
Neuester Testbericht: ... gab es keine. Während des Fluges gab es keine kostenlosen Getränke. Nur ein Matschiges "Brötchen", auf das ich dann... mehr
Immer wieder gern!
Scandinavian Airlines SAS

Name des Mitglieds: Hoernchen123
Produkt:
Scandinavian Airlines SAS
Datum: 17.07.03, geändert am 14.01.10 (1241 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gute Airline mit meist freundlichem Personal
Nachteile: Personal nicht immer freundlich, teurer als die Konkurrenz
Nun hatte ich lange beim Prämienprogramm Miles&More eifrig Meilen gesammelt, jetzt hatte ich genug für einen Flug innerhalb Europas zusammen und die Meilen von einem Flug in die USA vor 3 Jahren mussten auch endlich eingelöst werden, da sie nach 3 Jahren verfallen.
Also gut, nach langen Überlegen entscheide ich mich für einen Flug nach Oslo, und natürlich auch wieder zurück.
Da man mit seinen bei Miles&More gesammelten Meilen ja auch mit Lufthansa-Partnergesellschaften aus der Star Alliance fliegen kann, erwische ich einen Flug, der von der Scandinavian Airlines ausgeführt wurde. Mit denen war ich bis dahin noch nie geflogen und ich freute mich auf den Flug nach Oslo.
Die Scandinavian Airlines ist eine Airline, die mit Flugzeugen mit norwegischen, schwedischen und dänischen Registrationen fliegt und übernimmt inzwischen für die Lufthansa so ziemlich alle Flüge nach Skandinavien.
Die Flotte der SAS umfasst:
- DeHavilland Dash 8, sie sind noch recht neu, viele wurden erst letztes Jahr geliefert. Vor allem auf kurzen Flügen werden sie eingesetzt, meist innerhalb Skandinaviens, aber auch in Berlin Tegel steht ab und an mal eine, die grad aus Kopenhagen kommt oder wieder dorthin fliegt.
- MD-80/81/82, alle im Schnitt 10-15 Jahre alt, sie werden auf den europäischen und innerskandinavischen Strecken größtenteils eingesetzt.
- MD 90, ca. 7-8 Jahre alt und auch in Europa und innerhalb Skandinaviens unterwegs.
- Boeing 737 , auch die sind noch neu, Baujahr meist ums Jahr 2000. Und auch sie fliegen innerhalb Europas.
- Airbus A340, die fliegen zu weit entfernten Zielen, so zum Beispiel nach Japan und haben auch erst wenige Jahre auf dem Buckel.
- Airbus A 330 , sie sind die neusten in der Flotte und sie fliegen unter anderem nach Nordamerika.
- Airbus A321, auch die sind im Schnitt erst 2-3 Jahre alt, sie fliegen in Europa an, zum Beispiel London.
Am häufigsten fliegt die SAS mit
ihren etwas älteren MD-80 ab Deutschland, aber 10-15 Jahre sind für ein gut gewartetes Flugzeug ja noch nicht alt.
Alle Flugzeuge bei SAS haben Namen, alle heißen irgendwas mit "Viking" am Ende, so flog ich zum Beispiel mit "Alle Viking" und "Otter Viking" :-)
Wer nicht, wie ich, seine Meilen einlösen will, kann natürlich auch einfach so einen SAS-Flug buchen, das geht im Reisebüro und Internet auf den Homepages der SAS (www.sas.se , www.sas.no, www.sas.dk oder aber die englisch-und deutschsprachige Seite scandinavianairlines.com, NICHT sas.com oder sas.de, da landet man bei einer gleichnamigen Computerfirma).
Wenn man einen Lufthansa-Flug nach Skandinavien bucht, kann man sich auch fast sicher sein, in einem Flugzeug der SAS zu landen.
Wer bei Lufthansa bucht, kommt meist preiswerter weg, als wenn er bei SAS bucht.
Auf den Homepages gibt es nur sehr wenig Infos zur Airline, die Infos zur Flotte musste ich mir mühsam woanders aus dem Internet zusammensuchen.Auch der ja eigentich wichtige Flugplan enthält so manchen Fehler, mein Rückflug war z.B. dort nicht auffindbar..
