ergibt, möchte ich bezweifeln.

Bevor ich wusste, wie viel der Eintritt kosten würde, hatte ich mir überlegt, was ich bereit wäre zu zahlen. In meinem Kopf hatte sich aber ein Preis von ca. 25.- EUR festgesetzt. Ich hatte mir überlegt, wie viel wir für vergleichbare Attraktionen schon bezahlt hatten (Sea Life München kostet z.B. 15,50 EUR etc.) und mit welchem erhöhten (Touristen-)Preis wir evtl. auf Teneriffa zu rechnen hätten. Da die Seilbahn hinauf zum Teide mit 25.- EUR auch überdurchschnittlich teuer ist, ging ich davon aus, dass wir hier vielleicht auch ca. 25.- EUR dafür bezahlen müssten. Deshalb schnappte ich schon ein wenig nach Luft, als ich hörte, dass ich 32.- EUR zahlen sollte. Ich hatte mir vorab allerdings eine Schmerzgrenze von 36.- EUR festgelegt. Und diese war damit eben noch nicht erreicht. Mehr hätte ich auf keinen Fall dafür bezahlt.


| Attraktionen
Ich möchte hier nicht alle Attraktionen aufzählen, sondern nur von denen berichten, mit denen ich eigene Erfahrungen gemacht habe. Eine Gesamtübersicht gibt es auf der Homepage. Außerdem erhält man beim Betreten des Parks ein Prospekt mit einem übersichtlichen Lageplan inkl. Show-Zeiten.

Kurz nachdem wir den Park betreten hatten, wurden wir an einer Engstelle von zwei Papageien auf einer Stange und zwei Damen aufgehalten. Letztere wollten uns zu einem Foto überreden. Wir sollten uns also neben die beiden Papageien stellen, dumm grinsen und uns ablichten lassen. Beim Verlassen des Parks sollten wir dann unsere Bilder in Empfang nehmen. Da wir so etwas grundsätzlich albern finden, lehnten wir freundlich lächelnd ab. Ob und wie viel diese Foto schlussendlich gekostet hätten, weiß ich nicht.

Eine der ersten Attraktionen des gut angelegten Rundgangs ist das Gorilla-Gehege. Hier leben die Tiere auf einem nicht sehr großen, aber schön eingewachsenen Gelände. Durch Wassergräben und dicken Glasscheiben getrennt, können die Besucher die imposanten Tiere bewundern. Wir waren uns nicht sicher, ob wir die Gorilla oder die Gorilla uns beobachteten. Jedenfalls schien sich der eine oder andere einen Spaß daraus zu machen, indem er sich besonders arrogant in Pose warf.

Das Pinguin-Haus ist eines der schönsten Anlagen des Loro Parques, finde ich. Hier kann man die wunderschönen Tiere sowohl an Land als auch unter Wasser beobachten. Wenn die tapsigen Gesellen auf ihrem künstlichen Eisberg stehen, sieht man vor allem ihr herrliches, farbige Gefieder. Unter Wasser verwandeln sie sich dann in pfeilschnelle, glänzende Blitze, die durchs kalte Nass schießen. Von der Decke rieseln täglich ca. 12 Tonnen künstlich erzeugter Schnee und man kann sehen, dass die Tiere (Königspinguin, Felsenpinguin, Zügelpinguin und Eselspinguin) ihren Spaß an den kühlen Kristallen haben. Die Beleuchtung scheint dem Polarlicht nachempfunden zu sein. Beim Fotografieren darf man keinen Blitz verwenden. Das ist auch nicht nötig, denn der sehr hohe, kuppelähnliche Raum ist gut ausgeleuchtet. Man sollte seine Kamera während des Fotografierens jedoch auf "Kunstlicht" einstellen, um das blaustichige Licht "natürlich" einfangen zu können.

Die Seelöwen- und die Papageien-Show passten leider nicht in unseren Zeitplan. Da uns die vor allem die Orcas und Delfine interessierten, galt unser Hauptaugenmerk diesen beiden Shows. Deshalb machten wir um das Seelöwen-Becken einen Bogen und steuerten "OrcaOcean" an. Dabei kamen wir am kleinen Gehege des weißen Tigers vorbei, dessen Anblick in mir Beklemmungen auslöste. Das arme Tier lief unruhig in seinem kleinen Reich hin und her und machte in meinen Augen einen sehr "eingesperrten" Eindruck. Mag ja sein, dass dieses edle Tier aufgrund seiner anormalen Färbung in der freien Natur keine Überlebenschancen hätte. Aber ob ich in seiner Situation ein kurzes Leben in Freiheit dem langen Eingesperrt sein vorziehen würde, weiß ich nicht.

