Turkmenistan Airlines
Nie mehr nach Ashkabat... - Turkmenistan Airlines Fluglinien

Neuester Testbericht: ... erwarten. Mein Fazit: TOP Airline und meine nächsten Flüge nach China werden ALLE bei Turkmenistan Airlines gebucht! ♥... mehr

Nie mehr nach Ashkabat...
Turkmenistan Airlines

cwagner

Name des Mitglieds: cwagner

Produkt:

Turkmenistan Airlines

Datum: 02.05.02, geändert am 29.08.04 (8822 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Preis, Verfügbarkeit

Nachteile: Service, Sicherheit, Komfort

Um der winterlichen Kälte zu entfliehen kam ich mit zwei Freunden auf die Idee während der Weihnachtsferien 2001-2002 in wärmere Gefilde zu entfliehen. Wir hatten uns für Thailand entschieden, da dort genügend Erholung auch für nur wenige Tage möglich ist und das Wetter immer gut und warm ist.
Dummerweise haben wir uns im Vorfeld so gut wie gar nicht um einen Flug bemüht, und schliesslich gehofft per Last-Minute noch etwas zu bekommen. Doch zu dieser Jahreszeit ist alles sehr ausgebucht und wir hatten die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, als ein Freund plötzlich (acht Tage vor dem Abflug) mit einem Angebot kam:
Hin- und Rückflug Frankfurt – Bangkok, 699.- Euro, der Termin passte, Flugzeit ca. 14 Stunden, nur eine Zwischenlandung in Ashkabat...
Das hörte sich doch gut an!

Nur wo verdammt liegt Ashkabat?
Die Nachfrage bei fast allen Bekannten ergab, dass nur einer wusste, das Ashkabat die Hauptstadt von Turkmenistan ist, und Turkmenistan liegt nordwestlich von Afgahnistan... Das wusste nur ein Erdkundelehrer, dessen Prüfungen noch nicht allzu weit zurück lagen.
Das hätte uns zu denken geben sollen.

Doch frohen Mutes machten wir uns auf den Weg. Und Mut, vor allem froher Mut war dann auch bitter nötig.
Nach einem eigentlich recht problemlosen Check-In erfuhren wir dann auch, dass unsere Fluglinie Turkmenistan Airlines hiess. Noch nie gehört, aber egal.

Im Flugzeug, ich kann mich nicht mehr genau an den Typ erinnern (ich glaube es war eine Boing 757), stellten wir dann fest, dass an den meisten Sitzen die Verstellung der Rücklehne fehlte. Wir stellten uns also vorsorglich auf Rückenschmerzen und Schlafdefizit ein.

Die Ansagen der Bordcrew konnten wir leider nicht verstehen, da keiner des russischen mächtig war und das Englisch unterschied sich nicht hörbar vom Russisch. Die grösstenteils deutschen Passagiere flogen einfach ohne Informationen.
Ein Unterhaltungsprogramm gab es nicht, es
lief nicht einmal ein Film. Wir hatten also genügend Zeit, den Reiseführer zu studieren.

Dann kam die Zwischenlandung in Ashkabat, es wurden alle Fluggäste auf die Rollbahn gescheucht, wo sie dann erst einmal herumstanden, im doch relativ kalten Wind, etwa 500 m vom Flughafengebäude entfernt. Einige zündeten sich eine Zigarette an (ja auch solche Fluggesellschaften haben Nichtraucherflüge), aber das war ein Fehler. Denn jeder Raucher musste seinen Pass abgeben, man konnte ihn dann später gegen einige DM oder Dollar wieder freikaufen. Das ist auch eine Art, um sich Devisen zu beschaffen.
In den Flughafengebäude, in das wir dann später laufen durften, funktionierte keine einzige elektrische Anzeige oder Uhr, und die Toiletten sahen aus, als ob eine Horde Hunnen alles abgeschraubt hatte was nicht einbetoniert war.

Das Essen, das im Flugzeug nach dieser Zwischenlandung serviert wurde war für mitteleuropäische Mägen nicht geniessbar, schon der Anblick reizte die Würgemuskel und auch geschmacklich war so gut wie nichts herunterzubekommen.
Der Service war sowieso nicht allzu gut, denn nach dem „Essen“ kamen die Stewardessen nur ein Mal mit Getränken vorbei, das ist bei einem Flug von je etwa 6 bis 7 Stunden nicht besonders oft.

Dennoch sind wir mit nur einer Stunde Verspätung, komplett mit Gepäck und Kreuzschmerzen, übermüdet und hungrig eigentlich gut in Bangkok gelandet und die richtige Erholung konnte beginnen.
Der Rückflug lief dann nicht ganz so gut, wir starteten mit einer Stunde Verspätung, die sich dann zu dreien steigerte, der Rest war wie gehabt. Ach nein, diesmal hatte ich Glück und meine Lehne liess sich verstellen!
Ein Freund, der eine Woche später zurückreiste hatte weniger Glück, er kam 18 Stunden später an, weil inzwischen ein Schneesturm die Landung in Ashkabat unmöglich machte und er noch weitere Länder des mittleren Ostens kennenlernen durfte...

Hier folgen nun noch einige Daten und
Zahlen über Turkmenistan Airlines, die ich aus verschiedenen Quellen im Internet zusammengetragen habe.
Die staatliche Airline von Turkmenistan wurde 1991 gegründet. Sie verfügt über mehrere BOEING 737 und 757. Im Frühjahr 2001 wurden eine neue B-757 und drei Kurzstreckenjets vom Typ BOEING 717 zur Flotte hinzugefügt.
Die Airline ist seit Dezember 1999 Mitglied der IATA. Der Erstflug nach Deutschland fand am 31. Juli 1999 statt. Seit dem verkehrt die Airline wöchentlich samstags von Frankfurt über Ashgabad (kurzer Stop) nach Bangkok (Thailand) und Delhi (Indien). Weitere Verbindungen gehen nach Istanbul (Türkei), Abu Dhabi (VAE), Karachi (Pakistan) und London (GB).
SunLine (www.sunline.de) ist Verkaufsagentur für die TURKMENISTAN AIR in Deutschland und Thailand, auch wir haben damals über sunline gebucht, lustigerweise schreiben die nicht einmal die Fluggesellschaft auf die Vorabtickets (oder Fluginfo oder wie das heisst), man weiss also erst nach dem Einchecken, mit welcher Airline man fliegt.
Und der folgende Satz hat mich wirklich mit großem Erstaunen erfüllt: „Nach Umfragen unter den Kunden aus Deutschland erhielt die Airline im Durchschnitt die Gesamtnote 3 (1=sehr gut, 6=mangelhaft), womit die Airline in der Preiswertklasse eine ausgezeichnete Stellung einnimmt. Über 90% aller befragten Fluggäste würden immer wieder mit Turkmenistan Airlines fliegen.“ Wo diese Leute ihre Quellen her haben, würde mich interessieren, denn auf den verschiedensten Meinungsplattformen, egal ob Ciao, Jopi, Dooyoo oder ähnlichen bekommt Turkmenistan Airlines jeweils die schlechteste Bewertung. Hätte ich das mal vorher gelesen...

Insofern wünsche ich euch eine gute näxte Reise, aber überlegt euch die Airline gut!

Grüße cwagner



Fazit: