
Es muß nicht immer Disney sein!
Homosassa Springs St. Wildlife Park

Name des Mitglieds: schuebsi
Produkt:
Homosassa Springs St. Wildlife Park
Datum: 03.08.02, geändert am 03.08.02 (655 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: tolle Natur, bemerkenswertes Engagement, Schutz der Tier- und Pflanzenwelt
Nachteile: eher ein ruhiges Event (nicht für jeden ein Nachteil)
Anstatt mich pflichtbewußt meiner Arbeit zu widmen, streifen meine Gedanken immer wieder ab Richtung Urlaub. Unweigerlich kommt mir Florida der Sunshine State in den Sinn und ich gerate ins Träumen.
Ich habe schon viele Berichte über Disney und Co. gelesen aber einen Park gab es hier bisher nicht. Dabei verdient er durchaus Beachtung.
Das möchte ich jetzt nachholen, denn dieser Park hebt sich doch so angenehm von den üblichen Vergnügungsparks ab.
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Wo liegt der Park?
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Homossassa liegt im Norwesten Floridas, in einer touristisch recht vernachlässigten Region. Erreichbar über US 19, ca. 75 Meilen nördlich von Tampa /St. Petersburg.
In Homossassa ist der Park ziemlich gut ausgeschildert, sodaß man kaum Probleme hat, ihn zu finden.
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Was wird geboten und warum dieser Park?
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Grob gesagt, handelt es sich um einen Tierpark, indem man viele heimische Tier- und Pflanzenarten bewundern kann. Später bei einem kleinen Parkrundgang werde ich darauf noch näher eingehen.
Der Park ist so besonders, weil er sich auf Tier- und Artenschutz spezialisiert hat. Viele der Tiere werden dort verletzt eingeliefert, behandelt und wieder frei gelassen. Man legt größten Wert auf Aufklärung der Besucher und bemüht sich, jedem ein bischen was von dem Bewußtsein mitzugeben.
Die Mitarbeiter sind großteils ehrenamtlich und es sind auch viele Rentner dabei, die alle ohne Vergütung für die Tiere arbeiten.
Ich empfinde dies als schöne Abwechslung zu den Disney und Anheuser Busch Parks, bei denen man nach ein paar Tagen an Reizüberflutung leidet.
Ich bitte dies nicht falsch zu verstehen, ich habe die Disney Parks schon oft besucht und war bisher viermal in Sea World aber es bleibt wenn es um Tiere geht, immer ein kleines schlechtes Gewissen dabei. Ich genieße die fantastische Orcashow jedesmal aber irgendwie gehören diese Ti
ere trotzdem nicht dahin.
Aber zurück nach Homossassa. Besonders sympathisch wurde mir der Park, da sehr viel Schutzarbeit für Manatees geleistet wird. Manatees sind Seekühe und so ziemlich die gutmütigsten Tiere, die man sich vorstellen kann.
o Kurze Exkursion zu den Manatees:
Es handelt sich um Säugetiere, die einen grauen konischen Körper haben. Die Haut erinnert an die von Elefanten und wenn ich mich richtig erinnere, sind sie auch entfernt verwandt. Eine ausgewachsene Seekuh erreicht bis zu 3000 Pfund und kann fast 4 Meter lang werden.
Diese sanften Riesen haben eigentlich keine natürlichen Feinde aber das macht der Mensch wieder wett. Da die Tiere ca. alle 2 Minuten Luft holen müssen, werden sie sehr oft von Bootspropellern schwer verletzt. Nicht selten sterben sie daran. Inzwischen hat man in Homossassa Teile des Flusses für Boote gesperrt, um die stark vom Aussterben bedrohten Tiere zu schützen.
Ein Manatee braucht sehr lange, um erwachsen zu werden. Ca. 5-9 Jahre. Nur etwa alle 2-5 Jahre pflanzen sie sich fort und es wird in der Regel immer nur ein Kalb geboren. Bei so einem Reproduktionszyklus ist es sehr schwer, die Tiere zu züchten und in ausreichernder Population wieder auszusiedeln. Ein großer Beitrag wird hier geleistet.