Apropos Eingesperrt sein... Natürlich ist so ein Tierpark immer ein Grund zu Diskussionen. An diesen möchte ich mich hier an dieser Stelle aber nicht beteiligen. Tierschützer und Befürworter solcher Einrichtungen werden sich über solche Dinge wohl nie einig werden. Ich persönlich fand im Loro Parque einige Gehege nicht besonders tierfreundlich. Dazu gehören z.B. die zahlreichen Vogelkäfige, die viel zu eng, dunkel und spärlich ausgestattet sind und den armen Tieren keine Möglichkeit zum Fliegen bieten. Keine Bedenken hatte ich jedoch bei den Flamingos und den Erdmännchen, die hier sicherlich kein schlechtes Leben führen. Unangenehm berührt haben mich hingegen das Schwarmfischbecken und das Revier der Gorillas, das mir viel zu klein vorkam. Außerdem denke ich, dass die imposanten Affen im Dschungel besser aufgehoben wären.

Aus diesem Grund ging ich auch mit gemischten Gefühlen in die Orca-Show. Meiner Meinung nach sollte das Konterfei der riesigen Tiere nur das Logo einer Tierschutzorganisation zieren, sie selbst aber niemals in ein "Swimmingpool" eingesperrt werden. Ich fühlte mich in dem Theater sehr unwohl und konnte die Show nur eingeschränkt genießen. Der Gedanke, dass diese Tiere in den Weiten des Meeres besser aufgehoben wären, ließ mich nicht los. Trotzdem kann man nicht abstreiten, dass die Show sehr spektakulär war. Die riesigen Tiere so nah und in Bewegung zu sehen, ist wirklich beeindruckend. Anfangs sah ich den Sinn der "Kunststückchen" nicht, die man den Tieren beigebracht hat. Doch wie können einem die Tiere besser präsentiert werden, wenn nicht durch solche Kunststücke wie Saltos, Pirouetten an Land und "Publikum mit Schwanzflosse nass spritzen"? Ach ja! Wer übrigens nicht nass gemacht werden will, sollte die ersten 10 Sitzreihen meiden. Ein paar, äh, "Helden"... setzten sich absichtlich in die ersten Reihen, obwohl die Sicht dort nur halb so gut war, nur um nass gespritzt zu werden. Mmmh, "wenn's schee macht..."

Die Delfinshow, die wir kurz darauf anschauten, fand ich trotz schlechten Gewissens (das mich auch hier quälte), sehr beeindruckend. Die Wendigkeit und Schnelligkeit der Tiere ist schon faszinierend. Als meine bessere Hälfte staunte, wie intelligent diese Tiere seien, musste ich ihm - vielleicht nicht ganz logisch, aber sehr emotional - widersprechen. Wenn die Delfine intelligent wären, würden sie sich von ihren Trainern nicht so futtergierig an der Nase herum führen lassen.... Aber das ist ein anderes Thema.
Die Delfinshow dauerte ca. eine dreiviertel Stunde und das Stadion war während unseres Aufenthalts (Anfang Dezember) nur zu ca. einem Fünftel besetzt. Man saß sich also nicht so auf der Pelle, was ich angenehm fand. Allerdings ärgerte ich mich sehr über die laute Musik, die während der Show eingespielt wurde. Als die Tiere dazu animiert wurden "Laut zu geben", wurden sie kaum gehört, weil gleichzeitig die Musik aus den Lautsprechern dröhnte. Das gleiche Problem gab es übrigens auch bei der Orca-Show.

Auf unserem weiteren Weg zum Hai-Tunnel kamen wir an zahlreiche andere Tiergehege vorbei. Bei den Leoparden zum Beispiel, den Flamingos, Schildkröten und den Erdmännchen. Unser Weg wurde von zahlreichen Käfigen gesäumt, in denen sich wunderschöne, bunte Vögel befanden. Der Loro Parque soll ja die größte Artenvielfalt an Papageien besitzen. Diese Vogelart gab dem Tierpark auch seinen Namen. Die meisten Vögel werden aber nicht in der Öffentlichkeit ausgestellt, sondern in einem separaten Bereich gezüchtet.

Für die Schimpansen nahmen wir uns keine Zeit, weil wir diese Tiere immer wieder einmal sehen können. Meine bessere Hälfte zog es zum Hai-Tunnel, weil er so etwas erst einmal in Holland gesehen hatte und nun wissen wollte, ob der Loro Parque vielleicht einen größeren und längeren Tunnel vorweisen kann.

Die Faszination eines Hai-Tunnels kann ich persönlich nicht ganz verstehen. Ich finde es nicht besonders interessant, durch einen gläsernen Gang zu laufen und Haie zu beobachten, die aufgrund der dicken Glasscheiben unrealistisch verzerrt wirken. Man hat den Eindruck, man würde die Tiere durch ein riesiges Vergrößerungsglas betrachten. Ich kann die wahre Größe der Haie in diesem Moment schlecht einschätzen und verliere dadurch schnell das Interesse. So eine "Fiktion" kann ich im HD-Fernseher vom Sofa aus auch genießen.
In Holland haben wir einmal in einem Aquarium eine Art "Fischstreichelzoo" gesehen. Natürlich nicht mit Haien! Aber dieses "Streichelbecken" fand ich wesentlich interessanter, weil man die Hand ins Wasser legen konnte und die Fische freiwillig und neugierig angeschwommen kamen und über die Hände strichen. So etwas "Naturnahes" fasziniert mich viel mehr, als ein Hai-Tunnel mit künstlichen "Lupen-Gläsern". Ich habe ein paar Kinder beobachtet, die auch recht gelangweilt ausgesehen haben. Das kann auch daran liegen, dass sich der Rundgang schon dem Ende näherte. Es kann aber auch daran liegen, dass sie das Gleiche empfanden wie ich.