Auf allen SAS Fliegen kann man nicht nur seine Meilen loswerden, sondern auch welche bekommen, wie bei allen Star Alliance Partnern.
Aber zurück zum Erfahrungsbericht...
Letzten Samstag war es dann soweit...ich fliege mit Lufthansa von Berlin nach Frankfurt, um dort umzusteigen in die SAS. Daher habe ich den SAS Check-in natürlich nicht mitbekommen. Aber das kam ja beim Rückflug noch...
Ein Bus bringt uns vom Terminal B zur weit entfernten Parkposition des SAS-Fliegers, obwohl der Flug ausschließlich eine Lufthansa-Flugnummer hat, handelt es sich um eine Maschine von Scandinavian Airlines mitsamt dazugehörigem Personal.
Dennoch werden wir herzlich zum "Lufthansa-Flug" nach Oslo begrüßt, auf einer nordischen Sprache, englisch und auch auf deutsch.
Eingestiegen wi
rd an einer Treppe vorn am Flieger und über eine
kleine, flugzeug- eigene Treppe, die hinten unter dem Heck ausgeklappt wurde. Die fand ich lustig und bannte sie gleich auf ein Foto, denn sowas hatte ich bei einem Passagierflugzeug noch nie gesehen, nur bei Militärtransportern auf der Internationalen Luftfahrtausstellung...
Kaum bin ich über die Treppe in das Flugzeug geklettert, fällt mir was auf...es stinkt, und das nicht zu knapp. Man könnte meinen, es stimmt was mit der Bordtoilette nicht :-( Die Leute in den letzten Reihen tun mir leid, sie müssen den Geruch ertragen und haben bei der MD-81 ja auch noch die Treibwerke vorm Fenster und gleich neben den Ohren...
An meinem Platz in der Mitte des Flugzeuges geht es dann, aber dafür fallen mir die nächsten Sachen auf...meine Armlehne ist ab! Bzw. sie hängt so halb in ihrer Verankerung, als ich versuche, den Schaden zu reparieren, habe ich sie komplett in der Hand. Die vorbeikommende Stewardess sieht mich da sehr wohl mit der Armlehne in der Hand, etwas hilflos guckend, sitzen, sagt aber nix. Sie guckt nur, ob ich meinen Sicherheitsgurt angelegt habe....Ich sitze am Notausgang, da saß ich schon oft, und bei Lufthansa, Swiss und BA wurde mir dann erklärt, wie ich im Notfall das Fenster "rausreisse", bei SAS kein Wort, dafür ist "teach yourself" angesagt, schließlich ist alles mit Bildern und kurzen Sätzen in englischer Schrift versehen....Man hat im Notfall ja dann auch noch Zeit zum Lesen und Bildchen gucken ...Auch kann nicht jeder Englisch...
Die Stewardessen waren aber teilweise sehr nett, manche wirkten ein wenig gestresst, eigentlich alles ähnlich wie bei den meisten Airlines.
Der Sitzabstand ist etwas größer als bei Lufthansa, das muss man recht positiv anmerken.
Schon bald nachdem die Sicherheitsgurte auf Verschluss kontrolliert wurden, geht es los, auf dem Weg zur Startbahn wird natürlich alles zur Sicherheit an Bord erklärt. Obwohl ich der
Mitte des Flugzeuges sitze, erkenne ich das was die Stewardess da genau an der "Gardine" zur Busines Class macht, nur sehr wage, auch versteht man die Ansagen nur schwer. Wenn man weiß, was sie sagen, ist alles klar, wer erstmals fliegt, versteht nur Bahnhof und würde im Notfall weder die Schwimmweste finden und auch nicht wissen, was er denn mit einer von der Decke fallenden Sauerstoffmaske soll...
Aber zum Glück brauchten wir ja weder Schwimmweste, noch Sauerstoffmaske geschweige denn Notrutschen.
