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Guter Service, mieses Essen
Swiss International Air Lines

Name des Mitglieds: Hoernchen123
Produkt:
Swiss International Air Lines
Datum: 27.05.03, geändert am 14.01.10 (970 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: pünktlich, Inflight-Entertainment auch in der Holzklasse in jedem Sitz
Nachteile: etwas teurer
Bei der Planung der Reise ging es meiner Reisebegleitung und mir darum, dass es sich um eine günstige, aber dennoch renommierte Airline handeln sollte. Ein Blick ins Internet verriet, Air India, Swiss und Alitalia haben bezahlbare Tarife von ca. 600 Euro. Die Lufthansa hat ihre Indien-Sondertarife leider erst als wir schon in Indien waren, eingeführt.
Nun ja, Air India war uns zu unsicher, von denen hatten wir eigentlich nur negatives gehört und gelesen, über Alitalia hatten wir gutes aber auch schlechtes gehört (Koffer verschwinden wohl oft beim Umsteigen in Italien und so etwas ist ja grad bei einer Trekkingreise mit Rucksack sehr sehr ungünstig), also blieb Swiss, die uns für 630 Euro von Berlin über Zürich nach Mumbai und wieder nach Hause fliegen sollten.
Swiss hat ein interessante Flugzeugflotte, was mich als Aviation-Freak ja doch ziemlich interessiert, so flogen wir von Berlin nach Zürich mit einem Embraer, von dort nach Mumbai mit einem nicht ganz so aufregenden Airbus A 330 und auf dem Rückflug nach Berlin ging es dann mit einer Saab-Propellermaschine von Zürich aus los. Aber das nur am Rande...
Begonnen hat unser Reise bereits am frühen Morgen in Berlin-Tegel; in einem kleinen, neuen Nebengebäude hat Swiss einige Schalter. Die Mitarbeiter beim Check-In waren wohl noch etwas morgenmufflig (ja, gut, es war 6 Uhr morgens...) und waren ein wenig schlecht gelaunt. Was aber wirklich blöd war, war dass angeblich schon fast alle zusammenhängende Sitzplätze in der erst 6 Stunden später nach Mumbai fliegenden Maschine, vergeben waren (sollten etwa alle schon eingecheckt haben? Komisch...). Also einen Fensterplatz gab es auf keinen Fall, die letzten zusammenhängenden 2 Plätze waren
in der Mitte (der Airbus A330 hat ja bei Swiss die Sitzanordnung 2-4-2, bzw. ganz hinten, wo das Flugzeug ?dünner! wird 2-3-2) und das in der allerletzten Reihe, wo es immer so schön schaukelt, laut ist und man als letzter Essen bekommt und dann oft, das Essen, das man möchte schon alle ist. Nun ja, wir gaben uns dennoch damit zufrieden und flogen erst einmal nach Zürich.
Der Flug startet mit 15 Minuten Verspätung, diese Zeit schaffte der Pilot aber wieder rauszuholen, denn wir landeten pünktlich in Zürich. Der Flug war angenehm, der Sitzabstand ausreichend, die Stewardessen sehr freundlich, nur das Frühstück ein wenig mickerig, es gab nur einen recht geschmacksneutralen Croissant, dazu Kaffee oder Saft. Lecker waren hingegen die Swiss-Schokotaler, die es kurz vor der Landung gab.
Weiter ging es ja dann erst Stunden später, in der Zeit schaute ich mich ein wenig auf dem Unique-Airport um und machte Fotos. Dabei fielen mir auch ein paar in Betrieb befindliche Passagier- Maschinen der Swiss auf, die wohl seit der Umbenennung von Swissair in Swiss noch nicht zum Lackieren waren, denn da stand zwar Swiss dran, aber das ?air? war deutlich sichtbar überklebt und der Aufkleber bröselte ab. Das wirkte ungefähr so schön, wie die Bemalungen der Air India- Flieger, die in Urlaub dann sah...Auch fehlte denen noch das neue Logo mit den ganzen Namen der Schweiz in ihren Nationalsprachen. Gut, die Lackierung sagt wenig über eine Airline aus, aber das fand ich dann doch ein wenig komisch, denn das wirkte ungepflegt.