Apropos Aquarium. Im Loro Parque gibt noch eine sehr feine Auswahl an Aquarien, in denen eine interessante Artenvielfalt zu sehen ist. Während unseres Aufenthalts wurden einige Tanks von Tauchern gereinigt. Dabei schauten wir gerne eine Weile zu. Leider gab es keine Möglichkeit, sich irgendwo hin zu setzen. Das Problem hatten wir aber nicht nur im Gebäude des Aquariums...


| Ambiente der kompletten Anlage
Der Loro Parque ist wirklich sehr schön angelegt. Wenn man auf dem Hauptweg bleibt, kommt man an fast jeder Attraktion vorbei. Die Wege führen einen nicht schnurstracks, sondern auf und ab und gewunden durch den Park. Alles ist sehr grün und mit vielen schönen Pflanzen ausgestattet. Stellenweise fühlt man sich wie in einem Dschungel, wenn irgendwo ein Vogel schreit oder das Geschrei der Affen herüber schallt.
Leider gibt es zu wenige Sitzmöglichkeiten, um sich zwischendrin mal auszuruhen. Es ist schon sehr anstrengend, den ganzen Tag in langsamem Tempo von einem Gehege zum nächsten zu laufen. Die einzige Möglichkeit zum Ausruhen bieten die Shows oder eine der Restaurants und Cafés. Dort ist man aber leider verpflichtet, etwas zu bestellen, was wir z.B. nicht wollten, da wir keinen Hunger hatten. Über die verschiedenen Restaurants und Cafés kann ich deshalb auch nicht berichten. Irgendwo soll es noch eine so genannte "Picnic area" geben. Diese haben wir aber nicht gefunden als wir uns zur Mittagszeit in der Nähe der Flamingos befunden haben.
Wir haben uns dann in einen "Biergarten" eines Kiosk gesetzt und dort eine Kleinigkeit zu Trinken gekauft. Das Essen, das es dort gab (Donuts, Pommes etc.) sah nicht sehr appetitlich aus und roch auch nicht besonders gut. Aber Fastfood ist sowieso nicht unser Ding.

Im ganzen Park wird sehr auf Sauberkeit geachtet. Überall stehen ausreichend Mülltonnen herum und man sieht immer wieder Personal, das putzt und kehrt. Auf dem ganzen Gelände sind ausreichen Toilettenhäuser verteilt. Die Toilettenanlage, die ich am späten Nachmittag besucht habe, war sehr sauber und gut belüftet.

Es gibt viele Stände und Geschäfte, in denen man Souvenirs, Postkarten und Ähnliches kaufen kann. Vor allem Merchandising-Produkte wie Stoffdelfine, -Pinguine und -Wale sind kaufkraftfreudig genau hinter den Ausgängen der jeweiligen Attraktionen platziert. Überall im Park stehen Spendenboxen, in die der geschätzte Gast Geld werfen soll. Auch hier haben sich die Fachleute eine interessante Sache einfallen lassen. Die Spendenboxen sind trichterförmig und wenn man eine Münze übrig hat, wird man durch die Form der Box dazu animiert, sein Geld "hinein rollen zu lassen". Daran hatten vor allem die Kinder ihren Spaß. Die "armen" Eltern durften dann ständig irgendeine Münze springen lassen.
Die Kinder hatten auch auf dem ein oder anderen Spielplatz ihren Spaß. In einem Bereich habe ich eine Art "Kinderachterbahn" gesehen, die aber nochmals 1.- EUR extra gekostet hat.

Ob der Loro Parque durchgängig behindertengerecht ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe nur wenige Barrieren gesehen, und diese konnte man umfahren. Die teilweise recht steilen Wege fand ich trotzdem nicht besonders behindertenfreundlich.


| Fazit
Wer auf Teneriffa Urlaub macht, für den ist der Loro Parque sicherlich ein "Muss"! Man kommt fast nicht drumrum. Auch wenn mir 32.- EUR anfangs schon ein wenig Leid getan haben, muss ich zugeben, dass der Park sein Geld wert ist. Die Attraktionen suchen wirklich Ihresgleichen. Kein Zoo oder Tierpark kann da mithalten. Meine Meinung über diese Art von Tierhaltung, mmmh, habe ich in meinem Bericht sicherlich deutlich gemacht...


In diesem Sinne... Gedanken sind frei... eure Dotti

Fazit: Ein "Muss" für Teneriffa-Urlauber