Der Flug verläuft ruhig und nachdem der Co-Pilot kurz was zum Wetter auf der Strecke und in Oslo erzählt hat, ist es zunächst ganz ruhig.
Gelangweilt greif ich zum Bordmagazin...darin klebt ein Kaugummi...igitt...Also gleich zurück mit dem Heftchen in die Sitztasche. Ich beschäftigte mich dann doch lieber weiter damit, wie ich die Sitzlehne wieder anbaue. Zu Hause habe ich ja auch einen echten Flugzeugsessel, hätte ich gewusst, dass SAS mir einen kaputten Sitz gibt, hätte ich meinen eigenen Sessel mitgebracht, denke ich, als ich vor mich hin werkele...
Ich drehe die Lehne mal interessehalber um...an der der Unterseite schon wieder ein Kaugummi...Wähh...Ich beschließe, SAS soll lieber selbst ihre Flugzeuge reparieren...
Und außerdem gibt es nun was zu essen...Jeder bekommt eine turbulenzenfreundliche Plastikbox in die Hand gedrückt. Klappt man sie auf, sieht man...na, wer hätte es gedacht...ja, was zu essen :-)
Auf dem Hinflug gibt es ein sehr leckeres Lachs-Schinken-Brötchen mit einer leckeren Soße, dazu ein Bounty- Riegel und ein Becherchen Wasser.
Auf dem Rückflug gab es wieder ein Brötchen, aber das hatte eindeutig schon bessere Tage gesehen, es war extrem trocken, die gelbe Soße war in dem Brötchen komplett eingesickert und der Schinken schmeckt auch ein wenig komisch. Hab es nur halb aufgegessen und zurück gehen lassen. Nur die 2 Stückchen Luftschokolade (wie passend ;-)) waren beim Rückflug lecker. Neben dem tro
ckenen Brötchen gab es beim Rückflug ein Beche
rchen Apfelsaft.
Natürlich gibt es noch mehr Getränke...Ich entscheide mich für Cola und bekomme bei Hin-und Rückflug einen kleinen Becher Cola, das heißt halb Cola, halb Eiswürfel...Ohne dass sie mich vorher fragten, ob ich denn Eiswürfel haben will.
Mein Sitznachbar nutzt die Chance, dass Alkohol an Bord kostenlos ist, schließlich ist der ja in Norwegen sehr teuer....er trinkt 2 kleine Flaschen Rotwein und eine kleine Flasche Cognac in weniger als 2 Stunden Flug und irgendwann strömt seine Alkohol-Fahne zu mir rüber. Er kleckert sein Hemd mit Rotwein voll, trotz ganz ruhigem Flug...Oh wei...
Nachdem das Essen wieder abgeräumt ist, stehe ich mal von meinem Platz auf und laufe ein wenig herum...Zielstrebig gehe ich dorthin, wo normalerweise bei vielen Airlines kostenlose Postkarten zu finden sind. Nicht so bei SAS, da gibt es keine. Nach einem kurzen Besuch auf dem erstaunlicherweise doch recht sauberen Klo (mit Fenster! So was hab ich bisher nur in einer Saab gesehen), geh ich zurück an meinen Platz.
Nun fahren wieder die Stewardessen mit ihren Wagen umher, es ist Inflight-Shopping angesagt. Was es alles gibt, kann man einem Heftchen in der Sitztasche entnehmen, hauptsächlich die Sachen, die man auch Duty free- Shop am Airport bekommt, außerdem ein paar SAS-Fanartikel.
Zahlen kann man in Euro, US-Dollar, sowie in dänischer, schwedischer und norwegischer Währung. Mein Sitznachbar ersteht Alkohol (wer hätte das gedacht?) und Zigaretten, ich einen SAS-Teddybär, den ich als Aviation-Fan natürlich unbedingt haben musste ;-)
Der Flug dauert dann nicht mehr lange und wie setzen zu einem sehr ruhigen Landeanflug auf Oslo an.
Ein durchschnittlicher Flug, in einer nicht wirklich sauberen Maschine nimmt ganz pünktlich sein Ende.