Pünktlich begann der Einstieg in die Maschine nach Mumbai und eigentlich saßen alle pünktlich auf ihren Plätzen. Allerdings zog sich dann alles sehr hin, weil ein Passagier noch fehlte, der mit Verspätung aus einem anderen Flieger kam, um umzusteigen und der sich dann erst eine halbe Stunde später einfand. Mit viel Verspätung bewegte sich unser Flieger nun zum Start.
Was mir, nachdem alle da waren auffiel, war, dass der Flug grad mal
zur H
älfte ausgebucht war und man locker noch bessere, zusammenhängende Plätze hätte haben können, aber das war uns dann doch zu umständlich, nachdem wir uns in der letzten Reihe schon so schön eingerichtet hatten...;-)
Das Flugzeug war von innen sauber, es gab Zeitungen, auch indische, und in der Sitztasche gab es auch eine Flasche Wasser, die wir gleich mitnahmen, da man indisches Wasser ja nicht aus der Leitung trinken kann und wir ja mitten in der Nacht ankamen, wo man kaum noch etwas kaufen kann. Das war sehr gut durchdacht von Swiss.
Auf dem Weg zur Startbahn wurde auf den kleinen Bildschirmen, die es in jedem Sitz gab, der Sicherheitsfilm gezeigt, der in deutsch, englisch, französisch und Hindi war. Es gab auch eine Stewardess, die Hindi sprach, ein wirklich guter Service auf einem Flug nach Indien.
Der Start war ein Erlebnis für sich. Noch nie habe ich auf einem Flug erlebt, dass ein Flugzeug beim Start in einen Scherwind kommt, aber diesmal war es so und so bewegte sich unser Flieger, kaum abgehoben, schlagartig mit der Nase nach unten. Der Pilot fing die Maschine aber ab und so hatten sich zwar alle sehr erschreckt (sogar die Stewardessen schauten komisch), aber alles war gut gegangen.
Als wir ca. 10 min in der Luft waren, ging auch endlich das in jedem Sitz eingebaute Entertainment- Programm los. Es gab nicht nur 2 Filme zur Auswahl, sondern auch 10 Spiele, ein Gewinnspiel, einen Nachrichtenkanal und die Fluginfo, also die Infos wo man grade ist, wie hoch man fliegt, wie schnell etc.. Bedienen konnte man das ganze ganz prima über eine Art Fernbedienung, die es in jeder Sitzlehne gab. Mit den Spielen und der Fluginfo-Anzeige vergingen die 7 ½ Stunden Flug von Zürich nach Bombay wie im Fluge ;-)
Das Essen war richtig widerlich, Flugzeugessen schmeckt ja selten gut, aber das bei Swiss war das schlimmste, was mir je serviert wurde. Auf dem Hinflug gab es zunächst Mittagessen, da gab es mal wieder etwas geschma
cksneutral
es, nämlich Hühnchen mit Gemüse, dazu ein Brötchen. Zu dem Essen wurde eine kleine Tüte indische Gewürzsauce gereicht, das stand zumindest drauf. Etwas mit solchem Geschmack gab es jedoch in ganz Indien nicht und die Sauce machte das Essen nur schlimmer. Ich aß es zu großen Teilen auf, eher nach dem Motto ?der Hunger treibt es rein? und war froh, dass es eine ganze 330ml Dose Cola dazu gab um den Geschmack wegzuspülen. Das Essen habe ich aber noch gut überstanden, schlimm wurde es beim Abendessen, es gab Samosas, also einen indischen Snack. Es handelt sich dabei um Blätterteig wahlweise mit Fleisch- oder Gemüsefüllung. Obwohl ich eindeutig um Gemüse gebeten hatte, bekam ich 2 Samosas mit Fleisch. Geschmacklich fiel das nicht auf (!), ich merkte lediglich, dass mein Essen ganz anders aussah, als das Samosa