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Zu Fuß durch den Park:
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der Park ist ringförmig angelegt und kann gemütlich in ca. 2 Stunden durchlaufen werden, es sein denn man nimmt sich noch etwas Zeit für die wirklich interessanten kleinen Vorträge, die regelmäßig über die Tiere gehalten werden.
Geht man vom Eingang aus links herum, kommt zuerst das sogenannte "Fish Bowl". Das Goldfischglas ist eine Aussichtsstelle, von der aus die Seekühe auch unter Wasser beobachtet werden können.
Geht man dort weiter, kommt man in einen sehr schönen Picknickbereich am Fluß. Es folgt das Areal für Reptilien und Schlangentiere.
Danach findet man ein Gehege für heimisches R
otwild, gefolgt vom Pantherareal.
In der Mitte des Parks befindet sich ein großes Alligatorbecken, wo wiederum sehr interessante Informationen gegeben werden.
Im Anschluß läuft man durch das Vogelgehege mit vielen bunten Arten, wie Flamingos, Pelikane usw.
Last not least kommt man beim Nilpferd vorbei. Inzwischen muß es alt wie Methusalem sein, denn ich kenne das Tier dort schon lange.
Lt. Internet gibt es inzwischen auch ein Raubvogelgehege, welches ich aber noch nicht gesehen habe.
Zwischendurch findet man immer wieder Gelegenheiten zu rasten und die Natur auf sich wirken zu lassen. Die Parkvegetation ist wunderschön und hat ebenfalls einen zweiten Blick verdient.
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Oder lieber per Boot:
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gegenüber des Haupteingangs liegt ein kleiner Bootsanleger und eine Fahrt von dort sollte man auf jeden Fall noch mitmachen. Die Boote sind natürlich Manateefreundlich und sind eine Art Pontons, die sehr langsam und leise laufen.
Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten und man hat Gelegenheit, viele der Tiere und Pflanzen in freier Wildbahn zu sehen.
Die Bootsfüher beantworten gerne alle Fragen und geben interessante Informationen.
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Die Öffnungszeiten und Preise:
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sehr angenehm im Gegensatz zu den großen Parks ist die Preisgestaltung.
1 Erwachsener kostet USD 7,95 und ein Kind USD 4,95
Steuern kommten in USA immer noch auf den Preis drauf.
Geöffnet ist täglich von 10-17:30 Uhr, wobei die Kassen um 16:00 Uhr schliessen.
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Kurz und knapp:
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mir gefällt der Park und das Engagement, welches dahinter steht ausgesprochen gut. Ein wirklich förderungswürdiges Projekt und noch dazu ein Spaß für die ganze Familie. Ein Spaß der anderen Art zwar, ohne riesen Attraktionen und Kotzschüsseln aber in meinen Augen trotzdem ein kurzweiliges Vergnügen.
Man sollte sich idealerweise einen guten halben Tag Zeit nehmen und Verpflegung mitbringen. Es gibt ein kleines Fastfoodrestaurant am Eingang aber das ist nicht so toll.
Kleiner Nachteil ist, daß man Englisch können sollte, denn auf deutsche Touristen sind die Mitarbeiter dort nicht so eingestellt. Die Informationen über die Tiere werden nur in englischer Sprache gegeben.
Aber auch wenn man darauf verzichtet, bekommt man wunderschöne Natur und interessante Tiere aus nächster Nähe zu sehen.
Im nahegelegenen Crystal River werden übrigens auch Ausflüge angeboten, bei denen man mit den Manatees schwimmen kann. Das dortige Best Western Hotel eignet sich prima für eine Übernachtung und man könnte einen schönen 2-3 tägigen Ausflug daraus machen, um sich ein bischen von dem übrigen Trubel zu erholen.
Ein schönes Wochenende für Euch und herzlichen Dank für Interesse, Lesung und vielleicht sogar einen Kommentar.
Petra (Schuebsi) / 03.08.2002
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Freizeitpark / Zoo international
- Das echte Disney-Feeling kommt nicht auf...!!!
- Achterbahnland Holland
- Disneyland Hotel Grand Californian
- "Call me Looping..."
- tauchen ohne flasche
- Disneyland muss man einmal gesehen haben
- Ein Ausflug zu den Dinosauriern!
- Camping Horror Slagharen Attractiepark
- Einen Ausflug in eine andere Welt!
- Ein Tag mit Mickey & Co.

