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Werde ich nun doch noch eine "richtige" Hausfrau? (13)
Hausapotheke

Name des Mitglieds: friedel1910
Produkt:
Hausapotheke
Datum: 02.02.11, geändert am 06.02.11 (75 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gerüstet sein, wenn man kränkelt; individuell bestücken; Größe zwecks Übersichtlichkeit
Nachteile: Erstausstattung bzw. Nachkauf können ganz schön ins Geld gehen
Hausapotheke... ein leidiges Thema. Oder?
Hallo Ihr Lieben,
nach einer Pause heute nun doch noch einmal ein "Hausfrauenbericht".
Ich habe in den vergangenen zwei Jahren einen Hauswirtschaftskurs besucht. Dabei hatten wir ganz am Anfang auch eine "Langzeithausaufgabe" bekommen, die sich aus 28 (!) Einzelaufgaben zusammensetzte.
Heute möchte ich gedanklich noch einmal auf Aufgabe Nr. 26 zurückkommen und Euch daran Anteil haben lassen.
Die Aufgabenstellung lautet: Wie viel Zeit benötigen Sie, eine volle Hausapotheke (50 x 30 x 15 cm ) grundzureinigen und die vorhandenen Medikamente sinnvoll einzuräumen?
Warum mir das gerade heute einfällt? Weil ich meine Hausapotheke von Zeit zu Zeit (und das auch ohne diesen Hauswirtschaftskurs) "ausmiste". Und heute war es gerade mal wieder soweit.
Was eine Hausapotheke ist, das muss ich sicher nicht erklären - oder?
Na vielleicht möchte ja jemand die Definition in hauswirtschaftlichem Sinne erfahren? Also...
"Hausapotheke - eine Zusammenstellung von Verbandsstoffen, Medikamenten/Arzneimitteln, Instrumenten, Hausmitteln, die bei Erkrankungen und Unfällen schnell zur Verfügung stehen und eingesetzt werden können"
(Quelle: Fachbegriffe der Hauswirtschaft; Holland + Josenhans Verlag)
+++ Meine Erfahrungen / Meine Meinung +++
Zwei - meiner Meinung nach - sehr wichtige Aspekte sollten vorab geklärt werden.
*** Welche Größe soll eine Hausapotheke haben? ***
Es gibt Kunststoffschachteln, die so groß sind wie ein Verbandskasten im Auto. Sie sind mit dem Aufdruck "Hausapotheke" versehen. Kann diese Größe für die Beherbergung einer Hausapotheke genügen?
Es gibt Medizinschränkchen in verschiedenen Größen zu kaufen (z. B. 60 cm hoch, 30 cm breit oder 48 cm hoch, 26 cm breit oder 45 cm hoch, 25 cm breit oder auch nur 32 x 32 cm). Das Sortiment ist vielfältig, aber leider nicht beständig. Ich hatte mal ein Medizinschränkchen und fand es immer irgendwie beengt.
Beim Umbau unseres Bades vor acht Jahren gab es auch neue Badmöbel und ich reservierte einen Schrank für die Medikamente. Dieser Schrank hat eine stolze Größe von 70 cm Höhe, 35 cm Breite, 15 cm Tiefe. Also vergleichsweise groß. Und trotzdem bringe ich nur gerade so alles unter und das, obwohl wir keine "Medikamentenfans" sind.
Mit dem einleitenden Satz des vorangegangenen Abschnitts können wir auch gleich zu Frage 2 überleiten...
*** An welchem Standort soll eine Hausapotheke aufbewahrt werden? ***
Ich habe mit obiger Aussage schon eingestanden, dass meine Hausapotheke den falschen Standort hat. Sie gehört nämlich keinesfalls in einen warmen, feuchten Raum, wie das Bad ja nun mal ist. Medikamente sollten kühl, trocken, dunkel aufbewahrt werden. Somit möchte man meinen, dass das Schlafzimmer - vermutlich der kühlste Raum in der Wohnung - der passende Standort wäre. Ein Bekannter, der kürzlich eine neue Wohnung bezogen hatte, argumentierte allerdings, dass er seine Hausapotheke in der Küche unterbringen wird, denn wenn sich seine Freundin in den Finger schneiden würde, dann wäre das Heftpflaster wenigstens gleich greifbar. Auch ein Argument.