mit Gemüse meiner Mitreisenden (dort erkannte man Erbsen, in meinem Essen nicht und nach langen Betrachten beschloss ich ?das wird wohl Hühnchen sein?.).Naja, da ich wieder Hunger hatte (das Mittagessen war ja nicht grad reichhaltig) aß ich eben eines der beiden Samosas, die mir gebracht wurden. Keine halbe Stunde später stellte sich eine fiese Übelkeit ein, die sich noch bis zum nächsten Morgen hielt. Das erste was ich nach der Landung von Indien sah, war ein Klo aus unmittelbarer Nähe, da das Essen beinahe wieder rückwärts herausgekommen wäre :-/. Erst als ich anfing richtiges indisches Essen vor Ort zu essen, ging es mir wieder besser und ich hatte den gesamten Urlaub keinerlei Probleme mit dem Essen. Und das obwohl Indien ja nachgesagt wird, ein Europäer würde es nicht ohne wenigstens einen Durchfall oder ähnliches überstehen... Mittlerweile habe ich ja schon mit Freunden gescherzt, dass das Essen bei Swiss vielleicht absichtlich verdorben war, sozusagen als Abhärtung für den anstehenden Indien-Aufenthalt...
Auch an das indische Busfahren auf Straßen mit vielen Schlaglöchern bereite Swiss gut vor, nicht nur, dass wir gleich zu Beginn des
Fluges geschüt
telt wurden, nein, ab dem Iran bis hin nach Indien wackelte es immer wieder kräftig, die Kabinenverkleidung machte komisch quietschende Geräusche, die Stewardessen sammelten die Getränke ein und schnallten sich selbst für den Großteil des Restfluges auch an. Aber das soll ja auf Flügen nach Indien wegen einiger Luftströmungen immer so sein.
Mit einer halben Stunde Verspätung landeten wir dann in Mumbai, wo es dann nach dem Parken am Gate noch mal eine ganze Weile dauerte, bis wir das Flugzeug verlassen durften. Dafür waren dann aber schon die Koffer auf dem Band als wir aus der Einreisekontrolle kamen.
Nach 3 Wochen Indien ging es dann zurück nach Hause. 3 Tage zuvor rief ich Swiss in Mumbai an, um meinen Flug rückzubestätigen. Die Frau, die ans Telefon ging, sprach kein Deutsch (komisch, bei Lufthansa sprechen auch im Ausland die Mitarbeiter deutsch, wenn auch manchmal etwas holprig), aber Englisch und so war das ja kein Problem.
Schon 3 Stunden vor Abflug muss man in Indien ja am Flughafen sein, den Großteil der Zeit saßen wir allerdings in irgendwelchen Wartebereichen, so dass wir nicht verstanden hatten, warum man so früh da sein soll.
Die Mitarbeiter am Check-In waren freundlich, aber ich glaube, auch sie sprachen nur Englisch (weiß das nicht mehr genau). Obwohl wir so früh da waren, bekamen wir diesmal keine zusammenhängende Plätze mehr und so saßen wir ein paar Reihen voneinander entfernt. Ich hatte allerdings Glück und hatte einen Platz am Gang und das neben einem Fensterplatz, so dass ich Platz zum Füße ausstrecken hatte und außerdem aus dem Fenster schauen konnte (war allerdings nicht so aufregend, da wir nachts flogen).
Gleich nach dem Start gab es mal wieder Abendessen, schon wieder Samosas, diesmal habe ich mir gar nicht erst eins geben lassen und war sehr froh, als mein Sitznachbar eine Packung indische Kekse rausholte und sie mir gab. Er fliegt öfters Swiss und meinte, das Essen sei oft so mi
es, daher nimmt er i
mmer was zu essen mit. Das werde ich auch tun, wenn ich noch mal mit denen fliege.