Die Koffer rollen flott vom Band, aber das ist ja eher Sache des Flughafens als die der Airline.
Ein paar Tage später geht es wieder ab nach Hau
se.
Da ich viel zu früh losgefahren bin, bin ich schon 3 Stunden vor Abflug im Flughafen, dem Oslo Lufthavn.
Ich dachte, ich hätte noch viel Zeit zum Einchecken, als ich die riesigen Schlangen an den SAS Schaltern sehe, trifft mich dann fast der Schlag...Ich will mich nicht mehrere Stunden anstellen und schaue mir mal einen Check-In Automaten genauer an...Und tatsächlich, auch mit Gepäck kann man hier einchecken. Auf einem Touchscreen kann man sich durch die Menüs bewegen.
Ich tippe auf den Button "elektronisches Ticket" (ja, der Automat konnte auch deutsch ;-)), stecke meine Kreditkarte zum Identifizieren in den Automaten, schon weiß der Automat, dass ich via Frankfurt nach Berlin-Tegel möchte. Ich kann mir anhand einer Grafik mit Bild aller noch freien Plätze aussuchen, wo ich sitzen möchte, aber nur für den Flug von Oslo nach Frankfurt, nach Berlin wird mir ein Platz einfach zugeteilt. Kurz darauf spuckt der Automat Bordkarten nach Frankfurt und Berlin aus, ebenso einen Aufkleber für meinen Koffer, den ich selbst daran befestige. An dem Automaten steht groß, man solle sein Gepäck dann am Schalter Nummer 305 abgeben, das tu ich auch.
Die Schlange ist hier recht kurz, das SAS Bodenpersonal ist ein typischer wortkarger Norweger. Kein "hello", kein "have a nice flight", nichts...er scannt den Strichcode auf meinem Kofferaufkleber ein, legt den Koffer aufs Förderband, wirft nen Blick auf meine Bordkarte und guckt schon mal zum nächsten Kunden...frei nach dem Motto "der nächste bitte".. Sehr freundlich...:-/
Der Flug verläuft im Prinzip wie der Hinflug, wieder fällt mir die Unsauberkeit an Bord auf. Diesmal roch es normal im Flieger, dafür "wuchsen" der Kabinenverkleidung Haare, da wird wohl mal jemand mit dem Kopf gegen gestoßen sein und die Haare hingen noch in der Verkleidung. Sehr appetitlich...Den Vogel schoss aber der Air Purser ab. Er servierte in der Business Class in einem hellen Jacket
die Getränke und das Essen. Da ich in der ersten
Reihe der Economy Class sass, konnte ich ihn gut sehen. Das Jacket hatte lauter eingetrocknete Wasserflecken, die Ränder hinterließen. Sowas kann doch wohl nicht wahr sein!
Auch auf dem Rückflug nahm man es mit der Sicherheit nicht so genau wie andere Airlines...Der Fluggast vor mir stellte beim Start seine Rückenlehne nicht hoch, bei der Landung auch nicht, die Stewardessen sagten beim Herumgehenaber nichts...Wäre es zu einem Notfallsituation gekommen, wäre ich nur schwerlich aus meinem Sitz gekommen (denn deshalb soll man bei Start.-und Landung Sitzlehnen senkrecht stellen und Tische hochklappen, damit alle, auch die hinter einem, rauskommen). Ich weiß nicht, warum sie da nichts gesagt haben....vielleicht weil der Pasagier Business Class flog und ich nur Economy Class?? Oder einfach Schusslichkeit? Wie auch immer, das kann nicht angehen, auch wenn fast nie was passiert beim Fliegen.
Insgesamt würde ich SAS als mittelprächtige Airline bezeichnen. Die Flugzeuge machen einen gut gewarteten Eindruck, sind auch recht neu und wir waren auf beiden Flügen pünktlich, aber durch die Unsauberkeit an Bord und dem laschen Umgang mit der Sicherheit, ziehe ich 2 von den 5 möglichen Sternen ab.
Fazit: Für Reisen nach Skandinavien durchaus empfehlenswert