Schlussfolgerung zu den beiden Fragen:
Sowohl die Abmessungen als auch der Standort sind individuell zu klären, aber man sollte sich vor Anschaffung einige Gedanken dazu machen. Dabei sollte man auch noch etwas berücksichtigen. Nämlich...
Noch etwas ist wichtig - insbesondere dann, wenn Kinder im Haushalt leben: Der Medizinschrank sollte ggf. abschließbar sein.
Kommen wir nun zu Punkt 3 und damit zum Hauptthema dieses Berichts.
*** Welchen Inhalt soll eine Hausapotheke haben? ***
Hierzu frage man seinen Arzt oder Apotheker oder greife auf Erfahrungen aus dem Leben zurück. Mit etwas Lebenserfahrung und einem halbwegs gesunden Menschenverstand kommt man ganz gut zurecht, denke ich (heute).
Ich gestehe, dass auch ich als junge Hausfrau darauf hereingefallen bin, auf die "guten Ratschläge" aus Zeitungen und Zeitschriften, Broschüren, Sachbüchern, Ratgebern usw. usw., indem ich darauf vertraute, was deren Empfehlung war, was unbedingt in eine Hausapotheke gehöre. Erfreulicherweise sind Medikamente im Durchschnitt fünf Jahre haltbar (naja... ab Herstellungsdatum... für den Privathaushalt kommt es dann immer darauf an, wie alt das Zeug schon war, als man es in der Apotheke ausgehändigt bekam). Und trotz der allgemeinen Haltbarkeit von fünf Jahren kam es immer und immer wieder vor, dass ich abgelaufene Medikamente zwecks Entsorgung zurück zur Apotheke brachte. Wir haben auch heute das Geld nicht im Überfluss, aber damals waren wir richtig knapp dran. Und ich mag im Nachhinein gar nicht mehr darüber nachdenken, was ich durch die "fachgerechte" Bestückung meiner Hausapotheke an Geld verplempert habe.
Heute betrachte ich das alles viel kritischer. Im Laufe der Jahre habe ich für mich/für uns herausgefunden, was wir wirklich brauchen von Zeit zu Zeit. Und falls tatsächlich mal was nicht da sein sollte, ist das auch kein Weltuntergang. Im schlimmsten Fall könnte man - falls es außerhalb der normalen Öffnungszeiten sein sollte - noch in eine Apotheke mit Nacht- und/oder Wochenendbereitschaft gehen (zumindest für den Fall, dass man in einer größeren Stadt wohnt). Zwar müsste man dann einen Zuschlag zum eigentlichen Preis in Kauf nehmen, aber immer noch besser als - wie damals bei mir - noch mehr Geld in den Müll werfen.
Ich verzichte an dieser Stelle also ganz bewusst darauf, eine Auflistung an diese Stelle zu kopieren, die vorgibt, was Publikationen meinen, was in eine Hausapotheke hineingehöre. Wer das wissen mag, kann das sehr einfach im Internet recherchieren. Dieses hier ist mein Bericht und ich gehe deshalb auch nur auf meine Hausapotheke ein.
Was ist nun drin in meiner Hausapotheke?