Kurz nach 5 Uhr gab es Frühstück, ein warmes Essen was man durchaus als ?Mittagessen ? hätte durchgehen lassen können. Ich habe mal ein wenig drin rumgestochert, den Großteil aber wieder zurückgehen lassen, wie viele Leute um mich herum auch. Das Essen schmeckte mal wieder nicht und dieses Frühstück war einfach zur Tageszeit unpassend.
Ansonsten war der Flug recht ruhig, die meisten Leute schliefen und die Stewardessen saßen im hinteren Ende des Flugzeuges zusammen und unterhielten sich (das weiß ich, weil ich einmal zu ihnen gegangen bin, weil mir ein Passagier auffiel, der mit seinem eingeschalteten Handy rumspielte). Für einen Nachtflug ist das ja auch nicht ungewöhnlich, dass dann niemand mehr durch den Flieger läuft, um die Leute zu stören, Getränke holen und zollfrei einkaufen konnte man dann einfach so hinten bei den Flugbegleitern.
Mit der Pünktlichkeit hatten auch dieses Mal die Schweizer so ihre Probleme, denn wir flogen eine dreiviertel Stunde zu spät von Mumbai nach Zürich los und kamen dann auch sehr spät an. Ich hatte schon echt Sorgen meinen Anschlussflug nach Berlin, der nach einer Stunde Aufenthalt in Zürich planmäßig losgehen sollte, nicht mehr zu bekommen. Meinem Sitznachbarn ging es ähnlich, er wollte zu der Zeit, wo ich nach Berlin wollte, weiter nach Brüssel fliegen. Die 9 Stunden Flug nach Zürich (der Rückflug dauerte länger, da ein leichter Umweg wegen dem Irakkrieg geflogen wurde und Flüge gen Westen ja eh immer länger dauern als umgekehrt) verbrachten wir alle beide damit, auf den Bildschirmen in den Sitzen die Fluginfo anzuschauen und zu fiebern, ob sich an er Ankunftszeit in Zürich was zu unserem besseren ändern würde. Kurz vor der Landung erschienen dann auf dem Bildschirm Nachrichten zu den Anschlussflügen, mit den Gates, an denen es weitergeht. Die Passagiere nach Berlin wurden gebeten, sich an das Bodenpers
onal zu wenden, was ich a
uch gleich nach der Landung tat. Dort wurde mir nur gesagt, dass der Berlin-Flug am Gate genau am anderen Ende des Airports losfliegen würde und so rannte ich los. Völlig außer Atem kam ich an und da stellte sich raus, dass die ganze Eile umsonst war, denn das Einsteigen hatte noch gar nicht begonnen. In alle Ruhe bekam ich eine neue Bordkarte, da mein Sitzplatz sich geändert hatte, da sie überraschend keinen Avro, sondern eine Saab als Fluggerät eingesetzt hatten. Dann wurde in aller Ruhe mein Reisepass kontrolliert und es ging weiter in den Bus. Während der Fahrt zum Flugzeug sah ich meinen Trekkingrucksack schon neben unserem Embraer liegen und konnte mein Glück gar nicht fassen, dass es sogar mein Rucksack in so kurzer Zeit geschafft hatte, umzusteigen nach Berlin. Also die Mitarbeiter vom Unique- Airport haben das echt super gemacht.
Der Flug nach Berlin dauerte lange, obwohl die sehr nette Pilotin versprochen hatte, sie versuche die Verspätung mit dem Finden einer Abkürzung wieder rauszuholen, und so landeten wir mit fast einer Stunde Verspätung in Berlin-Tegel.
Insgesamt waren die Flüge mit Swiss gut und ich würde jederzeit wieder mit ihnen fliegen. Vor allem die kleinen Bildschirme in jedem Sitz, die Spiele darin, die Zeitungen und die wirklich netten Flugbegleiter machten den Flug angenehm ,man konnte sich auch wirklich sicher fühlen. Allerdings nehme ich künftig mein eigenes Essen mit, wenn ich noch einmal Swiss fliege.
Fazit: Sehr gute Airline
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