*** Pflaster ***
- verschiedene Wunndpflaster in Zuschnitten (z.B. allgemein eine "Familienbox" mit Pflastern in fünf Größen, Pflaster für Fingerkuppen, Blasenpflaster, steriles Wundpflaster)
- Rollenpflaster
*** Verbandmaterial ***
- Kompresse
- Verbandpäckchen
- Mullbinde
- Elastanbinde
*** Tabletten und ähnliches ***
- Tabletten (oder Granulat) gegen Kopfschmerzen
- Tabletten gegen Zahnschmerzen
- Tabletten gegen Durchfall
- Heißgetränk gegen Erkältungsbeschwerden
*** Salben ***
- Wärmesalbe (z.B. ABC-Salbe)
- Penatencreme
- Wund- und Heilsalbe
- Lippenherpescreme (95% der Bevölkerung tragen Herpesviren in sich)
- Salbe zur Linderung von Beschwerden wie Juckreiz, Rötungen und Schwellungen nach Insektenstichen
*** Tropfen und Lösungen ***
- Kamillan
- Paradontal F5
- Antiallergische Augentropfen
*** Sonstiges ***
- digitales Fieberthermometer
- Schere
- Rettungsdecke
- Einweghandschuhe
- Wärme- und Kältekompresse (wobei ich die Kältekompresse im Tiefkühlschrank aufbewahre)
*** Tee ***
Verschiedene Teesorten z. B. gegen Husten, gegen Erkältungsbeschwerden, bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich u.ä. (Lindenblütentee, Salbeitee usw.);
Fenchel-Kümmel-Anistee gegen Unwohlsein im Magen-Darm-Trakt;
Kräutertee
*** außerdem ***
- Puder
- Erkältungsbad
- Medizinisches Zahncremekonzentrat (in meinem Fall Ajona)
- Meersalz zum Inhalieren
- Bonbons (1 x gegen den Hustenreiz, 1 x welche, die Hals und Rachen beruhigen und gleichzeitig die Nase befreien)
- Desinfektionsmittel
- Persönliche Medikamente, die jeder von uns mal vom Doktor verschrieben bekommen hat
Anmerkung:
Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit.
Werde ggf. von Zeit zu Zeit auch aktualisieren.
*** Desweiteren ***
An die Innenseite der Tür habe ich die Telefonnummer der Rettungsleitstelle geklebt. Wer weiß die schon wirklich? (insbesondere dann, wenn man in einer Stadt wohnt, die nicht die - fast - bundeseinheitliche Rufnummer 19222 nutzt). Und wer kann sich in der Aufregung an die Telefonnummer erinnern? Bestenfalls kann man sich noch an die Notrufnummer 112 erinnern, aber nicht alles ist ein Notfall. Ein Notfall ist es (zumindest für das medizinische Personal) nur dann, wenn es lebensbedrohlich ist - also z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt u.ä. Hat das Kind aber "nur" den Arm gebrochen, dann ist das (im medizinischen Sinne) kein Notfall. Dann soll man nicht die Notrufnummer blockieren. Man soll die Rettungsleitstelle anrufen und dort wird die Entscheidung getroffen, welches Fahrzeug geschickt wird.
Wer mag, kann auch eine Erste-Hilfe-Anleitung dort aufbewahren. Kann nützlich sein, denn wer weiß wirklich noch Bescheid über das, was er mal im Erste-Hilfe-Kurs gehört hat? Im Gegensatz aber: Wer wird - so aufgeregt wie man ist - erst noch in der Broschüre blättern wollen?
So weit zum Inhalt. Jetzt abschließend noch ein paar allgemeine Tipps:
- Medikamente in ihrer Originalverpackung inklusive Beipackzettel aufbewahren
- Medikamente nach Ablauf nicht mehr verwenden (das kann entweder das aufgedruckte Datum sein oder aber auch eine bestimmte Zeit nach Öffnen des Produktes wie z.B. bei Augentropfen sechs Wochen nach Anbruch)
OOO Zuguterletzt OOO
Was habt Ihr vermisst in meiner Hausapothke?
- Halsschmerztabletten... habe ich nicht, weil sie bei mir einfach nicht helfen (alternativ greife ich hier lieber auf das Hausmittel, heiße Zitrone in kleinen Schlucken zu trinken, zurück
- Ein Dreiecktuch ist auch nicht drin...
Fazit: was sein muss, muss sein
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